wie gehe ich mit einer Heulsuse um?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von fridolina2 03.02.11 - 14:28 Uhr

Hallo, ihr Lieben!

Ich brauche Hilfe bei einer KLeinigkeit:

Ich habe drei Kinder, alles Mädels, mit 4 Monaten, drei Jahren und 5 Jahren.
Ich bin total stolz auf meinen Mädchenhaushalt (mein Mann auch, obwohl es ihm keiner abnimmt), versuche aber trotzdem, die Großen nicht zu typischen Zicken zu erziehen - wenn ihr versteht, was ich meine.
Klappt alles recht gut, die Großen verstehen, lieben und streiten sich, wie es normal ist, vergöttern ihre kleine Schwester.
Nur, ich muss es so sagen, meine Große war und ist eine Heulsuse. Beim durch die Tür laufen kurz mit dem Finger am Türrahmen entlanggestreift - Weinen, weinen, weinen. Beim Rückwärtslaufen einmal kurz auf den Po gefallen (Teppich!) - Geheule sondergleichen. Schwester tritt ihr aus Versehen leicht auf den Fuß - dasselbe.
So, und nun meine Frage: WIE gehe ich am besten damit um? Eigentlich mache ich es, seit sie klein ist so, dass ich sie IMMER tröste, wenn sie Trost bedarf, aber kein Drama daraus mache, sie kurz in den Arm nehme, puste, wenn sie möchte und weiter geht's. Ich habe auch nie erschreckt geguckt, wenn sie hinfiel, als sie klein war, sondern bin immer ruhig geblieben, damit sie es auch sein kann.
Hilft aber nix. Manchmal erwische ich mich jetzt schon dabei, dass ich sie zwar tröste, aber im selben Atemzug auch anmotze: "Das war doch jetzt wirklich nichts, stell dich nicht so an!". Natürlich auch nicht hilfreich.

Hat jemand einen Tipp? Eifersucht auf das Baby ist es sicherlich nicht, im Gegensatz zum "letzten Mal" ist sie diesmal gar nicht eifersüchtig. Aufmerksamkeit bekommt sie meines Erachtens mehr als die anderen beiden, sie ist ansonsten auch unproblematisch und meistens sehr fröhlich.

Danke für Ratschläge!
Petra

Beitrag von froehlich 03.02.11 - 14:50 Uhr

Hallöchen! Ich habe zwar einen "Buben-Haushalt";-), aber ich kenne natürlich kleine Heulsusen auch - die beste Freundin meines ältesten Sohnes (7) fällt genau unter diese Kategorie....sie wird jetzt im Februar 6 und heult wirklich bei jeder Gelegenheit los (auch im Kiga, wenn sie in der Vorschule mal was "falsch" gemacht hat oder manchmal schon wenn jemand sie schräg anguckt). Dabei ist ihre Ma das pure Gegenteil einer "Mädchenmami" und natürlich ist sie auch manchmal leicht genervt.....sie macht's genauso wie Du und ich glaube auch, daß das auf lange Sicht der richtige Weg ist. Manche kids (nicht nur Mädchen, aber die vielleicht eher) haben nun mal nahe am Wasser gebaut, aber das legt sich irgendwann von selbst. Spätestens dann, wenn Deine Kleine in die Schule kommt - wenn von anderen Kindern öfter mal der trockene Kommentar "Heulsuse" kommt, werden die Tränen vermutlich schneller mal versiegen. Ich merke das am Umgang unserer beiden Süßen (mein Sohn und beste Freundin) miteinander. Mein Sohn ist ein "typischer" Knabe, eher mal wild und ausgelassen und wenn seine Freundin (mit der meist ein Herz und eine Seele ist, aber eben auch mal streitet und sich fetzt) beim geringsten Pipifax zu heulen beginnt, "staucht" er sie zusammen. Da hört sie viel eher drauf, als wenn Mama oder Papa etwas sagen. Wenn sie alleine bei uns ist, ist sie mittlerweile auch ganz anders als zu Hause - da will sie nämlich nicht zurückstecken. Also, kurzum: ich würde genauso weitermachen wie bisher, kurz trösten, aber kein riesiges Heiopei bei Heulerei und ansonsten darauf hoffen, daß der Kindergarten und später die Schule wirkt.

#klee babs

Beitrag von franzi1206 03.02.11 - 18:17 Uhr

Hallo,
tja, was soll ich sagen...meine Tochter ist 12, war immer eine Heulsuse und wird sicher auch immer eine bleiben.

#heul#heul

Ändern kann ich da nichts aber manchmal nervt es wirklich.

Viele Grüße
Franzi

Beitrag von taricha 03.02.11 - 20:19 Uhr

Oh Gott, Du raubst mir gerade jegliche Hoffnung. Habe auch so eine Drama-Queen zuhause und dachte bislang, das würde sich irgendwann schon geben. #heul

LG
taricha

Beitrag von witch71 04.02.11 - 13:30 Uhr

Wichtig zu wissen ist hier nur: Es liegt am individuellen persönlichen Empfinden, ob jemand schnell weint oder nicht. Für den Einen ist Hinfallen kein Problem, so lange es nicht stark schmerzt. Für die "Heulsuse" ist Hinfallen ein persönliches Scheitern incl. Blamage vor denen, die das möglicherweise gesehen haben.

Versteht man, was ich meine? Es geht hier weniger um fühlbaren Schmerz, als um den Schmerz, der in der Seele entsteht.

Was man als Mutter wissen sollte ist also, dass Schmerz in jeder Form getröstet werden sollte. Das macht Ihr ja schon instinktiv richtig, es wird, auch wenn das Malheur ein Geringes war, trotzdem körperlicher und seelischer Beistand geleistet.

Es wird noch genug Momente mit aussenstehenden Personen geben, die diesen Trost nicht spenden können oder wollen, so dass der Schmerz oft genug hinunter geschluckt werden muss. Da ist es doch schön, zu wissen, dass eine Mama auch hier einen Sonderstatus besitzt und man sich wenigstens bei ihr immer sicher und getröstet fühlen kann.

Beitrag von tibu79 04.02.11 - 20:46 Uhr

Mein Großer hat auch Phasen, wo er wg. jedem Pups heult. z.B. auch, wenn er bei ner Lapalie seinen Willen nicht kriegt.

Ich versuche, ihm beizubringen: Man weint nur wenn einem was weh tut oder man ganz doll traurig ist, aber nicht bei Kleinigkeiten.

Sicher mag er bei einem "Nein" ganz doll traurig sein, aber er soll nicht versuchen mit Heulerei seinen Willen durchzusetzen. Ich unterscheide daher Weinen u. Heulen.

Aua u. traurig sein sind natürlich große Tröstgründe#liebdrueck

#winke