Jahresmischklassen in BW

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von lindi75 01.02.11 - 21:57 Uhr

hallo,

Also mein Sohn wird dieses Jahr im September eingeschult. Da wir in Baden-Württemberg wohnen, gibt es bei uns an der Grundschule zwei Möglichkeiten, er kann in eine Regelklasse oder in eine Jahresmischklasse (1. und 2. Klasse zusammen) eingeschult werden. Nun überlegen wir, was wohl das Beste für unser Sohn wäre.

Habt Jhr schon Erfahrungen mit diesem System. Würde mich über Eure Erfahrungen freuen.

gruss lindi

Beitrag von claudia1500 01.02.11 - 22:22 Uhr

Hallo lindi,

letztes Jahr war diese Mischklasse bei uns auch ein Thema. Die neuen 1. Klässler, wären dann zu meinem Sohn in die Klasse gekommen. Da aber die meisten Eltern dagegen waren ist es dann doch nicht passiert.

Es kommt drauf an.

Hat die Lehrkraft Erfahrungen mit Mischklassen?

Läßt sich dein Sohn leicht ablenken?

VG Claudia

Beitrag von lindi75 01.02.11 - 22:31 Uhr

Hallo Claudia,

die Mischklassen gibt es schon einige Jahre und dementsprechend haben die Lehrer auch die entsprechende Erfahrung.

Ja, leider läßt sich mein Sohn sehr schnell ablenken, ist sehr unruhig und hippelig.

Gruss Anja

Beitrag von claudia1500 01.02.11 - 22:45 Uhr

Hallo,

du musst bedenken, dass in einer Mischklasse meist immer mehr unruhe herrscht und Kinder dies sie sich leicht ablenken lassen, sich nicht auf ihre Arbeit konzentiert sondern der Lehrerin zuhören, wenn sie z.b. der 2. Klasse was erzählt.
Sicher gibt es da Vorteile(die ich nicht kenne ;-)) aber ich bin froh, dass wir keine Mischklasse bekommen haben.

Beitrag von miss-bennett 02.02.11 - 09:15 Uhr

Hallo lindi!

Mein Sohn hat das in der zweiten Klasse erlebt. Seine ursprüngliche Klassengemeinschaft wurde halbiert und durch Erstklässler aufgefüllt.

Glücklich wurde da kaum jemand. Die Idee war zwar, dass die "Großen" den Kleinen helfen, aber sie haben selber Hilfe gebraucht - teilweise.

Die Lehrerin, die ohnehin auf die Bedürfnisse einzelner Kinder einging, dürfte sich noch mehr "spalten", manche Kinder konnten so nicht arbeiten, da die einen ein Blatt lösen mussten und die anderen etwas erklärt bekamen.

Mein Großer kam damit zurecht, denn er hatte da schon drei jüngere Geschwister, aber die meisten nicht. Auch wenn die Idee dahinter gute Ansätze hat, sieht es doch in der Praxis ganz anders aus!

Wenn Du schon die Wahl hast (wir hatten sie nicht), nimm die Regelklasse. Schon da sind die Kinder so unterschiedlich von der Entwicklung her...

Ach, Mütter der Erstklässler erzählten, dass ihre Kinder länger schüchtern und befangen waren, als wir es ein Jahr davor erlebten

Langsam finde ich all die Experimente nur noch nervig! BW macht die Mischklassen, Französisch an der Rheinschiene (sind davon betroffen) und Projektwochen ohne Ende... Abgesehen von der Verbindlichkeit de Grundschulempfehlung! Irgendwie kommt der Unterricht immer zu kurz und zu Hause gibt es nachmittags Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe von der Mama, statt Freizeit und Sport #aerger

Alles Liebe #klee

Miss Bennett

Beitrag von scotland 02.02.11 - 22:38 Uhr

Hi,

genauso sieht es aus. Ich habe auch ein Kind in B-W in der dritten Klasse und alles, was in den Hauptfächern dran ist, muss daheim vertieft werden. Ich komme mir wirklich oft vor, als ob ich Homeschooling betreibe - mit einer irrealen Taktung.

Zwei Stunden Hausaufgaben - keine Seltenheit. Aufsätze, die kaum geübt wurden - auch nicht. In Mathe geht es in einem rasenden Tempo, es gibt jeden Tag eine Stunde Hausaufgaben, die aber nie besprochen werden, nur auf Vollständigkeit abgehakt ....

Realität in B-W. Kein Wunder, dass der Schulerfolg vom Einsatz und der sozialen Schicht der Eltern abhängt. Ich erteile ja am Tag 2 Stunden kostenlose Nachhilfe.

Dazu kommt noch, das engagierte Eltern den Schulhof neu bepflanzen, in der Schule die Wände streichen, das Klo sanieren, ...

Würde hier flächendeckend die Ganztagesschule eingeführt werden. würde das Niveau erstmal in den Keller rasseln, da die Zusatzstunden der ELtern fehlen.

GLG
Scotland

Beitrag von miss-bennett 03.02.11 - 15:30 Uhr

Hallo!

Ich habe 5 Schulkinder und manchmal bimmelt es bei mir nur noch im Kopf vor lauter Zwischen-den-Fächern-und-verschiedenen-Klassenstufen-Wechsel!

Genau, die Eltern machen die Arbeit, das fängt schon im Kindergarten an... Tue ich gerne, kein Thema, aber an manchen Abenden falle ich ohnmächtig ins Bett - ich schlafe nicht ein ;-)

LG zurück #tasse

Beitrag von scotland 03.02.11 - 20:41 Uhr

Hallo,

ich habe noch zwei Kiga-Kinder und mir graut davor, wenn die in der Schule sind. Eigentlich will ich auch noch ein 4. Kind.

Heute gab es wieder eine Mathe KA zurück - sie war gut. ABER: mit dem, was im Unterricht gemacht wurde, hätte meine Lütte höchstens eine 5 geschrieben. Sie berichtete auch von Kindern mit 5 oder 5-6 und Hallo? Das sind doch keine Mathenoten, die in der Klassenstufe gehäuft auftreten sollten.

Respekt, wie du das mit fünf Kindern machst. Ich arbeite noch Vollzeit, damit wir das mit den Hausis schaffen, arbeite ich 3x die Woche morgens und abends und der mittag geht mit den SCHEISS Hausis drauf. Meine beiden Kleinen tun mir echt leid. Wenn ich dann gegen 22:30 heimkomme und von 7-00 - 12-30 und von 17-30 22-30 gearbeitet habe und zwischendurch von 13-00 - 15-00 die Hausaufgabensache abgewickelt habe (oft auch von 14-00 16-30), dann falle ich ins Koma.

GLG
Scotland

Beitrag von miss-bennett 04.02.11 - 07:53 Uhr

Oh Mann!

Es war echt schön, als sie alle noch im Kindergarten waren. Ich habe Halbzeit gerarbeitet, kam Heim und ging dann so gut wie jeden Nachmittag auf den Spielplatz oder es gab Besuch von Freunden... Und die Freizeiten? Schwimmbad, Malschule, Turnen, Selbstbehauptungskurse...

Geht gar nicht mehr so locker!
Ich arbeite ein paar Stunden pro Woche und das reicht mir völlig. Es wäre mir peinlich die Kinder zu Nachhilfe zu schicken, da ich es alles alleine kann. Es wäre vielleicht sinnvoller, keine Ahnung, es gibt Zeiten wo man nur noch rotiert. Die kennst Du bestimmt auch! Aber dann kommen wieder die Zeiten, da klappt alles wunderbar und man kommt doch zum Kaffeetrinken ;-)

Behalte Deine Nerven. Ich habe noch eine Tochter im Kindergarten, die nächstes Jahr in die Schule kommt. Und freue mich, all dem den Rücken zu kehren nach 13 Jahren, genug Kindergarten! Auch wenn die Schule viel abverlangt

Es überrascht mich (angenehm), dass Du Dir die Arbeitszeiten so einrichten konntest (auch wenn Du danach direkt ins Koma kannst)

Liebe Grüße zurück

Miss Bennett

die heute 4 Schulzeugnisse in die Hand gedrückt bekommt #schwitz

Beitrag von scotland 04.02.11 - 15:14 Uhr

Hi,

ja, als alle drei noch im Kiga bzw. daheim waren, war das auch mit dem Arbeiten easy. Mittags gab es eben ein Programm für alle (Freibad, Waldspaziergang, Bibliotheksbesuch, ... was jetzt halt so stressig ist, ist, dass das Schulkind wirklich total viel Einzelbetreuung braucht.

Ich kann mir auch vorstellen, dass ich Stunden reduziere, wenn die anderen beiden in der Schule sind (v.a., wenn einer in der 3. Klasse und einer in der 1. Klasse ist - Horror!).

Wenigstens war das Zeugnis okay, allerdings gehören mindestens 0,5 Notendurchschnitt mir. #schwitz

GLG
Scotland

Beitrag von mami23ac 02.02.11 - 11:23 Uhr

Hallo Lindi,

also ich sehe das etwas anders. Mein Sohn (2.Klasse) geht seid der Einschulung in eine Altersgemischte Grundschule, er ist in einer Klassengemeinschaft von der 1.-4.Klasse. Das funktioniert wirklich super.

Es gibt einige Schulstunden, die sie mit gleichaltrigen haben (zb. Schwimmen, Sport, Musik und Englisch) aber auch sehr viel im Klassenverband. Die großen helfen den kleinen bei schwierigeren Aufgaben und die grossen werden angespornt "vernünftig" zu arbeiten, da sie in der Vorbildfunktion sind.

Wir sind mit dieser Schulform wirklich sehr zufrieden.

LG Mami23AC

Beitrag von kueken 02.02.11 - 12:36 Uhr

Hallöchen,

unser Sohn geht seit Sommer zur Schule. Er besucht eine "Mischklasse" und wir haben damit sehr gute Erfahrungen. Dazu gehören aber mehrere Faktoren.... Wir haben zum einen eine wirklich qualifizierte Grundschullehrerin die in der Lage ist die Horde von Erstis und Zweitis unter Kontrolle zu halten, und das auch noch auf einer sehr netten einfühlsamen Art. Zum anderen denke ich, dass es auch an dem Kind liegt ob diese Schulform zu empfeheln ist. Mein Sohn ist schnell aufnahmefähig und war auch schon im Kindergarten nicht so sehr auf die Erzieher bezogen. Die Kinder legen selber fest was sie wann erarbeiten. Es wird ein 14-Tagesplan erstellt und die Kinder müssen selber entscheiden was sie schaffen wollen. Eine wirklich gute Sache wenn die KInder in der Lage sind selbstständig und zuverlässig zu arbeiten. Man sollte dabei beachten, dass jedes Kind in einem anderen Tempo arbeitet. Es ist eine sehr große Konkurrenz untereinander. Jeder weiß genau welches Kind auf welcher Seite in welchem Arbeitsheft ist. Die Kinder müssen also auch über ein gewisses Selbstbewusstsein verfügen.
In den getrennten Klassen eins und zwei machen alle Kinder immer genau das gleiche, zumindest ist es hier so. Das wiederum ist ein Nachteil für die KInder die bereits etwas weiter sind.

Ich würde Dir empfehlen einfach an beiden Schulformen zu hospitieren und vielleicht auch ein Gespräch mit den Kindergärtnern zu führen. Die können sehr gut einschätzen was für das Knd gut bzw. empfehlenswert ist.

Ich drücke euch die Daumen. Der Schulstart ist ein ganz neuer Lebensabschnitt und bringt viele Tücken mit sich. Man sollte sich die Entscheidung nicht zu einfach machen denn in der Grundschule lernen die Zwerge die Grundlagen für die weiterführenden Schulen

LG, Doreen

Beitrag von carlotka 02.02.11 - 15:04 Uhr

Hallo Lindi,

David geht seit vergangenem Sommer in eine 1,2. Er ist als Erstklässler zu der 2 dazugestoßen und es läuft sehr gut.
Er hat einen "Großen" als Paten bekommen, ist sehr motiviert, sprich die Großen ziehn ihn mit und er ist voll dazugehörig. Bislang habe ich auch noch nichts negatives von anderen Eltern mitbekommen.
Die Frage ist, bleiben bei Euch die Mischklassen auch oder wird wieder getrennt, wenn dein Sohn 2.Klässler ist und er bekommt dann eine Eins dazu? In dem Fall würde ich das nicht tun, da zuviel Hektik aufkommt.
Sollte der Klassenverband aber erhalten bleiben, dann würde ich es wohl empfehlen.

http://www.ggssteinberger.de/site.php4?site_id=132

LG
Sabrina

Beitrag von ich-halt 02.02.11 - 18:21 Uhr

Bei uns heißen diese Klassen Familienklassen. Allerdings sind bei uns nicht 1+2 sondern 1+3 und dann im nächsten Schuljahr 2+4 zusammen in einer Klasse. Wenn dann die Großen gehen werden die Kleinen die Großen.

Auf der Schule auf die mein Großer geht ist das in der ganzen Grundschule so. Heißt wir können uns nicht aussuchen ob wir eine Jahrgangsklasse wollen oder eben die Familienklasse.

Die Großen übernehmen Patenschaften für die Kleinen und ich muss sagen das klappt super. In vielen Dingen ist mein Sohn weiter wie sein Freund der auf eine andere Schule in einer Jahrgangsklasse ist.
Wir haben also bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht. Es sind auch weniger Kinder in der Klasse. Im Moment sind es 9 4.Klässler und ich glaube 10 2.Klässler. Der Lehrer hat mehr Zeit für die einzelnen und dadurch, dass die Großen schon viel können und auch selbstständig machen hat er mehr Zeit für die Kleinen.

Ich konnte es mir am Anfang auch nicht vorstellen, aber es schein wirklich zu funktionieren. Wir finden es toll und würden uns immer wieder so entscheiden.

lg ich-halt

Beitrag von nicky131974 03.02.11 - 08:21 Uhr

Nein nie wieder.

Wir mussten damals 3. und 4. zusammenlegen, hatten als Eltern keine Chance, da zu wenig Schüler.

Für die 4. Klässler total Scheisse. Vor allem für Kinder, wo sich schnell ablenken lassen. Bis die Klassen sich zusammengefunden und es einigermassen geklappt hat, war das wichtige 1. Halbjahr für die 4. Klässler schon rum

Mein Fazit: Nie nie wieder. Würde auch alles tun, dass so was nicht mehr gemacht wird. Bis zum oberen Schulamt. Vor allem wenn es ums letze Schuljahr geht. Wie es 1. und 2. Klasse ist weiss ich nicht, denke aber, dass es auch nicht funktioniert.

LG Nicole

Beitrag von miss-bennett 03.02.11 - 15:27 Uhr

Hallo Nicole!

Ich habe weiter oben beschrieben, wie es in der 1. und 2. Klasse war, zumindest bei uns. Das in den Klassen 3 und 4 zu machen ist verantwortungslos! Bei uns ziehen sie an ab der dritten Klasse, viele bekommen plötzlich schlechtere Noten... und in der 4., in der man auf die Grundschulempfehlung angewiesen ist, braucht es ganz wenig, um das Kind auf "schwächere" Schule zu bringen. Deinen Ärger verstehe ich vollkommen und würde, genau wie Du, den gleichen Weg gehen, um das zu verhindern.

LG Miss Bennett

Beitrag von sarahg0709 03.02.11 - 17:16 Uhr

Hallo lindi,

an der GS meiner Tochter (Bayern) gibt es Mischklassen und die klassischen Einzelklassen. Ich wollte eigentlich auch, dass sie in eine Mischklasse kommt, bin aber jetzt froh, dass sie nicht in so einer ist.

Das Tempo ist sehr viel höher in diesen Klassen, da die 1. Klässler den Stoff der 1. Klasse schneller lernen müssen, weil die anderen Kinder den Stoff ja schon kennen. Die Größeren helfen zwar auch den Kleineren, aber mehr auf sozialer Ebene, als im lerntechnischen Bereich. Es werden in diese Klassen auch immer nur 1.-Klässler aufgenommen, die entweder schon die Vorschule besucht haben oder Zeichen besonderer Disziplin und Reife haben.


Liebe Grüße

Sarah