Ägypten und die Nachbarn, die Welle schlägt los

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Beitrag von lena1309 02.02.11 - 22:12 Uhr

Hallo an alle,

ich muss mir hier mal Luft machen, denn ich bin irgendwie fassungslos, was jetzt plötzlich los ist.
Was passiert da in einem der beliebtesten Urlaubsländer und bei seinen Nachbarn.
Ich weiß, dass in dem gesamten Bereich die politischen Umstände nicht so sind, wie sie sein sollten, aber ich finde einfach, es rollt gerade so eine Welle über über diese Landstriche.
Es erinnert mich ein wenig an die Zeit, als hier die Mauer fiel und die Länder im Osten auch immer mehr aufwachten.
Oder man siehe den unteren Teil des afrikanischen Kontinents. Da bewegte sich diese Welle auch flächendeckend in einer gewissen Zeit durch die Länder.
Ich kriege einfach eine Gänsehaut, wenn ich die Berichte jetzt verfolge und ich hoffe so mit den Menschen dort, dass sie von der westlichen Welt Rückendeckung kriegen.
Und die sollten doch wohl auch wegen dem Suez-Kanal ein gewisses Interesse daran haben.

Was sagt ihr dazu?

LG
M.

Beitrag von yaka9800 03.02.11 - 10:04 Uhr

Hallo,



es erschreckt mich, was für eine sogenannte "Demokratie" in Agypten herrscht. Ich verstehe einfach nicht, wie ein so machgieriger Mann einfach so viele Menschenleben aufs Spiel setzen kann und nichts getan wird.
Warum wird nicht mehr Druck gemacht? Ich finde, ein Herrscher sollte wissen, wann seine Zeit abgelaufen ist.

Wenn Mubarak geht, wird es, glaube ich, zu einem Flächenbrand werden. Es gibt ja schon Proteste im Jemen, in Jordanien, Algerien, nur bekommt man hier nichts davon mit.

Ich hoffe nur, dass das Alles ein gutes Ende nimmt und nicht noch mehr Menschen verletzt oder getötet werden.


LG yaka9800 #blume

Beitrag von fraukef 04.02.11 - 08:53 Uhr

"Ich finde, ein Herrscher sollte wissen, wann seine Zeit abgelaufen ist. "

mal ganz provokativ gefragt - wer soll das denn entscheiden? Wir? Der allwissende Westen? Wir machen Druck, weil wir helfen müssen? Da wehr ich mich immer gerne gegen - grad in der Entwicklungshilfe hat der "allwissende Westen" oft am falschen Ende geholfen...

Und mal noch provokativer gefragt - wusste Helmut Kohl, wann es für ihn Zeit war, zu gehen? Ich erinner mich gut an einen Wahlslogan der SPD damals. Dieser lautete schlichtweg "Der Dicke muss weg!". Es war (als Randnotiz) die einzige Wahl bisher, wo ich die SPD gewählt hab - weil ich auch fand, dass Kohls Zeit abgelaufen war... Wir hatten hier das Glück, auf eine bestehende und gut funktionierende Demokratie zurückgreifen zu können - so dass wir Herrn Kohl schlichtweg abwählen konnten...

ABer zurück zu Ägypten und co:

So eine ENtwicklung MUSS von innen kommen - nur dann kann es funktionieren. Es funktioniert schlichtweg nicht, wenn die westliche Welt über Druck den HErrscher zum Abdanken zwingt. Dazu sind die Mentalitäten zu verschieden. GUT und BÖSE gibt es in der reinen Form nicht - und wir haben das schon mal gar nicht zu entscheiden... Da ist es sehr viel schlauer, "die Füsse still zu halten". Wir sind nicht die Weltpolizei - und ich will es auch gar nicht sein. Wir haben ganz beschränkte Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen - und wir sollten das nicht überspitzen!

Und der Vollständigkeit halber: Ich hoffe auch, dass die Proteste zu dem Ende kommen, dass Mubarak abtritt - und Ägypten einen anderen, friedlicheren Weg einschlägt.

Zum Flächenbrand: Klar - solche Entwicklungen sind Hoffnungsschimmer - sie machen Mut - und das ist auch gut so!

LG
Frauke

Beitrag von yaka9800 05.02.11 - 11:31 Uhr

Hallo,


"mal ganz provokativ gefragt - wer soll das denn entscheiden? Wir? Der allwissende Westen? Wir machen Druck, weil wir helfen müssen? Da wehr ich mich immer gerne gegen - grad in der Entwicklungshilfe hat der "allwissende Westen" oft am falschen Ende geholfen... "

Nein, da hast du mich falsch verstanden und ich bin mit dir da absolut einer Meinung. Ich habe gemeint, dass Mubarak sich seinem Volk beugen sollte und sich nicht an seiner Macht festklammern sollte.


LG yaka9800

Beitrag von fraukef 05.02.11 - 18:22 Uhr

gut - dann sind wir absolut einer Meinung...

Beitrag von yaka9800 03.02.11 - 10:25 Uhr

Hallo,


In Syrien fangen wohl auch Proteste an.

http://www.welt.de/politik/ausland/article12425311/Erste-Risse-in-Syriens-Mauer-der-Angst.html


LG yaka9800

Beitrag von ayshe 03.02.11 - 18:09 Uhr

##
aber ich finde einfach, es rollt gerade so eine Welle über über diese Landstriche.
##
Genau, einer fängt an und damit bekommen alle anderen auch den Mut.
Irgendwann platzt es eben.


Es war doch nur eine Frage der Zeit.

Beitrag von susanne85 04.02.11 - 13:07 Uhr

Hallo

ich sehe die Sache mit Angst ; Schrecken und habe Berichte aus nächster Nähe.

Meine Freundin 24 Jahre jung, ist vor 2 Jahren nach Kairo gezogen. Sie wohnt ganz nah an den Protesten und hat Todesangst..

Sie zählen die Stunden bis sie einen Flugplatz bekommen um zu fliehen! Gott beschütze sie!

Ich hoffe für die Menschen das Ägypten daraus eine Lehre zieht. Einst ein schönes geliebtes Urlaubsziel, wird einigen Menschen nun zur Todesfalle und nur weil ein raffgieriger Politiker den Platz nicht einfach räumt

lg

Beitrag von zeitblom 04.02.11 - 13:26 Uhr

"Ich hoffe für die Menschen das Ägypten daraus eine Lehre zieht"

Welche?

Beitrag von meleke 04.02.11 - 20:09 Uhr

Hallo,

ich bin Deutsche und trotzdem trage eine tiefe Liebe zum "arabischen Volk" . Und auch wenn ich mich Sorge um die vielen Toten und Verletzten. So bin ich doch stolz auf sie. Das sie sich endlich zusammen schließen und sich gemeinsam aus Diktatur und Unterdrückung befreien. Das hätte sie viel früher tun müssen.

Wenn man bedenkt was dieser eine Mann ausgelöst hat in Tunesien, der sich angezündet hat, weil die korrupte Polizei ihm sein Gemüse, das er verkaufen wollte, beschlagnahmte.... und jetzt kämpfen nicht nur Tunesien, Algerien, Jemen und natürlich Ägypten gegen ihre "Verräter"

Ich bete zu Gott das dies auch eine Chance ist für all die Palästinenser.

LG Susi

Beitrag von king.with.deckchair 05.02.11 - 18:45 Uhr

"Ich bete zu Gott das dies auch eine Chance ist für all die Palästinenser."

Genau - vielleicht kommen die endlich zur Vernunft und jagen die Hamas davon. #augen

Beitrag von mili21 08.02.11 - 10:05 Uhr

Es gibt in der Tat unter den jungen Palästinensern einige, die in der Richtung aktiv sind...(einen haben sie schon weggesperrt) auch übers Internet. Wer weiß, vielleicht kommt da auch ein Stein ins Rollen!
Mili

Beitrag von zeitblom 08.02.11 - 15:00 Uhr

was das uebliche Vorurteil, dass Islam und Demokratie sich widerspraechen, widerlegt.....

Beitrag von mili21 08.02.11 - 16:37 Uhr

Das ist doch auch schwachsinnig, so was zu behaupten...es dauert nur eben länger, bis diese Länder aufschließen können, die sind teilweise zig Jahre zurück was das angeht. Ist nun mal so...eine Bekannte von mir hat das in diesem Zusammenhang letztens auch gesagt, da blieb mir der Mund offen stehen. Heißt das, MUSLIME sind eine Herde Schafe (wie war da noch die These mit der Intelligenz, die Herr Sarazzin aufgestellt hat?) die ohne feste Hand des Hirten nicht überleben können? Aua! Was im Moment in Tunesien passiert, läßt wirklich hoffen und beweist auch, dass Demokratie überall möglich ist! Diese Welle rollt weiter, da bin ich ziemlich sicher! Was die Leute dann wählen, das geht uns nichts an! das nennt man doch gemeinhin Demokratie, oder;-)?
Ich mag ja Facebook nicht, aber in diesem Fall....

Beitrag von meleke 08.02.11 - 16:39 Uhr

Zum Beispiel, ja. Ich glaube sehr viele halten das auch für einen Weg. Denn die Hamas ist von vielen gar nicht gewollt. Aber da durch das der Rest der Welt Israel so viel Platz zum "spielen" einräumt, bleibt vielen gar keine Alternative zur Hamas. Denn sind wir doch mal ehrlich, wenn vertritt denn die Interessen der Palästinenser????? Israel musste NOCH NIE eine einzige Sanktion die gegen sie verhängt wurde einhalten.... das ist doch Affentheater.

Aber es ist ja so das Mubarak für Geld die Finger still hält und lieber zu schaut wie Verbrechen an den Palästinensern verübt werden. (Im übringen nicht nur Mubarak... aber das würde jetzt den Rahmen sprengen.)

Ich hoffe einfach das die Araber irgendwann wirklich wie Brüder und Schwester gemeinsam stark sein können.


LG susi

Beitrag von imzadi 08.02.11 - 23:46 Uhr

"Ich hoffe einfach das die Araber irgendwann wirklich wie Brüder und Schwester gemeinsam stark sein können. "

Ich hoffe das eines tages alle Menschen gemeinsam stark sind, unabhängig von Nation oder Religion.

Beitrag von zeitblom 09.02.11 - 08:44 Uhr

"alle Menschen gemeinsam stark "

wozu?

Beitrag von nijinsky 09.02.11 - 17:54 Uhr

>>"alle Menschen gemeinsam stark "

>wozu?

Um die Pornowerbung nach 23 Uhr auf RTL2 zu verhindern, das Klima zu retten, einen Hund zum Uranus zu schicken (oder zumindest auf eine stabile Umlaufbahn), Stuttgart22 zu verhindern (für Stuttgart21 wird's wohl schon zu spät sein), die Anwohner von Rhein und Mosel (fangen wir erst mal mit diesen beiden an, man soll nicht zuviel auf einmal wollen!) vor Hochwasser zu schützen, eine Hautcreme zu entwickeln, die wirklich Falten beseitigt, das Ungeheuer von Loch Ness zu finden....

Hmm... fällt einem schon ne Menge ein ;-)

Beitrag von imzadi 09.02.11 - 21:59 Uhr

Um ein angenehmes Leben zu leben und um den Planeten zu retten. #schein

Ich weiß das das noch in weiter Ferne steht, um nicht zu sagen eine Utopie, aber du siehst noch nicht mal einen Vorteil davon? #ball

Beitrag von zeitblom 10.02.11 - 09:16 Uhr

nein, der Gedanke einer totalen Gemeinsamkeit aller Menschen verursacht mir eine Gaensehaut.... die Vielfalt der Interessen, Geschmaecker, Lebensweisen, Werte finde ich viel wichtiger und schoener....

Beitrag von king.with.deckchair 09.02.11 - 17:11 Uhr

"Ich hoffe einfach das die Araber irgendwann wirklich wie Brüder und Schwester gemeinsam stark sein können."

Soso. Und gegen wen bitteschön?!

Beitrag von marion2 10.02.11 - 15:16 Uhr

Stell doch bitte nicht solche Fragen...#zitter

da müsste man ja glatt mal drüber nachdenken....#schock








;-)

Beitrag von meleke 15.02.11 - 15:35 Uhr

Es geht doch nicht um das "gegen wen". Es geht (mir) darum das sie immer und zu jeder Gelegenheit betonen das Menschen (im Islam) Brüder und Schwester sind.
Diesen Grundgedanken finde ich einfach schön. Und ja vereinzelt habe ich diese Verbundenheit auch gespürt. ABER wenn's darauf ankommt ist davon wenig zu spüren. Darum kamen auch all diese Ereignisse sooooo spät. Zu spät.

Und wenn ich doch genauer drüber nach denke:"Gegen wen?" Dann gegen all jene die Unrecht tun. Und das tut die Israelische Regierung mit dem Siedlungsbau nun mal! Ich denke darüber sind sich alle einig. Aber niemand tut etwas auf Grund der grauenhaften Vergangenheit der Jüdischen Volkes.

Aber das war eigentlich nicht das Thema. Sorry bin von abgekommen.

LG Susi

Beitrag von zeitblom 15.02.11 - 15:48 Uhr

"Ich denke darüber sind sich alle einig"

nö....