Schulrückstellung aufgrund motorischer Entwicklungsstörung

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von scharline 03.02.11 - 13:21 Uhr

Ich hoffe, ich bin hier richtig?
Es handelt sich um ein spätes Frühchen aus der 36. Woche.. im Kopf fit, aber der Körper kommt nicht hinterher... bekommt zurzeit Krankengymnastik, wir üen ständg zuHause, aber trotzdem...geringe Muskelspannung, kann leider nicht mit Altersgenossen mithalten...kommt schon beim Spielen draußen nicht hinterher...
Das Problem ist, dass es bei einer Einschulung das jüngste ist da es durch die Frühgeburt vor den Stichtag gerutscht ist.
Orientiert sich im Kindergarten nur an deutlich jüngeren, benennt die Defizite ganz klar und sucht die Schuld besich. Ich mach mir echt Sorgen wie das als Jüngstes Kind in der Klasse dann erst noch werden soll... meint Ihr, es besteht die Chance auf Rückstellung in RLP?
Ich hab noch ein jahr Zeit und bin für jeden Tip dankbar!

Beitrag von girl08041983 03.02.11 - 15:10 Uhr

Hallo,

wenn du der Meinung bist, dass dein Kind zurückgestellt werden sollte, versuch es einfach. Ich denke wenn das Schulamt alle Unterlagen hat und auch der Kita der Meinung ist, dass das Kind noch ein Jahr braucht, habt ihr gute Chancen.


Lg

P.s. bei uns war es die Beste Entscheidung

Beitrag von supermaus72 03.02.11 - 18:44 Uhr

Hallo,
bei uns war der entscheidende Punkt zur Rückstellung erstmal der eigentliche Geburtstermin! Selbst wenn meine Tochter sonst in Ordnung gewesen wäre, hätten wir sie ohne weitere Angaben von Gründen zurückstellen lassen können. Frag mal nach, vielleicht geht die Rückstellung ganz problemlos :-) . Komme überigens aus NRW.
LG

Beitrag von alocin1970 03.02.11 - 21:03 Uhr

Hi,

da gleichen sich unsere Geschichten quasi 1:1!!!

Mein Mittlerer ist geboren im Jahr 2005 bei 36 + 0, nach einer stundenlangen schwierigen Geburt, die dann im Not-KS endete. Er hinkt diesen fehlenden Wochen motorisch und sozial immer noch hinterher, krabbelte mit über einem Jahr, lief mit 19 Monaten nach 20 x Krankengymnastik, bekam schon 40 x Ergotherapie, dann Logopädie. Diagnostiziert wurde Hypertonie, also Muskelschwäche. Er bewegt sich auch heute noch wie ein "nasser Sack", ist schwerfällig, ungeschickt, langsam, rennt wie ein kleines Kind. Seine 2-jährige Schwester bewegt sich besser, leichtfüßiger als er. Dazu kommt, dass er sehr ängstlich und schüchtern ist und sich mit Gleichaltrigen schwer tut. Seine wenigen Freunde sind bis zu 2 Jahre jünger als er. Dabei ist er vom Kopf her schlau, redet wie ein kleines Buch, hat eine fast fehlerfreie Grammatik, bringt sich gerade die Buchstaben bei, rechnet mit seinem großen Bruder etc.

Ich stand letzten Herbst vor der gleichen Frage wie du - Einschulung Sommer 2011 oder nicht? Er ist vom 2.9.2005, ET war eigentlich der 30.9. bzw. meiner Ansicht nach noch später, weil mein FA immer von einem 28-Tage-Zyklus ausgeht, auch wenn ich 30-Tage und mehr hatte. Stichtag für die Einschulung ist dieses Jahr hier in NRW der 30.9. gewesen. Wir waren uns aber sicher, dass er noch nicht so weit ist, sich in großen Klassen zu behaupten, auch der Kindergarten riet dazu, ihn zurückzustellen. Ich habe dann mit dem Rektor seiner Schule (die auch mein Großer besucht) gesprochen, er hat gleich, als er von seinem Geburtstermin und Frühgeburt und seinem Sozialverhalten hörte abgewunken und gesagt: "Bloß nicht." Wir haben dann mit der Schulärztin, die zu der Zeit in seinem Kindergarten die 4-Jährigen untersuchte, einen Termin gemacht und daraus eine vorgezogene Schuleingangsuntersuchung gemacht. Ich habe die Therapieberichte der Ergo mitgebracht, außerdem Einschätzungen über seine Nicht-Schulfähigkeit vom Kinderarzt und Kindergarten. Im Grunde hat die Schulärztin das gar nicht interessiert, sie hat nur den tatsächlichen und den errechneten Geburtstermin gehört und schon abgewunken. Sie fände diese frühe Einschulung eh schrecklich, selbst wenn er keine Frühgeburt gewesen wäre. Dass er eben zu früh war, die Atteste und meine Einschätzung seiner Person waren da Wasser auf ihren Mühlen und nachdem er in einigen Bereichen der Prüfung sowieso durchfiel, war sie froh, ihn guten Gewissens schuluntauglich zu schreiben. Er selbst ist sehr froh, nicht mehr am Vorschulunterricht im KiGa teilnehmen zu müssen, da wirkte er zwischen den teilweise 10 Monate älteren Kinder wie ein Fremdkörper, obwohl er wirklich von den geistigen Fähigkeiten her einigen überlegen ist.

Es war also ganz einfach. Ich weiß aber von anderen Fällen, dass es fast unmöglich sein soll, ein Kind zurückzustellen, wenn es nichts Gravierendes hat. Ich hatte das Glück, dass ich an eine Ärztin geraten bin, die eh nicht für die frühe Einschulung ist und dass auch unser neuer Rektor dagegen ist. Der alte Rektor damals war fast beleidigt, als ich meinen Großen wieder von der Schule abmeldete und ihn für das nächste Jahr anmeldete, weil er erst im Dezember 6 geworden wäre, er war damit ein Kann-Kind.

Das würde ich dir auch raten. Atteste, Einschätzungen etc. sammeln, dir eine gute Strategie zurechtlegen, warum dein Kind besser erst mit fast sieben eingeschult werden sollte und dich persönlich um den Termin mit dem Schularzt kümmern.

Wenn du noch was wissen möchtest, frag ruhig.

LG Nicola

Beitrag von scharline 05.02.11 - 09:07 Uhr

Vielen Dank für deinen beitrag, ich schreib dir gleich!