Wieder mal Elternzeitfrage - splitten auf zwei Jahre!

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Forum: Baby-Vorbereitung

Die Zeit vor der Geburt ist die Zeit des Nestbauens. Hier könnt ihr gemeinsam überlegen, wie ihr das Kinderzimmer einrichten möchtet, wo das Baby schlafen soll, welche Kleidungsstücke in die Erstausstattung gehören und vieles mehr... 

Beitrag von sansdouleur 03.02.11 - 08:24 Uhr

Ihr Lieben,

also ich erwarte Zwillinge und ich seh irgendwie noch nicht so recht durch.

Also ich werde wohl mein Elterngeld auf zwei Jahre aufsplitten lassen müssen, kann mir einfach nicht vorstellen, nach einem Jahr die kinder schon in die Kita zu schicken. Dazu kommt, es werden wohl definitiv Früchen und es kann durchaus passieren, dass sie noch einige Monate im Krankenhaus liegen müssen, das fehlt mir ja dann.

Nun zu meinen Fragen:

1.
Wenn die Mäuse jetzt zB 8 Wochen zu früh kommen und ich zwei Jahre daheim bleiben möchte, wie rechne ich das? (ab Geburt wirklich 24 Monate?,also bekomme ich dann auch 24 Monate Elterngeld (12 Wochen davon Mutterschutzgeld?)

Also die Frage ist, wie lange wird das Elterngeld denn ausgezahlt?Die 8 Wochen verliere ich dann einfach, die sie zu früh kommen oder?

2.
Kann ich bei meinem Arbeitgeber angeben, dass ich zb 18 Monate oder 20 Monate daheim bleibe und notfalls dann noch mal in einer bestimmten Frist die restlichen 4 Monate beantragen? (Ich gehe davon aus, dass ich leider eh nicht in meinen alten Job zurück kann, zumindest nicht Teilzeit und da ich schon zwei Stunden insgesamt Fahrtweg habe, würde das mit der Kitazeit sicher nicht hinhauen)...

Hatte eig. noch mehr Fragen, die hab ich gerad vergessen, aber die beiden interessieren mich sehr!

Grüße

Beitrag von sansdouleur 03.02.11 - 08:57 Uhr

Habe soeben das hier gefunden:

http://www.urbia.de/archiv/forum/th-2107374/An-alle-die-das-Elterngeld-auf-2-Jahre-splitten-wollen.html

Heißt das jetzt wirklich, dass, wenn die Mäuse jetzt in der 32 ssw zb kommen, ich 12 Wochen Mutterschutzgeld bekomme und nur 9 Monate Elterngeld und wenn ich es mir dann splitten lasse, nach 18 Monaten gar kein Geld mehr bekomme?

Sowas muss man ja wissen, wg. Kitaplatzbeantragung und ich muss ja auch meinem Chef sagen, ab wann ich wieder arbeiten kommen würde und das müsste ich sofort, wenn kein Geld mehr kommt.

Aber verliere ich dann nicht voll viel Geld? Ich habe ja nun immer mit dem Elterngeldrechner gerechnet, aber wenn wir dann einfach mal paar monate wegfallen, fehlt mir ja das geld oder ist das dann einfach monatlich mehr, was ich zur verfügung habe?

Ähm ich glaube ich setze mich morgen zur elterngeldstelle und frage einfach nach?Obwohl die schon am Telefon zu mir meinten, dass sie mir jetzt eh noch keine fragen beantworten könnten, sonders erst, wenn beide da sind!..

Beitrag von windsbraut69 03.02.11 - 11:52 Uhr

Normalerweise wäre es ein Gewinn, länger als normal Mutterschutzgeld zu beziehen.
Bei Zwillingen kann es aber ein finanzieller Nachteil sein, denke ich.

Du bekommst auch nicht monatlich mehr Elterngeld, der monatliche Betrag bleibt gleich.

LG

Beitrag von sansdouleur 03.02.11 - 11:59 Uhr

welcher betrag bleibt gleich?

na ich müsste ja durch den Zwillingsaufschlag mehr bekommen?

ich werde mich morgen einfach mal in die elterngeldstelle setzen...ich seh da echt nicht durch, aber meinem chef muss ich ja dann auch mal was sagen und ich will einfach nur wissen, wie lange ich geld bekomme...

ach meno:(

Beitrag von windsbraut69 03.02.11 - 12:16 Uhr

Ja, wenn Du wg. Mutterschaftsgeld nur 10 statt 12 Monate Elterngeld bekommst, bleibt der monatliche Elterngeldbetrag, der sich aus dem vorherigen Einkommen berechnet, gleich.

Wenn Du durch den Mehrlings"zuschlag" mehr Elterngeld bekommst als Mutterschaftsgeld, denke ich, bekommst Du die Differenz an Elterngeld auch im Mutterschutz erstattet.

Je länger ich drüber nachdenke, um so komplizierter erscheint mir das Thema übrigens :)

LG,

W

Beitrag von miau2 03.02.11 - 09:06 Uhr

Hi,

zunächst mal ist die Elternzeit unabhängig vom Elterngeld. Du kannst also auch ohne Splittung 2 Jahre (oder 3) zu hause bleiben, musst halt nur das einplanen, dass es dann nach dem ersten Geb. keine Zahlung mehr gibt.

Zu 1: Man hat Anspruch auf Lohnersatzleistung bis zum 1. Geburtstag. Entweder Mutterschaftsgeld, oder (i.d.R. danach) Elterngeld. Das Mutterschaftsgeld kann nicht gesplittet werden. Beim Elterngeld kannst du die Anzahl Monate, wo das EG ausgezahlt wird verdoppeln.

Wenn du Frühchen bekommst hast du i.d.R. nicht 8, sondern 12 Wochen Mutterschutz nach der Geburt. Zusätzlich die Zeit, die du vor der Gegurt nicht nehmen konntest - also max. 18 Wochen, je nachdem, wie früh sie kommen.

Die ElternZEIT wird ab Geburt gerechnet. Heißt, zwei Jahre EZ bedeutet, dass du am zweiten GEburtstag wieder arbeiten gehen müsstest. Die Länge vom Mutterschutz spielt überhaupt keine Rolle dabei, es zählt das Geburtsdatum.

Das ElternGELD wird ja mit dem Mutterschaftsgeld verrechnet. In den meisten Fällen beginnen die Zahlungen erst nach dem Ende vom Mutterschaftsgeld. Und der anspruch endet am ersten Geburtstag, egal, ob die Kinder früher kommen oder nicht. Das ist ein finanzieller Nachteil, wenn die Kinder zu früh kommen.

Du bekommst (bei Frühchen) mehr Mutterschaftsgeld durch den verlängerten Mutterschutz, und weniger Elterngeld, da weniger Monate mit Elterngeldzahlung im Anspruchszeitraum liegen. Die Splittung ändert nichts an der Höhe, nur an der Auszahlung.

Ich weiß nicht, ob das alle Bundesländer einheitlich machen. Bei mir wurde ca. von den Monaten 3-24 ausgezahlt, allerdings zwischendrin mit ein 2 Monaten "Lücke" (nach dem ersten Geburtstag). Es wurde also jeder Monat Elterngeldzahlung durch zwei geteilt und hinten dran gehängt, und die "Lücke" war dann genau ein Jahr nach den Monaten, wo ich wegen dem Mutterschaftsgeld kein EG bekommen hatte.

Zu 2: Du kannst jede beliebige Anzahl Monate Elternzeit nehmen (bis max. 3. Geburtstag halt). Nur: mit der ERstanmeldung legst du dich auf die ersten zwei Lebensjahre fest. Und um das zu ändern, muss der AG seine Zustimmung geben. Das heißt, wenn du jetzt 20 Monate anmeldest kann der AG dir die Zustimmung für die nächsten 4 Monate verweigern. Erst wieder nach dem 2. Geburtstag (da ist dann der Zweijahreszeitraum) hättest du bei frstgerechter Anmeldung ein Recht auf das dritte Jahr.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von sansdouleur 03.02.11 - 09:17 Uhr

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Also ich arbeite ja in der Rechtsbranche (Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte) und viele verstehen nicht, wie ich da durchsehe, aber hier hört es komischerweise echt mit meinem verständnis auf.

Soweit so gut erklärt und auch verstanden;)

Nun aber eine Frage, sagen wir, die kommen 32. Woche und mit Mehrlichen stehen mir ja eh 12 wochen Mutterschutzgeld zu, ab wann genau würde dann Elterngeld bezahlt werden und wie lange, wenn ich mir das elterngeld im Antrag auf DOPPELTE Zeit auszahlen lasse (gesplittet), also ab wann explizit bekomme ich kein Geld mehr? Meine gewünschte Elternzeit wird sich nämlich genau danach richten müssen!

Ich hoffe, ich konnte die Frage verständlich formulieren. Ich brauche quasi eine Formel, nach der ich gehen kann um zu schauen, bis wann genau erhalte ich Elterngeld wenn sie dann und dann kommen!

Beitrag von miau2 03.02.11 - 10:45 Uhr

Hi,
ich denke, da solltest du mal explizit bei der EG-Stelle nachfragen.

ICH hatte Geld bis zum Ende des 23. Monats, aber mit der schon genannten Lücke mittendrin.

Ob das überall so gemacht wird und in deinem Fall "einfach" die Lücke zwischendrin erheblich länger wäre - keine Ahnung.

Aber warum machst du es nicht von der Gesamtsumme abhängig und teilst es dir dann so ein, wie es möglich wäre?

Und die Gesamtsumme ist relativ einfach:

- Mutterschutzgeld (für so frühe Frühchen mal angenommen): 8 Wochen normal + 4 Wochen Frühchen/Zwillinge + die 6 Wochen, die du vorher nicht nehmen konntest - macht 18 Wochen Mutterschutz und Mutterschutzgeld

- anschließend hast du für den kompletten Zeitraum Anspruch auf Elterngeld bis zum ersten Geburtstag, m.W. nach gibt es 300 Euro "Extra" bei Mehrlingen (nagel mich nicht fest darauf)

Wenn ich 18 Wochen mit ungefähr 4,5 Monaten rechne, bleiben 7,5 Monate Elterngeld, um das volle Jahr Anspruch auf Lohnersatzleistungen voll zu machen.

WIE das dann gesplittet wird - frag direkt bei der zuständigen Stelle nach.

ich würde mir jetzt diesen (ungefähren) Betrag zusammenrechnen und ausrechnen, wie lange wir mit diesem Geld hinkommen - und das wäre dann die mögliche Elternzeit.

viele Grüße
Miau2

Beitrag von susannea 03.02.11 - 22:00 Uhr

KOmmen die Kinder in der 32. SSW z.:B hast du 8 Wochen vor der Geburt Mutterschutz übrig und 12 Wochen nach der Geburt (bei Frühchne oder Mehrlingen 12 Wochen nach der Geburt).

Also gibts 20 Wochen nach der Geburt noch Mutterschaftsgeld. Elterngeld gibt es erst danach, sofern es weniger als das Mutterschaftsgeld ist, sonst gitbs die Differenz ab der Geburt zusätzlich zum Mutterschaftsgeld und dem AG-ZUschuß.

Die bleiben dann also nur noch ca. 8 Monate Elterngeld und das kannst du auf die doppelte Zeit (mit halber Höhe, also ist die Summe eh die gleiche) auzahlen lassen.
DAmit ginge dein Geld bis zum Ende des 20. Lebensmoantes der Kinder.


Du kannst jede beliebige Länge Elternzeit nehmen, alles, was du aber unter 2 Jahren nimmst, bedeutet, dass du die Zeit bis zum 2. Geburtstag arbeiten musst, denn damit hast du für die Zeit auf Elternzeit verzichtet und das ist eigentlich unwiderruflich weg!