2 Themen: Sprachheilschule und Sprachentwicklungsstörung

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Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von arite78 03.02.11 - 19:49 Uhr

Hallo

Mein Sohn Marius (er hat eine Sprachentwicklungsstörung, er vertauscht gern Buchstaben und Grammatik ist auch nicht so toll) ) wird wahrscheinlich im Sommer auf unsere sprachheilschule kommen. Ich hab mit letzten Sonnabend mal die Schule angeschaut und bin begeistert, kleine Klasse .... was dazukommt in der Schule wird der ganz "normale" Grundschulstoff durchgenommen und er könnte jederzeit auf eine "Regelschule" wechseln.

Marius muss dann im März 2 Tage zur Diagnostik und dann bekommen wir Bescheid ob ja oder nein.

Hat jemand Erfahrungen mit Sprachentwicklungsstörung und ob Marius auch mal "normal Sprechen" kann und könnt Ihr was über Sprachheilschulen sagen.

Danke

LG Arite

Beitrag von kati543 03.02.11 - 20:55 Uhr

Das Konzept der Sprachheilschule ist genau so. Voraussetzung für den Besuch dort ist ein durchschnittlicher IQ (daher ist ein vorheriger IQ-Test Pflicht) und keine weiteren (kognitiven) Behinderungen. Das Ziel dieser Grundschule ist ja, die Kinder in die Regelschule einzugliedern. Die Sprachheilschule endet ja nach der grundschule. Die Klassen sind kleiner und zum normalen Stundenplan gibt es eben noch Logopädie dazu. Ob dein Kind je sprechen lernen wird normal können wir dir nicht sagen - wie auch? Wir kennen dein Kind nicht. ;-) Es gibt nicht DIE Sprachentwicklungsstörung. Ich habe 2 Söhne. beide haben eine massive Sprachentwicklungsstörung. Omar, der Große, wird irgendwann normal reden können - bei Daniel sind wir uns nicht sicher, ob er jemals ein Wort sagen wird.
Das einzigste neagtive an dieser Schulform ist, dass sie eben wahrscheinlich abgeschafft werden soll. Es wird schon ganz ordentlich deswegen diskutiert.

Beitrag von arite78 03.02.11 - 21:23 Uhr

Hallo

danke für deine Antwort,

Von der Intelligenz ist er altergerecht entwickelt, ist auch vom SBZ getestet worden, er hat sogar eine Ader für Technik, was ich hier auch jeden tag merke ;-)

Bei ihm ist die Verzögerung aufgrund von stark vergrösserten Mandeln, Polypen und Wasser hinterm trommelfell entstanden, vor der Komplettentfernung von Mandel und Polypen hatte er eine Hörminderung von 30 % und erst seit dieser OP vor 3 jahren kann er richtig hören und somit auch sprechen.

marius bekommt seit 1,5 jahren Logopädie und macht jeden Tag Fortschritte.

LG Arite

Beitrag von kati543 03.02.11 - 22:19 Uhr

Na dann holt er das auch auf und wird irgendwann normal reden können. Das Ding heißt übrigens SPZ ;-)
Ich überlege auch schon wegen einer Sprachheilschule für meinen Großen. Er soll eigentlich nächstes Jahr eingeschult werden als Muß-Kind. Wir haben nun die Option 1 Jahr zurückstellen lassen - oder nicht und dann natürlich die Qual der Schulwahl. In Frage würde kommen entweder Regelgrundschule, Regelgrundschule mit Begleitung/I-Kraft, Sprachheilschule. Omar bekommt seit Mai 2009 Logo und hat bisher auch riesige Fortschritte gemacht. Außerdem hat er einen I-Platz im Kiga.

Beitrag von kati543 03.02.11 - 22:20 Uhr

...ach ja - ein Technikfreak ist mein Omar auch ;-) Vielleicht hängt das ja mit der Sprache zusammen :-D Er schraubt alles auseinander, was irgendwie geht.

Beitrag von klodeckel 05.02.11 - 19:31 Uhr

Ich würd mich gern mal einklinken;-) da meine Tochter auch 5 Jahre lang erst ab 70db gehört hat, Paukenröhrchen bekam und seit ein paar Tagen mit Hörgeräten versorgt ist, ist das Thema für mich gerade aktuell.

Habt Ihr mal über eine Sprachheilreha nachgedacht? Es gibt eine ganz tolle Klinik, die so etwas behandelt, bevor man sich Gedanken über die Beschulung macht.
Nur so als Tipp;-)

Beitrag von kati543 05.02.11 - 20:58 Uhr

Das kommt immer auf die Schwere der Sprachstörung an. Bei meinem Sohn ist eine Sprachheilreha nicht ausreichend. Er hört 30dB und hat gleichzeitig eine auditive Wahrnehmungsstörung. Er ist jetzt durch Frühförderung, I-Status im Kiga und knapp 2 Jahre Logo nur noch reichlich 1 Jahr Sprachentwicklungsverzögert - nur heute kam die Anmeldung für die Grundschule. Eine Sprachheilreha reicht bei ihm nicht, um ihn dann in 1,5t Jahren einschulen zu lassen. Und die Zeit rückt ja immer näher. Bei ihm ist jetzt eine 4-6 wöchige stationäre Intensivsprachtherapie geplant. Und derzeit kämpfen wir, dass die Kasse ihr OK gibt und er da hin kann. Aber 4-6 Wochen Krankenhaus und dann auch noch den ganzen Tag Therapien sind natürlich sehr, sehr teuer.
Ansonsten wird er es wohl nicht schaffen bis zur Einschulung.

Beitrag von klodeckel 05.02.11 - 21:39 Uhr

Mit der Reha meinte ich eigentlich eine Intensivtherapie...Werscherberg ist ganz toll.
Ich denke schon, dass die KK das übernimmt, ich drück Euch die Daumen!

Beitrag von kati543 09.02.11 - 16:34 Uhr

Werscherberg ist aber schon eine Reha. Und die übernimmt eigentlich die Rentenversicherung und nicht die Krankenkasse - oder zumindest kann die Kasse das ablehnen mit Verweis auf die Rentenversicherung.
Ich meinte einen Aufenthalt stationär in einem richtigen Krankenhaus. Schau mal hier:
http://www.clementine-kinderhospital.de/medizin/neurologie-mit-schlaflabor-stimm-und-sprachabteilung/leistungsspektrum.html

Beitrag von fussel_35 05.02.11 - 21:34 Uhr

unsere tochter gin ein jahr in den sprachheilkindergarten und geht nun ich die sprachheilklasse. es wurde aber kein iq test gemacht (hätte mich da auch geweigert denn sie ist nicht dumm sondern hat nur probleme mit dem srechen). bei uns ist es so das sie die 1. klasse in 2 jahren machen da sie die buchstaben "intensiver" lernen. wir haben schon große fortschritte festgestellt.