Was mach ich nur mit meiner Familie...

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von taumelkaefer 02.02.11 - 11:45 Uhr

hallo an alle, ich schreibe zum erstenmal in diesem forum, weil ich nicht so recht weiß wohin ich mit meinen sorgen soll. ich dachte hier ist der richtige platz, da die wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ihr ähnliches erlebt...vielleicht.

nunja es geht um meine eltern bzw. meine mutter. ich hatte iegentlich immer ein gutes verhältnis zu ihr, aber seit meine tochter (jetzt 2,5 jahre, ihr einzigster enkel bis jetzt) auf der welt ist, ist alles anders. mir war ja klar das sich das verhältnis ändert, einfach weil nun die "kleine" tochter selber mama ist und eben den ton angibt, aber ich hätte nie gedacht, das sich das so zuspitzt.

Man kann mit meinen eltern kein gespräch führen über arbeit, studium, was wir grad so machen.... es geht immer ums enkel.
ich kann es auch sehr gut nachvollziehen, immerhin sind sie total vernarrt in ihr enkelchen und sehen sie sehr selten, egal, ich habe mich damit irgendwie abgefunden. aber mein mann und ich möchten auch eben nicht das gefühl haben, total überflüssig zu sein.

naja eigentlich läufts gar nicht soo schlimm, außer das mein kind immer gute laune haben muss. alles ist gut bis sie mal bockt...wie es ja irgendwie auch normal ist udn auch sein muss oder? wir hatten beim letzten besuch so einen riesigen krach, weil meine mutter 3 tage nicht mehr mit mir geredet hat, weil es ihr beim abendessen zu "laut" wurde, weil die kleine halt erst n bissel vom brot essen sollte und dann erst maiskolben.
oh gott wenn ich das hier selber lese, totale banalitäten!!!!

ich habe auch gar nicht mitbekommen, dass meine mutter angesäuert war, sie ist halt aufgestanden und hat nicht mehr (auch an den folgenden tagen) mit uns gegessen. und dann halt auch nicht mehr mit mir geredet. ich verstehe einfach nicht warum sie nicht gleich was sagt. naja als es dann nach 3 tagen zum krach kam, schaute sie mich verwundert an und fragte, ob ich das nicht mitbekommen hätte, dass sie sauer ist.

ich könnte hier so viel schreiben, aber ich weiß das es viel mehr nützen würde mit meinen eltern zu reden. allerdings müsst ihr wissen, dass es in unserer familie schon immer so war, das man nicht diskutieren konnte/durfte. meine mutter hat eine ganz schlimme "friede-freude-eierkuchen" einstellung um es mal so zu nennen. wenn mal ein streit aufkam (auch zwischen mir und meinem bruder) dann wurden wir sofort ermahnt damit aufzuhören oder meine mu verließ einfach den raum und sagte das sie da keine lust drauf hat.

bis jetzt hat das ja auch immer funktioniert, aber ich weiß das es jetzt nicht mehr geht.

ich finde es so schade, das meine tochter nie so sein darf wie sie ist, wenn wir bei den großeltern sind. oder meint ihr das ich während der woche besuch auf jegliche erziehung verzichten sollte, damit meine eltern kein meckerndes kind ertragen müssen. sie sagten zu mir, dass sie das in ihrem alter (anfang 50) nicht mehr so gut vertragen. ich kann das einfach nicht nachvollziehen.
meine mutter sagte immer zu mir, dass das doch nicht normal ist wie ich mich verhalte, weil ich meiner tochter beim kaffee trinken mit der familie n marmeladenbrot und obst hingestellt hab und es erstmal! kein kuchen gab. ich könnte kotzen, wenn ich darüber nachdenke, worüber die sich gedanken machen.

ich weiß nicht ob ihr meine sorgen versteht anhand dieses mini-einblicks in diese verfahrene situation, wahrscheinlich eher nicht, aber ich musste mir das mal von der seele schreiben.

lg

Beitrag von exzellence 02.02.11 - 11:52 Uhr

mein opa - also mariks uropa ist auch so ein typ "superstreng und superchristlich".
aber ich habe ihm klar gemacht dass es mein kind ist (bzw meins und schatzis) und dass wir was die erziehung angeht die oberhand haben.

er hat das auch ohne murren eingesehen - schließlich ist er froh wenn er aller paar monate überhaupt sein urenkel sehen kann. wir wohnen leider nen stück auseinander.

das selbe auch bei meinen eltern. aber die sind da nicht so.



ich denke du/ihr solltet euch mal auf ein klärendes gespräch mit ihnen einlassen. vielleicht auf neutralem boden/in einem cafe oder so? dann ist es weniger angespannt und man benimmt sich "automatisch".
ihr müsst ihnen/deiner ma erklären was euch nicht gefällt - genauso muss sie aber auch ihre sicht erzählen dürfen.

und dann gemeinsam einigen - so dass es das beste für alle ist.

wenn ihr euch anschweigt kommt ihr nicht weiter und es wird immer so weiter gehn oder ihr distanziert euch irgendwann. #zitter

Beitrag von pegsi 02.02.11 - 11:58 Uhr

Hallo Taumelkaefer! :-)

So gemein das klingt (aber wirklich nicht gemeint ist): Deine Tochter sorgt jetzt dafür, daß Du die Ablösung von Deiner Mama nachholen kannst, die Dir offensichtlich in der Pubertät nicht ganz gelungen ist.

DU erziehst Deine Tochter wie DU es richtig findest (vorausgesetzt, Du mißhandelst sie nicht, aber das ist ja hier nicht die Frage).

Deine Mutter darf, wenn sie brav ist, an Eurem Familienleben teilhaben.
Wenn nicht, hat SIE Pech gehabt und muß gehen - ohne daß Du Dir deswegen ein schlechtes Gefühl machst. Du mußt lernen, daß ihre Macken auch ihre Verantwortung sind und nicht Deine.

Wenn man meint, mit 50 nicht mehr ertragen zu können, daß Kinder nicht immer nur still und leise in der Ecke hocken, der hat in der Nähe von Kindern nichts zu suchen. Schade für Deine Tochter, keine tolle Oma zu haben, aber mehr der Verlust Deiner Mutter als Eurer!

Ich weiß, es klingt unglaublich schwer für jemanden, der da keine Übung hat, aber Du mußt ihr klare Ansagen machen: So und so ist es. Leb damit oder geh!

Was ihr (mangelndes) Interesse an Deiner Person angeht: Leider sind viele Omas so. Eine meiner Schwestern hat darunter auch sehr gelitten. Ich selbst bin froh, daß meine Mutter ihre Aufmerksamkeit von mir ab- und ihrer Enkelin zugewendet hat. :-D

Beitrag von taumelkaefer 02.02.11 - 12:10 Uhr

oh ich dank dir für deine antwort. ja du hast recht, das ist wahrscheinlich jetzt meine nachzuholende abnabelung, hab ich mir auch schonmal gedacht. ich bin eigentlich auch ein sehr harmonischer mensch, allerdings nur bis zu einem gewissen grad. und du hast auch recht, dass ich lernen muss klare ansagen zu machen. meine seelisch und moralische stütze ist mein mann und meine schwiemu. zu der hab ich momentan ein viel besseres verhältnis. sie nervt zwar auch manchmal extrem, aber ihr kann man das auch sagen und man streitet mal, aber dann haben wir uns wieder lieb. es wäre so schön, wenn ich ein ähnliches verhältnis zu meiner mutter hätte, aber ich bin sicherlich nicht die einzige der es so geht.

lg

Beitrag von pegsi 02.02.11 - 12:16 Uhr

Nein, da bist Du ganz und gar nicht alleine! #liebdrueck

Meine Mutter hat angeblich immer Herzrasen bekommen, wenn wir uns im Teenager-Alter mit ihr streiten wollten. Auch eine fiese Taktik, um Streit aus dem Weg zu gehen. Allerdings hat sie dann von uns "Kindern" mehr oder weniger gemeine Ansagen bekommen. Eine meiner beiden Schwestern sagte mal als junges Mädchen zu ihr "stirb leise". *lach* fies aber wirkungsvoll
Wir mußten alle auf die harte Tour klären, daß wir nicht mehr mitspielen, anders hat es nicht funktioniert. Das hat alle Seiten erst einmal verletzt und Überwindung gekostet. Aber wenn es Dich tröstet: Heute haben wir ein sehr schönes und entspanntes Verhältnis.

Beitrag von tibu79 02.02.11 - 13:01 Uhr

Glückwunsch, dass ihr nach der Auseinandersetzung wieder ein schönes Verhältnis habt.

Das wird bei mir wohl nix werden. Seit 9 Jahren zerstritten und die gequälten Neustarts waren so körperlich u. seelisch belastend, dass ichs abgebrochen habe.

Komme ohne Kontakt besser klar als mit.

Trotzdem schön zu hören, dass ich nicht die einzige böse Tochter war.

Danke !!!!

#winke

Beitrag von pegsi 02.02.11 - 13:14 Uhr

Das tut mir leid, daß Deine Eltern nicht dazugelernt haben. :-(

Wie Ringelnatz schon so schön sagt:

Was Du als richtig empfunden,
das sage und zeige - oder schweige.
Wahr ist der Würdige - oder stumm.
Immer bleibt, wem der Schein genügt,
wessen Zunge das Herz belügt,
feig und falsch - oder dumm.

Beitrag von tibu79 02.02.11 - 13:30 Uhr

Wow, das mußte ich mir erstmal Wort für Wort verinnerlichen.

Dankeschön!!#liebdrueck

#winke

Beitrag von meliscomback 02.02.11 - 12:17 Uhr

hi

also ein bisschen erinnert mich das an meinem Papa.ich muss sagen das e nie da war (er war meist arbeiten,im Schichtdienst) als ich und mein Bruder klein waren und jetzt versucht seine ansichten in sachen erziehung bei meiner Tochter nachzuholen.z.b.ist meine Tochter durch die Wohnung gehüft(das hat sie im turnen gelernt) ich nehme an sie wollte es ihrem opa zeigen das sie das jetzt kann und was sagt der?!Sie soll das lassen.Sorry aber geht gar net.Oder das ewige nimm dem stift oder sonistiger gegenstand in die rechte hand.mann das ist doch egal.und wenn sie linkshänder wird ist es eben so.oder beim essen.Lea kann alleine essen,nee dann sagt er zu meiner mama sie soll kucken das lea was isst und ich sitze daneben.Sorry aber mit ihm darüber reden kann ich auch nicht weil er dann weg geht und auch angespisst ist.
also du siehst mir gehts ähnlich.

Liebe Grüsse melli

Beitrag von lieka 02.02.11 - 12:25 Uhr

Bei uns ist es so das sich meine Eltern tierisch freuen wenn ihr Enkel da ist und dann nach paar Minuten registrieren das wir auch da sind. Scherzhaft sagt sie dann ach schön das du auch deine Eltern mit gebracht hast ;-)
Ich habe mit meiner Mum die Abmachung das ich ihr einfach Bescheid geben wenn mir was nicht passt und sie mir dafür sagt wenn sie was anders machen würde (man lernt ja auch durch andere Meinungen dazu).
Du musst echt versuchen mit deiner Mama zu sprechen.
Beim Essen bin ich wenn wir bei Oma und Opa sind lockerer als zu Hause. ZU Hause gibt es nicht wirklich Kuchen oder so aber bei Oma und Opa darf er das. Bei Oma und Opa ist es halt anders.
Anderer Seits gibt es feste Regeln bei denen ich ihn auch schreien lasse wenn er eben nicht so will. Und da müssen meine Eltern auch mit durch.

Beitrag von tibu79 02.02.11 - 12:55 Uhr

Friede-Freude-Eierkuchen kenn ich nur zu gut. Nach außen immer die heile Familie, Widerworte u. Kritik unerwünscht.
Meine Mutter ist auch so ein Exemplar u. ich leider Einzelkind ohne stärkende Geschwister. Hat mich in der Jugend seeehr viel Kraft gekostet.

Hab bis 23 gebraucht, mal so richtig meine Meinung zu sagen. Resultat war ein Rausschmiß (obwohl ich längst eigene Wohnung hatte).

Neuannäherungen schlugen fehl, da ich bei leisesten Mißtönen als Lügner hingestellt werde (dabei bin ich immer sehr ehrlich u. geradeaus).

Mein Fazit: ich kriege sie nicht geändert, ich kann/will mich nicht ändern und heucheln.

Ich wünsch Dir viel Kraft, bleib Dir treu u. laß Dich nicht verbiegen.
Wie schon von meinen Vorrednerinnen gesagt: das nennt man Abnabelungsprozeß#schwitz

#winke