Tochter hat Heimweh nach Kindergartenfreundin

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von sarosina1977 04.02.11 - 13:49 Uhr

Hallo Runde.

Wir sind vor fünf Monaten umgezogen und meine Tochter hat den KiGa ohne große Probleme gewechselt. Sie ist im neuen KiGa beliebt, seit kurzem geht sie auch ins Kinderturnen, so langsam kommen erste Verabredungen zum Spielen. Eigentlich läuft alles recht rund.

Da sie auch im alten KiGa sehr beliebt und integriert war, bekommt sie auch noch von dort viele Einladungen und Anrufe. Erst letzte Woche war sie zu einem Geburtstag von einem Mädchen im alten KiGa eingeladen.

Seit kurzem fragt sie immer wieder nach ihrer damals guten Freundin.

Ich würde ihr vom Prinzip her schon gerne den Kontakt zu dem Kind ermöglichen, aber die Freundschaft war auch schon damals recht einseitig. Ich habe das andere Kind sehr oft zu Ausflügen mitgenommen, Auslagen/Eintritte bezahlt, es hat bei uns regelmäßig gegessen, es hat auch mehrfach bei uns übernachtet usw. Im Gegenzug dazu ging meine Tochter meist leer aus. Wenn sie dort mal eingeladen war, gab es den ganzen Nachmittag Gummibärchen, zu Mahlzeiten durfte sie nicht bleiben. Übernachtungen wurden angekündigt und versprochen - und nie von deren Seiten eingehalten. Meine Tochter hat alles mit dem Mädchen geteilt, auch ihre Trinkflasche im Kinderturnen (weil das andere natürlich nichts dabei hatte). Wenn das Kind bei uns übernachtet hat, fehlte immer irgendwas: Warme Kleidung (sie kam im Regen in Sandalen zu uns), Unterwäsche. Ich habe immer ausgeholfen und manchmal sogar Sachen geschenkt. Die Eltern sind beide Ärzte. Ich war damals allein erziehend und kam grad so "rum" mit meinen Finanzen.

Der GAU passierte dann Ende letzten Jahres. Wir waren gerade umgezogen, da riefen die besagten Eltern an: Babysitter sei ausgefallen, sie hätten Konzertkarten, ob deren Tochter bei uns übernachten könnte? Äh, ja, wieso nicht...

Das Ende vom Lied: Wir haben das Kind sogar abgeholt, gingen auf einen Helloween-Umzug (sie hatte keine warme Jacke dabei), mussten vorzeitig gehen, weil ihr kalt war - und sie wurde am nächsten Tag einfach nicht abgeholt. Abgemacht war, dass sich die Eltern morgens nach dem Frühstück melden. Nichts geschah. Wir waren zum Essen verabredet, konnten wegen dem Kind nicht weg, keiner ging ans Telefon - und wir hockten da mit dem Kind.

Es wurde erst gegen 14.30 Uhr abgeholt. Ich war ziemlich sauer und habe meinen Standpunkt artikuliert. Keine Entschuldigung, kein Danke, dafür eine lächerliche Ausrede, sogar noch eine Beschwerde ("Ich habe hier den STress, weil ich ja noch die beiden anderen Geschwister von ihren Parkplätzen abholen muss") und das Versprechen: "Wir revanchieren uns. Ist doch klar"

Seither Funkstille.

Keine Wiedergutmachung, keine Einladung für meine Tochter. Nix.

Ich habe einfach auf dieses Theater keine Lust mehr, zumal mich immer mehr das Gefühl beschlichen hat, dass wir damals, als wir nur dort waren, der billige Babysitter waren. Ob es denen wirklich um die Freundschaft der Mädels ging so wie mir?

Ich will da jetzt auch nicht hinterhertelefonieren und "betteln", ob meine Tochter mal kommen darf, nur weil sie das Mädchen sehen will. Und das andere Kind will ich im Moment aus besagten Gründen einfach nicht einladen.

Wie würdet Ihr Euch verhalten?

Beitrag von nadeschka 04.02.11 - 13:59 Uhr

So wie du das beschreibst, würde ich das Kind auch nicht mehr unbedingt einladen wollen.

Obwohl es natürlich schade wäre, wenn eure Mädels sich eigentlich super verstehen und das Ganze dann daran scheitert, weil die Eltern das nicht unterstützen.

Wenn du die Familie nochmal kontaktierst, dann solltest du aber echt hart bleiben und sagen - hey, ihr wolltet euch doch noch für das letzte sleep-over revangieren, wann darf meine Tochter denn mal bei euch übernachten?

Würde ich nicht als betteln bezeichnen, sondern sie mit ihrer eigenen Frechheit konfrontieren. :-)

Beitrag von sarosina1977 04.02.11 - 14:13 Uhr

Nun, guter Ansatz.

Aber ich sollte noch hinzufügen, dass mir der Umgang mit dem Mädchen durch seine Art schwer fällt. Sie spricht so "gossig", nörgelt permanent an allem rum: "Bei Euch ist es langweilig. Ich habe ein besseres Zimmer. Ich will anderes Essen. Die Butter ist mir zu hart. Wir haben ein größeres Auto" usw. Ich mag das einfach nicht. Zudem ist sie optisch ziemlich verwahrlost - und auch das mag ich nicht. Ja, sie kann nichts dafür, das weiß ich auch. Und nein - ich muss kein Mitleid haben.

Ich mag diese fordernde, permanent unzufriedene Art nicht. Da ist kein Funke Begeisterung für irgendwas. Sondern ein ununterbrochen geringschätziges Bewerten von Situationen. Mich strengt das ziemlich an. Meine Tochter hat da eine Engelsgeduld. Die Spiele sind auch nicht soooo harmonisch: Macht meine Tochter mal nicht, was die andere will, heult und schreit die. Keine Ahnung, was meine Tochter an dem Mädel findet.

Ich habe bislang immer den Ball flach gehalten, die Zähne zusammengekniffen, Kontra gegeben bei zu viel Nörgelei und genervt eine schnelle Lösung gefunden, wenn die Eltern trotzdem nicht daheim waren, obwohl es vereinbart war, dass ich das Kind um X Uhr zurück bringe, weil ich selbst zur Arbeit muss und meine Tochter bei der Betreuung untergebracht ist.

Früher hätte man gesagt: "Kein guter Umgang".

Aber wie ist das heute? Wie weit darf man sich als Eltern in Kinderfreundschaften einmischen?

Beitrag von nadeschka 04.02.11 - 14:46 Uhr

Hey,
also wenn das nun auch noch dazu kommt, daß das Mädel so ein nerviges Kind ist .... ganz ehrlich, da wäre ich froh, dass die beiden sich durch den Kitawechsel nicht mehr sehen und ich würde absolut keine Anstrengungen mehr unternehmen, dass beide sich treffen.

Deine Tochter hat doch auch noch andere Freundinnen - dann guck lieber, dass ihr da Kontakte aufbaut, die ihr beide toll findet.

Wir haben vor ein paar Monaten auch Kitas gewechselt und da ist ein Mädchen dass deiner Beschreibung hier auch ziemlich ähnelt. Die Mutter find ich ganz nett und sie wollten uns auch schon mal treffen, was bisher nicht so klappte - und um ehrlich zu sein, war ich ganz froh drüber, weil die Kleine dauernd mit furchtbaren Ausdrücken um sich wirft und ein ganz unangenehmen Verhalten hat.

Ich hab schon genug Sorge, dass das durch den Umgang in der Kita auf meine Tochter abfärbt, also muss ich es nun wahrlich nicht haben, dass man sich auch hinterher noch trifft....#zitter

LG
#winke

Beitrag von schmusetuch78 04.02.11 - 14:07 Uhr

Also ich hätte auch keine Lust mehr auf so einen Kontakt.
Würde ich dann aber meiner Tochter zum Gefallen den Kontakt aufrecht erhalten bzw. wieder herstellen, dann würde ich das doch wieder bei mir machen, denn ich hätte bei so unzuverlässigen Eltern kein gutes Gefühl und würde da mein Kind nicht in Obhut geben!

Beitrag von sanfi76 04.02.11 - 14:11 Uhr

Hallo,
ich habe dein Posting von damals noch im Kopf. Du warst total sauer auf die anderen Eltern, dass weiss ich noch.

Ich würde die Freundschaft nicht weiter pflegen. Für deine Tochter ist es vielleicht anfangs Schade, aber sie hat sich ja eigentlich jetzt schon umorientiert und neue Freunde gefunden. Lass es dabei. Den Stress würde ich mir an deiner Stelle nicht mehr geben.

LG Sandra

Beitrag von sarosina1977 04.02.11 - 14:16 Uhr

Hi Sandra.

Ja, ich hatte damals gepostet. Und ich hatte gehofft, dass sich die Freundschaft in Luft auslöst. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Aber das ist halt nicht so.

Das andere Mädchen ruft ja nicht an. Es kommt absolut gar nichts. Dafür melden sich andere Mädchen aus dem alten KiGa und da kommen ja auch Treffen zustande.

Aber meine Tochter fragt immer und immer wieder nach dem besagten Kind.

Jetzt verstärkt sogar, seit sie letzte Woche bei dem Geburtstag eingeladen war, wo dieses Mädchen auch zu Gast war.

Doch ich habe darauf überhaupt keine Lust mehr. Es würde sich ja eh nichts ändern. Der Kontakt bliebe ja so einseitig wie zuvor.

Beitrag von ida85 04.02.11 - 15:23 Uhr

Hallo

Ich sehe das etwas anders. Ich würde die Freundschaft aufrecht erhalten, meinem Kind zuliebe. Zumindest wenn ich merke, dass die Freundschaft wirklich wichtig ist. Ich habe auch so einen Kontakt, wo es ziemlich einseitig ist. Mir ist das ehrlich gesagt egal, ich habe das Kind gerne bei mir und bin glücklich, meinen Sohn glücklich zu sehen wenn er seinen Freund bei sich hat.

LG

Beitrag von sarosina1977 04.02.11 - 15:36 Uhr

Woran merkst Du, dass die Freundschaft wirklich wichtig ist?

Beitrag von ida85 04.02.11 - 15:37 Uhr

In dem mein Sohn oft von diesem Kind spricht und sich extrem freut, es zu sehen und mit ihm zu spielen…

Beitrag von sarosina1977 04.02.11 - 16:02 Uhr

Und beruht das auf Gegenseitigkeit, also auch von Seiten des anderen Jungen?

Ich kann nur sagen: Ich ziehe den Hut vor Dir, dass Du so handeln kannst.

Beitrag von ida85 04.02.11 - 16:07 Uhr

Ich stelle da meine eigenen Interessen wirklich in den Hintergrund, das ich mich mit der Mutter des anderen Jungen eigentlich überhaupt nicht gut verstehe.

Aber es beruht schon auf Gegenseitigkeit, die beiden spielen gerne miteinander.

Beitrag von sarosina1977 04.02.11 - 16:17 Uhr

Und wie ist das: Rufst Du dann immer an und lädts den Jungen ein? Holst ihn ab, bringt ihn hin?

Beitrag von ida85 04.02.11 - 16:24 Uhr

Er wohnt gleich nebenan. Manchmal sieht er uns draussen oder ungekehrt und dann kommt er oft rüber, natürlich mit Info an die Mutter. Und ich rufe auch manchmal an und lade ihn ein rüber zu kommen. Mein Sohn ist bisher nur 1x eingeladen worden. Ich habe dann meinen Sohn rüber gebracht und wurde auch gleich quasi wieder aufgefordert, zu gehen. #schock

Wenn sie aber ihren Sohn bei uns abholt, dann trinkt sie immer noch Kaffe bei uns. :-) Das ist nicht besonders toll, aber irgendwie ist es mir egal, wenn ich sehe, wie viel Spass die Jungs zusammen haben.

Beitrag von studdi 04.02.11 - 21:43 Uhr

Wir sind mit drei Kindern 400km weit weg gezogen.
Kinder finden immer neue Freunde ;)
Wieso versteifst du dich so darauf??
Sie wird in der Schule wieder andere Freunde fnden.
Schmarotzer unterstütze ich nicht, wenn ich es nicht möchte außer es tut mir unendlich leid, das Kinder hungern müssen aber dann solltest du etwas unternehmen!
LG #winke

Beitrag von sarosina1977 05.02.11 - 18:38 Uhr

Hi Studdi.

ICH versteife mich ja nicht auf die Freundschaft - meine Tochter hängt da ja so dran :-)

Und es liegen eben nur 14 Kilometer zwischen den Ortschaften. Wir fahren öfters durch den alten Wohnort, und da kommen eben die alten Erinnerungen wieder hoch.

Und: Die Schmarotzer will ich ja nicht weiter unterstützen - aber so herb will ich das meiner Kleinen ja nicht sagen...