Wie kehrt der Betrüger zurück?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von frage mich 04.02.11 - 16:56 Uhr

Hallo,

vielleicht eine komische Frage. Aber sie lässt mich nicht so richtig los.

Ich war mit einem Mann zusammen, der verheiratet ist. Wir sind seit 6 Monaten getrennt. Haben nur noch sehr sporadisch Kontakt, sehen uns nicht, also wirklich getrennt.

Er hat sich für seine Familie entschieden. Aber bis heute sagt er mir, dass er mich noch liebt, auch wenn er keinen Weg für uns finden konnte.

Er hat seiner Frau nie alles über uns erzählt, auch wenn es ein Gespräch gab, indem er zugab, er habe sich verliebt. Aber von unserer gemeinsamen Zeit, die 9 Monate dauerte, weiss sie nichts.

Er liebt mich (sagt er), lebt mit ihr zusammen und will eine normale Ehe führen. Aber ich frage mich, wie bitte soll das gehen? Kann er sich selber so davon überzeugen, dass er seine Gefühle unterdrücken kann? Und merkt die Frau nicht, dass er sie nicht richtig liebt?

Ich glaube nicht, dass er mich anlügt. Denn welchen Nutzen hätte er davon? Wir sind getrennt und ich würde mich nie nochmal auf ihn einlassen. Denn ich will bestimmt keine Familie zerstören, aber in meiner Verliebtheit zu ihm, habe ich das alles sehr egoistisch gesehen.

Ich hoffe, er wird glücklich und seine Entscheidung war die Richtige, aber kann das so wirklich klappen bei ihm?

#kratz

Beitrag von xyz74 04.02.11 - 16:58 Uhr

Er liebt mich (sagt er),
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Nun ich würde das "warm halten" nennen.
Einfach eine Back-up-Lösung wenn es mit seiner Frau doch schiefgehen sollte.

Beitrag von zeitblom 04.02.11 - 17:01 Uhr

"Ich glaube nicht, dass er mich anlügt"

Naja, auf der einen Seite hast Du seine Worte, auf der anderen Seite seine Taten. Was ist ueberzeugender?

Beitrag von anyca 04.02.11 - 17:03 Uhr

Vergiß bei Deiner Rechnung mal nicht, daß eine Ehe eben nicht nur auf Verliebtheit beruht, sondern eine gemeinsame Lebensplanung darstellt. Vielleicht funktioniert der Alltag ja wunderbar, und er hat sich bei Dir nur den "Nicht-Alltag" geholt ...

Ich halte es übrigens eher für den Normalfall, daß man während einer 50jährigen Ehe auch irgendwann mal in jemand anders "verguckt" ist, auch wenn es glücklicherweise nicht immer zur Affäre ausartet. Was glaubst Du denn, warum man sich Treue verspricht bei der Eheschließung? Eben weil es NORMAL ist, auch mal jemand anders toll zu finden, und weil das eben NICHT automatisch das Ende der Ehe bedeutet ...

Beitrag von frage mich 04.02.11 - 17:25 Uhr

Da stimme ich Dir voll und ganz zu!

Ich selber bin auch verheiratet und genau diese Dinge, die Du nennst, haben mich veranlasst, meine Ehe nicht hinzuwerfen. Dafür zu kämpfen. Und das nicht, weil der andere mich nicht wollte. Auch wenn es eine Zeit gab, in der ich hier alles hätte stehen und liegen lassen, mit der rosa Brille.

Und ja, unter der Verliebtheit in den anderen, da habe ich die Gefühle für meinen Mann wiedergefunden und neu beleben können.

Aber der große Unterschied ist, dass ich mit offenen Karten gespielt habe. Mein Mann alles wusste und weiss und sich somit auch frei entscheiden konnte, ob er mich überhaupt noch will, nach dem ich vom Weg abgekommen war.

Und ich erzähle dem Ex nunmal nach einen halben Jahr nicht mehr, dass ich ihn noch liebe.

Beitrag von seelenspiegel 04.02.11 - 17:24 Uhr

<<<Ich hoffe, er wird glücklich und seine Entscheidung war die Richtige, aber kann das so wirklich klappen bei ihm? >>>

Warum machst Du dir dahingehend noch Gedanken wenn das Thema für Dich durch ist?

Beitrag von frage mich 04.02.11 - 17:30 Uhr

Weil ich ihn sehr mag. Und nicht mit dem Groll der abservierten Tussi an ihn denke.

Falscher Zeitpunkt, falscher Ort, falsche Vorraussetzungen, aber trotzdem ist er ein sehr netter Mann, den ich sehr schätze.

Und mich wundere, wie er sagen kann er liebt mich noch.

Beitrag von seelenspiegel 04.02.11 - 18:18 Uhr

Danke...das ist ehrlich.


Wenn man sich etwas lange genug eindredet, kann man irgendwann auch damit .... existieren (Leben will ich nicht sagen).

Zudem war es der (für den Moment) einfachere Weg, vor allem, da er seine Frau in den Hauptpunkten ja weiterhin im unklaren lässt/gelassen hat, und somit nicht nur sich selbst, sondern auch sie belügt.

Menschen sind seltsame Tiere, die oftmals ihren weitestgehend vorhandenen Intellekt dazu nutzen, auf dem Weg des vermeindlich geringsten Wiederstandes mehr Kraft zu investieren, als eine direkte Konfrontation jemals gekostet hätte.

Der Grund: Bequemlichkeit, Feigheit, Unsicherheit und keine Ahnung was er eigentlich will....ich denke die Mischung dürfte in etwa hinkommen.


<<<Und mich wundere, wie er sagen kann er liebt mich noch.>>>

Vielleicht weil es stimmt.

Beitrag von frage mich 04.02.11 - 19:03 Uhr

Danke!

Deine Antwort nun, hat mich sehr nachdenklich gemacht. Das muss ich sacken lassen.

Aber wie kann man so glücklich werden? Oder ist es manchmal sinnvoll, sich mit "einigermaßen Zufrieden" abzufinden?

#winke

Beitrag von seelenspiegel 05.02.11 - 09:45 Uhr

"Einigermaßen zufrieden" ..... klingt gut.

Beitrag von borstie2000 04.02.11 - 19:28 Uhr

Hi Du,

sind da eigentlich Kinder im Spiel ?

Wie lange sind er und seine Frau (ich nehme an, die sind verheiratet ?) schon zusammen?

Das macht das Ganze meist etwas kompliziert.

LG

Borstie

Beitrag von das geht wohl 04.02.11 - 19:44 Uhr

Bin in einer ähnlichen Situation. Er liebt mich, hat nie aufgehört mich zu lieben. Gleichzeit würde er seine Frau nicht verlassen, allein schon wegen das Kind. Jetzt bauen Sie sogar. Er vermisst mich und sucht die Nähe zu mir, aber ich weiß er würde sich immer für sie entscheiden. - Der Stolz - Das Kind- vielleicht auch der Unterhalt.

Er lebt so , meint anderen würde es schlechter gehen. Er könnte sich nicht beklagen.

Das ganze geht schon 3-4 Jahre. Ich weiß das es ihm nicht dabei gut geht, aber er würde nie zugeben das er in der Ehe gescheitert ist, also spielt er ie Bilderbuchfamilie.

Anfangs hatte ich ja noch gehofft, aber mittlerweile nicht mehr.
Aus irgendwelchen Gründen bleiben sie bei den Frauen, also können sie uns nicht vom ganzen Herzeh her lieben.

Dir alles Gute

Beitrag von so so 04.02.11 - 19:55 Uhr

Es geht.

Ich bin verheiratet und habe Kinder. Ich liebe meinen Mann und ich liebe noch einen anderen Mann, mit dem ich nie was hatte. Wir haben Kontakt, (keinen körperlichen, schriftlichen und wir telefonieren ab und an), weil ich das meinem Mann und meiner Familie nicht antun will. Und auf den Kontakt verzichten möchte ich auch nicht.

Ich habe Prinzipien. Meine Kinder gehören an 1. Stelle!


Nichts ist unmöglich!

Beitrag von manavgat 04.02.11 - 21:03 Uhr

Du bist an einen Schmutzbeutel geraten. Anstatt froh zu sein, dass Du ihn los bist, machst Du Dir noch Gedanken!

Du hast den besseren Part, Du fängst neu an. Sie hat ihn behalten.

Gruß

Manavgat

Beitrag von sich selbst betrügen... 04.02.11 - 21:14 Uhr

Wie Seelenspiegel schon schrieb: "Wenn man sich etwas lange genug eindredet, kann man irgendwann auch damit .... existieren..."

und...

"Zudem war es der (für den Moment) einfachere Weg, vor allem, da er seine Frau in den Hauptpunkten ja weiterhin im unklaren lässt/gelassen hat, und somit nicht nur sich selbst, sondern auch sie belügt."

Den Rest könnte ich auch noch zitieren.

Es ist so. Die meisten Menschen bekommen, und das habe ich in langer berufstätiger Erfahrung erlebt, erst dann eine Ahnung und Gefühl von Leben, Bewusstsein und Verantwortung für ihr eigenes Leib- und Seelenwohl und das der Anderen, wenn es meistens zu spät dafür ist. Und das ist, auf dem Sterbebett.

So sie diese Zeit bewusst erleben...

Beitrag von Femme11 04.02.11 - 23:34 Uhr

Hallo,

ich bin in der Situation gewesen, ich habe zu Hause meinen Mann, meine Tochter.
Ich habe meinen Mann lange nicht mehr geliebt, aber mich nie gewagt mich von ihm zu trennen, dem Kind zu Liebe, einfach um meine Illusion nicht zu zerstören.
Ich dachte so muss es sein, Vater-Mutter-Kind.

Nichts konnte mich davon abbringen, selbst dass er mich richtig schlecht behandelt hat, und damit meine ich all die schlimmen Sachen womit man eine Frau nur erniedrigen kann.

Ich blieb und blieb, ABER ich habe mich zwischenzeitlich wirklich in jemanden verliebt.
Es war eine wunderschöne Romanze.
Er wusste Bescheid, dass ich da jemanden habe-er kannte auch die Situation.

Ich habe ihn wirklich geliebt und er sagte, dass er mich auch liebt.
Er war aber von Anfang an der Meinung dass er nicht nur das Schwein sein will was die Familie zerstört, dass er immer Hemmungen hat sich mit mir eine Zukunft vorzustellen weil ich einen Mann habe(und mit ihm hätte ICH mir echt was vorstellen können)...

Lange Rede kurzer Sinn, dass ich mich nicht trennen konnte von meinem Partner aus welchen Gründen auch immer, ist mir erst aufgefallen als ich gespürt habe dass ich LIEBEN will und GELIEBT.
Jedoch war es für ihn, den ich neu lieben gelernt habe zuviel.

Der Kindsvater ist nun weg und er, der andere, auch.
Er ist einfach der Meinung ich hätte nicht mit dem Kindsvater abgeschlossen, aber das habe ich, und das habe ich durch ihn gemerkt.

Manchmal werden einem durch solche Sachen die Augen geöffnet, aber manchmal will man einfach zuviel, dann versucht man beides unter einem Hut zu bekommen, einer leidet aber immer;am Ende vielleicht man selbst.



Femme11

Beitrag von tut nichts zur Sache 04.02.11 - 23:41 Uhr

ich kann dir auch aus eigenener Erfahrung sagen, dass man einen anderen Menschen lieben kann und sich trotzdem für seinen Partner entscheidet.

Es geht dabei nicht um Liebe sondern um Gewohnheiten, um Kinder etc.

Nein, es ist nicht, als wäre nichts gewesen. Auch 3 Jahre später denke ich noch an den anderen.

Liebe heißt auch loslasen können. Ich habe ihn losgelassen, weil ich ihn liebe. Weil ich mir auch keine Zunkunft mit ihm vorstellen konnte. Wir waren sehr verschieden. Weil ich ihn mir so als guten Bekannten erhalten konnte.

Hätte ich eine neue Chance, wäre ohne Kinder ohne all die anderen Dinge, die mich an meinen Mann binden... ich würde eine Affäre mit ihm viel länger ausleben.

Aber ich liebe auch meinen Mann und ihm habe ich versprochen in guten wie in schlechten Zeiten....er kann nichts für meine verrückte Gefühlswelt.. das ist die schlechte Zeit

Beitrag von tendenzen 05.02.11 - 01:41 Uhr

Ich würde es auf meinen Erfahrungen basierend nun an der Frage aufhängen ob dieser Mann egoistische Charakterzüge an den Tag gelegt hat oder nicht.

Ich vermute anhand deines Textes er und du seid anders gestrickt als meine Ex-Affaire und ich es war. #pro War an einen geraten, der sich sehr sehr stark selbst liebte und er konnte prima lügen bis zum abwinken. ;-)

Letztendlich habe ich mich auch mit der Frage auch intensiv beschäftigt, ob ich durch meinen Egoismus auschlaggebend zu seiner Situation beigetragen habe.
Als die rosa Brille von meiner Nase war und das Vertrauen verbraucht, konnte ich das dann aber mit gutem Gewissen verneinen.
Der "Weg des geringsten Wiederstands" geht nicht immer gut aus. Den Weg wählt aber jeder für sich selbst.

Damals dachte ich, ich wäre eine große Egoistin, heute weiß ich er ist ein noch Größerer und wird es Zeit seines Lebens immer bleiben und es sich durch Lügen stehts bewahren. Wenn eines sicher auf der Welt ist, dann das er so im Kern immer bleiben wird.

Wie es bei deinem Fall ist, kann ich natürlich nicht sagen, aber meine Tendenz geht in die Richtung, dass er dich tatsächlich liebt, es aber akzeptiert, dass du dich anders entschieden hast. Es gibt Menschen, die in der Lage sind mehr als nur einen Menschen zu lieben.

Beitrag von frage mich 05.02.11 - 12:22 Uhr

Ich bedanke mich für Eure Antworten.

Sie haben viele neue Fragen aufgeworfen.
Aber diese Antworten wird wohl nur das Leben geben können.

#danke