Wie mit der depressiven Schwägerin umgehen

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von leenchen82 03.02.11 - 22:46 Uhr

Hallo, ich versuche es mal hier und hoffe ihr könnt mich verstehen und könnt mir weiterhelfen. :-( Also mein "Problem" ist meine "Schwägerin". Sie hatte vor 2 Jahren ein schlimmes Erlebnis mit ihrem ersten Kind. Sie musste, wegen einem offenen Rücken und Wasserkopf, im 6.Monat einen Spätabruch durchführen lassen und ihn still gebären. Die Ehe ging in die Brüche und ihr Vater hatte sich das Leben genommen. Dennoch fand sie ihr Glück in eine neue Lebensgefährtin und begann ihr Leben neu aufzubauen. Doch seit meiner SS ist der Kontakt zu ihr inzwischen komplett abgebrochen. Mit mir und ihren Bruder redet sie kein Wort mehr und sind einfach nicht mehr existent für sie. Erst vor kurzen hatte sie eine 6 wöchige Kur gemacht um mit Psychologen und Therapeuten die schlimmen Erlebnisse aufzuarbeiten und wir hofften das es ihr ein wenig geholfen hätte. Doch es ist in meinen Augen schlimmer geworden. Ihr ganzes Verhalten und ihre Art und Weise ist für mich, wenn wir uns bei der Mutter treffen, nicht mehr nachvollziehbar. Ich hatte für sie und ihre Situation, Verlust des ersten Kindes und Kinderwunsch, immer Verständnis gehabt auch wenn es mir doch weh getan hat das unser Umgang nicht mehr mal freundschaftlich war. Doch denke ich die ganze Zeit darüber nach wie es sein wird wenn ihr Neffe geboren wird? Wird sie ihn akzeptieren können und der Umgang normalisiert sich halbwegs oder wird sie ihn komplett ablehnen? Er kann doch nichts dafür das er geboren wird!:-( Aber wie soll ich reagieren wenn sie doch Interesse zeigt aber mir/uns gegenüber so tut als wäre nichts gewesen? Denn ich kann einfach nicht mehr drüber weg sehen wie sie uns in der letzen Zeit behandelt hat!!#schmoll Ich kann und will keine Rücksicht mehr nehmen. :-(

Was denkt ihr? Was würdet ihr an meiner Stelle machen. Denn so lange ich ss bin gehen wir uns eh aus den Weg aber wenn der Kleine da ist??#gruebel

Danke für eure Antworten!!

leenchen:-(

Beitrag von lisa1408 04.02.11 - 02:16 Uhr

Lass sie doch einfach...

Ich kann deine Sorgen zwar verstehen, aber 2 Jahre ist sehr wenig Zeit um so ein Schicksal zu verarbeiten. Du bist selbst schwanger und weisst wie man fühlt.... nicht nur, dass sie ihr Baby verloren hat, auch ihren Mann.... sprich - nichts in ihrem Leben war so wie es mal war.

Ich find es ein bisschen anmaßend, wenn andere entscheiden wann der Zeitpunkt gekommen ist um wieder normal zu funktionieren. Jeder hat seinen eigenen Rythmus und seine eigene Art und Weise mit Schicksalsschlägen umzugehen. Und es ist ja nicht so, dass sie gar nichts machen würde - sie macht eine Therapie und das ist gut so.

Dein Sohn kann nichts dafür, da hast du schon Recht. Es wird ihm die ersten Jahre aber auch ziemlich egal sein ob er Kontakt zu seiner Tante hat oder nicht. Ich denke, da gehts eher darum, was du willst.

Beitrag von cinderella2008 04.02.11 - 06:36 Uhr

"Denn ich kann einfach nicht mehr drüber weg sehen wie sie uns in der letzen Zeit behandelt hat!!"


Das solltest Du aber. Deine Schwägerin hat Euch nicht aus Bosheit so behandelt, sondern weil sie krank ist. Schwer krank. Wenn Sie wieder auf Euch zugehen sollte und Interesse zeigt, wäre das ein Anzeichen dafür, dass es mit ihr wieder bergauf geht. Dann solltet Ihr Euch für sie freuen und das Gewesene vergessen.

Ich habe auch ein Familienmitglied mit schweren Depressionen, auch ausgelöst durch schlimme Erlebnisse in der Vergangenheit. Was dieses Familienmitglied uns manchmal an den Kopf wirft, wie es sich verhält, das kannst Du Dir nicht vorstellen. Ursache ist aber die Erkrankung. Auch wenn wir, wenn sie mal wieder "ausgerastet" ist, erst mal erschrocken sind, tragen wir ihr nichts nach und geben ihr weiterhin alle Hilfe, die sie braucht, um (hoffentlich) irgendwann doch noch wieder gesund zu werden, soweit das bei so einer schweren Erkrankung überhaupt möglich ist.

LG, Cinderella

Beitrag von blaue-rose 04.02.11 - 09:31 Uhr

Hallo leenchen,


ich kann dich verstehen das dich der Umgang mit deiner Schwägerin sehr belastet.

Ich gehe aber davon aus deine Schwägerin nicht anders kann. Durch deine Schwangerschaft wird sie direkt wieder mit ihrem Spätabbruch konfrontiert. Ich denke sie hätte sich auch sehr über ihren Neffen gefreut wenn ihr Abbruch nicht gewesen wäre.

Um sie besser zu verstehen informiere dich einmal über PAS

http://www.nachabtreibung.de/das-post-abortion-syndrom

http://www.nachabtreibung.de/selbsthilfe/trigger

und über Spätabbrüche. Ich denke dann kannst du deine Schwägerin besser verstehen.


Nimm es bitte deiner Schwägerin bitte nicht für übel, sie kann für die Ablehnung euch gegenüber nichts und ich denke sie würde gern anders, aber durch ihr erlebtes kann sie leider nicht anders was für sie zusätzlich eine Belastung darstellt.



Freundliche Grüße




Beitrag von carrie23 04.02.11 - 10:04 Uhr

Du bist sehr anmaßend wenn du praktisch verlangst dass sie sich jetzt wieder normal benimmt.
Du weißt nur theoretisch was sie mtigemacht hat-sie hat es aber persönlich durchmachen müssen und das ist nicht so einfach zu verkraften.
Sowas prägt einen Menschen und man wird nie wieder wie früher.
Ich selber hatte 2006 eine Fehlgeburt und die "nur" in der 10. Woche, mich hat das bis heute sehr verändert was glaubst du wie es deiner Schwägerin geht nachdem bei ihr das Kind praktisch schon außerhalb des Mutterleibs lebensfähig gewesen wäre?
Ich finde du solltest Rücksicht nehmen, gerade wo du selber schwanger bist solltest du nachfühlen können wie es dir gehen würde wenn du an ihrer Stelle wärst.
Sie KANN momentan kein Interesse zeigen weil es ihr zu weh tut damit konfrontiert zu werden und weil sie wahrscheinlich angst hat wieder jemanden ( ja auch den Neffen kann man so lieben ) so zu lieben und enttäuscht zu werden.

Beitrag von barbarelle 04.02.11 - 10:05 Uhr

Hallo Leenchen,

ich kann dich verstehen und deine Hilflosigkeit gegenüber deiner Schwägerin ... aber ich verstehe auch sie zu gut.

Sie wird noch sehr viel Zeit brauchen um das alles für sich zu verarbeiten. Vermutlich wird dieser Abschnitt ihres Lebens sie ein Leben lang begleiten.

Erwarte nicht von ihr, dass sie dein Kind gleich annimmt. Sie wird es aber bestimmt auf ihre Art und Weise lieben.

Einen Säugling in den Arm nehmen oder anfassen bedeutet für sie schmerz. Wundere dich nicht, wenn sie das nicht kann.

Bei mir war es über ein Jahr her, als meine Freundin mir ihr neugeborenes in den Arm drückte, ja regelrecht reinzwängte ... Sie dachte es würde mich "heilen". Ich bin damals zusammengebrochen ...

Du musst sie nicht verstehen, aber akzeptiere sie einfach so wie sie nun ist.

LG und alles Gute
Barbarelle

Beitrag von susa31 04.02.11 - 10:49 Uhr

"Ich kann und will keine Rücksicht mehr nehmen."

aha. dann solltest du ihr den gefallen tun und den kontakt abbrechen - damit ist einer frau in ihrer schlimmen lage vermutlich mehr geholfen als mit der aufforderung, endlich mal wieder normal zu werden, die sich unter dem deckmantel der besorgnis tarnt.
nur weil du schwanger bist, ist ihr leben nicht auf einmal wieder in ordnung und es gibt für sie keinerlei verpflichtung, sich auf oder über dein kind zu freuen - sie kann ja auch nichts dafür, dass sie einen neffen bekommt. die erwartungshaltung, dass sie aus ihrem schmerz rauskommen muss, weil sich in deinem leben etwas verändert, finde ich extrem rücksichtslos.

Beitrag von anyca 04.02.11 - 11:05 Uhr

Ganz ehrlich - wenn sie das Kind ablehnt, lehnt sie es ab, aber das Kind hat doch immer noch liebevolle Eltern und Großeltern! Es wird schon keinen Schaden davontragen, bloß weil die Tante (aus sehr nachvollziehbaren Gründen) keine ideale Tante ist!

Klar, für Dich ist Dein Baby im Moment der Mittelpunkt der Welt, aber das kannst Du nicht von jedem anderen Menschen verlangen und schon gar nicht von einem, der durchgemacht hat, was Deine Schwägerin erlebt hat. Plan Dein Leben bzw. das Leben Deines Kindes erst mal ohne sie - und freu Dich, wenn sie irgendwann doch wieder auf Euch zu kommt, und sei es in fünf oder 10 Jahren.

Beitrag von sarosina1977 04.02.11 - 11:06 Uhr

Ich kann mich den Vorrednerinnen nur anschließen.

Du scheinst nicht erkennen und wahr haben zu wollen, dass Depression eine seelische Krankheit ist

Du stellst Deine Schwägerin dagegen hin, als sei sie ein bockiges, egoistisches, verzogenes Kind, das sich jetzt endlich mal zusammen reißen soll.

Tu dieser armen Frau einen Gefallen und lasse sie in Ruhe. Denn ihr Universum dreht sich nicht um Dein Baby, sondern um ihre eigenen Dramen, die sie offensichtlich nur schwer verarbeiten kann.

Beitrag von leenchen82 04.02.11 - 20:22 Uhr

Natürlich lassen wir sie in Ruhe! Wir lassen sie seit der SS in Ruhe. Ich erwarte nicht das sie "funktioniert" und ich habe sie und ihre Erkarsnrung immer ernst genommen und musste es akzeptieren das sie krank ist. Verständnis habe ich immer für sie gehabt!! Ich bin nicht herzlos und habe immer gehofft das sie wieder einen Weg zu uns findet. Ich/wir haben ihr immer die Zeit gelassen das sie auf uns zukommt. Ich bin mir der Erkrankung Depressionen sehr bewusst. Ich hatte 4 Jahre Psychologie! Es geht doch jetzt darum das sie trotz Therapie und Verständnis von allen Seiten sich immer mehrzurückzieht und die ganze Familie nicht mehr weiss was jetzt das richtige für sie wäre. Es ist für uns alle das ganze Verhalten was immer schlimmer wird nicht mehr zu verstehen. Sie lässt im grunde niemanden an sich heran. Ich denke nur an später. Was ist wenn der Kontakt für immer ganz abricht oder sich die Situation durch die Geburt ihres Neffen vielleicht bessert? Mein Beitrag gestern hat sich trotzig angehört, ich weiss. Aber heute sehe ich die Dinge wieder anders weil wir uns alle heute, die Familie, Gedanken drüber genmacht haben. Und mehr als abwarten und hoffen das es nicht noch sclhimmer wird können wir im Moment nicht. Denn es ist erschreckend wie sehr sie nach einer 6 wöchigen Kur immer mehr abbaut und von niemanden mehr Hilfe annimmt.:-(
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Beitrag von zahnweh 04.02.11 - 21:33 Uhr

"Denn es ist erschreckend wie sehr sie nach einer 6 wöchigen Kur immer mehr abbaut und von niemanden mehr Hilfe annimmt."

was dort vorgefallen ist, kann ich nicht beurteilen.

Allerdings ist Kur kein Wundermittel. Mir ging es nach der Mutter-Kind-Kur super. Allerdings auch deshalb, weil ich alles, was die Psychologin an mich rangequatscht hat, ignoriert habe. Mit ihr kam ich gar nicht klar und statt mich zu verstehen, merkte ich schnell, dass sie mich nur auf die Palme bringt und mir nicht hilft, sondern den Kur-Erfolg gefährdet.
Also hab ich ihr erzählt, was sie hören wollte, bin sie umgangen und habe mich bewusst auf alles Positive der Kur konzentriert.

6 Wochen Kur können ein Anfang sein.
Manchmal hilfreich, manchmal aber auch nur dann hilfreich, wenn sich eine Therapie - mit kompetenter Hilfe, mit der die betreffende Person auch sehr gut reden kann! - anschließt. Denn in einer Kur können auch tiefe Wunden aufgerissen werden, die danach erst mal aufgefangen werden müssen. Die Frage ist nur wie.

Beitrag von xyz74 04.02.11 - 17:24 Uhr

Denn ich kann einfach nicht mehr drüber weg sehen wie sie uns in der letzen Zeit behandelt hat!! Ich kann und will keine Rücksicht mehr nehmen.

Was denkt ihr? Was würdet ihr an meiner Stelle machen. Denn so lange ich ss bin gehen wir uns eh aus den Weg aber wenn der Kleine da ist??
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Die arme Frau hat einen so ziemlich das schlimmste erlebt was einem als (werdende) Mutter so passieren kann.
Sie hat ihr Kind verloren!
Ich selber musste wochenlang um mein Kind bangen und wusste nicht ob es meinen Sohn lebendig zur Welt bringen werde.
Diese Wochen waren die absolute Hölle.Obwohl mein Sohn letztendlich gesund zur Welt kam war ich sehr lange traumatisiert. So was wischt man nciht einfach zur Seite.

Sei einfach froh, dass Du so etwas nicht erleben musst und lass die arme Frau in Ruhe.

Beitrag von leenchen82 04.02.11 - 20:26 Uhr

Bitte den Beitrag komplett lesen! Wir haben fast gar keinen Kontakt mehr!! Diese Frau ist meine Schwägerin und wir lassen sie seit der SS in Ruhe! Aber manchmal sehen wir uns noch da wir sie auch ab und zu bei der Mutter treffen.

Beitrag von francie_und_marc 04.02.11 - 20:30 Uhr

Hallo Leenchen!

Ich habe im September meinen Sohn aufgrund eines offenen Rückens und einem Wasserkopf im 6. Monat still zur Welt gebracht. Ein Glück habe ich schon einen Sohn und einen tollen Mann. Wir haben zusammen alles durchgestanden. Ich bin lange nicht mehr der Mensch der ich mal war.

Und weißt du ich kenne ja die andere Seite. Also meine Schwägerin war 4 Tage nach der Beerdigung so nett #aerger zu mir zu kommen um mir zu erzählen das sie schwanger ist und durch den Stress den sie wegen uns hatte, hat sie jetzt Angst das mit ihrem Kind auch was nicht stimmt, dass sie ja nicht wusste das ein Kind in der 21.SSW aussieht wie ein Baby, das Foto das wir haben will sie bloss nicht sehen das ist ja schliesslich unsere Sache und das werden wir ja wohl keinem zeigen wollen.......und da kamen noch viel schlimmere Sachen. Das wiederzugeben würde hier aber den Rahmen sprengen. Auf jeden Fall hat sie mir an diesem Tag noch einmal den Boden unter den Füssen weggezogen und ich bin hart auf dem Boden aufgeprallt. Ich hatte leider keine Kraft sie rauszuschmeissen. Sie hat mich nicht einmal in den Arm genommen, ist dann losgefahren und wir haben bis Silvester von ihr nichts mehr gehört. Sie hat nicht einmal ihren Bruder in den Arm genommen und getröstet, geschweige denn mich. Nein, sie war nicht für uns da sondern hat sogar noch auf uns rumgetrampelt. Und heult jetzt rum das wir momentan mit ihr und ihrer Familie nichts zu tun haben wollen. Manchmal kommt es mir vor das nicht wir unser Kind verloren haben sondern sie. #augen

Wie warst du zu der damaligen Zeit für deine Schwägerin da? Bist du zu ihr gefahren hast eventuell Essen mitgenommen, mit ihr zusammen um ihr Kind getrauert, ihr deine Hilfestellung angeboten bei der Trennung etc. etc.? Wie ward ihr für sie da? Für uns war keiner von den Schwestern meines Mannes da.

Ich bin jetzt wieder schwanger und da dachte sie doch tatsächlich das dann alles wieder gut ist und man sich jetzt mal treffen kann? Da kam dann eine SMS das sie uns gratuliert und wir uns jetzt ja mal treffen können. Hallo????!!! Die ganze Zeit war niemand für uns da was soll ich mit diesen Menschen anfangen? Wenn dann wieder mal irgendwas ist stehen wir wieder allein da. Nein danke, über diesen Schatten kann ich momentan noch nicht springen. Ich kann und will nicht, zumal sie ja schwanger ist und ich das nicht ertrage. Klar ich bin auch schwanger, aber meine SS ist ganz anders. Ich habe Angst und kann nie wieder so glücklich und unbeschwert durch die Welt gehen, denn mein kleiner süsser Sohn ist tot. So das ist meine qualifizierte Meinung von der anderen Seite.

Wenn ihr beide damals für sie da gewesen seid, ihr zur Seite gestanden habt. Mit ihr zusammen um ihren Sohn, euren Neffen oder Nichte getrauert habt, mal am Grab gewesen seid um dort was hinzulegen und ihr immer ein offenes Ohr für sie hattet, dann habt ihr euch nichts vorzuwerfen. Allerdings glaube ich das nicht. Denn die meisten Menschen können damit nicht umgehen, was ich auch verstehe, aber die Verwandtschaft "MUSS" damit umgehen können, da gibt es für mich kein Wenn und Aber.

Liebe Grüße Franca mit Marc fest an der Hand, Marten still geboren 21.SSW am 19.09.2010 tief im #herzlich und Bauchwunder #ei 11.SSW.

Beitrag von leenchen82 04.02.11 - 21:03 Uhr

Mein Freund und ich sind erst seit zwei Jahren zusammen und ich leben erst seit einem Jahr zusammen. Ich war also gar nicht "persönlich" dabei als die schreckliche Geschichte passiert ist. Nochmal. Die SS hat sie nicht von uns erfahren, wir haben nie über die SS geredet. Wir haben sie komplett mit der SS verschont. Sie weiss nicht, wie weit ich bin, sie weiss nicht wann der ET ist und sie weiss nicht das es ein Junge ist. Wir haben sie immer in Ruhe gelassen und hatten vor ein paar Monaten noch sporalischen Kontakt miteinander. Ich erwarte gar nicht von ihr, ich verlange nichts von ihr und habe immer Abstand genommen und auf die ersten Schritte gewartet. Ich mache mir eben Sorgen und Frage mich wie es später sein wird. Und ob es Möglichkeiten gibt das sie da wieder etwas rauskommt?:-( Und ich verstehe nicht warum ich immer als die herzlose dastehe und die "Frau" in Ruhe lasssen soll? Was machen wir denn die ganze Zeit? Warum wird man hier so "angefeindet"? Habe ich mich denn so ungklücklich ausgedrückt das ich so kalt rüberkomme?:-(

Beitrag von francie_und_marc 04.02.11 - 21:28 Uhr

Liebe Leenchen!

Nein, hast du nicht. Ziehe dir nicht jede Jacke an. ;-)
Wie war dein Freund in der Zeit denn für sie da? Hat er seine Schwester unterstützt? Man kann soviel falsch machen im Umgang mit Sternenkindereltern. Ich meine gut bei ihr es es jetzt eine ganze Weile her, obwohl der Schmerz nie verheilt. Meine Schwägerin hat mir 10 Tage nach dem Tod unseres Sohnes erzählt das sie schwanger ist. Mir ging es auch nicht darum das sie schwanger ist, sondern das sie mit ihren unqualifizierten Sprüchen auf mir rumgetrampelt ist.

Warum habt ihr es nie in einer ruhigen Minute selbst erzählt und sie gefragt ob sie es erträgt darüber etwas zu hören? Sie fühlt sich ausgeschlossen, fragt sie doch einfach. Springt doch einfach mal ins kalte Wasser. Schreibt ihr einen Brief und bittet um ein Gespräch wenn sie sich dazu in der Lage fühlt. Schreibt das ihr Angst habt sie zu verletzen, dass sie doch aber ein Teil eurer Familie ist und nicht von euch ausgeschlossen werden soll. Eben all das was ihr fühlt.

Und ganz ehrlich richtig über deinen Tellerrand kannst du auch nicht hinausschauen. Das soll jetzt kein Angriff sein, aber ich öffne dir hier mein Herz und erzähle dir von mir und das mein Sohn letztes Jahr gestorben ist. Wären da nicht die Worte: "Es tut mir leid das dein Sohn gestorben ist." angebracht gewesen. Ich erwarte das jetzt nicht aber das zeigt mir wieder das die meisten Menschen mit ihrem eigenen Zeug viel zu sehr selbstbeschäftigt sind. Sorry, meine Meinung.

LG Franca

Beitrag von zahnweh 04.02.11 - 21:27 Uhr

Hallo,

ich würde abwarten wie sich das entwickelt.

Zwei Jahre sind keine Zeit. 43 Jahre auch nicht.

Als ich schwanger war, freute sich jemand aus der Verwandtschaft mit mir. Der Kontakt ist allerdings abgebrochen. Auch wenn sie ihr Kind vor über 43 Jahren tot geboren hatte. Alles war wieder präsent für sie. Sie kann zwar für sich damit umgehen, aber mit der Schwangerschaft war erst mal zu viel. Als die Kleine Laufen konnte und zu sprechen anfing, kam der Kontakt auch wieder zurück.

Ja, ich war sehr traurig. Aber auch dankbar, dass ich ein gesundes, glückliches Kind habe.

Und nur weil man eine neue glückliche Partnerschaft hat, eine verstorbene Person vergisst man nicht. Ein Kind bleibt im Herzen, ein Leben lang.

Beitrag von marion2 05.02.11 - 21:51 Uhr

Hallo,

eine Freundin von mir hatte ähnliches durchgemacht.

Sie konnte sich nicht freuen, wenn andere Leute Babys bekamen. Deswegen war sie sehr distanziert.

Heute hat sie gesunde Kinder - das Verhältnis ist seit dem 6. Monat der darauffolgenden Schwangerschaft wieder entspannt.

Nimms nicht persönlich und sie weiterhin in Schutz. #liebdrueck

Gruß Marion