Muskuläre Hypotonie?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von yozevin 02.02.11 - 09:32 Uhr

Huhu

Wir sind mit unserem Sohn bei der Physio, weil er nicht laufen wollte... Er lief monatelang nur im Kniegang, was die Ärzte nicht störte, bis unser Schatz 20 Monate alt war... Da bekamen wir dann Physio, die schickte uns zum Orthopäden wegen einer Darmbein-Blockade, die wurde dann auch gelöst und unser Sohn fing umgehend an zu Laufen, läuft jetzt auch prima, auch schon realtiv weite Strecken etc... Allerdings sitzt er viel im Zwischenfersensitz und steht noch nicht frei auf, also er zieht sich immer irgendwo hoch... Er kann frei aufstehen, macht es aber einfach nicht oder nur sehr selten! Außerdem läuft er noch mit stark nach innen geknickten Füßen, hat also noch wirklich weiche Kinder- bzw Babyfüße... Er läuft viel barfuß bzw in Strumpfhose (absichtlich trotz Parkett/Laminat, damit er die Stabilität lernt, er rutscht auch kaum weg oder stürzt viel oder so), hat wirklich nur draußen Schuhe an und dann achten wir auf gute Schuhe, also Ricosta/Richter/Naturino meistens...

Nun steht ein neues Rezept zur Krankengymnastik an und unsere Therapeutin gab uns gestern einen Zwischenbericht mit... Darauf steht was von muskulärer Hypontonie... Zu mir sagte sie, wir sollen halt unseren Sohn viel in Bewegung halten, gerne auch ein bissel "härter" toben bzw ihn auch nicht unbedingt mit Samthandschuhen anfassen, damit er es spürt, wenn wir ihn hochheben etc... Also halt nicht zu sanft mit ihm werden!

Nun frage ich mich, was muskuläre Hypotonie für uns bedeutet... Klar kann ich mir was drunter vorstellen, habe auch schon ein bißchen rumgegoogelt, aber ich empfinde unseren Sohn nicht so, wie es in dem einen (Habe leider nur den einen Bericht gefunden) Bericht geschrieben steht.... Gut, aber die Physio wird sich schon was dabei denke, wenn sie so eine Diagnose stellt....

Was kommt da noch auf uns zu? Wie lange dauert es etwa, bis sich sowas reguliert? Reguliert es sich überhaupt oder wird das nun ein lebenslanges Problem für ihn bleiben? Irgendwie hat mich das etwas verunsichert....

Kennt sich wer aus, vielleicht Physiotherapueten oder so? Oder gibt es hier Mütter, die damit Erfahrung haben? Wäre für Hilfe echt dankbar....

LG

Beitrag von birkae 02.02.11 - 09:58 Uhr

Mein Sohn konnte mit 4 1/2 Monaten noch nicht mal allein den Kopf halten. Mit 13 Monaten hat er erst das Sitzen gelernt. Selbst im Mund sind die Muskeln zu schwach gewesen, dass er nicht mal an der Brust allein trinken konnte. Und so weiter...
Im Prinzip ist die muskuläre Hypotonie, dass die Muskulatur etwas unterentwickelt ist. Jetzt ist er 2 1/2 Jahre alt und abgesehen von Treppensteigen kann er bewegungstechnisch alles altersgerecht. Er braucht eben für alles etwas länger. Und genau das hat uns auch das KH und unser Physio gesagt. Er wird ein "normaler" Erwachsener werden...
Sprachlich ist er zwar auch hinterher, aber auch das Sprechen ist eine Frage der Muskeln... Und auch dass kommt so langsam.

Wichtig ist, dass er wirklich gefördert wird. Und das passiert bei euch ja. Und dann kommt der Rest von allein.

LG
Birgit

Beitrag von yozevin 02.02.11 - 10:02 Uhr

Unser Sohn kann auch alles, hat für alles allerdings länger als andere gleichaltrige Kinder gebraucht, war aber im zeitlichen Rahmen! Es war eigentlich bisher nichts auffällig, halt nur, dass andere Kinder schneller waren und da heißt es ja immer, man kann Kinder nicht vergleichen....

Er steigt auch Treppen (er hat Interesse dran gezeigt, wir hätten ihn ruhig noch getragen, aber er WILL, gutes Zeichen?) und sabbelt wie ein Weltmeister, auch wenn man häufig noch Phantasie benötigt, um zu erhören, was er möchte....

Aber das beruhigt mich ja schon.... Gefördert wird er ja! Und sonst zeigt er wirklich an allem Interesse! Dann brauche ich mir ja nicht zuviele Gedanken machen....

Danke für deine Antwort...

LG

Beitrag von samcat 02.02.11 - 11:37 Uhr

Hallo, hast du diesen Artikel gelesen ?
Ich finde hier ist alles ziemlich gut erklärt!
Ich würde euch auch raten, das Gespräch mit eurer Therapeutin aufzusuchen. Ich finde es ein Unding, solch eine Diagnose zu stellen und nicht mit den Eltern darüber zu sprechen.

Gegebenenfalls würde ich mir noch eine zweite Meinung einholen.

LG und alles Gute !!!

http://ergotherapie-fortbildung.de/seminare/leseprobe/muskulaere-hypotonie-im-saeuglings-und-kindesalter-2.html

Beitrag von yozevin 02.02.11 - 11:47 Uhr

Ja, genau der Artikel war es... So ziemlich das Einzige (oder ich bin mittlerweile zu dusselig zum Googeln), was ich gefunden habe... Allerdings kann ICH für mich persönlich unseren Sohn damit nicht identifizieren! Das meiste trifft nicht zu... Und auch die Bilder auf der letzten Seite treffen auf unseren Sohn so überhaupt nicht zu!

Ich werde sie nächste Woche mal drauf ansprechen, was das für uns und die Zukunft bedeuten wird... Irgendwie bin ich halt doch jetzt besorgt!

Vielen Dank für deine Antwort...

LG

Beitrag von kati543 02.02.11 - 12:20 Uhr

Ich kann dir das Forum von rehakids.de empfehlen.
Ansonsten hast du ja nun schon erfahren, was es genau bedeutet. Es ist keine Diagnose fürs Leben, sondern eine, die therapierbar ist. Gut tut deinem Sohn alles mit viel Bewegung. Also:
* Indoorspielplätze
* Spielplätze
* Springen von Bank/Stuhl/...

Meine beiden Söhne hatten diese Diagnose. Allerdings in einer wesentlich leichteren Form. Mein Großer musste mal eine zeitlang Einlagen tragen, weil seine Füße sich verformt hatten. Aus dieser Zeit stammt unsere Angewohnheit mindestens einmal die Woche ganz lange auf einen Indoor-Spielplatz zu gehen oder - wenn das Wetter besser ist - bei uns in den Zoo (da sind auch ganz viele große Spielplätze für alle Altersklassen). Durch den Wald toben ist da auch super dagegen. Therapien sind eben immer anstrengend. Wenn die Kleinen spielen, dann fällt ihnen gar nichta auf, dass sie sich selber eigentlich viel stärker therapieren, als ein Physiotherapeut könnte.