Vom AG freibekommen für Hochzeiten und sonstige Familienfeste

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von neumama79 03.02.11 - 19:24 Uhr

Guten Abend,

als Frau eines Arztes, der gleichzeitig auch eine Führungsposition im "Unternehmen" seines Vaters inne hat, möchte ich mich hier einmal zu Wort melden. Ich schreibe normalerweise nur selten in diesem Forum. Aber es gab im "Familienleben" einen Beitrag, da wurde heftigst angezweifelt, daß es Chefs gibt, die einem, solange man das rechtzeitig anmeldet, für Hochzeiten frei geben. Es wurde vehement die Meinung vertreten: Jeder ist ersetzbar. Ja, das stimmt. Jeder ist ersetzbar. Wenn eine plötzliche Erkrankung eintritt, muß der Chef sich damit abfinden und Lösungen suchen.

Das ist im "Unternehmen" meines Schwiegervaters nicht anders. Aber es gibt durchaus Situationen, da gibt es nicht frei. Die Dienst- und Urlaubspläne werden, um einen reibungslosen Ablauf zu gewähren, lange vorher abgestimmt. Wenn da nur ein Mitarbeiter aus der Reihe tanzt, dann gibt es Probleme die Arbeit ordentlich zu leisten. In dieser Branche geht das aber nicht. Es muss immer alles professionell zugehen. Das ist wichtig.

Mein Schwiegervater ist denke ich ein guter Chef. Auch menschlich. Aber im Interesse des geregelten Arbeitsablaufs gibt es keine Extrawürste. Wenn der Dienstplan steht, dann steht er. Wenn ein Krankheitsfall eintritt, müssen andere Kollegen Doppelschichten schieben. Nicht schön, aber in so einem Fall unvermeidbar.

In die Urlaubsplanung hängt sich mein Schwiegervater als Chef übrigens nur selten rein. Am Liebsten gar nicht. Er ist der Meinung, seine Angestellten sind erwachsen. Sie müssen das unter sich klären. Ich weiß aber auch, daß es beim alteingesessenen Personal eine gewisse Hierarchie gibt, aus der gewisse Leute Ansprüche für sich ableiten. Wenn dann eine junge neue Kollegin kommt, die gleich auftrumpft, weil sie wegen einer Familienfeier unbedingt frei haben muss, ich glaube, nicht, daß da auch nur eine nachgeben würde.

Ich will damit sagen, auch wenn jeder ersetzbar ist, heißt das noch lange nicht, daß alle Freizeitwünsche von Seiten des Chefs auch erfüllt werden.

Also hackt bitte nicht auf Euren Brüdern, Schwestern, Müttern, Vätern oder der Schwiegerfamilie herum, wenn mal nicht alles so läuft, wie Ihr es Euch vorstellt. Und vor allem, fühlt Euch nicht immer gleich angegriffen. Niemand will Euch was böses. Nur es gibt Situationen, da muß man sich dem Berufsleben beugen.

Auch wenn Ihr das alle ganz anders kennt und so noch nie erlebt habt.

Neumama

P.S. Ich frage mich, wenn Eure Chefs alle so nett und freundlich und sozial sind, warum gibt es dann im Forum oft so viel Gejammere über die Jobs bzw. die Bedingungen unter denen gearbeitet werden muss?

Beitrag von altehippe 03.02.11 - 19:50 Uhr

Achso ist das....

Beitrag von 1familie 03.02.11 - 19:52 Uhr

Hallo,

ich kann mich über meinen Chef überhaupt nicht beschweren, es ist nett und zuvorkommend.

Wenn wir etwas (Für uns wichtiges) vorhaben, dann versucht er auch das dies möglich ist einen Tag frei zu bekommen oder wir Kollegen untereinander sprechen uns ab.
Wir haben sogar an unserem Geburtstag frei :-)

Mein Mann ist Chef und auch er versucht das seine Angestellten die gewünschten Freitage bekommen, die sie brauchen und auch sonst hat er immer ein Ohr offen für Probleme in seiner Firma.

Was sind Extrawürste für dich???
Bei uns werden Urlaubswünsche von Mütter von schulpflichtigen Kindern schon eine Extrawurst eingeräumt.

Grus

Beitrag von october 03.02.11 - 20:01 Uhr

Hallo,
ich kann relativ spontan und ohne langfristige Absprache freimachen (bezogen auf einzelne Tage, keinen Jahresurlaub). Ich arbeite im Büro. Mein Aufgabengebiet ist i.d.R. so angelegt, dass es auf ein oder zwei Tage nicht ankommt, weil die Aufgaben so komplex sind, dass die Bearbeitung sich über einen großen Zeitraum hinzieht. Wir sind auch nur zu zweit in unserer Abteilung. Da ist die Absprache sehr einfach. Es brennt auch nicht die Hütte oder stört die Abläufe im Haus massiv, wenn wir mal einen Tag nicht da sind.

LG Annika

Beitrag von hummingbird 03.02.11 - 20:23 Uhr

Eine Hochzeit / Familienfeier ist idR lange bekannt. Ich finde es merkwürdig, wenn der AG das nicht im Dienstplan einbauen kann.

Beitrag von windsbraut69 04.02.11 - 09:41 Uhr

Brückentage wie im Beispiel der Hochzeit des Bruders aber auch und da ist der Andrang auf Urlaub entsprechend hoch.
Da kann es - auch in vorbildlichen Betrieben - durchaus vorkommen, dass die geplante Abwesenheit schon das Maximum erreicht hat und niemand mehr entbehrlich ist.

Gruß,

W

Beitrag von hummingbird 04.02.11 - 13:34 Uhr

Ich habe nichts von einem Brückentag gelesen.

Gruß
h

Beitrag von marion0689 03.02.11 - 21:55 Uhr

Aha, und nun???

Hochzeiten und andere größere Feierlichkeiten sind in der Regel lange vorher bekannt. Und da finde ich es schon komisch, wenn ein Chef sowas nicht einplanen kann.

Bei uns ist das kein Problem.
Mein Mann bekommt sogar relativ kurzfristig mal frei, wenn es sein muss.

WAS hätte denn dein Schwiegervater gemacht, wenn es folgende Situation gäbe ( war bei meinen Eltern ):
Mein Onkel ist völlig unerwartet mit 52 gestorben. Allerdings im Ausland. 900km weit weg. Mein Vater hatte Frühdienst, als meine Mutter es erfahren hat. Meine Mum hat bei meinem Vater angerufen und der hat sofort frei bekommen. Und das sogar noch für die nächsten 5 Tage. Weil sie ja ins Ausland fahren mussten.

Müssten bei deinem Schwiegervater dann 5 Tage lang irgendwelche Leute Doppelschichten einlegen?? ALso ich finde, sowas müsste dann schon anders organisiert werden, oder???

Und außerdem finde ich nicht gut, dass sich dein Schwiegervater nicht in die Urlaubsplanung einmischt. Wenn er sieht, dass dort einige untergebuttert werden was den Urlaub angeht, sollte er sich doch mal für die Leute stark machen.

LG

Beitrag von hoeppy 04.02.11 - 09:19 Uhr

Hallo,

ich finde Dein Schwiegervater ist kein guter Chef wenn sich die Mitarbeiter selbst einigen müssen wer Urlaub bekommt.
Das wäre ja vielleicht in Ordnung, aber Du schreibst selbst, das eine neue Mitarbeiterin keine Chancen hätte...

Dein Schwiegervater sollte da schon für Gerechtigkeit sorgen. Für was braucht eine ältere Mitarbeiterin, deren Mann viell. schon Rente bekommt in den Sommerferien Urlaub-während eine neue Mitarbeiterin, die viell. 2 Kinder hat und alleinerziehend ist keinen bekommt.

Er ist der Chef also sollte er das regeln.

Ich bin übrigens eine Extrawurst :-p, genau wie andere Kollegen,...

Verstehe mich super mit meiner Chefin und bekomme frei wenn ich es möchte. Die Dienstpläne stehen immer einen Monat vorher. Wenn nun ein Familienfest oder etwas anderes geplant ist, dann frag ich ob ich frei bekomme und ein anderer springt für mich ein.
Und ich springe dann für denjenigen ein wenn er frei braucht oder an einem Tag seiner Wahl.
Ich hatte bisher nur gute Chefs und bin froh das ich nicht bei so nem Chef wie die, die Du beschrieben hast arbeiten muss.
Bei euch hat ein AN zu funktionieren. Bringt er nen gelben Schein wird das hingenommen-geht ja nicht anders.
Doch Menschlichkeit fehlt.

Was passiert wenn bei einem Mitarbeiter von euch, wenn ein Angehöriger stirbt und der sich nicht in der Lage fühlt zu arbeiten?


Was passiert einer Mitarbeiterin deren Mann abhaut und sie ne Woche frei bräuchte um alles zu organisieren obwohl sie im Plan steht?

Was passiert wenn der Ehemann einer Mitarbeiterin im KH war und nun zuhause versorgt werden möchte,...

Bei meiner Chefin würde ich in all diesen Fällen immer frei bekommen. Entweder Urlaub oder Überstundenabbau.

So etwas zeichnet einen guten Chef aus.

Und unsere Firma läuft trotzdem, keiner nutzt das aus und alle sind zufrieden.

LG Mona

Beitrag von hoeppy 04.02.11 - 09:25 Uhr

P.S. vielleicht solltet ihr mal ein Seminar besuchen.

Es gibt da viele nach dem Motto:

"Gute Mitarbeiterführung"

"Wie werde ich ein guter Chef"

Brüsten braucht man sich mit solchen Führungsqualitäten, die hier an den Tag gelegt werden jedenfalls nicht.

LG Mona

Beitrag von peanutbutter 04.02.11 - 10:11 Uhr

Hallo,

ich finds immer echt "schön", wenn hier steht "ich hab nen netten Chef, weil ich immer bekomme, was ich will"...und wenn ich nicht bekomme, was ich will ist er böse....

Wart Ihr selber schon mal Chef und verantwortlich für Organisation usw.? Wenn ich solche Kommentare lese, wie "Besuch doch mal ein Seminar", dann bezweifele ich das.

Chefs sind nicht ausschließlich dazu da, daß es den Angestellten gut geht. Wenn man es mal nüchtern betrachtet, gibt es die Firmen doch nur um Geld zu verdienen. Die wenigsten fangen doch eine Selbstständigkeit/Firmengründung an, damit ihr (die Angestellten) Arbeit bekommt. Sondern jemand will Geld verdienen und "kauft" sozusagen Eure Arbeitskraft.

Das ganze sollte ein Geben und Nehmen sein von beiden Seiten. Wenn es möglich ist sollte auch auf die Wünsche der MA eingegangen werden. dabei sind aber auch immer die Folgen für die anderen MA zu berücksichtigen. Das macht nämlich einen guten Chef aus. Das er die Gesamtübersicht hat und alle MA im Blick behält. Da muß man sich auch mal unbeliebt machen und NEIN sagen...
Im Fall der TE denke ich zwar auch, daß der Chef sich mal einmischen müßte, wenn es im Urlaubsfall solch ein Verhalten von langen Mitarbeitern gegenüber neuen MA gibt. Ansonsten denke ich ist es doch okay, wenn die MA sich eigentvertantwortlich absprechen.

Als Chef kann man auch nicht alle Eventualitäten einplanen (Todesfälle, lange Krankheiten usw.) und Reservemitarbeiter einstellen, die sonst nicht genug beschäftigt werden können wenn alle da sind und nur für solche Notfälle zur Verfügung stehen. So einen Job würde doch auch keiner von euch haben wollen, oder?
In euer privates Leben plant Ihr doch auch nicht solche Notfälle mit ein...aber vom Chef, der ja eigentlich mit eurem privaten Leben nichts zu tun hat, erwartet Ihr es...

Gerade wenn es ein kleiner Betrieb ist, der kann sich sowas nicht leisten!
Dann müssen nunmal auch die Kollegen solche Situationen mitauffangen. Ich frage mich auf welchem Planeten hier einige leben, die sich darüber beschweren, daß dann andere MA in solchen Fällen Doppelschichten leisten müssen. Wie stellt Ihr Euch das alles vor????

Ein bißchen mehr Gegenseitiges Verständnis würde ich mir wünschen. Der Chef ist auch nur ein Mensch und hat eben die Verantwortung an erster Stelle Gewinn zu erwirtschaften und dabei an erst zweiter Stelle die Bedürfnisse der MA zu erfüllen. Wäre mir wirklich neu, wenn es andersherum wäre...




Beitrag von neumama79 04.02.11 - 10:26 Uhr

Mein Schwiegervater muß sich im Fall einer neuen Kollegin nicht einmischen. Jedenfalls nicht in der Regel. In den ersten 6 Monaten eines neuen Arbeitsverhältnisses gibt es sowieso keinen Urlaub.

Es ist natürlich nicht so, daß mein Schwiegervater unmenschlich ist. Seine Mitarbeiter - und das sind nicht wenige - sind zufrieden. Er gehört nicht zu den Unternehmern, die ihre Mitarbeiter ausbeuten. Er zahlt gut - für gute Arbeit. Ihr könnt Euch sicher sein, wer bei ihm angestellt ist, braucht z.B. keine ergänzenden Hilfen zu beantragen.

Aber er erwartet auch etwas dafür: Leistung und Einsatz.

Wenn ein Mitarbeiter ein wirklich wichtiges Anliegen hat, Trauerfall, schwere Krankheit in der Familie, dann ist mein Schwiegervater der Letzte, der seinem Mitarbeiter die benötigte Freizeit verweigert. Als der Mann seiner Sekretärin mit einem Herzinfarkt ins KKH eingeliefert wurde, hat er persönlich dafür gesorgt, daß sie vom Büro aus sofort ins KKH gefahren wurde und zwar mit dem Dienstwagen und dazugehörigem Fahrer.

In so einem Fall mischt er sich ein. Aber er wägt ab, was ist nötig, was nicht. Wenn es um eine Familienfeier geht, müssen sich die Mitarbeiter untereinander einigen, mit solchen Rangeleien beschäftigt er sich nicht. Er hat anderes zu tun.

Neumama