Die wunderschöne Geburt von Maximilian, 30.12.2010

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von weidenkaetzchen 03.02.11 - 19:06 Uhr

In der Nacht vom 29.12. wurde ich morgens gegen 3 Uhr von einer Wehe geweckt. Da ich seit Heiligabend immer mal wieder leicht schmerzhafte Wehen hatte, dachte ich mir nichts dabei, drehte mich rum und schlief wieder ein. Wenig später holte mich die nächste Wehe aus dem Schlaf, es folgte noch eine. Da ein Positionswechsel nichts half, beschloss ich, aufzustehen und im Wohnzimmer etwas auf und ab zu laufen. Vielleicht verschwanden die Wehen dann ja wieder...
Also lief ich, in eine Decke gehüllt, meine Runden und machte mir nebenbei eine Wärmflasche, denn die Wehen waren jetzt doch schon recht unangenehm. Irgendwann begann ich, die Wehen zu veratmen und als sie in immer kürzeren Abständen kamen, begab ich mich auf dem Sofa in den Vierfüßlerstand – so war es am besten auszuhalten.
Da es nicht besser wurde, sah ich bei jeder Wehe auf die Uhr: 3.19, 3.27, 3.35, 3.40, 3.46... Ich war verunsichert. Die Wehen kamen schon alle 5-10 Minuten, waren aber nicht so heftig und vor allem nicht so lang andauernd wie ich in dem Stadium vermutet hätte. Waren das jetzt Übungswehen oder schon richtige Wehen? Sollte ich meinen Mann wecken oder abwarten?
Ich hielt durch bis morgens um halb sechs, dann konnte ich nicht mehr und kroch trotz Schmerzen zurück in mein Bett. Um 6 Uhr klingelte der Wecker meines Mannes und da ich noch immer Wehen hatte, erzählte ich meinem Mann davon. Er wollte natürlich sofort ins Krankenhaus fahren und schließlich ließ ich mich dazu überreden.
Um 8 Uhr waren wir dann im KH und ich wurde ans CTG geschlossen. Die Wehen waren fast wieder weg – war ja klar! Mein Muttermund war weich und fingerdurchlässig, der gleiche Befund wie eine Woche zuvor bei meiner Frauenärztin. Frustration machte sich breit – ich war überzeugt gewesen, nach der anstrengenden Nacht hätte sich was getan! Wir wurden jedoch wieder nach Hause geschickt.

Gegen 12 Uhr mittags wurden die Wehen wieder stärker. Ich versuchte, den Schlaf der vergangenen Nacht nachzuholen, aber kaum war ich eingedöst, weckte mich eine Wehe. Nachmittags gegen 17 Uhr verlor ich auf der Toilette meinen Schleimpfropf und rief daraufhin meine Hebi an. Sie meinte, da tut sich jetzt was am Muttermund, wenn ich unsicher wäre, solle ich ins KH fahren. Ansonsten bräuchte ich aber nichts zu überstürzen, könne auch noch zu Hause bleiben und ein Bad nehmen oder wonach mir sonst wäre. Ich entschied mich für das Bad, auch wenn mein Mann nicht gerade begeistert war. Er hatte Angst, dass wir nicht rechtzeitig ins KH kämen...
Ich zündete Teelichte an, nahm ein gut duftendes Badeöl und konnte seit der schlaflosen Nacht endlich wieder richtig entspannen. Auch wenn ich noch nicht ganz glauben konnte, dass es jetzt losging, „verabschiedete“ ich mich schon mal von meinem Babybauch, den ich so liebgewonnen hatte und sagte meinem Baby, dass es jetzt kommen dürfe und wir bereit seien.
Dann packten mein Mann und ich die letzten Sachen in die Kliniktasche und fuhren ins KH. Um 20 Uhr war ich wieder am CTG, diesmal waren wenigstens Kontraktionen zu sehen. Bei jeder Wehe drückte ich fest die Hand meines Mannes und atmete tief ein und aus. Die vaginale Untersuchung ergab, dass der Muttermund schon 5 cm auf war! Wir waren überrascht und ich musste immer wieder daran denken, dass mein Kind sich jetzt tatsächlich auf den Weg machte. Wie lange hatte ich auf diesen Tag gewartet?
Die Hebammenschülerin meinte, wenn es geht, sollen wir bis 23 Uhr durchs KH laufen, dass drückt gut auf den Muttermund. Dann sollte nach einem CTG weiter entschieden werden.
Also liefen wir los, marschierten auf und ab, drinnen wie draußen. Zwischendurch blieb ich immer wieder stehen um die Wehen zu veratmen. Sie waren aber gut auszuhalten und ich den Wehenpausen unterhielt ich mich mit meinem Mann und wir freuten uns auf unser Kind. Ich war allerdings froh, dass es später Abend und das Krankenhaus leer war -die blöden Blickes des Mannes von der Anmeldung reichten mir.

Um 23 Uhr wurde dann wieder ein CTG gemacht, mein Muttermund war schon 7-8 cm auf! Ich hatte mir die Eröffnungsphase viel schmerzhafter vorgestellt und war froh, trotz der „noch angenehmen“ Wehen schon so weit zu sein. Im Kreißsaal erwartete mich
Evelin – meine Hebamme aus dem Vorbereitungskurs! Ich freute mich riesig, dass sie mich entbinden würde.
Im Kreißsaal kam ich wieder ans CTG und sollte weiter auf und ab laufen. Die Wehen wurden jetzt stärker, bei einigen stöhnte ich schon, erst zaghaft – ich kam mir so blöd dabei vor! - dann aber immer lauter, weil es gut tat. Mein Mann eilte bei jeder Wehe zu mir um mir das Kreuzbein zu massieren, wie wir es im Vorbereitungskurs gelernt hatten – das war wirklich sehr angenehm. In den Wehenpausen plauderten mein Mann, Evelin und ich ganz nett, es hat richtig Spaß gemacht. =D
Um 1.30 Uhr war mein Muttermund bei 9 cm, ich durfte mich aufs Bett legen und etwas ausruhen. Um 2.30 Uhr gings dann aber weiter mit der Lauferei, Evelin und ich warteten auf den Pressdrang, der aber nicht kam... Da der Muttermund immer noch nicht ganz auf war, bekam ich um 3 Uhr zwei Buscopan-Zäpfchen, die das Gewebe weicher machen sollten. Daraufhin wurden meine Wehen stärker, die Fruchtblase platzte, aber der letzte Zentimeter fehlte immer noch. Ich hatte keine Wahl – um 3.30 Uhr kam ich an den Wehentropf, damit die Wehen häufiger und stärker kamen. Zusätzlich sollte ich verschiedene Positionen ausprobieren, um dem Baby den Weg durchs Becken zu erleichtern.

Die Wehen kamen jetzt alle 3 Minuten und wurden immer heftiger – bei jeder Wehe schrie ich den Kreißsaal zusammen und zerquetschte meinem Mann fast die Hand... Irgendwann war ich soweit dass ich bei jeder Wehe wimmerte, ich könne nicht mehr... Mir war so heiß und ich hatte unerträglichen Durst – in jeder Wehenpause musste mein Mann mir etwas zu trinken geben und mein Gesicht mit einem nassen Lappen abwischen. Endlich durfte ich dann pressen, lag am Bettende auf dem Rücken, die Unterschenkel auf Beinstützen gelegt, an deren Stangen ich mich mit den Händen festhalten sollte. Mein Mann saß hinter mir auf dem Bett und streichelte mich, lobte mich, machte mir Mut.
Irgendwann rief Evelin, dass sie den Kopf sehen kann und ermutigte mich bei jeder Presswehe: ,,Ich sehe ganz viele schwarze Haare, dein Maximilian will aussteigen!“ Endlich war der Kopf dann geboren und mit der nächsten Presswehe folgte der Rest. Es war 5.26 Uhr: Maximilian war geboren! Er wurde mir gleich auf den Bauch gelegt und mein Mann schnitt die Nabelschnur durch. Meine Schmerzen waren schlagartig weg und uns durchströmte nur noch Glück und Stolz...
Die Kinderärztin, die unter der Geburt dazukam, meinte, dass ein kleiner Dammschnitt gemacht werden musste. Von dem hatte ich überhaupt nichts mitbekommen... Ich bekam ein Zäpfchen um die Geburt der Plazenta zu beschleunigen und dann wurde unter Betäubung der Damm genäht. Ich lag immer noch auf dem Rücken, die Beine auf den Stützen und konnte von meinem Sohn kaum mehr sehen als etwas Haut und seine dunklen nassen Haare...
Nach einer gefühlten Ewigkeit wurden wir schließlich in einen anderen Kreißsaal geschoben, wo ich Max endlich anlegen und ihn mir genauer anschauen konnte. Mein Mann informierte in der Zwischenzeit unsere Eltern, um ihnen die frohe Botschaft zu überbringen.

Diese Geburt war der perfekte, krönende Abschluss einer tollen, unkomplizierten Schwangerschaft – nie hätte ich mir dieses Erlebnis so schön vorgestellt! Die Wehen waren gut auszuhalten, mein Mann und ich waren ein super Team und abgesehen von den letzten beiden schmerzhaften und anstrengenden Stunden war die Geburt für mich – sogar wortwörtlich, so viel wie ich gelaufen bin – ein Spaziergang =D
Hier noch die Maße (Kreißsaal) unseres Muckelchen:

49 cm
2750 g
34,5 KU

Beitrag von ah2011 03.02.11 - 21:09 Uhr

#herzlich Glückwunsch.
Ein ganz süßer Fratz ist dein kleiner Max. Ha, das reimt sich ja.
Das macht ja Mut entspannter als Erstgebärende an die Geburt zu gehen!
Sehr schöner Bericht. Er war ja eher ein Fliegengewicht. Wenn ich mir vorstelle dass die meisten Krümel 1kg mehr wiegen! #gruebel
Welche Woche hast du entbunden?

Eine schöne Kennenlernzeit wünsch ich euch! #winke

Beitrag von weidenkaetzchen 04.02.11 - 12:34 Uhr

Habe in der 40. ssw entbunden, bei 39+2
eigentlicher ET wäre der 4.1.11 gewesen =)

Beitrag von vivi8 03.02.11 - 22:09 Uhr

Du beschreibst ja fast meine Gebur :-)
ausser der Dammschnitt ;-)
Ich liebe Geburten, würde es immer wieder machen, allerdings der Kopf... der hindert mich daran nochmal ein Würmchen zu bekommen, das tat echt weh !!

Aber echt toller Bericht ;-)
Kussi

Beitrag von borughtbackm 04.02.11 - 10:36 Uhr

Herzlichen Glückwunsch! :-D

Super geschrieben, hat Spaß gemacht zu lesen :-)

#fest #winke