Tages-/Pflegemutter ist doch reiner Idealismus,oder?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von mermaid2005 01.02.11 - 21:22 Uhr

Hallo,

also,ich muß zuerst sagen, so ganz fundiert kenne ich mich nicht aus.
Also bitte korrigiert mich bzw klärt mich auf.
Also,ich finde Tages-bzw Pflegemutter ist eine äußerst notwendige, sinnvolle Tätigkeit.
Aber die Bezahlung ist doch lächerlich.Da verdient ja jede Reinigungskraft mehr.Mit welchem Recht? Diese beiden Tätigkeiten leisten für die Gesellschaft doch wertvolle Dienste.Warum also nur Berufung und nicht Beruf???

GlG

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 01.02.11 - 21:29 Uhr

hallo,

ich war vor geraumer zeit am überlegen ob ich tagesmutter werden möchte und lies mich in ALLEN dingen beraten - so wenig fand ich den lohn nicht wirklich,..#kratz

vg

Beitrag von anyca 01.02.11 - 21:31 Uhr

Nun ja, wenn man sich anschaut, wie wenig eine ausgebildete Erzieherin verdient, was erwartest Du da als Lohn für eine nur "fortgebildete" Tagesmutter?

Beitrag von mermaid2005 01.02.11 - 21:35 Uhr

Auch DAS finde ich nicht korrekt,erst Recht im Vergleich zu Lehrern.

Beitrag von ma14schi 01.02.11 - 21:38 Uhr

Du kannst doch keinen Studiengang mit einem Ausbildungsberuf vergleichen.

Beitrag von mermaid2005 01.02.11 - 21:47 Uhr

Also ich finde in diesem Falle steht eine 5jährige Ausbildung nicht hinter ein Studiengang an,oder?
Außerdem gibt es mittlerweile sogar etliche Lehrer als Quereinsteiger die trotzdem so gut bezahlt werden.
Ist das fair ?
Ich will niemanden angreifen - es sind nur meine Überlegungen

Beitrag von rmwib 02.02.11 - 09:19 Uhr

... die im Schuldienst aber trotzdem ALLE studiert haben müssen. #aha

Und wenn man dann mal das Lehrergehalt mit einem anderen Menschen vergleicht, der ebenso lange studiert und 2 Staatsexamen hinter sich hat... nehmen wir z.B. mal den niedergelassenen Zahnarzt... ja dann ist ein Lehrergehalt mehr als lächerlich für den Aufwand und den Bildungsgrad den man erreicht hat.

Und natürlich ist es ein Unterschied ob studiert oder nicht, sonst bräucht ja keiner mehr zur Uni gehen.

Beitrag von happla 02.02.11 - 10:22 Uhr

In Folge des Lehrermangels musst Du NICHT mehr studiert haben, um z.B. Vertretungsstellen zu machen.
Und das dafür mit einem ziemlich guten Gehalt.
Da verdient ein Student, der fast fertig ist als Einstig ca. 2200€, liegt damit aber immer noch eine Gehaltsstufe unter einer Kraft mit einer abgeschlossenen Ausbildung. Mit erstem Staatsexamen wieder eine Stufe höher und mit zweiten darüber.

Also, als Vertretungskraft ist alles möglich.

Was verdient eine Erzieherin im Durchschnitt?
Da kenn ich mich nicht aus.

LG,
H.

Beitrag von connykati 01.02.11 - 21:32 Uhr

Hallo,

ich bin zwar keine TaMu, aber unsere TaMu bekommt PRO KIND UND STUNDE 5 Euro - bei 5 Kindern macht das bereits einen Stundenlohn von 25 Euro brutto. Das finde ich nun nicht schlecht.
Aber davon muss eine TaMu auch alle für sie entstehenden Kosten allein tragen, ich weiß nicht, wieviel da letztendlich netto für sie drüber bleibt. Schließlich arbeitet die TaMu ja auch als Selbstständige.

Viele liebe Grüße,
Konstanze

Beitrag von mermaid2005 01.02.11 - 21:40 Uhr

Tja,also müsste man auf jeden Fall mindestens 2-3 Tageskinder aufnehmen um auch nur halbwegs auf den Lohn einer Reinigungskraft zu kommen,oder?
Versteht mich nicht falsch,es geht nicht darum,daß ich diese Tätigkeit ausüben möchte;ich hab mir einfach nur meine Gedanken gemacht und finde es nicht fair!

Beitrag von litalia 02.02.11 - 10:40 Uhr

was glaubst du denn was eine reinigungskraft verdient?? 15 euro/stunde???

also hier im osten ist 6,80 (oder 6,83 oder so ) tarif für reinigungskräfte.

Beitrag von anyca 01.02.11 - 21:41 Uhr

EINE Tagesmutter für FÜNF Kinder? Ich kenne das so, daß die einzeln höchstens drei nehmen?

Beitrag von connykati 01.02.11 - 22:01 Uhr

Hm, das ist wohl eine Entscheidung des jeweilig zuständigen Jugendamts.
Unsere TaMu kommt ursprünglich aus Dresden, hat dort sogar 10 Kinder betreuen dürfen.
Hier im Landkreis Rosenheim darf sie nur noch 5 Kinder betreuen - was ich persönlich auch total ausreichend finde, sonst geht ja das einzelne Kind unter ;-)
Allerdings betreut unsere TaMu derzeit nur 3 Kinder - ein Geschwisterpaar und unseren Zwerg. Alle 3 verstehen sich prima und wir sind sehr zufrieden mit ihr.

Sie ist aber auch wie geboren für die Betreuung von Kindern - und außerdem ist sie sehr flexibel, was die Bring- und Abholzeiten angeht und hatte sogar schon mehrmals Kinder mit in ihrem Privaturlaub, weil die Eltern halt keinen Urlaub nehmen konnten, um selbst ihr Kind betreuen zu können.

Wir selbst sind halt auch aus dem "Osten" und sehen das ganze Thema Kinderbetreuung eh etwas anders als die Oberbayern ;-)
Wir sind froh, dass wir so eine tolle Kinderbetreuung haben, um arbeiten gehen zu können. Unser Kind bekommt soviel Förderung (sie hat einen tollen Spielplatz im Garten, ein Klavier, geht bei Wind und Wetter raus, bastelt und singt viel mit den Kids, hat mehrere Haustiere, u.a. 2 Pferde), Möglichkeiten und lernt Sozialverhalten. Das könnten wir unserem Knirps gar nicht bieten, da er Einzelkind ist und so schnell kein Geschwisterchen kommen wird.
Wohingegen die meisten Frauen hier anscheinend extra Kinder bekommen, nur damit sie mind. bis zur Einschulung der Kinder (meist noch viel länger) daheim bleiben können #kratz
Zumindest kommt uns das so vor #schein

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 01.02.11 - 22:03 Uhr

bei uns kannst du 5 oder 6 kinder nehmen, und nur drei wenn du ein beeinträchtigtes kind dabei hast

Beitrag von anyca 02.02.11 - 13:16 Uhr

Welche Altersgruppen sind denn das? Bei uns ist die Tagesmutter halt eher für die ganz Kleinen da, und mehr als drei Wickelkinder fände ich schon heftig ...

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 02.02.11 - 13:59 Uhr

ich glaube ab 2jahre,.. aber ich kann mich da nicht fest legen, für mich kam das nachher alles nicht mehr in frage - wegen vielerlei aspekte

ich habe im oktober in einer krippe gearbeitet, wir waren zu zweit, mit 17 kindern unter 2jahren - ich kann dir sagen, es war heftig und horror zu gleich #schwitz

Beitrag von anyca 02.02.11 - 17:34 Uhr

O.k., hier sind Tagesmütter eher für die Einjährigen (oder manchmal nur 9 Monate alten) bis allerhöchstens Dreijährigen da, wobei viele Kinder mit 2 schon in den Kindergarten wechseln.

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 02.02.11 - 17:42 Uhr

ach so, na bei uns gibt es krippen, von 10wochen alte kinder die dann in den kindergarten wechseln bis hin zur vorschule,..

die tagesmütter nehmen die ganz kleinen bis hin zu den großen, wobei die größeren dann doch eher in der kita sind,.

vg

Beitrag von sassi31 02.02.11 - 03:03 Uhr

Von den 25 Euro pro Stunde muss sie dann aber auch oft noch die Lebensmittel für die Kinder bezahlen. Die wollen schließlich tagsüber auch was essen.

Ich finde das zu wenig. Jeder Babysitter würde mehr Geld in der Stunde bekommen.

Beitrag von lillifee81 01.02.11 - 21:42 Uhr

Hallo,
also ich arbeite im Moment als Tagesmutter. Ich bekomme pro kind und std 3,50 €. Bei einem Kind ist das echt nicht viel.
Im Moment ist mir das allerdings nicht so wichtig, denn ich hätte für meinen Jüngsten keine Betreuung u könnte sonst gar nicht arbeiten. So bin ich zuhause u verdiene noch ein bißchen was dazu.

LG Shirley

Beitrag von kati543 01.02.11 - 22:18 Uhr

Also es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen einer Tagesmutter und einer Pflegemutter. Tagesmutter ist schon ein Beruf. Und soooo schlecht ist der Verdienst nicht. Es gibt viele schlechter bezahlte Berufe. Und die meisten Frauen, die ich kenne, machen das nur, weil sie sowieso zu Hause sind wegen einem eigenen Kind oder in ihrem Job keine Chance mehr haben nach langer Erziehungspause.
Eine Pflegemutter ist wie eine Mutter. Das ist kein Beruf. Das soll es auch nie sein. Nicht umsonst gibt es dafür kein Gehalt, sondern nur eine Aufwandsentschädigung. Sonst würde auch mit den Kindern Mißbrauch getrieben werden. Wer weiß wie viele skrupellose Menschen es gibt, die sich dann 3-4 solcher Kinder nach Hause holen, nur wegen der Bezahlung und sie dann verkommen lassen.

Beitrag von mrsviper1 01.02.11 - 23:32 Uhr

Hallo,

So wenig bekommen Pflegeeltern auch nicht.

Die Pflegeeltern meiner Kinder bekommen jeweils
780€ +60€ Fahrtkosten+ anteilig Kindergeld + 80€ Kindergartengebühr. macht dann zusammen 1088€ Pro Monat.
Da verdient eine Tagesmuter weit aus weniger und das ist keine "ersatz"Mutter in dem sinne.

Und falls die frage auf kommt warum meine Kinder in Pflegefamilienleben ich habe mir Hilfe in dieser Form beim Jugendamt geholt weil ich kurz vorm Burnout-Syndrom stand und dies die beste lösung für alle betweiligten ist.

Lg Tina


Beitrag von cunababy 02.02.11 - 08:22 Uhr

Hi,

aber es ist nicht mehr viel, wenn du das mal umrechnest. Schließlich hat eine Pflegemutter das Kind nicht 5, 6,7 oder 8 Stunden sondern 24 Stunden. Das macht schon alleine 3 Mahlzeiten. Dann ggf. Windeln, Kleidung, die Fahrerei zum JA, zu den Treffen mit den LE´s, Fahrten zu Ärzten und Therapien, damit verbundene schnellere Abnutzung des KFZ. Freizeitaktivitäten. Mehr Wohnraum und mehr Nebenkosten.

Ich habe mich auch schon sehr genau mit der Pflegschaft von Kindern befasst, mit den verschiedenen Modellen. Und wirklich was hängen bleiben tut da nicht. Jedenfalls sehe ich das so.

Übrigens finde ich deine Entscheidung sehr gut, es war für dich und die Kids sicher besser und hilfreich. Ich drück dir die Daumen, dass es dir/euch bald besser geht und die Kids dann rück geführt werden!

LG Cunababy

Beitrag von cinderella2008 02.02.11 - 12:41 Uhr

Hallo,

ich sehe das nicht so. Eine Freundin von mir hat sich vor Jahren dafür entschieden, aus dem Berufsleben auszusteigen und als Pflegemutter zu fungieren, da ihr das Berufsleben zu stressig war. Wenn sie ihre Zeit mit Kindern verbringt, ist das für sie im Gegensatz dazu Erholung. (Ist ihre Meinung, ich bin da anders drauf.;-)).

Finanziell steht sie mit den Pflegekindern (sie hat zeitweise bis zu drei Pflegekinder) wohl auch nicht schlechter da, als wenn sie arbeiten gehen würde. Genaue Zahlen kann ich nicht anbringen, über sowas redet man nicht.

Auf jeden Fall haben sie und ihr Mann (der ist natürlich berufstätig) ein gutes Auskommen, haben Haus, 2 Autos, machen große Urlaube usw.

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass sie nich draufzahlt.

LG, Cinderella

Beitrag von kati543 02.02.11 - 10:17 Uhr

Also wenn du mal ganz genau durchrechnest, dann fällt dir eigentlich auf, dass es wirklich nur eine Aufwandspauschale ist. Ein Kind verursacht hohe Kosten - gerade Pflegekinder, die meistens keine positive Lebenserfahrung haben, oftmals noch schwer behindert sind. Allein schon der ganze Aufwand mit Behörden ist enorm. Für die 780€ ist ja anteilig nicht nur die Nahrung dabei, sondern eben auch Miete. Als "Einnahmequelle" ist der Beruf Pflegemutter wirklich nicht geeignet. Und die Kosten für Kindergarten und Fahrtkosten als Einkommen zu rechnen ist schon ziemlich daneben. Das wird ja wirklich 1:1 weitergereicht. Eine Tagesmutter verdient über das 3-fache dieses Satzes. Du darfst nicht vergessen, dass das Kind in einer Pflegefamilie 24h/Tag und in der Regel 7 Tage/Woche ist. Eine 8-Stunden-Betreuung kann man mit einer rundum-Betreuung nicht vergleichen.
Ich stimme meiner Vorrednerin zu - dein Entschluß war richtig. Ich bewundere dich dafür. Ich hoffe, wenn ich einmal in so eine Situation komme, kann ich auch so uneigennützig sein.

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