Erfahrungen - Steißgeburt

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von esprit0815 03.02.11 - 23:48 Uhr

Guten Abend #tasse
wer von euch Müttern hatte eine Steißgeburt und wie ist sie verlaufen? Wie groß und schwer waren eure Babys?

Ich erwarte mein drittes Kind was leider immernoch in BEL liegt, dazu sehr klein und leicht ist.

Würde mich über Erfahrungsaustausch freuen.

Ich bin überhaupt kein Freund von Kaiserschnitt.

LG und #danke

Beitrag von sunny2808 04.02.11 - 00:52 Uhr

Hallo!

Ich wollte auch keinen Kaiserschnitt. Das kam mir wie Hochverrat vor.

Bin einfach mal ehrlich. Ich hatte Wochen später noch Alpträume, aber ich würde es trotzdem wieder tun.

Damit die Wehen noch stark genug sind wenn der Kopf am Schluß rauskommt bekommt man einen Wehenverstärker. Ich bekam keine PDA.

Bei einer Steißgeburt wird immer ein Dammschnitt gemacht. (War auf jeden Fall in unserem Krankenhaus der Fall) Habe aber eine Betäubung bekommen, daher habe ich nichts gemerkt. Der Schnitt selbst war innerhalb von drei Wochen verheilt.

Der Chefarzt meinte, dass sie solche Geburten bis zu einem Kindsgewicht bis 3800 g durchführen.

Die Geburt verlief ohne Komplikationen. Sie war 3180 g schwer und 48 cm groß. Freitag kam sie und am Sonntag ging es schon nach Hause.

Das Geburtsplanungsgespräch damals im Krankenhaus hat mich sehr bestärkt und da die Ärzte und Hebammen dort Erfahrung hatten habe ich mich sicher gefühlt.

Alles Gute für die Geburt.

Herzliche Grüße, Sabrina + Josie

PS: BEL-Babys sind nicht nur im Bauch Dickköpfe. ;-)

Beitrag von uvd 04.02.11 - 06:47 Uhr

kaiserschnitt ist selten notwendig und wird nur von denen empfohlen, die von BEL-geburten keine ahnung haben.

BEL ist eine normale geburtslage (längslage), wenn auch nicht so häufig wie SL.
alle längslagen können normal geboren werden.

hier ein artikel zur optimalen geburtsform bei BEL
(von Dr. Michael Krause, Klinikum Nürnberg Süd):
http://www.doula-ortenau.de/material/bel.pdf

wunderschöne bilder einer geplanten BEL-hausgeburt (fußlage):
http://www.birthingway.com/footling_breech.htm

zwei videos von BEL-wassergeburten:
http://www.youtube.com/watch?v=jD5939e5PZ8
http://www.youtube.com/watch?v=YaX2lHQQGRE

video einer BEL-hausgeburt ("Klappmesser-Position")
http://www.homebirth.net.au/2010/01/frank-breech-video.html

artikel "Beckenendlage - das Nürnberger Modell"
http://zeitung.hebammen.at/2001/1_01.htm

Beitrag von zwei-erdmaennchen 04.02.11 - 09:21 Uhr

Hi,

ich habe mich damals auch mit BEL-Geburten auseinandergesetzt und mit Kliniken gesprochen die sich damit auskennen. Ich habe mich damals bewusst dagegen entschieden obwohl mir einige dieser Fachleute durchaus Möglichkeiten darauf eingeräumt haben.

Meine Tochter hat sich dann noch gedreht und kam so auf normalem Wege zur Welt. Allerdings mit vielen Komplikationen.

Hätte ich eine BEL-Geburt gewagt würde mindestens meine Tochter - womöglich aber auch ich - heute nicht mehr hier sitzen. Darum finde ich dieses Schöngerede echt daneben.

Klar kann das gut gehen - die Chancen stehen gerade bei Mehrgebärenden mit kleinem Bauchbewohner ja nicht schlecht. Aber wenn was ist kann man eben nur noch schwer handeln.

Bei mir hätte übrigens auch eine MRT-Untersuchung diese Komplikationen nicht offenbart. Das nur so zur Info.

Liebe Grüße
Ina #winke

Beitrag von qrupa 04.02.11 - 12:31 Uhr

Geburten, egal ob aus BEL oder SL, egal ob Uniklinik oder Hausgeburt, KS oder spontan können IMMER tödlich für Mutter und/ oder Baby enden. Eine Geburt ohne dieses Risiko gibt es nicht. Wenn man selber zu den sehr wenigen Fällen gehört wo eine geburt beinahe so tragisch geendet hätte ist das sicher eine schreckliche Erfahrung, die ich weiß Gott niemandem wünsche, aber dennoch sind das sehr seltene Einzelfälle und eine Geburtsform auf Grund persönlicher Erfahrungen schlecht zu reden, auch wenn sämtliche tatsächlichen Fakten etwas anderes sagen ist genau so wenig richtig.

Beitrag von widowwadman 04.02.11 - 19:59 Uhr

Wenn die behandelnden Aerzte und Hebammen allerdings keine oder kaum Erfahrung mit BEL-Entbindungen haben ist der KS m.E. sicherer. Ich und mein Baby sollten kein Trainingsobjekt sein

Beitrag von uvd 05.02.11 - 08:50 Uhr

ein armutszeugnis für die geburtshelfer. such dir doch andere.

mein auto würd ich auch nicht verschrotten lassen, bloß weil die werkstatt keine erfahrung mit dem modell hat und nix anderes kann ;-)

Beitrag von widowwadman 05.02.11 - 10:20 Uhr

Das einzige Armutszeugnis, dass ich hier sehe, ist das was du dir selbst ausstellst, weil es anscheinend in deinen Kopf nicht reingeht, dass es Umstaende gibt, in denen der KS sicherer ist. Und zwar fuer beide.

Wenn meine ortsansaessigen Geburtshelfer damit keine Erfahrung haben, sollte ich dann ggfs ne weite Fahrtstrecke in Wehen auf mich nehmen, nur damit das Kind auf Teufel komm raus vaginal entbunden wird, nur damit Mami einen auf Gaia machen kann?


Auf deine Auto-Analogie braucht man gar nicht erst einzugehen. (Und ich hab mein Auto verschrottet, als es keine Teile mehr gab und einfache Reparaturen dadurch immer schwieriger und teurer wurden...)

Beitrag von anarchie 04.02.11 - 09:51 Uhr

Huhu!

ich glaube die userin bibuba hat 2(oder3 ?) Kinder aus BEL sponatn geboren...

Mein 1. Kind hat sich erst in der 35.SSW gedreht, da hätte ich spontan im KH geboren, da er sich ja noch besonnen hat, kam er wie geplant daheim.
Mein3. Kind hat sich noch in der 38.SSw locker in BEL gekuschelt - ihn hätte ich auch aus BEL zuhause geboren, aber er hat sich auch besonnen..
Kind 4 da wars mir echt egal..er hat in der 38.SSW sich immer hin uns her gedreht, ich habs dann einafch abgewartet - auch er kam aus SL zuhause...

Ich weiss auch von Müttern, die aus BEL zuhause geboren haben und kenne ein paar, die im KH spontran geboren haben . war nie ein Problem.

generell ist die BEL eine normale geburtslage - das Problem ist eher, das kaum noch jemand gelernt hat, wie sie zu entbinden ist...
man braucht auch nicht generell einen wehentropf oder einen schnitt.

lg

melanie und die 4

Beitrag von lea9 05.02.11 - 21:29 Uhr

Welche Hebamme macht denn in Dtld. eine BEL Hausgeburt? Bei uns ist das bei allen Hebammen ein Ausschlusskriterium.

Beitrag von anarchie 06.02.11 - 09:46 Uhr

meine Hebamme und ihre Kolleginnen;-)

Nicht bei jeder Frau, aber wenn Frau weiss, was sie tut und will und einschätzen kann, wie groß/klein das Risiko ist, sich bewusst dafür entscheidet ,die randbedingungen stimmen und sie die Frau bereits kennt, dann ist es durchaus eine Option.


Meine Freundin hat vor Kurzem Zwillinge zuhause entbunden:-)

Beitrag von yozevin 04.02.11 - 10:12 Uhr

Hallo

Ich kann dich nur positiv darin bestärken, eine BEL-Spontanentbindung auf jeden Fall auszuprobieren... Ist es nicht dein Fall, kannst du immer noch abbrechen... Der Op muss sowieso bereit sein, falls ein Notfallkaiserschnitt gemacht werden muss...

Ich habe unsere Tochter aus BEL entbunden und es war (im Nachhinein) toll.... Es dauerte zwar ewig lange, ich hatte zwischendrin immer wieder Wehenpausen (wurde eingeleitet) und zum Ende hin bekam ich auch einen Wehentropf, damit sich genug Druck aufbaut, dass die Kleine in einer Wehe auf die Welt kam, aber ich würde es trotzdem immer wieder tun! Das ist eine tolle Erfahrung, die einem niemand mehr nehmen kann... Zudem verbindet dein Kind und dich immer eine tolle, besondere Geburt!

Unsere Tochter war übrigens normal groß und schwer, sie wog 3000 g und war 50 cm groß...

Falls du weitere Fragen hast, kannst du mich auch gerne per PN anschreiben!

LG

Beitrag von bobbia 15.02.11 - 19:50 Uhr

Hallo alle zusammen!

Ich habe vor ein paar Tagen meinen Sohnemann spontan aus BEL entbunden. Mein FA hat lange Zeit versucht, mir einen KS anzuraten, da das Kind voraussichtlich einen großen Kopf hat. Da wir aber eigentlich nur ein Kind möchten, wollte ich mir die Erfahrung einer natürlichen Geburt nicht nehmen lassen. Ich habe mir daher eine Klinik gesucht, die sich mit Geburten aus BEL auskennt. Sind leider nur noch wenige Ärzte, die sich mit der Thematik auskennen.

Dort im KH (Hamburg - Albertinen) hat man mir Mut zugesprochen. Es wurde ein MRT gemacht, um zu gucken, ob ich den Kleinen normal auf die Welt bringen kann. Glücklicherweise alles ok. Doch war die Voraussetzung, dass ich eine PDA mache. Tja, die PDA wurde gesetzt, als der MM 9 cm offen war. Auch ohne PDA waren die Wehen etc. gut auszuhalten.

Die Geburt ist gut verlaufen und ich hatte ein tolles Team an meiner Seite. Ich bin froh und glücklich, dass ich mich nicht vom FA und den vielen anderen Leuten zum KS hab überreden lassen.

Also, traut es Euch ruhig zu. Wenn Ihr es wirklich wollt, ist es zu schaffen!

Zur Info: Mein Sohnemann ist mit stolzen 3770 g, 56 cm und 35,5 cm zur Welt gekommen. Und ich selbst bin ein zartes, kleines Persönchen.

Liebe Grüße #huepf