Lehrerin bemängelt Verhalten --> Mein Kind haut seine Mitschüler..

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von schokomuffin88 03.02.11 - 19:50 Uhr

Huhu Mädels und Jungs,

hatte neulich ja schon gepostet das es Probleme mit meinem großen Spross in der Schule gibt:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=6&tid=3002453

Nun war heute ein trauriges Gesicht im Hausaufgabenheft mit dem Hinweis: VERHALTEN!

Ich hab ihn gefragt was los war und er erzählte mir folgendes:

Eine Klassenkameradin hat ihn gekniffen, daraufhin hat er sich gewehrt und sie gehauen, zack hat sie ihn gebissen.

Daraufhin gab es den Eintrag, ob das Mädchen einen bekommen hat weiß ich nicht.

Nun zu meiner eigentlichen Frage:

Sagt ihr euren Kindern sie sollen sich wehren wenn ein anderes Kind sie mit Absicht Haut, Kneift oder ähnliches?
Oder soll es zur Lehrerin gehen und es sagen?

Ich habe meinem Sohn folgendes gesagt:

Wenn ein anderes Kind dich als ersten haut oder ähnliches, dann wehre dich.

Hintergrund:

Es gab eine Zeit da hat er sich alles gefallen lassen und war nur noch traurig, weil die Kinder wussten, mit ihm kann man´s ja machen. Als er anfing sich zu wehren wurde es besser (Kindergartenzeit). Auch wurde es ihm in seinem alten Kindergarten (er besuchte 2) so beigebracht - es gab dort einen Jungen der sehr viel gehauen, gebissen ect. hat.

Oder ist es besser wenn ich ihm sage das er sobald er gehauen, gekniffen wird ect. er sofort zur Lehrerin gehen soll und es sagen soll?? Doch ich habe Angst das er dann als Petze abgestempelt wird und er dann keine Freunde mehr hat.

Er hat nie aus eigenen Antrieb heraus ein Kind gehauen. Nie, weil er wusste das es falsch ist und das es den anderen weh tut. Und ich glaube ihm wenn er sagt das er nicht angefangen hat. Er ist ein ganz vernünftiger Junge, der sehr gut mit anderen Kindern spielt, egal wie alt sie sind, es gab in diese Richtung nie Probleme.

LG Schokomuffin88

Beitrag von zaubertroll1972 03.02.11 - 20:00 Uhr

Hallo,

mein Sohn darf sich wehren wenn ein anderes Kind handgreiflich wird.
Wenn die Lehrerin aufmerksam wird schildert er die Geschichte aus seiner Sicht. Da er immer ziemlich genau bei der Warheit bleibt kommt er damit gut zurecht.
Es kam auch schon mal vor daß mein Sohn sich ungerecht behandelt gefühlt hat. Wenn er sich dann bei mir beschwert und ich dem Erzählen nach der Meinung bin daß er im Recht ist ( was natürlich auch nicht immer der Fall ist :-) ) dann fordere ich ihn auf das am nächsten Tag auch so der Lehrerin zu sagen.
Wenn ein Kind natürlich sowieso schon in der Schule auffällig ist ( ich kenne jetzt Eure Geschichte nicht...) dann ist es immer schwer.
Kinder sollen schon aus ihrer eigenen Sicht die Dinge schildern und sich da Gehör verschaffen.

LG Z.

Beitrag von schokomuffin88 03.02.11 - 21:00 Uhr

Er ist im Unterricht halt oft unkonzentriert, dadurch fällt er auf, teilweise bin ich der Meinung weil er sich langweilt... Und sich dann halt mit anderen Dingen beschäftigt...

Sonst gibt es keine Probleme, klar macht er sich mal Luft wenn ihm was nicht passt, aber sonst nichts...

Ach Mensch, das alles nicht so einfach..

Beitrag von ilva08 03.02.11 - 21:52 Uhr

Hallo,

dass zurückhauen in der Schule von den Lehrern verboten wird, wirst du nicht ändern können. Und das Verbot ist auch sinnvoll: Stell dir vor, zurückhauen wäre grundsätzlich erlaubt. Dann würde auf dem Schulhof bald Sodom und Gomorrha herrschen. :-P

Hinzu kommt das Problem der Lehrperson, dass sie den Beginn eines Streits selten beobachtet. Logisch - die Knöpfe fangen ja keinen Streit an, wenn der Lehrer daneben steht. ;-)

Die Lehrer müssen also mit dem arbeiten, was sie hören. Und das ist in der Regel: "Der andere hat angefangen!"

Hmmm...
Ich denke, du kannst deinem Sohn mehrere Vorschläge machen, die funktionieren können, bevor er zur Lehrerin geht:

1.) Er kann sagen: "Lass das!"

2.) Er kann einen Freund um Hilfe bitten (natürlich zur verbalen Unterstützung :-D )

3.) Er kann die Situation verlassen. Dies ist kein weglaufen, im Gegenteil: Was ist ärgerlicher für einen Provokateur, als ignoriert zu werden? ;-)

4.) Fruchtet all das nicht, ist es ganz sicher kein petzen, zur Lehrerin zu gehen. Der Provokateur hatte schließlich mehrere Chancen, von selbst aufzuhören.

Das klingt in der Theorie sicher einfacher, als es in der Praxis umzusetzen ist.

Bedenke: Entscheidest du dich für die Variante "Wehr dich", muss dein Sohn damit leben, dass dieses Verhalten von den Lehrern sanktioniert wird. Dann steht er zwischen dem, was du sagst und dem, was die Lehrer vorschreiben. Sehr ungünstige Angelegenheit.

Bedenke auch: Kinder haben eine sehr eingeschränkte Wahrnehmung, was ihren Eigenanteil bei Konflikten angeht. Wer weiß, was dein Soh vorher zu dem Mädchen GESAGT hat oder womit er sie sonstwie geärgert hat (vielleicht hat er auch ihre beste Freundin gehänselt oder oder oder...)
Da steckst du nicht drin und dein Sohn wird es dir nicht freiwillig erzählen.

Auch deshalb: Vorsicht mit der "wehr dich!" - Variante!

Beitrag von ylenja 03.02.11 - 22:22 Uhr

Hallo,

wir hatten so eine ähnliche Situation auch erst vor kurzem.
Mein Sohn war der "Böse", er behauptet, dass er sich nur gewehrt hat.
Angeblich war er sogar bei der Pausenaufsicht, die aber wohl meinte, dass er dies alleine regeln soll.
Naja, er hatte dann den Ärger...

Jetzt habe ich ihm gesagt, dass er - wenn so etwas noch einmal vorkommt - die STOP-Regel beachten soll. Also zum anderen sagen "Stop, hör auf". Sollte dies nicht helfen, dann soll er so laut wie möglich schreien "Hör endlich auf, ich mag das nicht". So dass es auch andere hören und darauf aufmerksam werden.
Er darf aber niemandem weh tun.
Sollte ihn aber jemand so hauen, dass es ihm richtig weh tut, dann muß er sofort zu einer Lehrkraft gehen und dies auch sagen.
Das hat nichts mit Petzen zu tun.

LG
Ylenja

Beitrag von manavgat 03.02.11 - 22:46 Uhr

Er hätte er später eine knallen müssen, als die Lehrerin nicht in der Nähe war.

Das lernt er auch noch...


Gruß

Manavgat

Beitrag von himbeere_11 03.02.11 - 23:03 Uhr

ist das dein ernst?? du arbeitest doch mit kindern/jungendlichen, wenn ich vergangene posts von dir richtig in erinnerung habe.... ratlose grüße h.

Beitrag von leboat 04.02.11 - 13:40 Uhr

hä?Wie meinen? #kratz
Gibt doch so schon genug Arschlochkinder...

Beitrag von smurfine 04.02.11 - 14:51 Uhr

#rofl#rofl#nanana#rofl#rofl#schein

Beitrag von himbeere_11 03.02.11 - 23:11 Uhr

ja meine Kinder sollen sich wehren - verbal oder durch Nichtachtung des Gegenüber (je nach dem wie es sich lohnt, sich verbal auseinander zu setzen). Nicht durch Gewalt. Erlaubt ist sicherlich die auch körperliche Abwehr, dass einem jemand nicht zu nahe kommt.

Ich habe schon den Anspruch Streit- und Konfliktverhalten für die weitere Zukunft zu erklären und da halte ich Prügeleien nicht für zielführend.

Ebenso versuchen ich auch klar zu machen, dass man natürlich Erwachsene zu Hilfe holen darf (meine Kinder habe bisher ein ganz gutes Gespür, wann das angebracht ist, dass aber auch nicht jede Lappalie zur Lehrerin eskaliert werden muss).

Ich muss gestehen, dass ich immer etwas skeptisch gegenüber den Müttern und Kindern bin, die behaupten, ihre Kinder kommen immer völlig unberechtigt in falschen Ruf und wollen sich ja nur verteidigen.

Gruß h.

Beitrag von janamausi 04.02.11 - 08:19 Uhr

Hallo,

ich finde den Eintrag völlig in Ordung.

Ja, ich sage meiner Tochter sie soll sich wehren, aber man kann sich ja auch anders wehren als gleich zurück zu hauen oder es der Lehrerin zu petzen.

Man kann sich doch wie üblich mit Worten wehren!

Und auch wenn er nicht angefangen hat macht es die Sache nicht besser. Hauen ist hauen. Und wie Du siehst, steigert sich dadurch alles. Erst wird gezwickt, dann gehauen und der nächte beißt wieder...

LG janamausi

Beitrag von 3wichtel 04.02.11 - 08:43 Uhr

Das Problem, wenn Kinder gelernt haben, sich immer zu wehren:

Irgendwann treffen sie mal auf einen, der stärker ist. Und dann tuts richtig weh!

Also lieber von vornherein beibringen, dass man sich aus Situationen entfernt, in denen es gewalttätig wird.
Wird ihm später auch mehr helfen, wenn er Kneipenschlägereien aus dem Weg geht statt aktiv mitzumachen.

Beitrag von erstes-huhn 04.02.11 - 13:12 Uhr

Unsere Kinder sind alle keine Engel, das erstmal vorab.

Mein Sohn kommt oft aus der Schule und erzählt das er geschubst, getreten oder geschlagen wurde. Ich ermutige ihn natürlich sich zu wehren, aber NIE mit Handgreiflichkeiten!!!!!

Ich finde das ist der völlig falsche Weg, da Gewalt nur Gewalt erzeugt.
Deshalb finde ich das Verhalten der Lehrerin in Ordnung, die dir zeigt so
ein Verhalten deines Kindes ist nicht richtig.

Nimm es als Anlass darüber zu reden, frage was es noch für Möglichkeiten gibt sich zu wehren.

Beitrag von engelchen28 04.02.11 - 14:00 Uhr

hallo!
unter "sich wehren" verstehe ich "abwehren" und nicht zurück hauen / beißen / treten.
kind A boxt z.b. kind B. wäre B mein kind, würde ich ihm beibringen, dass es laut ruft "lass das" und in abwehrhaltung geht, einen erwachsenen verständigt, wenn nötig.
gewalt mit gegengewalt zu beantworten (kind A boxt, kind B haut zurück, kind A tritt, kind B kneift....), ist erstens sinnlos und zeugt davon, dass das kind (noch) nicht gelernt hat, auf verbaler ebene konflikte zu lösen / abzuwehren. respekt kann man sich auch anders verschaffen, als nur mit gegenaktion in körperlicher form.
lg

Beitrag von dornpunzel 04.02.11 - 15:34 Uhr

Hallo,

im ersten Moment bin ich auch immer geneigt meinen Kindern nahe zu legen, sich zu wehren. Aber ich mache es nicht, weil es nicht der richtige Weg ist. Ich sage ihnen immer wieder, sie sollen bestimmt sagen: "Lass mich in Ruhe" und die Situation verlassen.
Mein Sohn war in der ersten, zweiten Klasse auch so, dass ihn Ärger angezogen hat, wie das Licht die Motte. Gab es irgendwo Gerangel, meiner war mitten drin. Inzwischen hält er sch von so etwas fern, weil er selbst gemerkt hat, dass das Leben für ihn damit viel einfacher wird. Auf Provokationen reagiert er mit einem 'rutsch mir den Buckel runter' und geht.

Das Problem mit dem 'sich wehren' ist, dass er selten auf jemanden treffen wird, der ihm ebenbürtig ist. Soll er sich bei einem Kerl wehren, der zwei Köpfe größer und doppelt so breit ist wie er? Wohl kaum, da könnte jemand austicken und dein Sohn hat den Kopf unterm Arm (überspitzt ausgedrückt).
Wie sieht es aus, wenn jemand zwei Köpfe kleiner ist? Sollte man sich bei jemandem wehren, der körperlich unterlegen ist? Ne, wohl eher auch nicht. Kinder können ihre Kräfte noch nicht unbedingt einschätzen. Ein Schlag von ihm kann da viel mehr anrichten als der, den er einstecken musste.

Im übrigen müssen die Kinder jetzt schon lernen, dass es andere Wege geben muss, als zurück zu schlagen, zu kneifen oder was weiß ich was.

Ich an deiner Stelle würde das Gespräch mit der Lehrerin suchen, wie sie die Situation im Allgemeinen sieht.

Gruß,
Dornpunzel