Extrem frühe Trotzphase?

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Forum: Erziehung

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Beitrag von jenx 04.02.11 - 07:51 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich wollte mal fragen, wer von euch Erfahrungen mit extrem frühen Trotzphasen hat. Unser Großer fing mit ca. 10 Monaten an, extreme Wutausbrüche zu bekommen, aus denen er sich durch kaum etwas herausholen ließ. Da half oft nur Schreien lassen und irgendwann hat er sich durch den Nuckel beruhigt. Ich dachte allerdings, dass er da einfach aus dem Rahmen fällt, er ist auch so oft ein wenig "komisch". Mit ca. 2 Jahren war er durch damit.

Meine Tochter fängt mit 3 Jahren leicht an. Aber sehr sehr wenig und selten.

Nun ist unser Jüngster (11 Monate) leider genau wie der große Bruder. Er war heute mit im Winterspielplatz. Dort wollte er, als eine Frau ging, hinterherkrabbeln und zur Tür heraus. Sie hat ihn daraufhin hochgenommen und zurückgesetzt. Er hat sich daraufhin eine halbe Stunde lang aufgeregt, gebrüllt wie am Spieß, herumgerollt und geschmissen. Wenn ich ihn hochgenommen habe, dann stieß er mich weg und kratzte, wenn ich ihn runtergesetzt habe und mich neben ihn gesetzt habe, dann kam er und hat sich auf mir rumgerollt. Nichts half. Solche "Aussetzer" haben wir jetzt mehrmals täglich und so langsam verliere ich die Nerven... Alleine während der zwei Stunden dort hatte er zwei solcher Anfälle. Und die Blicke der anderen Müttern mit ihren unkomplizierten Kindern treiben mich noch in den absoluten Wahnsinn. Mir ist das natürlich tierisch unangenehm, aber ich fühle mich ziemlich hilflos. Er nimmt leider auch keinen Nuckel, so dass das als Beruhigungshilfe ausscheidet. Es geht immer um Situationen, in denen er er etwas nicht darf oder er seinen Willen nicht bekommt.

Kennt das irgendwer, oder sind meine Jungs da wirklich so extrem? #schwitz

LG
Jenny mit Jamie, Julie und Henri

Beitrag von marion2 04.02.11 - 08:12 Uhr

Hallo,

ich wunder mich immer über die extrem späten Trotzphasen, die hier sonst so beschrieben werden.

Gruß Marion

Beitrag von thea21 04.02.11 - 10:43 Uhr

Hast du ihn hochgenommen und wortlos bzw wenig erklärend weggenommen, aus der oben beschriebenen Situation?

Ich als Kind, Entdecker in der Sturm und Drangzeit, wäre super super sauer darüber, wenn plötzlich Frau Mutter käme und mich bei all dem interessanten Zeug mitnehmen würde.

Wir sehen viele Dinge (gerade bei so arg kleinen Kindern) viel zu sehr aus erwachsener Sicht.

Beitrag von jenx 04.02.11 - 19:02 Uhr

Mnaja...schon....ich nehme ihn normalerweise hoch und sage: Nein, da darfst du jetzt nicht rauskrabbeln. Schau mal, hier kannst du spielen.

Aber oft muss ich gar nichts sagen. Er versucht, so schnell wie möglich abzuhauen und ist dann außer sich, dass ich ihn doch einfange und mitbekomme, dass er raus will.

Klar, ich kann das schon verstehen. Aber das Wut-Potential erscheint mir bei ihm wirklich gewaltig. Dass sich ein Kind ärgert...klar! Nur...bei ihm geht dann eine halbe Stunde lang nichts mehr. Er lässt sich partout nicht ablenken.

Beitrag von celia791 04.02.11 - 15:37 Uhr

Hallo,

meine Grosse war auch so früh und so extrem, zog sich bei ihr bis sie 2,5 Jahre alt war. "Erklären" und auf "eine Ebene runter gehen" half da auch leider nicht. Wenn sie bockte, dann bockte sie, auch wenn man ihr vorher einen trifftigen Grund genannt hat. Sie ist nun 6 Jahre alt und schon seit einigen Jahren das liebste und sozialste Mädchen im Kindergarten, sagen die Erzieherinnen. Hätte ich nie geglaubt.
Mein Sohn ist jetzt 3 und ist erst seit einigen Monaten in der Phase, dafür aber auch nicht ganz so extrem.

Also, Augen zu und durch, lass die anderen halt glotzen.

Lg Celia.

Beitrag von jenx 04.02.11 - 19:07 Uhr

Hallo Celia,

das klingt ja erstmal aufmunternd :-D War es lange so extrem? Ich erinnere mich mit Schrecken an einige Situationen mit meinem Großen, in denen er vor Wut gehüpft und gesprungen ist (Bobbycar mitnehmen, nicht fahren wollen, Bobbycar zurückbingen, Bobbycar doch mitnehmen wollen, nicht fahren wollen, entnervt Bobbycar endgültig zurückbringen --> AUSFLIPPEN). Ich fürchte, wenn ich sowas noch mal habe, dann bin ich reif für die Klappse. Ich weiß, man wächst mit seinen Aufgaben, aber zwei so extreme Kinder sind echt ne Strafe :-(

Ich hoffe sehr, dass er vielleicht doch noch den Nuckel nimmt und sich dann auch schneller beruhigen lässt. Mit drei Kindern ist man eh schnell abgestempelt und wenn dann eins noch so aus der Reihe tanzt, dann wird es natürlich nicht besser dadurch.

Aber du hast schon recht, mein Großer ist auch sehr umgänglich und vernünftig geworden. Deutlich mehr, als meine Tochter, die doch auf ihre Art recht schwierig ist. Also gebe ich die Hoffnung nicht auf ;-)

LG
Jenny mit Jamie, Julie und Henri