Nochmal Vorfall beim Kinderarzt

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von bine3002 02.02.11 - 20:34 Uhr

Ich hoffe, Ihr nehmt es mir nicht übel, wenn ich einen weiteren Thread eröffne, aber beim Ersten habe ich so viele Meinungen bekommen *überwältig bin*. Auch wenn ich natürlich einiges anders sehe, bin ich doch dankbar für Eure zahlreichen Antworten, weil eine andere Sichtweise immer gut ist. Wie auch immer... ich fürchte, dass meine Antwort untergeht, deswegen ein neuer Thread.

1. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass unsere Kinderärztin entweder einen echt schlechten Tag hatte oder einen Schuss weg hat. Auf jeden Fall hat sie sich anmaßend und völlig doof verhalten. Wir werden dort nicht mehr hingehen, sondern einen Neuanfang wagen. Ich habe bei dem anderen Kinderarzt einen Termin vereinbahrt.

2. Beim Blutabnehmen wird es zukünftig so laufen, dass sie auf meinem Schoß sitzt, sie niemand mehr festhält und sie sich dann freiwillig mit einem Butterfly (von dem ich heute erst erfahren habe) das Blut abnehmen lässt. Und wenn es 100 Jahre dauert... so wird es laufen und nicht anders. Dabei und danach kann sie weinen so lange sie möchte. Basta! Ich werde mit ihr reden und es wird eine große Herausforderung, aber wir haben bisher noch immer alles geschafft, was wir uns vorgenommen haben.

3. Auf der anderen Seite hat die Ärztin mit einem Wort beschrieben, was ich sonst schlecht beschreiben konnte. Meine Tochter ist affektiert. Das ist sie tatsächlich. Ich nenne Euch jetzt einige Beispiele und hoffe nochmal auf ein paar Gedanken von Euch.

- Sie kommandiert sehr gerne rum, vor allem Papa oder ihre Großeltern. Dieses Kommandieren hat etwas von einem General und ist laut Defintion bei Wikipedia absolut "affektiert". Papa und die Großeltern lassen sich auch ganz prima kommandieren. Möchte die Dame "Rote Schorle" fährt Oma los und kauft Rote Schorle. Möchte die Dame den roten Becher, bekommt sie ihn. Und stehen Fischstäbchen auf dem Tisch, die sie 10 Minuten zuvor "bestellt" hat, bekommt sie einen Pfannkuchen, wenn sie es sich anders überlegt.

Ich mache das nicht mit. Ich reagiere auf solche Kommandos nicht und ignoriere sie meist. Sobald sie dann "gewünschtes Verhalten" zeigt und "Ich möchte bitte..." sagt, springe ich so schnell wie möglich und antworte mit "Aber sehr gerne doch mein Schatz." Das funktioniert. Bei mir ist sie höflich und freundlich. Ebenso im Kindergarten. Ich habe auch den Eindruck, dass sie genau das eigentlich möchte, weil sie sich so wesentlich kooperativer zeigt. Ich denke, ihr Vater hat es mittlerweile auch begriffen und verlangt ihr immer häufiger Höflichkeitsfloskeln ab... gut so. An dieser Stelle arbeiten wir also noch daran.

Im Spiel ist es etwas anderes, weil es eben ein Spiel ist. Sie übernimmt sehr gerne die Rolle des "Führers". So ist sie z.B. Pferdeführerin oder Lehrerin, bevorzugt Tanzlehrerin und wir hüpfen und springen im Kreis wie sie es möchte. Das ist OK für uns. Ich steige allerdings auch aus, wenn es mir zu doof ist. Das akzeptiert sie. Beim Papa akzeptiert sie es nicht, da findet sie kein Ende und wird wütend, wenn er nicht mehr das Pferd sein möchte.


- Wenn sie zu etwas keine Lust hat, dann kann sie nölen, nölen, nölen. Phasenweise tut sie das auch mal den ganzen Tag. Früher waren diese Phasen allerdings wesentlich länger. Heute beschränken sie sich auf drei/vier Tage am Stück. Auch dieses Verhalten hat etwas "affektiertes", weil man ihr dann wirklich gar nichts recht machen kann: Sie kann nicht laufen, wirft sich hin. Sie kann sich nicht anziehen, das Wasser ist zu kalt und zu warm und überhaupt.... Diesen Phasen folgen aber immer unruhige Nächte mit Nachtscheck und Brüllattacken, die wiederum drei/vier Nächte anhalten. Und dann kann sie irgendwann immer etwas Neues (z. B. eines morgens ihren Namen schreiben oder plötzlich Rollschuh fahren), sodass ich davon ausgehe, dass sie Entwicklungsschübe durchmacht und in ihrem Kopf einiges wirr läuft. Wir versuchen diese Phasen mit viel Ruhe und Geduld über die Bühne zu kriegen und ignorieren das Dauergenöle meistens bzw. übergehen und kommentieren es mit viel Humor. Wir kennen das ja schon. Gemecker und Konsequenzen helfen kaum und führen nur zu einer Eskalation. Da es meist bei Müdigkeit besonders heftig wird, eskaliert es dann aber abends und da haben wir ungern noch großen Streit. Also Augen zu und durch, Schlafanzug an und ins Bett. Auf der Nase rumtanzen lassen wir uns aber dennoch nicht... denke ich.


- Weiteres affektiertes Verhalten haben wir, wenn sie unsicher wird. Das kann z. B. passieren, wenn sie bei einem Kindergeburtstag ins Auto steigen soll, weil es in einen Indoorpark geht. Sie war schon etliche Male bei dieser Familie und möchte auch gerne dahin. Trotzdem geht ihr plötzlich die Muffe und dann fängt sie an zu weinen. Gleiches passiert beim Rollschuhlaufen, wenn ein Trainer ein anderes Kind anschnauzt und sie sich angesprochen fühlt. Oder anfangs im Kindergarten oder beim Ballett. Und eben auch beim Blut abnehmen.

Da sie selten mit Tränen weint (hat sie noch nie), kann es dann so aussehen, dass ihre Trauer nur aufgesetzt ist. Ich möchte aber behaupten, dass ich sehe, wie sehr es an ihr nagt... schließlich wohnt sie seit mehr als 4 Jahren hier.

Und wenn Mama dann verfügbar ist, hört sie nicht so leicht wieder auf. Tja und was soll ich dann machen? Sie klammert sich an mich und ist ganz aufgelöst. Ich habe dafür noch nicht wirklich eine Strategie, letztlich ging es aber doch immer nach meinem "Willen", d.h. sie ist mit in den Indoorpark gefahren, im Kindergarten geblieben usw. Aber es kostet mich jedes Mal viel Energie und nagt dann auch an mir... so wie jetzt.

Dieses Verhalten mag affektiert sein, aber ich weiß, dass sie Ursache wirklich Unsicherheit ist, weil es dafür auch Vorboten gibt wie z. B. dass sie den Kopf schief legt oder sich an der Brust rumfummelt (früher). Und ich denke, dass Druck und Zwang eher ins Gegenteil umschlägt. Ich versuche sie also dazu zu bringen, das zu tun, was sie eigentlich tun möchte (bzw. was mein Eindruck ist, was sie möchte) und sie anschließend zu loben, dass sie sich überwunden hat, obwohl sie solche Angst hatte. Und im Falle des Kindergartens und des Balletts hat das gut funktioniert. Es braucht allerdings Zeit. Und je häufiger es funktioniert umso mehr Beispiele habe ich, an die ich sie erinnern kann. Mittlerweile geht sie sogar zum Bäcker und holt Brötchen, darauf bin ich stolz (nicht meinetwegen, sondern weil es ihr so gut tut).

So lange Rede, kurzer Sinn: Meint Ihr, dass meine Tochter unnnormal ist? Oder ist sie einfach etwas "schwierig" in manchen Dingen und wir aben es im Griff.


Und dann noch zwei Kleinigkeiten, die in dem anderen Thread angemerkt wurden:
1. Schule
Nein, sie kann sich natürlich in der Schule nicht mehr so verhalten. Aber sie ist noch nicht in der Schule und wir haben noch 1 1/2 Jahre Zeit, daran zu arbeiten.
2. Ballett und Rollkunstlauf
Meine Tochter geht dort freiwillig und von sich aus hin. Es war ihr Wunsch, nicht meiner. Mir ist lediglich wichtig, dass sie eine Entschidung, die sie getroffen hat, dann auch durchzieht und nicht einfach aufgibt, weil etwas mal nicht so läfut, eben weil sie daran arbeiten muss.


Beitrag von ellannajoe 02.02.11 - 20:56 Uhr

#winke

Mein Kind ist ganz genauso und das ist glaube ich einfach Charaktersache. Mit dem Verhalten der Kinderärztin wäre bei meinem ebenfalls der Ofen aus gewesen. Bei ihm kommt man nur mit viel Humor zum Ziel und bei Druck gehen die Schotten runter.

Ich hätte ebenfalls den Arzt gewechselt, denn gerade diese sollten doch besonders auf die Kleinen eingehen.

Alles Gute

Beitrag von sanfi76 02.02.11 - 21:11 Uhr

Hallo,
als allererstes: Unnormal ist deine Tochter ganz bestimmt nicht. Sie scheint einfach sehr willensstark aber trotzdem sensibel zu sein. Und zu der speziellen Situation, mal ehrlich, Blutabnehmen ist schon für einen Erwachsenen nicht angenehm und tut halt einfach weh. Kein Wunder das deine Tochter da austickt, das waere bei meinem Sohn warscheinlich nicht anders.

So wie du deine Tochter beschreibst, erinnert sie mich stark an eine Freundin aus Kindheitstagen. Sie war ein Einzelkind, sehr willensstark. Die Eltern (überglücklich mit der einzigen Tochter nach langer Kinderlosigkeit) haben ihr jeden Herzenswunsch erfüllt. Solange ich oder andere Freunde nach ihrer Pfeife tanzten war alles bestens, wenn nicht, war Schluss mit lustig. In Wirklichkeit war sie aber gar nicht so taff und selbstsicher wie sie scheinen wollte. Das "rumkommandieren" sollte die Unsicherheit überspielen. Sowas schwingt im Verhalten deiner Tochter auch mit, zumindest lese ich es so heraus.

Ich denke jedes Kind hat so seine Macken und Eigenheiten an denen wir Eltern manchmal verzweifeln.

Alles Gute für Euch!
Sandra

Beitrag von bine3002 02.02.11 - 21:19 Uhr

"Sowas schwingt im Verhalten deiner Tochter auch mit, zumindest lese ich es so heraus."

Soweit ich das aber beurteilen kann, spielt sie mit ihren Freunden auch durchaus harmonisch ohne ständig das Kommando zu übernehmen. Natürlich kommt das vor, aber sie ist durchaus in der Lage, sich anzupassen. Im Kindergarten bin ich natürlich nicht dabei, aber es gab auch keine Beschwerden und sie wird häufig eingeladen, sodass sie wohl schon beliebt ist. Die Eltern, wo sie dann zu Besuch ist, mögen sie auch gerne. Und dort präsentiert sie sich auch eher ruhig, lieb, höflich und einfach ganz anders. Sie meisten sind überrascht, wenn sie das "Kommando-Kind" hier zu Hause mal erleben.

Beitrag von kyra01.01 02.02.11 - 21:26 Uhr

kommando-kind oder nicht ich hätte auch die ärztin gewechselt sogar wenn mich jemand so behandeln würde..
mein kleiner bruder ist sehr sehr schwer krank und muss das fast alle 2-3 wochen über sich ergehen lassen erst swid ein paar jeharen (jetzt ist er 16)kann man problemlos blutabnehmen!!
verhalten völlig normal!!!
das verhalten ist völlig normal!!
ich würde der ärztin einen passenden brief schreiben und ihr mitteilen das ich wegen dem verhalten den arzt wechsel!!!
lg und viel glück beim nächsten mal!!!

Beitrag von sanfi76 02.02.11 - 21:35 Uhr

Hallo,
ich wollte dir damit nicht zu nahe treten und bestimmt nicht sagen das deine Tochter nicht beliebt ist oder sich nicht anpassen kann, etc. Mich hat deine Beschreibung nur an meine Freundin erinnert, die im übrigen ein sehr lieber Mensch ist:-)

Beitrag von bine3002 02.02.11 - 21:42 Uhr

"ich wollte dir damit nicht zu nahe treten und bestimmt nicht sagen das deine Tochter nicht beliebt ist oder sich nicht anpassen kann"

Nein alles bestens. Ich denke nur nach und versuche zu verstehen.

Beitrag von steinchen80 02.02.11 - 21:23 Uhr

Hallo,

ganz ehrlich ?

Ich möchte so ein Kind keine 2 Std, um mich haben, hast du deinen Text nochmal gelesen, nach dem abschicken ?
Man kann deutlich rauslesen wer bei euch den Ton angibt, auch wenn du ihr "Höflichkeitsfloskeln" abverlangt.
Zitat: Und wenn sie "das gewünschte Verhalten zeigt", springe ich so schnell wie möglich los und antworte: "aber sehr gerne doch mein Schatz"

Machst du das wirklich ? Findest du das normal - also von Dir ?
Das ist ja, wie einen Hund dressieren, du dressierst sie darauf "gewünschtes Verhalten" zu zeigen... das ist doch keine Erziehung !

Ich bin wirklich geschockt und weiß gar nicht was man dir als neuen Ansatz raten könnte....

Alles Gute.
Steinchen

Beitrag von bine3002 02.02.11 - 21:33 Uhr

"Machst du das wirklich ? Findest du das normal - also von Dir ?"

Ich bin ein sehr ironischer Mensch, damit muss man klar kommen... verstehe ich.

Grundsätzlich erziehe ich nach dem Prinzip der "positiven Bestärkung", d.h. unerwünschtes Verhalten ignorieren und erwünschtes Verhalten loben. Ob das nun Dressur ist oder nicht... meine Tochter gilt im Kindergarten als höflich und sozial verträglich und kann das auch bei ihren Großeltern sein. Sie ist auch überaus fürsorglich, wenn es jemandem nicht gut geht.

Selbstverständlich erkläre ich ihr, wie der Hase läuft, warum Höflichkeit wichtig ist und wie wir in einer Familie und auch in der Gesellschaft miteinander umgehen. Aber ich rede mir auch nicht den Mund fusselig, irgendwann ist mal gut. Und dann gucke ich nur noch oder ignoriere sie auch, wenn sie mir irgendein Kommando um die Ohren wirft. Und dann - oh Wunder - erinnert sie sich: "Mama, kannst Du bitte...". Dann grinse ich und sage den o.g. Satz "Aber natürlich mein Schatz...". Darauf folgt meistens noch ein Stubser auf die Nase oder sowas. Ich will damit sagen, dass wir unseren Alltag in der Regel mit einem Lächeln und mit Humor meistern.

Und nein, ich springe nicht immer sofort, das war unglücklich fomurliert. Sie kann durchaus warten, auch längere Zeit. Sie kann auch verzichten... ach es ist schwer, ein Kind auf die Kürze zu beschreiben.

Beitrag von steinchen80 02.02.11 - 21:42 Uhr

ok... Ironie ist in schriftlicher Form wirklich schwer verständlich :-)



Beitrag von bine3002 02.02.11 - 21:48 Uhr

"Ironie ist in schriftlicher Form wirklich schwer verständlich"

Nicht nur in schriftlicher Form... Erfahrungswerte ;-)

Aber bist Du immer noch schockiert? Oder geht es jetzt einigermaßen.

Dass Du sagtest, Du möchtest sie nicht 2 Stunden um dich haben, kann ich duchaus nachvollziehen. Ich muss aber dazu sagen, dass ich natürlich nur die negativen Eigenschaften beschrieben habe. Es sind halt Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Meine Tochter hat aber selbstverständlich auch postive Seiten, viele sogar. Wenn aber an einem Tag wie heute die negativen Seiten dominieren, dann dominieren sie richtig und ich zermatere mir den Kopf darüber. Dafür war sie aber in den letzten 6 bis 8 Wochen wirklich super... das geht leider zu schnell unter. Danmke, dass Du mich daran erinnert hast - ohne es zu wollen :-)

Beitrag von steinchen80 02.02.11 - 21:59 Uhr

Ich hab deinen Text gelesen und war wirklich erschrocken... und war mir nicht sicher, ob du es normal findest das deine Tochter so ist.

Ich hab jetzt nchmal gelesen... du hast wirklich NUR negative Sachen aufgeschrieben ;-)

Jetzt, wo du mir "erklärt" hast wie es ist finde ich es normal, jedes Kind ist anders, ich hab hier einen, der weiß alles, diskutiert mich kaputt und trickst mich auf einem Meter zweimal aus ;-)

Mädchen sind gerne ein bisschen "affektiert" - ich glaube meine ist das auch.

Neulich im KiGa hat eine neue Erzieherin zu mir gesagt "na die spielt aber auch ein Spiel mit uns" ... der habe ich erstmal gesagt, das ich mir verbitte das sie so von meinem Kind spricht und erstmal das Kind kennenlernen soll und vielleicht mich als Mutter fragen sollte woher eventuelle Problem, Verhaltensauffälligkeiten kommen könnten....

Mach dir keine Gedanken, geh zu einem anderen KiA und gut ist... wenn ihr klar kommt, glücklich und zufrieden seid, dann ist doch alles gut :-)

Steinchen

Beitrag von bine3002 02.02.11 - 22:12 Uhr

"wenn ihr klar kommt, glücklich und zufrieden seid, dann ist doch alles gut"

Ja so im normalen Alltag ist alles prima. Es sind halt nur diese Extremsituationen, die mir zu schaffen machen, weil es so wahnsinnig schwer ist, es zu verstehen. Vielleicht muss ich mich mal damit abfinden, dass man nicht alles verstehen kann.

Beitrag von zahnweh 02.02.11 - 22:25 Uhr

"ich hab hier einen, der weiß alles, diskutiert mich kaputt und trickst mich auf einem Meter zweimal aus "

darf ich fragen, wie du dich dann verhältst?

wenn meine nicht grade meinen Kommandoton ausprobiert (wenn ich unausgeschlafen bin und ihn selbst öfter anwende), versucht sie es mit diskutieren....

du bringst es sehr gut auf den Punkt!

Hast du Tipps?

Beitrag von schullek 02.02.11 - 22:36 Uhr

den mittelweg finden. diskutieren lassen da, wo es gut und förderlich ist. und da nicht diskutieren, wo es keine alternatove deinerseits gibt. z.b. anschnallen, andere schlagen, ob wir jetzt losgehen oder später, wenn ihr nen termin habt... (gibts keine festgelegte zeit, kann man dann aber kompromisse eingehen)

mein sohn weiß mittlerweile, dass es keine diskussion gibt, wenn ich das so sirekt sage und das ich dann meine gründe habe, weil ich ihm diese auch so erkläre. dafür weiß er aber auch, dass ich durchaus mit mir reden lasse, wenn es möglich ist. ist ein geben und nehmen udn ggs. respektieren.

lg

Beitrag von bine3002 02.02.11 - 22:50 Uhr

Ja ich würde auch sagen, dass Diskussionen manchmal Ok sind und manchmal eben nicht. Alltägliche Dinge müssen nicht täglich neu diskutiert werden. Andererseits deuten tägliche Diskussionen vielleicht auch darauf hin, dass eine Veränderung her muss. Ich denke da jetzt z. B. später an Bettgehzeiten oder mehr Taschengeld. In solchen Fällen blocke ich eine Weile ab: "Darüber weder ich jetzt nicht diskutieren, mach jetzt einfach!" Wenn ich aber merke, dass ein Umschwenken nötig ist, überrasche ich auch gerne, d.h. es würde dann eines Tages einfach mehr Taschengeld auf dem Tisch liegen. Nur so als Beispiel.

Ich belohne auch gerne mal Situationen, wo meine Tochter gegen meine Erwartung nicht diskutiert hat. Z. B. im Supermarkt bei den Ü-Eiern. Hat sie da wochenlang genervt und tut es heute nicht, kaufe ich das Ü-Ei heimlich und gebe es ihr zu Hause mit den Worten: "Super, dass Du nicht gequengelt hast." Auch nur ein Beispiel, das Problem haben wir schon lange nicht mehr, dass sie an der Kasse quengelt, war aber mal so (mit 2).

Und ansonsten finde ich Diskussionen über dieses und jenes durchaus interessant.

Beitrag von zahnweh 02.02.11 - 22:22 Uhr

da lese ich doch sehr mein Töchterchen raus.

Sie versucht auch immer wieder Kommandoton zu nutzen.

Mit Bitte reagiere ich dann.

Wobei ich gestehen muss. Ich hab leider öfter als mir lieb ist Kommandoton drauf. Zur Zeit mit etwas Schlafmangel mein häufigster Satz "KEINE DISKUSSION, MACH JETZT" #nanana
meistens bekomme ich meinen Willen, aber rund läuft es gerade auch nicht. Hoffe bald ausgeschlafen, fit und nicht erkältet zu sein. Dann klären wir wieder alles in umgänglichem Ton. Erst ich, dann sie auch ;-)

Beitrag von windsbraut69 03.02.11 - 07:33 Uhr

Positive Bestärkung funktioniert aber anders.
In dem Beispiel zeigst Du ihr doch nur, wie sie Dich möglichst schnell und effektiv dazu bringt, zu tun, was sie will....

Gruß,

W

Beitrag von ellannajoe 02.02.11 - 21:52 Uhr

Hallo Steinchen,

du bist doch nicht gezwungen so ein Kind um dich zu haben. Verstehe jetzt deinen Post nicht.

Mein Kind ist genau so ein Kind, wie von der TE beschrieben, seine Kindergärtnerin liebt ihn, er ist sehr charismatisch und wickelt die Damen um den Finger. Er geht leider berufbedingt jetzt in den 3. Kindergarten und hat sofort Anschluss gefunden.

In unserem Haushalt gibt keiner den Ton an, wir leben miteinander, alles was wir tun, ist ein Geben und ein Nehmen. So renne ich durchaus, um meinem Kind Wasser zu holen, mit einem Zwinkern überreiche ich es dem Herrn. Wiederum holt mir mein Sohn auch gerne Dinge, ohne zu murren, ich murre ja auch nicht.

Mit Tonangeben hat es überhaupt nichts zu tun. Ich breche mir keinen Zacken aus der Krone meinem Kind den blauen Becher zu geben, statt den Gelben.

#winke

Beitrag von bine3002 02.02.11 - 22:02 Uhr

"Ich breche mir keinen Zacken aus der Krone meinem Kind den blauen Becher zu geben, statt den Gelben."

Das ist bei uns situationsabhängig. Wenn sie es sagt, bevor das Getränk drin ist und der Ton angemessen freundlich ist, bekommt sie natürlich den blauen Becher. Brüllt sie mich an und am besten erst, wenn das Getränk schon eingeschenkt ist, empfinde ich es als Schikane und sehe das überhaupt nicht ein. Ich bezeichne das dann als "Kasperquatsch". Je nach Stimmung ist es dann Ok, wenn ich ihr für morgen den blauen Becher verspreche und weil ich Versprechen halte, denke ich auch selbstständig daran. Das sie das weiß (gelernt hat), akzeptiert sie das dann meist ohne Diskussion. Und wenn ich genervt bin, kann sowas auch mal eskalieren... das halte ich aber für normal.

Ansonsten ist es so wie Du es beschreibst: Wir helfen einander. Ich räume mal ihr Zimmer auf, dafür hilft sie mir beim Saubermachen. Sie saugt, sie hängt Wäsche ab, sie räumt die Spülmaschine ein u.v.m. Und das tut sie meist gern, ohne großes Gerede und nur gegen die Gebühr eines Küßchens.

Im Kindergarten ist sie ebenfalls beliebt und dort wie hier ist sie ein absolutes Schmusekind. Kuscheln geht immer und sie braucht viele Zärtlichkeiten.

Beitrag von ellannajoe 02.02.11 - 22:25 Uhr

Ja klar der Ton muss stimmen, ich bin freundlich, also erwarte ich es auch bei meinem Kind.

Er ist auch ein Absolutes Schmusekind, kuscheln, küssen, drücken. Manchmal kommt, dann wenn du mir dies oder das nicht holst, dann geb ich dir nie wieder ein küsschen, tja würde er niemals durchhalten und das sag ich ihm dann auch.

#winke

Beitrag von windsbraut69 03.02.11 - 07:31 Uhr

"Das ist ja, wie einen Hund dressieren, du dressierst sie darauf "gewünschtes Verhalten" zu zeigen... das ist doch keine Erziehung ! "

Ich glaube gar nicht, dass hier der Hund dressiert wird, sondern eher der Mensch :)
Das können Kinder und Hunde gleichermaßen gut und subtil.

LG

Beitrag von silsil 03.02.11 - 09:28 Uhr

#rofl

Beitrag von schullek 02.02.11 - 21:35 Uhr

mach es dir nicht so schwer. hab es schon in dem anderen thread geschrieben. dein kind ist, so wie es ist und das ist gut so.
klar macht man sich ab und an gedanken darüber, wie und ob man es richtig macht,. das geht mir auch so. insbesondere als mein junge baby war und die zeit danach. aber ich habe gemerkt, dass es funktioniert, wie wir es handhaben. udn so ist es doch auch bei euch.

einiges, was du über deine tochter geschrieben hast erinnert mich an meinen sohn. nicht unbedingt das charakterliche, obwohl er auich sehr lebhaft, sensibel und und anführertypmäßig ist, sondern verhaltensweisen und entwicklungssprünge etc.
ich weiß genau wie er tickt und da brauche ich keinen außenseiter, der mir irgendetwas über ihn einreden möchte.
die erziehung wie du sie handhabst udn ich auch, das kind führen, aber nicht dominieren. dem kind möglichkeiten bieten und selber entscheiden lassen... ist toll. aber sie bringt natürlich auch arbeit mit sich. ein so großgezogenes kind darf emotionen ausleben und sie dadurch kontrollieren lernen. das braucht aber eben zeit.
affektiert ist ein sehr negatives wort. versuch doch mal bessere beschreibungen zu finden. sie ziert sich. klingt passender, für das, was du beschreibst. sie ist unsicher. sie übertreibt.
wiederum ist sie natürlich, zeigt gefühle. sie ist nicht falsch, ein synonym für affektiert. ihre gefühle sind echt.
dein kind sollte nicht auf so ein wort reduziert werden. heut war ein anstrengender tag für euch. ich glaube, ihr macht es als eltern gut und passt eure erziehung eurem kind an. so sollte es sein, so halte ich es.

lg

Beitrag von bine3002 02.02.11 - 21:41 Uhr

Du hast ja Recht, dass man das Kind nicht auf das eine Wort reduzieren sollte: Laut Wikipedia passt dieses Wort aber genau. Die negative Tendenz lasse ich einfach mal ausser Acht.

Ich nenne dir gerne auch noch tausend andere Begriffe, die ihr Wesen treffend beschreiben. Und viele davon sind durchaus positiv. Aber wir müssen ja an nichts arbeiten, was wir schon können ;-)

Unser allergrößtes (wenn nicht einziges) Problem ist aber eben diese Affektiertheit. Oder nenn es "zieren", wenn dir das besser gefällt. Das ist jedenfalls immer wieder etwas, wo ich mir den Kopf drüber zerbreche und was mich sehr anstrengt.

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