"Helles Köpfchen" und Fragen dazu bezüglich evtl. Testung

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von werner64 04.02.11 - 17:23 Uhr

Guten Tag!

Meine Tochter ist, mit 5 1/2 im Sommer vorzeitig eingeschult worden.

Sie ist mit Abstand Klassenbeste und bisher gab es keinerlei gravierende Probleme.

Im Gegenteil, zunächst schien die Klassenlehrerin ein echter Gewinn zu sein, da sie uns versicherte, unsere Tochter individuell zu fördern. Dies geschah nicht auf unseren Wunsch hin, sondern ergab sich schon vor dem Beginn der Schulzeit aus den Beobachtungen der vorherigen Besuche unserer Tochter zu den Schnuppertagen.

Ganz sicher ist die Lehrerin bemüht, unsere Tochter nimmt teils am Unterricht der 2. Klasse teil, sie bekommt eigene Hausaufgaben und darf in allen Fächern so weit vorarbeiten wie sie möchte.

Beim Elternsprechtag waren wir als Eltern zunächst beruhigt, dass die Lehrerin uns davon abriet unsere Tochter springen zu lassen. Sie könnte das vom Lehrstand her ganz sicher, aber sie ist eben auch erst im Dezember 6 Jahre alt geworden und mit 115 cm nicht gerade eine Riesin.
Die Lehrerin versprach weiterhin das Kind nach ihrem Tempo zu fördern. Allerdings merken wir Eltern nun immer mehr, dass das nicht ausreicht.

Unsere Tochter ist teilweise genervt, weil sie schon wieder Blümchen oder Quadrate im Mathebuch zählen und nach Zehnern und Einern bündeln soll, obwohl sie bereits vor der Einschulung im Zahlenraum bis 100 addiert hat. Sie bekommt auch Aufgaben, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Dabei beschränkt es sich aber zumeist, auf ca. 10 AUfgaben bei den täglichen Hausaufgaben.
In der Schule und bei den Hausaufgaben darf sie zwar im Buch so weit vorarbeiten wie sie möchte, sie muss aber den kompletten Stoff durchackern. Das ist verständlicherweise langweilig.

Zum Glück musste sie das gleiche nicht im Deutschunterricht mitmachen, denn dort klappt die Förderung etwas besser, sie bekommt eigene Aufgaben und sie darf teilweise in der 2. Klasse mitarbeiten.

Wir überlegen nun, unsere Tochter testen zu lassen. Die Lehrerin weiß natürlich, dass unsere Tochter ein helles Köpfchen ist und vor allem lernen WILL. Laut ihrer eigenen Aussage hat sie "so ein Kind" noch nie gesehen und die Lehrerin dürfte locker 55 Jahre alt sein, also schon einige Jahre unterrichten.

An wen müssen wir uns als Eltern wenden um eine Testung zu erwirken? Es geht uns dabei nicht ausschließlich um eine Testung, vielmehr auch um umfangreiche Beratung. Wir wissen nur nicht bei wem.

Ich bitte um Rat, am besten natürlich von Eltern deren Kind getestet ist, oder von kompetenten Personen, die beruflich mit diesem Thema zu tun haben.

Ich bedanke mich im Voraus für Informationen und Ratschläge.

Gruß Werner

Beitrag von celia791 04.02.11 - 17:33 Uhr

Hallo,

schau mal hier: http://www.dghk.de/index.html, vielleicht findest Du da Links oder auch Adressen für Euch.

Lg Celia.

Beitrag von werner64 04.02.11 - 20:49 Uhr

Hallo Celia!

Vielen Dank für den Link.

Gruß Werner

Beitrag von otto123 04.02.11 - 17:52 Uhr

Hallo,

beschäftige mich seit einiger Zeit mit demselben Thema.

Erziehungsberatungsstellen testen kostenlos, Kinderpsychologen hingegen nicht, wenn du "nur" wissen möchtest, ob dein Kind hochbegabt ist und nichts anderes vorliegt.

Was hält denn die Lehrerin von dem Test? Dass nur ca. 2% eines Jahrgangs wirklich hochbegabt sind, ist euch/dir bekannt, also hinterher nicht enttäuscht sein, falls euer/dein Kind nicht dazu gehören sollte!

Einfach mal Adressen in der Nähe raussuchen und anrufen, teilweise sind lange Wartezeiten drin! Ein Anruf bei der Schulbehörde eures Bundeslandes hilft auch weiter.


Gruß
Ottilie

Beitrag von werner64 04.02.11 - 20:58 Uhr

Hallo Ottilie!

Die Lehrerin ist für alles offen.

Wir hatten bereits darüber gesprochen, ob wir uns nochmal an den Herrn vom Schulamt wenden, der befürwortet hatte unsere Tochter springen zu lassen. Sie hat sich dahingehend geäussert, dass sie sich in keiner Form in den Weg stellt, oder sich übergangen fühlt etc.

Nur das Springen selbst befürwortet sie nicht. Allerdings nicht, weil die Fähigkeiten nicht da sind, sondern unsere Tochter jetzt schon in der 1. Klasse mit Abstand die Jüngste ist. Ausserdem glaube ich, dass sie generell dem Springen skeptisch gegenübersteht.

Andererseits verabredet unsere Tochter sich fast ausschließlich mit Freundinnen aus der 2. Klasse. Sie ist da auch voll akzeptiert.

Trotzdem fällt uns die Entscheidung, bzw. allein schon die Überlegung nicht leicht.

Unser Sohn ist nachdem er mit fast 7 Jahren eingeschult wurde ebenfalls gesprungen, war beiweitem nicht so weit wie unsere Tochter vor der Schulzeit und auch jetzt, trotzdem ist er ein guter Schüler. Aber er hatte am Anfang der 3. Klasse Probleme und ist auch kein 1er-Kandidat mehr, was nicht so sehr uns stört, aber ihn.

Gruß Werner

Beitrag von manavgat 04.02.11 - 18:53 Uhr

Hallo Werner,

erste Adresse ist immer die zuständige Schulpsychologin beim örtlichen Schulamt.

Ich würde das Kind springen lassen und gut ist. Was hat eigentlich die Körpergröße mit der Klasse zu tun? Kleinwüchsige müssen dann lebenslänglich in der 6. Klasse bleiben, oder wie?

Gruß

Manavgat

Beitrag von werner64 04.02.11 - 21:03 Uhr

Hallo Manavgat!

An die Schulpsychologin wenden wir Eltern uns? Oder läuft das über die Schule?

"Was hat eigentlich die Körpergröße mit der Klasse zu tun? Kleinwüchsige müssen dann lebenslänglich in der 6. Klasse bleiben, oder wie? "

Du hast natürlich Recht, als Eltern ist man aber doch allgemein eher ängstlich eingestellt.

Wenn ich mir allerdings vor Augen führe, dass der Freundeskreis unserer Tochter sich fast ausschließlich auf die Mädchen der 2. Klasse beschränkt können wir diesen Punkt ausklammern.

Vielen Dank für Deine Antwort.

Werner

Beitrag von manavgat 04.02.11 - 21:52 Uhr

Eltern können beim Schulamt anrufen und direkt einen Termin vereinbaren, zumindest ist das hier in Hessen so.

Wenn die Lehrer das beauftragen, geben sie gleich ihre Einschätzung mit. Dann sind die Ergebnisse u. U. nicht sehr valide... Eine Erwartungshaltung der testenden Person wirkst sich auf die Testpersonen aus. Das ist empirisch belegt.

Gruß

Manavgat

Beitrag von juki 05.02.11 - 11:40 Uhr

Huhu...

ich denke zu erst solltet ihr euch fragen, was bringt eine Testung?
Für mich pers. hat sie nichts ausgesagt was ich nicht eh schon wusste. Nämlich das ich unter meinen Fähigkeiten bleibe und das meine Maus ein sehr helles Köpfchen ist...und die Höhe des IQs spielt (zumindest bei uns) nirgends eine Rolle!!
Ich wurde im Verlauf der AdHS Diagnose getestet und bin auch über einen speziellen Elternverein an die Adressen gekommen.
Mit meiner Maus war ich beim Kinderpsyschologen(wg. diverser anderer Dinge und da wurde ein Test gemacht). Die Adresse für den Arzt bekam ich vom Kinderarzt.
Geholfen mit den Themen Hb und einschulen mit 5,3 oder nicht haben mir die Leute von der DghK.

LG

Beitrag von werner64 05.02.11 - 12:13 Uhr

Wir möchten konkret beraten werden. Eben auch nach dem Wissensstand und den Fähigkeiten unserer Tochter.

Ich denke, dazu sollte das Kind begutachtet werden, dazu wird sicherlich eine Testung gehören.

DghK ist mir ein Begriff aus dem www, die nächst mögliche Stelle ist von uns 80km entfernt. Da ist eine Beratung zunächst etwas schwierig. Oder nicht?

Beitrag von juki 05.02.11 - 12:18 Uhr

Huhu...

die nächste STelle von uns ist auch ca. 60 km weg. Haben viel mit den Leuten telefoniert und uns so beraten lassen!! Später sind wir dann auch einmal hingefahren bzw. fahren jetzt regelmäßig zu Spielenachmittagen...

Aber die können dir evtl Adressen in eurer Nähe geben oder so!!
Da fällt mir ein, dass es von Mensa wohl auchsolche Stellen gibt...

LG

Beitrag von werner64 06.02.11 - 15:05 Uhr

Ich habe gestern Abend eine Mail an eine Dame der DGhK geschickt.

Zugegebenermaßen war ich sehr verwundert und überrascht, dass sie umgehend geantwortet hat.

Sie hat mir einige Tipps gegeben und uns zur monatlichen Elternveranstaltung und unsere Tochter zu Spielenachmittagen eingeladen.

Wir werden nun sowohl ihr Angebot wahrnehmen, als auch den Schulpsychologen zu Rate ziehen.

Vielen Dank nochmals für Deine Antworten!

LG Werner

Beitrag von uebermammi 05.02.11 - 13:03 Uhr

Hallo,
also Wir haben eine Hochbegabte Tochter,deswegen Spreche ich aus eigener Erfahrung.
Unsere ist auch mit fünf eingeschult worden und ist jetzt mit sech einhalb im zweiten.

Erst einmal zum Springen,das ist die einfachste möglichkeit aber nicht immer die beste,Wir habe jetzt schon die Schwierigkeit,das unsere Tochter schon soweit ist,aber die anderen Mitschüler mit Jüngeren so ihre Probleme haben.

Was damit zusammen hängt das Sozialverhalten nichts mit dem Interlektuellem stand zusammen hängt,jedenfalls bei uns.

Sie hatte wirklich Schwierigkeiten Freunde zu finden,weil die älteren immer meinten,Sie st ja noch ein Baby.

So und nun zum Testen,Wir wohnen in NRW,da ist es so das man sich an den Schulpsychologen wenden kann,seine probleme schildert und einen IQ Test machen lassen möchte.

Das ist in dem alter meißtens der Hawik 4 Test der sehr umfassend ist,aber trotzdem immer noch Spielerisch und nicht fordernd durchgeführt wird.

Sollte eure Tochter Hochbegabt sein,gibtg es Spezielle Förderungen die man machen kann,<meißtens werden die vom Ja übernommen.


Bei uns wird das in einer Praxis für Lerndiaknostik und Lerntherapie gemacht.

Weil die GGrundschulen dafür einfach nicht Geschult sind und auch nicht die Zeit dafür haben.

Grad wenn eine Lehrerin schon etwas älter ist,das war bei uns genau so,unsere ist schon sechzig.

Ich hoffe ich konnte Euch ein wenig helfen,solltest Du noch fragen haben dann meld Dich einfach.

Laß Dir bloß nicht einrede das Du Dein Kind nur PPuschen willst und so ein zeug,Hochbegabte die nicht gefördert werden,gehen in den normalen Schulen unter,weil irgendwann einfach abschalten und sich anpassen wollen.

Lg Bine

Beitrag von graupapagei4 06.02.11 - 10:31 Uhr

Wir haben uns in ähnlicher Situation bewusst gegen den Test entschieden, aber durchaus für den Sprung trotz bestehendem Altersunterschied und extrem kleinem Kind.

Das haben wir bis jetzt 3x so gemacht, der Älteste ist nun in der 7.Klasse und seit Ende November 11, unser jüngstes Schulkind wird im März 7 und ist in der 3.Klasse.

Wir haben uns im Vorfeld gefragt, ob ein Test irgendetwas an der Situation und unserem Verhalten ändern würde und sind zu dem Schluß gekommen, das dies nicht der Fall ist.

Wir haben gemeinsam mit der Schule den besten Weg gesucht und gefunden und uns ansonsten von den Bedürfnissen, Interessen und Neigungen der Kinder leiten lassen. Bis jetzt hat das ausgezeichnet funktioniert.

Beitrag von jono 06.02.11 - 11:24 Uhr

Hallo,

gibt es bei Euch Montessorieschulen, also Klasse 1-4 gemischt? Ich finde das für begabte Kinder die beste Lösung, da sie hier so weit sie wollen, mit wem sie möchten und mir dem Material das sie möchten, lernen können und trotzdem im Klassenverband bleiben. Das heißt sie können im Sozialverhalten "reifen". Es gibt inzwischen auch Gymnasien, die nach diesem Prinzip arbeiten.
Viel Erfolg und
LG
Jono

Beitrag von sarahg0709 06.02.11 - 18:30 Uhr

Hallo Werner,

ich würde mir das mit dem Springen überlegen.

Ich habe eine Kusine. Eingeschult mit knapp 6 Jahren (sie ist auch eine Kleine und Zierliche, was ich aber nicht als ausschlaggebend ansehe), ist sie aufgrund ihrer Intelligenz statt in die 2. Klasse gleich in die 3. Klasse versetzt worden. Wirkliche ich nenne es mal technische Probleme hatte sie nie, sie war immer eine sehr gute Schülerin. Sie hatte nur keine richtigen Freundschaften mehr geschlossen, im Studium ist sie kläglich gescheitert. Erst als man ihr einen guten Job anbot und sie eine Familie gegründet hat, hat sie sich psychisch wieder aufgerappelt.

Ich will Dir nicht von einem Hochbegabten-Test abraten (bei uns machen das übrigens auch SPZs, soweit ich weiß auch kostenlos), aber Hochbegabung lässt einen auch leicht zum Außenseiter werden.

Liebe Grüße

Sarah

Beitrag von werner64 06.02.11 - 19:51 Uhr

Hallo Sarah,

sei mir bitte nicht böse, aber Ratschläge in diese Richtung kann man doch nicht davon abhängig machen, ob eine Cousine es gut geschafft hat, oder nicht.

Ganz sicher sind Entscheidungen, die die eigenen Kinder betreffen nie einfach. Ganz sicher nehmen wir das ganze auch nicht auf die leichte Schulter. Ganz sicher zerbrechen wir uns den Kopf und wägen für und wider ab.

Da ist es nicht sonderlich relevant, wie der Sprung für den einen oder anderen Einzelfall war.

Es geht dabei um ein Kind, einen Menschen, eine Persönlichkeit, dass man dabei nicht von dem einen auf den anderen schließen kann, weil jeder Mensch anders ist und das Umfeld ebenso, sollte doch klar sein.

Wir versuchen nicht unsere Tochter in Höhen zu puschen, die sie nicht bewältigen kann, sondern ihr Wege zu bereiten, auf denen sie gut voran kommt. Ganz sicher wird das nicht immer so gelingen, wie wir es uns wünschen und wie unsere Tochter es sich wünscht.

Und: Hochbegabt wird man ja nun auch nicht erst mit einem Test und der Zahl die man dadurch als Ergebnis bekommt. Hochbegabt ist man, zum Aussenseiter wird man entweder ganz automatisch, oder man hat Glück und es läuft zum großen Teil positiv.

Das ist aber das Leben, das kann man bei keinem Kind steuern, auch nicht bei normal begegabten.

Grüße Werner