Traumatherapie?

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von sasula 02.02.11 - 19:30 Uhr

Hallo an alle,

hat irgendwer Erfahrungen mit einer Traumatherapie? Ich bin am überlegen ob das für mich vielleicht das richtige ist, denn ich habe den tod meines Sohnes vor drei Jahren noch nicht verarbeitet.

Wir mussten ihn in der 25.SSW zu den sternen ziehen lassen, da er nicht lebensfähig war. Der Abbruch war der Horror... Ich hab leider niemanden mit dem ich drüber reden kann. Meinen Mann möchte ich mit meinen Gedanken nicht belasten.

Was wird bei so einer Therapie gemacht? könnt ihr mir berichten?

Suse

Beitrag von solania85 02.02.11 - 21:24 Uhr

In der Traumatherapie wird viel mit der Bildschirmtechnik gearbeitet... das heißt das du im imaginären TV die Schreckliche Szene "anschaust". Es wird die Stoptaste gedrückt um so die Gefühle wahrzunehmen die du hast. von mal zu mal wird immer weiter "geschaut". Irgendwann soll der Moment gekommen sein, wo du en Film am Stück schaust, trauer empfindest (sollst du ja auch nicht ganz ausblenden), dabei aber trotzdem "ruhig" bleibst.

Ich kenne die Therapie aus der Klinik in der ich arbeite (Tagesklinik für Trauma und Angstpatienten). Wird sehr oft bei Patienten z.b. nach Vergewaltigungen oder eben auch wenn kinder starben etc. angewandt.

Hoffe ich konnte es einigermaßen verständlich erklären. Darfst mir gerne sonst auch noch ne P nachricht schreiben.

LG und alles gute

Solania

Beitrag von flora74 04.02.11 - 14:49 Uhr

Hallo Suse,

tut mir sehr leid, dass du deinen Sohn still gebären mußtest und zünde mal eine #kerze für deinen Engel an #liebdrueck

Ich will dir kurz meine Geschichte erzählen: Ich habe vor 5 Jahren meinen Sohn Noah in der 35. SSW tot geboren und habe mir immer eingebildet, dass ich das gut "verdaut" hätte, wenn man das so überhaupt ausdrücken kann. Du weißt aber sicherlich, wie ich das meine.

2009 plötzlich hatte ich einen tiefen Einbruch. Bin am Steuer eingeschlafen und hatte vermehrt tranceartige Zustände. Es war seltsam, und ich war am verzweifeln, weil sämtliche Ärzte mir bestätigten, dass ich gern gesund bin - bis mir eine Therapeutin riet zu einem Traumatherapeuten zu gehen.

Ich kann es dir nur empfehlen, denn mir hat es sehr geholfen und ich bin seit einigen Monaten auch wieder soweit an eine erneute SS zu denken. Naja, ich denke nicht nur daran, sondern bin aktiv dabei (habe vor 3 Tagen positiv getestet).

Such doch einmal das Gespräch mit einem Traumatherapeuten und der wird dir sagen können, ob das es etwas für dich ist, oder nicht. Und du kannst es dir auch erst einmal in 3-4 Sitzungen ansehen und dann entscheiden, ob du bei dieser Therapieart bleiben magst oder nicht.

Ich wünsche Dir von Herzen alles, alles Liebe und Gute und ganz viel Kraft #herzlich
Giusi