Unterfordere ich mein Kind?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von lilaleo 01.02.11 - 19:53 Uhr

Hallo zusammen,

in den letzten Tagen habe ich viel von einer Freundin mitgekriegt, deren Kind 13 Monate alt ist. Sie hat ihm Babyzeichensprache beigebracht, zudem ist er windellos aufgewachsen und kann jetzt zeigen das er aufs Töpfchen möchte.

Heute hat sie gemeint das sie mit ihm einen Rescue Schwimmkurs besuchen möchte, wo sich die Babys selber retten d.h. wenn sie reinfallen drehen sie sich von alleine auf den Rücken.

Jetzt frag ich mich, ist sowas denn alles notwendig. Ich lass mein Kind einfach Kind sein und wenn er im Wasser ist behalte ich ihn auf dem Arm weil er Angst hat (ich müsst es ja wissen, schließlich war ich Schwimmlehrerin wenn das falsch ist) und aufs Töpfchen geht er noch lange nicht und will da auch gar nicht drauf. Babyschwimmen, Delfikurs, Krabbelgruppe und Kinderturnen...reicht sowas in der heutigen Zeit nichtmehr aus? Müssen wir unsere Kinder auf schwere Zeiten vorbereiten? Wie z.B. die Chinesin die jetzt ein ERziehungsbuch über die chin. Methoden rausgebracht hat, nach dem Motto du musst die Beste sein und eine Mutter muss dir strenge Disziplin beibringen?

Wie seht ihr das?

LG

Beitrag von anya71 01.02.11 - 19:59 Uhr

Hallo,
du hast dir ja die AnAtwort selbst schon gegeben. Es klingt, als gefällt dir nicht, was deine Freundin macht. Dann ist es eben so.
Jeder wie er mag/kann.

Aber Babyzeichen find ich persönlich super und Töpchen mit 13 Monaten: Hut ab ;-)
Nein, im Ernst, mach, was du für richtig hältst und was deinem Kind gefällt. Du wirst schon merken, wenn er mehr will.


LG Anja

Beitrag von canadia.und.baby. 01.02.11 - 20:02 Uhr

Ein Kind / Baby sollte auch noch Kind /baby sein dürfen.

Diese ganzen kurse ect. pp .

Wir haben nicht einen kurs besucht , meine kleine entwickelt sich trotzdem prächtig!
Sagt ihr erstes Wort und hat seit ein paar tagen das frei Laufen für sich entdeckt.

Mach es so wie du es für richtig hällst !

Und nein ich finde nicht das du dein Kind unterforderst!

LG
Cana mit Jasmin 14 Monate

Beitrag von leya2008 01.02.11 - 20:04 Uhr

Hey!

Ich bin der Meinung, dass man sein Kind mit der Vielzahl der Kurse ganz schön überfordern kann. Meiner Meinung nach, ist das eine Modeerscheinung, die nicht notwendig ist. Ich habe selbst mit meinem Kleinen einen PEKIP-Kurs besucht - es war ganz nett, aber wenn man es nicht macht, verpasst man auch nichts (beim nächsten Kind werde ich mir das viele Geld dafür sparen).
Jan und ich gehen nun einmal in der Woche zum Mini-Club, wo wir beide viel Spaß haben, und das reicht uns auch völlig. Ich mag es nicht, wenn die ganze Woche durchgeplant ist. Jan entwickelt sich bestens, und das auch ganz ohne "besondere" Kurse. Und ja, er darf auch noch in die Windel machen. Ein Baby sollte erst einmal Baby sein dürfen. Der Ernst des Lebens beginnt noch früh genug.

GLG, Leya & Jan #winke

Beitrag von murmel22 01.02.11 - 20:06 Uhr

Hallo...

"Ich lass mein Kind einfach Kind sein und wenn er im Wasser ist behalte ich ihn auf dem Arm weil er Angst hat."

Genau SO sehe und handhabe ich das auch. Pauli (27 Monate) geht in die Krippe. Dort haben sie allerhand Programm. Nachmittags unternehmen wir auch viel zusammen. Gehen viel in der Natur spazieren, gehen in den Tierpark, etc.... Ich bin der Meinung das reicht. Aber das ist auch nur meine Meinung.

Wenn Pauli 3 wird, wollen wir uns mal nach Kleinkindturnen erkundigen. Das gibt es bei uns in der Gegend erst ab 3 Jahren. Aber das ist ok. Wenn wir dann merken, dass es ihm zuviel wird oder er keinen Spaß daran hat, dann lassen wir es.

Ansonsten werden wir es genauso handhaben wie du: wir lassen unser Kind einfach Kind sein.

LG

murmel

P.S.: ich verurteile aber keinesfalls Mütter, die mit ihren Kindern mehrere Angebote wahr nehmen. Wie gesagt, das muss jeder selbst entscheiden. Hauptsache die Kleinen sind happy.

Beitrag von zaubertroll1972 01.02.11 - 20:07 Uhr

Hallo,

ich würde das eigentlich eher belächeln.
In der Regel geht ein 13 Monate altes Kind nicht auf`s Töpfen und beherrscht auch keine Zeichensprache :-) Da mußt Du Dir keinen Stress machen.
Einen Rescue Kurs....ganz ehrlich...ich habe mir die Videos schon öfter angesehen und mir bleibt das Herz dabei stehen, auch wenn es scheinbar funktionieren soll.
Ich habe mein Kind nie aus den Augen gelassen, es ist nie etwas passiert und Du mußt nicht das Gefühl haben daß Dein Kind nichts kann. So ist es ganz sicher nicht.
Jedes Alter hat seinen Reiz, eins kommt nach dem anderen.....
LG Z.

Beitrag von biene81 01.02.11 - 21:14 Uhr

Die Videos sind teilweise echt boese, aber wenn man dann sieht wie es funktioniert und die Kinder es gelernt haben, ist es super. Vor allem in den USA, wo viele einen Pool haben und man nie permanent das Kind im Auge haben kann.

http://www.youtube.com/watch?v=aseQsDBJS6c&NR=1

LG

Biene

Beitrag von basket 01.02.11 - 20:07 Uhr

Nein du unterforderst dein Kind nicht! Handel nach Gefühl, denn du weist, was für dein Kind gut ist. Es wird trocken werden, wenn es dazu bereit ist und es wird auch ohne dieses Babyzeichensprache dir deutlich machen, welche Bedürfnisse es hat (wenn es dein Zwerg nicht schon tut). Diese Panik das die Kinder später mal ein Defizit zeigen könnten, wenn man im Kleinkindalter nicht x Kurse besucht, finde ich total zum ko....!
Ich bin der Meinung wenn wir unsere Kinder mit Bedacht und Vernunft erziehen und sie einfach sich frei entfalten lassen, werden sie auch in der "bösen" Zukunft bestehen!
Lg Basket

PS: Schöner Buchtipp der auch dieses Thema aufgreift
http://www.amazon.de/Gl%C3%BCck-kann-man-lernen-Kinder/dp/3550087942/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1296587242&sr=8-1

Beitrag von lilaleo 01.02.11 - 20:30 Uhr

Das Buch hört sich super an...werd ich mir vielleicht betellen!Danke

Beitrag von bine3002 01.02.11 - 21:31 Uhr

Unterfordern bedeutet ja im Umkehrschluss, dass Du der Meinung bist, deine Freundin würde ihr Kind ÜBERfordern. Und das wiederum bedeutet, dass das Kind mehr lernen muss/sollte als es kann.

Dem ist aber bei allen Kursen, die Du genannte hast nicht so.

Windelfrei nutzt eine natürliche Verhaltensweise des Babys: Es äußert von Geburt an, wann es muss. Die Signale sind mitunter schwer zu deuten, aber sie sind IMMER da bis ca. zum 4. Monat, dann verblassen sie. Man lernt als Mutter darauf zu achten und das Kind dann sofort abzuhalten. Im Grunde lernt also die Mutter nicht das Baby und insofern ist es eher eine Überforderung für die Mutter, die es nicht schafft, diese Signale zu deuten. Ich gehörte dazu. Meine Tochter hat ziemlich oft geschrien und ich hatte genug damit zu tun, sie zu versorgen. Sie dann auch noch windelfrei zu halten erschien mir unmöglich. Aber wenn es klappt... warum nicht.

Bei der Babyzeichensprache macht man sich zunutze, dass die grobmotorischen Fähigkeiten früher entwickelt sind als die feinmotorischen, dazu gehört auch die Sprache. Ein 10 Monate altes Baby kann in der Regel winken und wenn es dann kann, neigen viele Eltern dazu auch zu sagen "Mach winke, winke!" Ebenso werden einige wichtige Zeichen völlig natürlich in den Alltag integriert wie z. B. essen und ein Zeichen dafür. Der Vorteil besteht darin, dass das Kind viel früher bewusst kommunizieren kann. Lange bevor es "essen" sagen kann, klann es also "essen" deuten. Und das widerum soll zu weniger Trotzanfällen führen.

Und Babyrescue basiert auf einem natürlichen Reflex. Und da hier Reflexe zum Einsatz kommen, kann man auch hier nicht wirklich von Überforderung sprechen.

Vielleiucht solltest Du offener sein und dir erklären lassen, worum es geht. Du musst es nicht selbst anwenden, um eine "gute" Mutter zu sein, aber Du solltest versuchen, es zu verstehen und zu akzeptieren, dass deine Freundin es für sich richtig findet, so zu handeln.

Beitrag von biene81 01.02.11 - 21:39 Uhr

Schoener Beitrag!

LG

Biene

Beitrag von lilaleo 02.02.11 - 19:41 Uhr

Hallo,

du hast im Grunde genommen recht, ich hab mich ja auch mit jedem Thema beschäftigt und kenn mich auch aus mit jedem Thema. Jedoch kann ich dir sagen das es kein natürlicher Reflex ist eines KIndes sich im Wasser auf den Rücken zu drehen, als Schwimmlehrerin hab ich mich mit dem Baby Floating schon beschäftigt und die Babys lernen es, sie können es nicht von sich aus.

Und ja ich würde sagen sie überfordert das Kind, denn welches Baby will üben sich auf den Rücken zu drehen anstatt lieber im Waser zu plantschen :)

Viele Grüße


Beitrag von alinashayenne 01.02.11 - 22:10 Uhr

Hallo!

Ach was - es bleibt zwar jedem selbst überlassen, aber ich bin - wie du - der Meinung, dass man es auch übertreiben kann und Kinder das alles nicht unbedingt brauchen.

Man muss von einer Sache überzeugt sein, darauf kommt es an. Wenn deine Freundin bspw.von dieser windelfreien Erziehung überzeugt ist und das alles durchgemacht hat, na dann soll sie doch - "normal" im Sinne von - JEDES Kind muss so erzogen werden, ist es aber nicht. (Meine Tochter war übrigens mit 18 Monaten - also nicht allzu viel später - auch ohne jegliches Töpfchentraining vollkommen trocken. So geht es eben auch...)

Wir haben auch überhaupt keinen Kurs gemacht. Wir waren in keiner Krabbelgruppe, konnten nicht zum Babyschwimmen und sind nicht beim Kinderturnen. Mein Sohn geht jetzt mit 4 zum Englisch-Kurs. Nicht weil das unbedingt sein muss, sondern weil er durch Neugierde, Fragerei, Spielen und mich natürlich ;-) schon ein ziemlich großes englisches Vokabular hat und dies eine Möglichkeit ist, das Ganze spielerisch mit Liedern ein wenig mehr zu festigen UND weil er sonst nie unter gleichaltrige oder ältere Kinder käme (im Kindergarten ist er der Älteste...wobei er sowieso schon weit voraus ist....aber das ist wieder eine andere Geschichte)

Um auf deine Frage zurückzukommen: Nein, nichts von alldem ist unbedingt notwendig! Und jeder soll es einfach so handhaben wie er möchte. Dennoch sollte man sich schon darauf besinnen, dass man ein Kind Kind sein lassen sollte und das Ganze mit dem strengen Stundenplan schon erst in der Schule losgehen sollte...

Liebe Grüße
Nina

Beitrag von tibu79 02.02.11 - 10:03 Uhr

Hör auf Dein Gefühl. Früher waren die Mütter selbstbewußter und wurden nicht durch ein Überangebot verunsichert. Heute haben so viele Mütter Angst, etwas falsch zu machen.

Kurse sind nett, wenn alle Spaß haben, warum nicht.

Die Kinder, die mit ihren Eltern spazieren gehen, auf dem Spielplatz toben, abends ein Buch vorgelesen bekommen, sich auch mal allein beschäftigen können- verblöden auch nicht.

Der Alltag ist voller Anreize für Kinder, was Neues zu entdecken.

Die Kinder, die einen Kurs besuchen, können halt das dort Gelernte. Deshalb sind sie auf allen anderen Gebieten noch lange keine Überflieger, sondern ganz normale Kinder.

#winke