Skiferien....was ist eigentlich alles "obligatorisch"

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von rhodochiton 04.02.11 - 13:08 Uhr

Hallo

Die Frage steht schon oben.

Skiferien sind doch auch recht teuer und anstrengend mit Kleinkindern. Ich dachte, dass machen wir dann, wen der Kleine (3)älter ist und es im Allgemeinen entspannter ist (Trotzalter vorbei, man kann erklären, selbständiger, können sich auch mal selber Handschuh anziehen, Immunsystem gestärkt usw).

Aber wen dan im KIGA jede Mutter von den Skiferien erzählt, dann ist
es doch irgendwie schon fast "obligatorisch" oder?

Es würde mich echt intressieren, was einem alles so vorgegeben wird, wenn man ins KIGA-, resp. Schulsystem integriert wird.

Wie ist das mit den Kleidern usw..
Scheinbar muss ein Kind mind. 10 Barbies haben um dabei zu sein (siehe unten mein Tread).

Ich meine ein bisschen muss man sich doch dann auch anpassen, den Kindern zu liebe, oder?

Beitrag von 1familie 04.02.11 - 13:15 Uhr

Hallo,

Anpassen?

Nee, wir nicht..... wir fahren dahin, wo es uns gefällt.
Niemald würde ich in die Skiferien fahren, da ich Schnee gar nicht mag und meine Kinder mögen die Kälte nicht - soviel dazu.

Warum sollte ich also dorthin fahren?

Wir lieben die Sonne und Städtetouren - unsere Kids zum Glück auch.
Wenn ich mich anpassen müsste, würden wir nicht so oft wegfahren/fliegen wie wir es jetzt machen, da die anderen sich dies eventuell nicht leisten können usw..

Was die angesprochenen Barbies angeht, mein Sohn mag nicht einer von vielen sein und hat seine eigene Interessen und möchte nicht unbedingt das haben was andere haben. Da legt er auch schon bei der Kleidung wert drauf.
Auch haben wir nichts von spongebob, Pokemon oder wie das ganze Zeugs heisst daheim.

Gruß

Beitrag von sarosina1977 04.02.11 - 13:31 Uhr

Was interessiert es Dich, was andere machen und wo sie hinfahren? Meine Tochter fand es sehr cool, als ich letztes Jahr mit ihr zum Zelten gefahren bin. Da konnte selbst der Papa sie mit seiner Schlösser- und Burgentour nicht beeindrucken.
Wir machen, was uns Spaß macht. Und wenn wir Lust haben, morgen einen Clownworkshop zu besuchen, dann machen wir das halt.

Meine Tochter bekommt, was sie braucht und was sie sich wünscht. Zum Glück steht sie noch nicht so auf Barbie, aber wenn sie es täte, so würde sie schon das kriegen, was sie sich wünscht. Ob es jetzt zehn oder 15 Barbies sein müssten - da müsste ich nochmal überlegen. Aber eines ist sicher: Hätte sie eine Freundin, die hier am Kinderzimmerinhalt, an den Kleidern oder sonst was rumnörgelt, würde die hochkant rausfliegen.

Im alten Kindergarten hatte sie so eine Freundin - so eine Dauernörglerin. Im stolzen Alter von nur vier Jahren saß sie bei uns am Tisch und hat nur gemeckert: "Unsere Küche ist viel größer. Wir haben auch ein größeres und schöneres Haus. Und unsere Salami schmeckt viel besser.Wir haben auch viel mehr zu essen " (und das sagt die Sorte Kind, die alles ein mal anfrisst und dann auf dem Teller liegen lässt und trotzdem noch alles hinterhergetragen bekommt).

Ich habe kurzen Prozess gemacht: Abendessen abgebrochen, die besagte Kleine ins Auto gepackt und heim gefahren in ihr schönes, großes Haus verbunden mit dem Kommentar: "Wenn es Dir hier nicht gefällt, brauchst Du auch nicht mehr zu kommen."

Beitrag von flamingoduck 04.02.11 - 13:48 Uhr

..genau richtig gehandelt!

Wir hätten die verwöhnte Göre auch nach Hause gebracht :-)

Beitrag von 1familie 04.02.11 - 13:59 Uhr

Ich hätte dem Kind eventuell erklärt, das jedes Zuhause anders ist und jeder das kauft, was er mag.

Wenn ein anderes Kind so etwas vorgelebt bekommt, kann es doch nichts dafür.

Beitrag von sarosina1977 04.02.11 - 15:37 Uhr

Diese Erklärungen folgten dutzende Male vorher.

Ich bin ja nicht aus Holz ;-) Aber irgendwann ist mir die Hutschnur geplatzt.

Beitrag von zahnweh 04.02.11 - 21:05 Uhr

Hart aber lehrreich ;-)

Vorgelebt hat sie es eben so bekommen. Aber so spürte sie es eben auch mal, welche Folgen es haben kann. Wer weiß, vllt hat sie dann ja auch einiges hinterfragt. Eine gute Chance für sie aus der Erfahrung zu lernen.

würde ich mich nicht trauen und viele andere auch nicht. So hatte sie Möglichkeit eine andere Sichtweise zu bekommen :-)

Beitrag von acid-burnxx 07.02.11 - 05:35 Uhr

Was hast du denn zu ihren Eltern gesagt?

Beitrag von flamingoduck 04.02.11 - 13:46 Uhr

Hey,

meine Mutter sagte zu so einem Phänomen immer
"Ein Aff macht dem anderen alles nach!"

Wenn Du es so siehst, dann wird es immer etwas geben, was von anderen Eltern "vorgegeben" wird - das eine Kind hat schon mit 4 Jahren ein Kartenhandy, bei dem anderen steht ein eigener Fernseher im Zimmer, die eine hat nur Designerklamottchen an, die anderen fliegen jedes Jahr im Sommer um die Welt....

...bleib einfach Du selbst.

Wir würden uns auch nicht anpassen.

Andere Eltern fliegen vielleicht 3-4x im Jahr irgendwohin in Urlaub oder zum Skifahren aber leben dafür in einer Mietwohnung.
Wir haben unser schönes großes eigenes Einfamilienhaus, dafür geht's halt nur 1x im Jahr in Urlaub.
(ist jetzt nur ein überspitztes Beispiel, aber so in etwa...)

Würdest Du skifahren gehen, obwohl es Dir vl nicht liegt oder so - nur weil andere es machen?
Oder ein unmögliches Outfit tragen, nur "weil die anderen das auch tragen"?

Und was Kleider und Barbies betrifft:

Es gibt immer Dinge, die neu und top sind, und "alle haben das!!!" und "wenn Du das nicht hast, bist Du doof!".
Das war schon so als ich Kind war und ich denke, dass sich dieses Gezergel auch in 30 Jahren nicht ändert.

Wir lassen uns da nicht verrückt machen - sollte es Eltern oder auch deren Kinder geben, die meinen uns wegen "zu wenig oder zu viel Barbies" oder den falschen Klamotten so herabreduzieren zu müssen, die können uns getrost gestohlen bleiben.

Als ich Kind war, hatten viele Kinder in der Nachbarschaft ein Kleintier im Zimmer: Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen, etc.

So sehr ich auch daheim gebettelt habe ("alle haben ein Tier!!!"), meine Eltern blieben hart - wir schaffen keine Meerschweinchen an, basta!

Grund: beide hatten beruflich viel um die Ohren, dann mein Bruder und mich und - inzwischen kann ich sie verstehen - sie hatten in der wenigen Freizeit einfach KEINEN BOCK, sich auch noch um quiezende Nager, verdreckte Käfige, Verpflegung und Co zu kümmern.

Also bin ich immer rüber zu den Nachbarskindern und durfte dort jederzeit die Tierchen streicheln.

Und weder ich noch meine Eltern wurden je deswegen schief angeschaut.

LG flamingoduck







Beitrag von 221170 04.02.11 - 13:57 Uhr

Bei uns sind es nicht die Skiferien sondern andere Dinge.

Ist mir auch schon aufgefallen, wir fallen aber da raus.

Wir tun es nicht weil wir anders sein wollen, sondern weil es entweder nicht geht oder wir es nicht wollen.

Beispiel Urlaub:
Wir waren mit unserer Tochter noch nie im "richtigen" Urlaub, so mit wegfliegen und Strand und so. Einfach, weil wir es uns nicht leisten konnten. Mein Mann war lange ohne Job durch einen Unfall.
So waren wir letztes Jahr auf einem Städteurlaub der echt toll war.

Was wir nicht wollen ist, das man Y oder X haben muß um toleriert zu werden.
MEine Tochter ist ein Exot weil sie z.B. keine Ergotherapie oder Logopädie hat. Im Kiga sind alle Eltern erstaunt weil sie NICHT dorthin geht.
Oder weil sie noch keinen Nintendo hat (sie ist im Kiga und 4,5 Jahre alt, möchte ich noch mal betonen#klatsch)
Da fällt sie schon aus dem Rahmen, aber so was mache ich nicht mit. Wir sondern sie nicht ab, sie hat Barbies und was man so "haben muß".
Aber im Rahmen, und wem das nicht passt, der hat Pech.

Beitrag von zahnweh 04.02.11 - 21:11 Uhr

"MEine Tochter ist ein Exot weil sie z.B. keine Ergotherapie oder Logopädie hat. Im Kiga sind alle Eltern erstaunt weil sie NICHT dorthin geht. "

stimmt, da fallen wir auch auf. Exotisch, aber toleriert. :-)

Beitrag von dore1977 04.02.11 - 14:56 Uhr

Hallo,

Du überlegst ernstaft Ski fahren zu gehen damit Deine Tochter mit reden kann ??? Sorry aber hast Du sie noch alle ??? (ist nicht böse gemeint)

Ich würde nicht einmal Ski fahren gehen wen ich die Reise geschenkte bekommen würde. Ich kann damit einfach nicht anfangen und ich mag die Berge nicht.
Also kann unsrse Tochter im Alter von 8 Jahren eben nicht auf Brettern die Berge runtergleiten ....

Wir machen das was uns gefällt und inzwischen ist es mir vollkommen egal was andre darüber denken.
Im Gegenteil manchmal muss ich sehr darüber schmunzeln das ich die Welt der andren ein bisschen drucheinander bringe weil ich einige Sachen eben ganz anders sehe oder mache.

Es ist doch auch immer eine Frage der Prioritäten und meine liegt weder darauf meiner Tochter die 10te Barbie zu kaufen noch auf einem schicken Urlaub.

LG dore

Beitrag von teufelchendani 04.02.11 - 16:19 Uhr

hi!

ich überlege oft, wie ich mein kind davor schützen kann, benachteiligt/ausgegrenzt zu werden. aber das bezog sich bisher nur auf materielle dinge.
ich denke nicht, dass mein kind jemals 10 von diesen puppen bekommen wird. für was auch? da habe ich meine eigene einstellung und hoffe, dass auch meine maus den nutzen sehen wird.
aber ich muss zugeben, dass ich wohl von der sorte bin, die schon bevor was aufkommen kann, vorsorgt. z.b habe ich alle sachen für den kiga (start märz) mit namens etiketten versehen und bewusst was besonders und alles passend ausgewählt. ich glaub ich hab ne macke #kratz
(ne ich will nur das beste für meine maus, werde aber niemals in den laden hetzten um *kleidung zu kaufen nur dass mama xy nicht ne dumme "fresse" haben kann.
ich lege keinen wert auf die meinung und bewertung/abwertung von anderen. aber mein kind möchte ich schützen und stärken!

skiurlaub würde ich nur in meinem interesse machen. damit deine kleine weiß von was die anderen reden könnt ihr ja paarmal schlittenfahren gehen, oder so.
wir haben 2009 fast 40 nächte in hotels und im ausland verbracht. und ich glaube nicht dass meine kleine rumprahlen würde. für sie ist dass völlig egal, hauptsache spaß und mama und papa sind da!

vg dani

Beitrag von pupsismum 04.02.11 - 16:51 Uhr

Ich weiß nicht, warum du der Meinung bist, man müsste sich in Dingen wie Urlaub, Spielzeug oder sonstigem "anpassen"?

Wenn dir Skiurlaub nicht gefällt, dann fährst du halt nicht. Wenn es dir gefallen würde, das Geld dafür aber nicht langt, dann bleibt nur entweder entsprechend länger sparen oder ganz darauf verzichten bis es vielleicht irgendwann passt. Und wenn du meinst, es ist dir jetzt - unabhängig vom Geld - einfach zu stressig, weil die Kids noch zu klein sind, dann fährst du eben später.

Ist doch völlig wurscht, wie du das machst. Ist doch eure ganz persönliche Entscheidung.

Wir fahren auch gern in Skiurlaub. Aber nicht weil andere das machen (da würde mir ja echt was fehlen), sondern weil es uns Spaß macht. Unsere Jüngste ist übrigens gerade erst drei geworden ;-) wir finden es aber nicht anstrengend, aber das ist eben unser Empfinden. Wir sind damit bei uns eher die Randgruppe mit wenigen anderen, also von obligatorisch kann da keine Rede sein.

Andererseits fahren wir auch gerne nach Dänemark. Die, die Dänemark ebenso mögen, freuen sich mit, aber wir werden dafür auch von vielen milde belächelt, weil Dänemark ja kein "richtiges Reiseziel" sei. Na und!? Wir fühlen uns dort pudelwohl, das ist für mich bei einem Urlaub am Wichtigsten und nicht wer wo hinfährt oder was hat.

Dieses Jahr fällt jedoch Dänemark aus, weil es nach Mallorca geht. Auch da... das volle Programm von "Ach nur?" bis zu "Na, ihr müsst ja zu viel Geld haben".

Shit happens. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig darüber, warum wir welchen Urlaub machen und wie wir das bezahlen.

Mach dich frei davon, dich an anderen auf diese Weise zu messen oder messen zu lassen. All das entscheidet nicht darüber, ob du ein besserer oder schlechterer Mensch bist oder nicht.

Gruß
p

Beitrag von zahnweh 04.02.11 - 21:00 Uhr

"Ich meine ein bisschen muss man sich doch dann auch anpassen, den Kindern zu liebe, oder?"

Wozu?
wenn ein Kindergartenkind jetzt schon wegen sowas ausgegrenzt wird, dann sollten sich nicht die Eltern anpassen, sondern alle Eltern toleranter werden.

Wir machen keinen Skiurlaub. Zu teuer, ohne Auto doof. Manche machen es im Kindergarten, manche nicht. Manche fahren in den Urlaub, manche nicht. Süden, Norden, sonstwohin.

Manche Kinder dürfen ganz viel fernsehen, andere gar nicht. Im Kindergarten spielen alle zusammen, egal ob sie dürfen oder nicht. Sie finden auch ganz viele tolle Gemeinsamkeiten!

Auf die Kleidung achten kinder hier wenig. Sie muss warm halten und ihren Zweck erfüllen. Morgens sehen alle noch unterschiedlich aus. Beim Abholen muss man schon nach der Mütze suchen, unter welcher Matschschicht das eigene Kind steckt :-p

Ok, rosa kommt bei den Mädchen auf. Meine mag blau. Sie hat Mädchen und Jungen-Freunde. Nur weil sie rosa (noch) nicht mag, wird sie nicht ausgegrenzt. Auf Marken achten die Kinder hier noch nicht. :-)

#sonne

Anpassen tun wir uns, in dem wir unseren Kindern (wie die meisten Kindergarteneltern auch) Toleranz beibringen und niemanden nach Aussehen oder (nicht-)Urlaubsziel aussortieren.


Wir passen uns an, in dem wir uns an die Regeln im Hause der anderen halten und freuen uns, dass sie unsere Hausregeln einhalten (oder es wenigstens versuchen).

Beitrag von zahnweh 04.02.11 - 21:16 Uhr

Wie würdest du denn reagieren, wenn sich deine Tochter später mal so anpassen wollen würde:

sie hat gute Noten und möchte nicht mehr auffallen. Dewegen schreibt sie absichtichlich ganz viele schlechte, um "mitreden" zu können, was Nachhilfe betrifft.

Oder sie kommt an "alle nehmen Drogen und reden über ihre High-Erfahrung" Würdest du sie Drogen nehmen lassen, damit sie "mitreden" kann?