warum reden wir nicht?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von miekeoh 02.02.11 - 16:41 Uhr

Hallo!

Ich bin jetzt seit 3,5 Jahren mit meinem Partner zusammen, seid 1,5 Jahren wohnen wir zusammen. Es ist.... nett!
Wir hatten die typischen ersten 2 tollen Jahre, aber tief in mir wusste ich schon, dass ich mit einigen Dingen nicht gut umgehen kann. Keine tiefgreifenden Gespräche, nie ein "ich liebe dich", außer per SMS. Seit wir zusammen wohnen, ist es zwar nett, aber es blieb immer mehr auf der Strecke. Und komischerweise kann ich mit ihm nicht streiten. Es gibt keine Emotionen!

Alles schläft immer mehr ein. Sex.... vor vielen vielen Wochen. Und das, wo mir der immer gut gefallen hat. Allerdings - nie direktes Ansehen (oder nur selten). Ich habe die Pille abgesetzt - er kümmert sich weder um Verhütung noch um ein klärendes Gespräch.

Nun denke ich, ich kann das so nicht mehr. Ich möchte mehr: Leidenschaft, emotionale Nähe, mittlerweile gerne sogar mal Streit :-). Und dann habe ich wieder ein schlechtes Gewissen, weil - er ist halt nett, unkompliziert, unternehmungsfreudig.
Und dann sehe ich ihn an und denke: "du liebst ihn nicht".
Verflixt ist das!

Und dann müsste ich bei Trennung wieder umziehen (es ist sein Haus). Alles wieder von vorn. Jeden Tag denke ich, jetzt fange ich ein Gespräch an (eigentlich warte ich schon seit Wochen auf ein Wort von ihm). Dann lasse ich es doch, weil ich irgendwie die Kraft nicht habe für das "danach".

Und nun?

Viele Grüße

Beitrag von silk.stockings 02.02.11 - 16:45 Uhr

Und nun solltest du so schnell wie möglich wieder die Pille nehmen.

Beitrag von witch71 02.02.11 - 16:50 Uhr

"Und nun?"

Naja nun wartest Du ab, bis der Leidensdruck grösser ist, als die Angst vor dem "danach". Oder Du wartest, bis Du Dich mit der Situation so arrangiert hast, dass es Dir wichtiger ist, weiter im Haus zu wohnen und eine unbefriedigende Beziehung zu leben. Oder Du legst Dir einen Liebhaber zu (nein, das ist kein Rat von mir, das ist eine Möglichkeit, die manche Menschen wählen). Oder Du gehst mal eine Zeit lang mit ein paar lebenswichtigen Utensilien zu einer Freundin und kotzt Dich ordentlich bei ihr aus.. incl. Frauenbesäufnis etc.

Mehr fällt mir grad nicht ein. :-)

Beitrag von gh1954 02.02.11 - 16:54 Uhr

>>>Ich habe die Pille abgesetzt - er kümmert sich weder um Verhütung noch um ein klärendes Gespräch. <<<

Er kümmert sich nicht um Verhütung - du auch nicht.

Er kümmert sich nicht um ein klärendes Gespräch - du denn?

>>>Jeden Tag denke ich, jetzt fange ich ein Gespräch an<<<

Du bist genauso träge und faul wie er, was eure Beziehung angeht.

Vielleicht hat er die gleichen Gedanken wie du, aber ihr kommt beide nicht aus den Puschen.

Beitrag von frieda05 02.02.11 - 17:37 Uhr

1:1
meine Gedanken....

GzG
Irmi

Beitrag von miekeoh 03.02.11 - 15:52 Uhr

Hallo!

Na klar habe ich mich gekümmert. Und natürlich habe ich das Thema auch mit ihm besprochen und er hat sogar Kondome gekauft. Mein Beitrag ist eher eine Kurzfassung.

Klärende Gespräche: Doch, anfangs habe ich Dinge angesprochen. Es wurde aber irgendwie immer gleich im Keim erstickt. Es gab keine Diskussionen. Allerdings hat er dann im nachhinein etwas geändert.

Stimmt, ich bin träge, was die Aussprache betrifft. Aber eben aus dem Grund, weil ich befürchte, dass es nicht wieder besser wird.

Du hast recht, wir kommen nicht aus den Puschen. Eine Weile dachte ich, "soll er doch mal was sagen". Daraus entwickelte sich ein andauerndes Nichtsprechen. Auch nicht schön. Und nun muss ich wohl den Anfang machen, und da kommen wir wieder zu deinem Einwand: ich bin zu träge, eben wegen der eventuellen Konsequenzen.

Gar nicht so leicht :-)

Beitrag von stubi 02.02.11 - 19:12 Uhr

*Und nun? *

Erwachsen werden und das Leben/die Liebe oder was auch immer selbst in die Hand nehmen.

Beitrag von binnurich 02.02.11 - 19:18 Uhr

schnell wieder die Pille nehme, nicht dass du in dieser Situation schwanger wirst und dann mit Kind noch mehr Probleme hast

Beitrag von jerade 02.02.11 - 19:50 Uhr

Herzlichen Glückwunsch, so geht es mir grad auch.

Es gibt nur zwei Unterschiede: Ich will gerade auf keinen Fall ein Kind und wir streiten.
Eigentlich streiten wir ständig, weil ich nur so Emotionen aus ihm rauskriege.

Ich komme nicht klar mit diesem "Ich lege mich ins Bett, drehe mich um und schlafe ein" oder "Ich komme nach Hause, setze mich vor den PC/Fernseher und warte bis ich ins Bett gehen kann" oder "Ich rede beim Essen nicht mit meinem Partner".
Bei uns ist alles so emotionslos. Kaum Gespräche, keine Unternehmungen, nichts.
Ich denke echt, dass er mich nicht mehr liebt, aber er sagt immer, dass er es tun würde. Aber wie kann ich das glauben, wenn ich nichts davon bemerke? Er nimmt mich nicht in den Arm, er küsst micht nicht und auch sonst keine Nettigkeiten. Kein "Du siehst heute gut aus", kein "Ich hab' dir was mitgebracht"...

Ich hab' auch keine Ahnung, was ich tun soll. Irgendwie begreift er den Ernst der Lage nicht. Ich hab' versucht mit ihm zu reden, aber es endet nur ergebnislos oder im Streit.
Ich weiß nur, dass ich nicht ewig so weiterleben will. Ich kann das auch gut verstehen, dass man die Kraft nicht hat sich dem (wahrscheinlich) Unvermeintlichen zu stellen...

Beitrag von miekeoh 03.02.11 - 15:44 Uhr

Hallo!

Ein Kind will ich auch nicht, habe schon zwei. Ich habe die Pille aus hormonellen Gründen abgesetzt. Da war das Thema Verhütung dann halt auch wieder aktuell.

Mir fehlt einfach mal das Gespräch über Dinge, die einen persönlich betreffen. Mein Partner weiß aus meiner Vergangenheit fast gar nichts und will es auch nicht wissen.
So etwas wie "ich liebe dich" sagen findet er blöd... "warum wollen Frauen sowas nur immer hören".
Er mag ja da schüchtern sein und meinetwegen auch konfliktscheu, aber im Laufe der Zeit wird halt das "Gesamtpaket" immer weniger. Man möchte doch in einer Beziehung auch mal einen Anruf "nur mal so" oder eine ganz herzliche Umarmung. Wenn er mich küsst, guckt er an mir vorbei. Woran kann das liegen?

Na klar könnte ich das Gespräch suchen. Schwierig nur, wenn man innerlich schon dabei ist, sich zu verabschieden. Ich habe das Gefühl, grad erst fertig zu sein mit meiner letzten Trennung...
Und ein wenig fühle ich mich auch schuldig oder so, weil er eben nett und loyal ist. Aber er ist auch erwachsen und könnte mal von sich aus reden!

Nicht so leicht das Ganze