Kind kommt, Liebe und Sexualität geht

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von sokannsleidergehn 03.02.11 - 15:27 Uhr

Hallo,

bin bis jetzt immer nur stille Mitleserin gewesen, nun möchte ich hier gern mein Herz (anonym) ausschütten.....

Vor 5 Jahren habe ich meinen Mann kennen gelernt, wir führten eine tolle Beziehung, nach 1,5 Jahren haben wir geheiratet und erstmal ein Haus gekauft, vor einem Jahr ist dann unser Wunschkind zur Welt gekommen...und unsere Beziehung gegangen...

Bitte nicht falsch verstehen, natürlich liegt es nicht am Kind, sondern an uns bzw. an meinem Mann.
Bereits in der Schwangerschaft hat er mit mir keinen Sex mehr gehabt, obwohl er beim FA mit dabei war und der ihm bestätigt hat, dass das nichts ausmacht.
Nun war mein Mann noch nie derjenige mit mehr Libido, aber wir hatten es eigentlich ganz gut hingekriegt.
Bei der Geburt war er auf eigenen Wunsch hin!!! dabei, er stand immer bei mir am Bettende, hat nicht mehr mitbekommen als ich und es war auch eine völlig unproblematische Entbindung.

Bereits nach 3 Wochen hat mich die Lust wieder so gepackt, dass ich einen Annäherungsversuch unternommen habe, der massiv abgeblockt worden ist....das tat weh!!#schock#schmoll#heul
Mein Mann meinte, dass er noch mit der Verarbeitung der Geburt zu tun hat und ich solle ihm einfach noch Zeit lassen.

Das hab ich auch, nach 2 Monaten habe ich nochmals vorsichtig das Gespräch mit ihm gesucht, auch des Öfteren danach, es kamen ausschließlich Ausreden (zu müde, grad zu viel Streß, unter druck...), die er mir bisweilen ziemlich heftig hingeworfen hat...

Auch ein Gespräch mit der Hebamme (evtl. Geburtstrauma bei ihm) hat nichts gebracht....

Nun, nach immerhin 1,5 Jahren, in denen wir überhaupt nicht mehr intim miteinander waren (und es geht hier nicht nur um GV, sondern auch um die ganz besondere Nähe) habe ich ihm gesagt, dass ich ihn verlassen werde.
Er sieht in mir, trotz Wellness-WE und "freien" Abenden (Oma hat Babysitting übernommen) NUR die Mutter seines Kindes, zu mehr ist er anscheinend nicht mehr bereit.

Ich bin sehr sehr traurig, wusste aber keinen anderen Ausweg.
Meine Schwiemu, mit der ich mich sehr gut verstehe, hat von ihm erfahren, dass ich ihn verlasse und hat mich heute besucht...dass es halt eine anstrengende erste Zeit ist, man Geduld braucht usw., irgendwann hab ich es nicht mehr ausgehalten und ihr gesagt, dass mein eigener Mann mich nicht mehr anrührt!!!
Sie war daraufhin sehr geschockt.

Es tut mir leid, wenn ich hier nun soviel #bla#bla abgegeben hab, aber Freunden von mir kann ich unmöglich erzählen, dass ich meinen Mann wegen "keinem Sex mehr" verlasse.

Vielleicht liest auch die ein oder andere diesen Thread, die unbedingt ihren Mann bei der Geburt dabei haben wollen, das ist nunmal nicht bei jedem empfehlenswert.

Danke#klee#schmoll

Beitrag von stubi 03.02.11 - 15:47 Uhr

So wie du schreibst, hattet ihr schon während der Schwangerschaft keinen Sex mehr, demnach glaube ich nicht an ein "Geburtstrauma". Da liegt was anderes im Argen.

Wie hat er reagiert, als du ihm gesagt hast, dass du ihn verlässt?

Beitrag von wartemama 03.02.11 - 15:53 Uhr

Das tut mir sehr leid für Dich - ich hätte in Deiner Situation genau so entschieden.

Alles Gute! #blume

LG wartemama

Beitrag von hinterwaeldlerin09 03.02.11 - 16:00 Uhr

Hallo,

es gibt zwei Arten von Beziehungen:

die, in denen ein Paar sich nur liebt und

die, in denen ein Paar sich liebt UND sie Freunde sind.

Wenn wegen äußerem Stress, persönlicher Probleme der einzelnen Partner etc. die Liebe nicht "funktioniert", haben die einen nichts mehr.

Die anderen können mit der Freundschaft die Durststrecke, die mal in der Liebe herrscht, überwinden und damit (vielleicht) zur Liebe zurück finden.

Ihr habt euch anscheinend nur geliebt. Das reicht für eine Beziehung, die auch Krisen überwindet - und in gewisser Weise ist die Geburt eines Kindes eine Krise - nicht aus.

Das ist meine Erfahrung.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von *********** 03.02.11 - 16:21 Uhr

Hallo,

erstmal tut es mir sehr leid das du diesen Schritt machen möchtest.
Sicher auch weil ich mich in deinen Mann hineinversetzen kann.
Mein Partner und ich sind seit über 10 Jahren ein Paar.
Nach und nach kam die Unlust, nach der letzten Entbindung sehr schlimm.
Es war nie so das wir monatelange Durststrecken hatten, aber viel war 2mal im Monat.
Vielleicht war es in diesem Fall auch besser weil ich diejenige mit der Unlust war und mit ihm darüber gesprochen habe.
Er war auch oft verletzt, konnte es schlecht nachvollziehen(verständlich).
Manchmal war es auch so das ich "mitgemacht" habe um ihn nicht zu verletzen.
Er hat mal zu mir gesagt das es ihn sehr traurig macht das wir uns auf dieser Ebene nicht mehr so verstehen wie früher.
Ich aber immer noch seine Frau bin und die Mutter seiner Kinder.
Das er lieber wartet als mich unter Druck zu setzen.
Das hat mir sehr die Last genommen.
Momentan probiere ich eine neue Pille und es ist besser:-)
Wir haben Hoffnung.
Ich weiß das kann dein Mann nicht, aber wenn sonst in der Beziehung alles stimmt, würde ich vielleicht doch eher abwarten.

Alles Gute für dich bzw. euch

Beitrag von stubi 03.02.11 - 17:00 Uhr

**Ich weiß das kann dein Mann nicht, aber wenn sonst in der Beziehung alles stimmt, würde ich vielleicht doch eher abwarten. **

Auf was soll sie warten? Ihr Mann ist scheinbar nicht bereit, aktiv an einer besseren Paarbeziehung mitzuarbeiten. Es gibt außerhalb des Sexes auch keine Nähe mehr. Er sieht in ihr nur noch die Mutter seines Kindes und eine bevorstehende Trennung bewegt ihn scheinbar nicht zum nachdenken.

So leid es mir für die TE tut, sie macht den einzig richtigen Schritt und beendet das Ganze, ehe sie gefühlsmäßig daran ganz zu Grunde geht.

Beitrag von sniksnak 03.02.11 - 18:44 Uhr

Mich würde mal interessieren, wie er denn darauf reagiert hast, dass du diesen Schritt gehen willst?! Und hast du ihm den Grund auch explizit genannt?

LG

Beitrag von sophielogie 03.02.11 - 19:53 Uhr

Hallo,

ich halte dich nach deinem thread eintrag für eine sehr gut beobachtende frau , die auch offen mit problemen umgeht und diese versucht zu klären, aber vorallem anspricht.

Ich denke, dein Weg ist jetzt erst mal der richtige.
Dein mann hat denke ich psychische Probleme- die er aber jedoch erst einsehen muss.
So wie du schreibst, hängt es nicht nur mit der geburt zusammen- was aber auch einen Mann sehr prägen kann, klaro.

Du hast es richtig gemacht, es liegt wohl am sex - für dich der grund, aber ich erkenne da auch andere Probleme, die er entwickelt hat- depressionen!
Sowas kommt nicht von heute auf morgen.

Also, er muss es erst selber merken und du kannst ihn da auch erstmal nicht helfen.

Alles gute!!
heike

Du kannst ihm nicht helfen

Beitrag von akula22 04.02.11 - 01:51 Uhr

Dein Beitrag geht mir nah, denn meine Ehe verlief sehr ähnlich #liebdrueck

Habe mich gelöst. Und ich konnte auch damals allen Leuten schlecht sagen, warum ;-)

Niemand sollte Dich dauerhaft davon abhalten, die intime Nähe und den Sex zu bekommen, den Du brauchst - schon gar nicht Dein Partner/ Ehemann.

Der erste Schritt ist gemacht.
Warte ab.
Gewinnen wirst Du so oder so.

Entweder den Dir angetrauten Ehemann, der Dich liebt, wertschätzt und begehrt (weil er jetzt wach wird) oder aber Dein weiteres freies Leben ohne ihn. Dann wirst Du auf kurz oder lang den Partner finden, mit dem Du auf allen Ebenen glücklich sein kannst.

Glaub an Dich, meine Bewunderung hast Du #herzlich

Beitrag von ttr 04.02.11 - 08:00 Uhr

ich kann dich gut verstehen und du machst das richtige.
der vorhandene sex macht erst den unterschied zwischen partnerschaft und freundschaft. ne freundschaft kann ich mit vielen haben...eine partnerschaft ist aber mehr...und auf eine partnerschaft auf dauer zu verzichten muss sich niemand antun.
er scheint ja damit auch zufrieden zu sein, dass du ihn verlässt und scheint nicht zu kämpfen und an sich zu arbeiten, damit du zufrieden wirst.
von daher: such dir jemanden, der wirklich zu dir passt und dann lass es krachen

Beitrag von fastgenauso 04.02.11 - 23:37 Uhr

Ist bei uns fast genauso.
Etwas längere Beziehung, etwas älteres Kind, ebenfalls Haus.
Während der Schwangerschaft wollte er auch keinen Sex mehr.
Ursprünglich wollte ich ihn nicht bei der Geburt dabei haben, haben uns dann geeinigt, dass er mitkommt, aber sowohl er gehen kann als auch ich ihn rausschicken kann. Er ging zwischendurch mal raus. Als er wieder kam, hab ich ihn wieder rausgeschickt. Als das Baby da war, konnte er wieder rein. Er hat die Nabelschnur durchtrennt und den kompletten Rest miterlebt.
Wir haben fast keinen Sex mehr, "richtig" küssen schon seit Jahren nicht mehr und die Beziehung wird immer schlechter. Nicht, dass wir uns viel streiten würden. Wir leben einfach aneinander vorbei. Keine Gemeinsamkeiten.
Alles, was mich interessiert, findet er uninteressant.
Als ich gerade an einem großen Tiefpunkt war, hab ich einen anderen Mann kennengelernt. Daraus hat sich eine Art Affaire entwickelt. Wir können uns zwar höchstens 1 x im Monat sehen, aber das hat mir wieder etwas Selbstvertrauen und Kraft gegeben, was zuvor nicht mehr da war.
Fühle mich von meinem Partner absolut ungeliebt.
Als ich in Elternzeit war, ist er JEDES WE ohne mich weggegangen.
Ich war nahezu immer mit dem Kind alleine.
Er mag auch keine Familienaktivitäten wie Schwimmbad oder so was. Er war noch nie mit dem Kind auf dem Spielplatz. Mit den Eltern im Kiga will er nichts zu tun haben. Etc.
Ich weiß, dass das alles keine Entschuldigung für eine Affaire ist, aber ich weiß nicht, wie fertig mich das alles noch gemacht hätte, wenn dieser Mann nicht plötzlich da gewesen wäre und mir gezeigt hat, dass ich sehr wohl noch irgendwas Positives an mir habe. Ich war an einem absoluten Tiefpunkt.
In einer intakten Beziehung hätte ich auch niemals so etwas getan.
Aber so hab ich überhaupt mal Sex (und dazu Großartigen).
Und habe schon seit Monaten, schon vor der Affaire, immer wieder versucht, mit ihm zu reden. Dass es so nicht weiter gehen kann. Und das es nicht alles gewesen sein kann.
Ich denke, dass wir uns trennen werden. Wir müssen nur regeln, wie wir das mit dem Kind und dem Haus hinkriegen. Ich hätte mir so sehr eine "richtige Familie" für mein Kind gewünscht. Pech gehabt.
Leider arbeiten wir noch in der gleichen Firma, das macht es nicht leichter.

Viel Glück, wie auch immer alles bei euch ausgeht!!!