Die Blitzgeburt von unserer Nr. 2

Archiv des urbia-Forums Geburtsberichte.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von steffi.1983 04.02.11 - 19:23 Uhr

Meine 2. Schwangerschaft verlief trotz kurzer Abfolge ohne weitere Komplikationen. Meine Ärztin meinte zwar, dass ich damit rechnen solle, dass mein Sohn eher kommt, aber das ignorierte ich schon bald, weil sie das in der ersten Schwangerschaft auch immer gesagt hatte.
Allerdings hoffte ich schon, dass ich nicht wieder so lange übertrage wie bei Domenic. Entbindungstermin war am 11. Januar 2011. Mein Freund hatte ab dem 6. Januar Urlaub und wollte vor der Geburt noch das Kinderzimmer für die Jungs fertig machen. Beim Ctg gab es schon einige Wehen zu sehen, aber alles im allem sah es nicht nach Geburt aus. Einen Tag vor dem Termin hatte ich sogar eine richtig große Wehe, aber wie immer hatte ich abends nur leichte Senkwehen. Und so vergingen die Tage.
Einen Tag nach dem Termin waren wir wieder zur Kontrolle. Bei der Untersuchung meinte die Ärztin, der Kleine kommt bald. Ich meinte nur ok, also bis Freitag :-) am Freitag würde das Kinderzimmer fertig sein, also sollte er noch so lange warten. Tat er aber nicht.
In der Nacht schlief ich schlecht, musste immer wieder raus zur Toilette. Gegen 2 Uhr wachte ich von wehen auf, dachte aber wäre nur eine gewesen. Also ging ich nochmal ins Bad und legte mich wieder hin. Aber an schlaf war nicht mehr zu denken. Immer wieder zog es im Unterleib, sodass ich auf die Uhr schaute um die Abstände zu kontrollieren. Ich erschrak richtig als ich feststellte, dass es nur 4 bis 5 Minuten waren. Die wehen waren regelmäßig. Ich weckte Daniel, der mich scheinbar nicht ernst nahm, denn seine Antwort war ich sollte noch versuchen zu schlafen.
Nach 2 weiteren wehen sagte ich ihm, wir sollten ins Krankenhaus. Ich setzte mich auf die Bettkante um mich anzuziehen, als ich merkte, dass ich Fruchtwasser verlor – Blasensprung. Schnell ging ich ins Bad. Da ich einen hellen Schlafanzug trug sah ich sofort, dass das Fruchtwasser nicht klar war sondern leicht grünlich verfärbt. Ich sagte Daniel Bescheid, der rief den Krankenwagen und stellte meine Sachen bereit. Leider wurde Domenic wach, als der Krankenwagen mit Blaulicht kam und somit fuhr ich allein. Ich dachte, dass es noch etwas dauern würde und er vielleicht später nachkäme.
Im Krankenhaus angekommen war es bereits kurz vor 4. Im Untersuchungsraum wurde ich ans Ctg angeschlossen, die Hebamme nahm mir Blut ab und untersuchte meinen Muttermund – 2 bis 3 cm also noch etwas Zeit – dachten wir. Da wir sowieso auf den Arzt warten mussten, wegen Ultraschall, versuchte ich mich etwas zu entspannen. Die Wehen waren immer noch regelmäßig und bis dahin gut zu veratmen. Mit einem Mal hatte ich 2 oder 3 Wehen hintereinander weg, ohne Pause und richtig stark, sodass ich dachte mir bleibt die Luft weg, meine Füße und Hände fühlten sich so taub an, das ich mich gar nicht mehr bewegen konnte. In dem Moment kam zum Glück die Hebamme und gab mir was damit ich mich entspannen konnte.
Als der Arzt kam schaute er nach dem Muttermund und zu unserer Überraschung war der auf 8 cm regelrecht aufgesprungen. Die Hebamme meinte nur ab in den Kreißsaal, für Ultraschall keine Zeit, sonst kommt das Kind im Vorraum zur Welt. Mit Unterstützung wurde ich in den nächsten raum gebracht, der gleiche Kreißsaal wie bei Domenic damals. Da war es dann gegen viertel 5. Unter starken Wehen kletterte ich aufs Bett. Die Hebamme meinte ich sollte bei der nächsten Wehe schon mal mitpressen. Alles erinnerte mich an damals vor anderthalb Jahren… und mit einem Mal merkte ich, dass der Kopf schon fast draußen war. 5 Minuten später war der kleine Mann auf der Welt. Ich zitterte am ganzen Körper von der Anstrengung und konnte gar nicht glauben wie schnell es diesmal ging. Der Arzt durchtrennte die Nabelschnur von Raphael, weil der Papa ja nicht dabei war. Das hatte ich ganz allein geschafft, denn natürlich kam Daniel nicht, weil er ja auf Domenic aufpassen musste.
Mir wurde Raphael auf den Bauch gelegt wo wir uns in Ruhe und intensiv begrüßen konnten. Denn da es bei mir so schnell ging mussten die Hebamme und der Arzt sich dann erst mal um die anderen Entbindungen kümmern. Somit hatten wir fast 4 Stunden für uns bevor Raphael gebadet und ich duschen konnte und dann auf Station gebracht wurden.
Mittlerweile klappt es auch zuhause mit 2 kleinen Kindern besser als befürchtet und wir sind nun endlich eine komplette kleine Familie.

Hier die kompletten Daten: Raphael Jonah geb. am 13.01.2011 um 4:36 Uhr
52 cm, 3680g, Kopfumfang 36 cm

Steffi mit Domenic (*20.06.2009) und Raphael