Selektiver Mutismus...?!?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von juki 01.02.11 - 17:03 Uhr

Huhu...

ich erzähle erstmal ein wenig von Kim....

Sie konnte früh viel und gut sprechen, sowohl Kiga als auch die Schule bestätigen einen großen außergewöhnlichen Wortschatz...Sie arbeitet in der Schule rege mit und ist eine der besten sowohl schriftlich als auch mündlich...das war das positive....

Nun das "Negative"....in ihr ungewohnten Situationen schweigt sie einfach und wird bockig...oder wenn sie Leute aus der Schule woanders trifft schaltet sie auf Stumm, spricht dann oft auch nicht mit ihrer besten Freundin...Tschüss sagen kann sie überhaupt nicht...auch hre Mimik und Gestik ist in solchen Situationen immer gleich: Arme verschränken, an Mama klammern und von innen auf die Wangen beißen...

Ich bin in den letzten Jahren fast verzweifelt deswegen, denn je mehr ich sie in solchen Situationen zwinge zu sprechen desto schlimmer wird es...:-(
jetzt hab ich durch Zufall im Netz was über selektiven Mutismus gelesen und das hört sich ja recht ähnlich an zu ihrem Verhalten...

Meine Frage nun, hat hier einer Erfahrung zu dem Thema und kann mir evtl weiterhelfen?

LG

Beitrag von manavgat 01.02.11 - 17:08 Uhr

Ich würde jemanden fragen, der etwas davon versteht: eine gute Kinder- und Jugendpsychiaterin. Oder Du wendest Dich direkt an ein SPZ.

Rudelraten bringt hier nichts.

Gruß

Manavgat

Beitrag von juki 01.02.11 - 17:15 Uhr

Das hab ich auch vor...
wollte einfach etwas mehr über das Thema erfahren und keine Diagnosen...

LG

Judith

Beitrag von dore1977 01.02.11 - 17:30 Uhr

Hallo,

ich denke Du solltest jemanden Fragen der sich damit auskennt.

Ich kann Dir von der Freundin meiner Tochter erzählen sie hat selektiven Mutismus.

Sie spricht überhaupt nicht mit Menschen die sie nicht kennt. Sie kommt zB zu uns zum spielen schon seit Jahren. Wen ich sie Frage möchtest Du etwas zu trinken sagt sie nichts und schaut meine Tochter an. Die Antwortet dann für sie.
Stelle ich ihr Fragen mit die mit Ja oder Nein zu beantworten sind dann wird genickt oder mit dem Kopf geschüttelt.

Vor ein paar Monaten hatten wir einen "Durchbruch" inzwischen spricht sie tatsächlich mit mir, nach 5 Jahren spricht das Kind mit mir #huepf unglaublich !
Die Mimik ist aber sehr ausgeprägt bei der Freundin meiner Tochter, wer sie besser kennt kann sehr deutlich in ihrem Gesicht "lesen". Daher ist mir am Anfang nicht mal aufgefallen das sie jetzt mit mir spricht. Es ist einfach sich mit ihr zu verständigen auch wen sie nicht mit einem redet.

Sie klammert sich auch nicht an ihre Mutter sondern besucht gern Freunde, geht mit zum Spielplatz oder schwimmen sie spricht nur nicht. Ihre Freundschaften scheint das alle nicht zu beeinträchtigen.
Sie würde zB niemals an der Eisdiele ein Eis bestellen. Das würde ein andres Kind für sie machen oder sie würde auf die Sorte zeigen die sie haben möchte.

Wie gesagt geh mit Kim zu jemanden der sich damit auskennt.

LG dore

Beitrag von sweety03 01.02.11 - 19:00 Uhr

Hallo,

bei meiner Tochter stand dieses Thema vor gut 3 Jahren auch im Raum. Sie hat im ersten Kindergartenjahr überhaupt nicht gesprochen, weder mit den Kindern noch mit den Erzieherinnen.
Wenn sie bei einem anderen Kind zu Besuch war, redete sie auch nicht.
Als sie nach einem Spielbesuch nach Hause kam, erzählte mir die andere Mutter, dass sie drei Stunden kein Wort sprach; daraufhin gingen wir zum Kinderarzt, der meinte, wir sollten ihr noch ein halbes Jahr Zeit geben.
In der Tat fing sie mit knapp 5 an, im Kindergarten aufzutauen und zu sprechen - aber auch nur mit sehr ausgewählten Personen.
Wir haben sie dann beim Karate angemeldet und ein halbes Jahr Ergotherapie gemacht.
Karate macht sie jetzt - knapp 2 Jahre später - immer sehr gern und tut ihrem Selbstbewusstsein immens gut. Vielleicht wäre das auch etwas für Deine Tochter?
Jetzt ist sie 7,5, in der 2. Klasse und hatte gestern im Zeugnis stehen, dass sie gern und viel im Gesprächskreis erzählt und rege am Unterricht teilnimmt.
Ich würde auf jeden Fall mit dem Kinderarzt sprechen und ggf. einen Kinderpsychologen aufsuchen.
Das hätten wir auch gemacht, wenn ihr Redeverhalten nicht besser geworden wäre.

Sweety

Beitrag von juki 01.02.11 - 22:56 Uhr

Hallo

danke für eure Antworten.
Natürlich werde ich mir jemanden suchen der sich damit auskennt, wollte einfach mal ein par Erfahrungsberichte, da ich vorher nie davon gehört hatte....

LG

Beitrag von golm1512 02.02.11 - 08:13 Uhr

Es ist ganz schwer, jemanden zu finden, der sich damit auskennt. Ich spreche aus Erfahrung! SPZ ist aber erst mal eine gute Adresse.

Sollte deine Tochter selektiv mutistisch sein, dann ist es garantiert kein "Bocken". Ich reagiere mittlerweile sehr empfindlich, wenn jemand das meinem sohn vorwirft. Er hat Angst. Völlig irrational und unerklärlich, aber es ist einfach Angst. Das hat nichts mit Trotz oder Bockigkeit zu tun. Zuhause ist er manchmal wütend und sehr selten auch bockig. Das sieht dann ganz anders aus!

Gruß
Susanne

Beitrag von marion2 03.02.11 - 12:31 Uhr

Hallo,

ich glaube, dass sie einfach nur sehr schüchtern ist.

Dazu passen deine Beschreibungen nämlich auch.

Mit Druck wird es übrigens schlimmer.

(Ich war als Kind auch so)

Gruß Marion