Hat jemand Erfahrung mit Affektkrämpfen?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von rosarot1970 04.02.11 - 21:41 Uhr

hallo zusammen,
am dienstag hatte meine tochter bei der tagesmutter einen heftigen anfall mit atemstillstand, einen sogenannten affektkrampf. schon allein die schilderung der tagesmutter war schrecklich.
zur abklärung waren wir 2 tage stationär im krankenhaus. es wurde eine blutuntersuchung gemacht, ein eeg und ein ekg. alles -zum glück- ohne befund, so dass von dem oben genannten affektkrampf ausgegangen wird (kind schreit sich bei negativen ereignissen in einen krampf mit atemstillstand, blaufärbung, ohnmacht). #zitter
heute mittag hatte sie in meiner anwesentheit wieder einen (kleinen) anfall; ins gesicht pusten hat ausgereicht, um sie "wiederzuholen".
ich habe heute abend gegooglet und auch bei urbia recherchiert. die berichte haben mich einerseits schockiert, andererseits beruhigt, denn so dramatisch es scheint, ist es scheinbar ungefährlich (und man gewöhnt sich an diese schrecklichen situationen).
gibt es hier mütter, die aktuell mit diesen anfällen zu tun haben?
was passiert, wenn so ein anfall in meiner abwesenheit passiert, z.b. beim spielen mit den geschwistern im kinderzimmer?
ich merke, dass ich ziemlich unsicher/ängstlich werde. mein mann vermeidet nun, alleine mit ihr zu sein. denkt ihr, dass es sinn macht hilfe (z.b. beratung durch ein spz) in anspruch zu nehmen?
liebe grüße von einer geschockten
rosa

Beitrag von silbermond65 04.02.11 - 22:00 Uhr

Aktuell habe ich damit zwar nicht mehr zu tun ,aber ich hatte das selbst als Kind und mein mittlerer Sohn (15 ) hatte es als Kleinkind auch.
Laut unserer damaligen KÄ ist es tatsächlich nicht so schlimm,wie es aussieht.
Und irgendwann hört es von ganz allein wieder auf.
Bei meinem Sohn hat anpusten damals meist nicht gereicht,ich mußte ihm einen Klaps auf den Hintern hauen,damit er wieder Luft holt.
Auch wenn die Angst groß ist in solchen Momenten......man "gewöhnt" sich mehr oder weniger daran.

was passiert, wenn so ein anfall in meiner abwesenheit passiert, z.b. beim spielen mit den geschwistern im kinderzimmer?

Dein ältestes Kind ist erst 4 ,also gehe ich mal davon aus ,daß du sowieso immer in der Nähe bist.

denkt ihr, dass es sinn macht hilfe (z.b. beratung durch ein spz) in anspruch zu nehmen?

Wenn du dich damit ruhiger fühlst ,dann mach es.Eventuell reicht ja auch schon ein Gespräch mit euerm KA.
Wie gesagt,irgendwann hören diese Anfälle einfach so auf.

Beitrag von rosarot1970 04.02.11 - 22:29 Uhr

hallo silbermond,
danke für die rückmeldung.
du hast schon recht, eigentlich bin ich immer in der nähe, so dass ich es mitbekommen würde.
grüße rosa

Beitrag von alexstege81 04.02.11 - 22:00 Uhr

Hallo!

Ich habe auch so einen kleinen Mann zu Hause. Angefangen hat es das erste Mal ungefähr mit 2 Jahren, jetzt ist er 4 und hat es seid er 3 ist vielleicht noch 2 oder 3 mal gehabt. Es ist wirklich noch nie!!! passiert wenn er alleine oder nur mit anderen Kindern zusammen war. Wie du schon schreibst passiert es bei ihm wenn er sich richtig doll!!! weh getan hat weil er zum Beispiel irgendwo runter gefallen ist, sich dann darüber Ärgert das er es nicht geschafft hat und im nächsten Augenblick der Schmerz dazu kommt. Ich kann es ihm inzwischen ansehen wenn er kurz davor ist. Dann hilft bei uns immer ruhig und deutlich laut mit ihm zu reden und ihm zu sagen( immer wieder) das er Luft holen soll. Dadurch können wir es wirklich oft verhindern. Ich kann deinen Mann schon ein Stück verstehen das ist wirklich nicht toll. Aber er wird wenn er es das erste Mal mitbekommt merken wie man damit umgehen muss. Was oft noch besser hilft als ins Gesicht zu pusten ist etwas Wasser ins Gesicht zu tropfen.
Unser KiA hat damals gesagt das oft Kinder die sehr "Willensstark" sind solche Anfälle haben. (Und bei unserem trifft es zu).
Für Euch ist wichtig nicht in Panick zu geraten und nicht immer daran zu denken das so etwas passieren kann. Mein Sohn hatte es zum Beispiel auch wenn er sich weh getan hat und eine andere Mutter schneller da war als ich und ihn schon aufheben wollte. Irgendwann wusste ich das und haben dann schon von weitem gerufen das sie ihn bitte liegen lassen sollen.
Drücke euch trotzdem die Daumen das sie nicht so oft kommen.

Lieben Gruss Alexandra mit Fabian und Katharina

Beitrag von rosarot1970 04.02.11 - 22:35 Uhr

hallo alexandra,
ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, nicht in panik zu geraten. und das, obwohl ich eigentlich ziemlich gelassen bin. aber es hat soetwas dramatisches und wirkt so lebensbedrohlich.
willensstark ist meine tochter auch. außerdem sehr emotional und schreckhaft.
ich merke schon, dass ich genau schaue wie sie auf was reagiert und es mir unheimlich wird, wenn sie heftig anfängt zu weinen/schreien (was recht häufig vorkommt).
aber man wächst ja bekanntlich mit seinen aufgaben.
grüße
rosa

Beitrag von jindabyne 04.02.11 - 22:04 Uhr

Meine Tochter neigt auch dazu.

Der KiA meinte zu uns, dass es einige wichtige Dinge zu beachten gibt:

- auf KEINEN FALL die Erziehung ändern. Es gibt wohl Kinder, die merken, dass die Eltern sie "schonen" aus Angst vor einem Affektkrampf und dann regelmäßig einen bekommen, wenn sie ihren Willen nicht kriegen!

- Affektkrämpfe sehen furchtbar aus, sind aber harmlos. Das Kind erleidet keinen Schaden dadurch!

- Die Kinder wachen IMMER von alleine wieder auf, da der Atremreflex automatisch wieder einsetzt. Es sind keine Erste-Hilfe-Maßnahmen notwendig. Die einzige Gefahr könnte sein, dass das Kind auf einen Gegenstand fällt und sich verletzt.

Versuch, ein bisschen Gelassenheit zu bekommen. Ist schwer, ich weiß, aber mir hat das Wissen geholfen, dass es bei meiner Tochter keine Schäden anrichtet, sondern wirklich nur schlimm aussieht.

Lg Steffi

Beitrag von rosarot1970 04.02.11 - 22:40 Uhr

hallo steffi,
mein mantra sollte werden: der atemreflex setzt immer ein.
aber wenn der weg zur bewusstlosigkeit so dramatisch verläuft (blaufärbung, schreckensgeweitete+panische augen), tröstet mich das momentan nicht so sehr, sondern macht mich ganz ängstlich.
dank dir für die tipps.
grüße
rosa

Beitrag von jindabyne 05.02.11 - 10:04 Uhr

Bei meiner Tochter war ich das erste Mal auch fix und fertig danach. Sie hat sich zwar nicht blaugefärbt, aber die Augen ganz komisch nach innen verdreht, die Arme hochgerissen und ist vom Bobbycar gefallen wie ein nasser Sack. Gleichzeitig wurde sie schneeweiß im Gesicht und sah aus wie tot. Sie hatte sich nichtmal besonders stark vorher aufgeregt, nur kurz geweint und ist ganz plötzlich weggekippt. Als ich dann noch merkte, dass sie nicht atmet... #schock Ich hab sie angeschrien, keine Reaktion. Gerade als ich anfangen wollte sie zu beatmen (Ich habe mal einen Erste-Hilfe-Kurs für speziell für Säuglinge und Kleinkinder gemacht, sehr empfehlenswert!), kam sie wieder zu sich, war aber sehr weggetreten und wollte viel kuscheln und Körperkontakt.

Mir hilft es wirklich, mir dabei zu sagen, dass der Atemreflex wieder von alleine einsetzt. Man kann zwar rufen, Wasser ins Gesicht schütten usw., aber das holt die Kinder nicht schneller zurück, sagt der KiA. Solche Maßnahmen werden nur empfohlen, weil es für die Eltern leichter auszuhalten ist, wenn sie das Gefühl haben, etwas tun zu können. Aber wie gesagt, bei Kindern, die zu Affektkrämpfen neigen, funktioniert der Atemreflex einwandfrei!

Ich wünsche euch, dass solche Anfälle bei euch genauso selten bleiben wie bei uns!

Lg Steffi

Beitrag von heike230284 05.02.11 - 19:12 Uhr

#pro Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Beitrag von phili0979 04.02.11 - 22:15 Uhr

Huhu!

Unser Sonnenschein hat das auch, angefangen hat das mit 1 Jahr. Gerade beim Laufen lernen bleiben Stürze nicht aus... Die ersten 4 Mal bin ich fast gestorben vor Angst und habe jedesmal den Notarzt gerufen. einmal hat er danach am ganzen Körper einen Krampfanfall bekommen. Seitdem haben wir Diazepam im Haus für Notfälle.

Viel raten kann ich dir nicht. Was mir persönlich aber sehr geholfen hat, war ein 1. Hilfe Kurs für Kinder. Dann fühlt man sich nicht ganz so hilflos.
Wenn es heute passiert beo#festbachte ich meinen Kleinen eine Weile. Er ist danach immer ziehmlich erschöpft. Aber als Mutter lernt man das schnell einzuscchätzen. Wenn ich mir allerdings nicht 100% sicher bin dass alles ok ist stell ich ihn danach dem kinderarzt vor.

Alles Gute für euch!
Lg Philine

Beitrag von rosarot1970 04.02.11 - 22:43 Uhr

hallo phili,
die auffrischung der 1.hilfe kenntnisse steht bei mir jetzt auch auf dem plan. denke auch, dass mir das ein wenig sicherheit geben wird.
grüße
rosa

Beitrag von phili0979 04.02.11 - 23:10 Uhr

ja das hilft ungemein. schließlich ist es in diesem miment ganz wichtig dass du selbst ruhig bleibst.

da das Thema ja noch relativ neu bei dir ist und du weitere Fragen hast, darfst du dich gerne jeder Zeit an mich wenden. Das gute ist mit 6 jahren sind die meisten Kinder "rausgewachsen".


Alles Liebe
Phili

Beitrag von rosarot1970 05.02.11 - 10:33 Uhr

hallo phili,
danke für das angebot. ich werde sicherlich darauf zurückkommen.
grüße
rosa

Beitrag von fraggle07 05.02.11 - 17:18 Uhr

Hallo,

unser Sohn hatte das auch im Säuglings- und Kleinkindalter.

Ich hatte immer einen beinahe Herzstillstand wenn er nicht mehr geatmet hat.

Die Kiärztin hat mir damals auch den Tip mit "ins Gesicht pusten" gegeben.
Hat am Anfang gelklappt, später nicht mehr...

Wichtig ist das Du selbst ruhig bleibst und das Kind nicht anschreist...
Am Anfang habe ich den Fehler gemacht und hecktisch gerufen, hat sich oft noch verschlimmert. Die Zeit kam mir immer wie eine Ewigkeit vor...

Dann habe ich ihn immer in den Arm genommen und beruhigt, am besten gar nichts sagen.

Jetzt ist Justus fast 3,5 Jahre und hat das seit ca nem 3/4 Jahr nicht mehr gehabt.

Aber noch heute ist mir komisch wenn Justus beim Erschrecken o.Ä. mit einem lauten schrillen Schrei beginnt.

Ich weiß aber noch genau wir ich mich immer gefühlt habe, und niemand konnte auf Grund von Schilderungen die Situation nachempfinden.

Ich war dann froh das eine Freundin das mal mitbekommen hat und dann wußte wovon ich rede...

Wie oft passiert das denn bei Euch?

So aus der Ferne würde ich Dir keine Beratung empfehlen.
Bei uns hat sich das von selbst gelegt.

Liebe Grüße m.

Beitrag von rosarot1970 05.02.11 - 20:40 Uhr

hallo fraggle,
letzten dienstag ist es zum ersten mal bei der tagesmutter passiert (sehr dramatisch mit blaufärbung). 3 tage später ein kleiner anfall. vielleicht kommt es ja jetzt für länger nicht mehr vor, aber die angst vor so einem heftigen krampf sitzt mir in den knochen.
grüße
rosa

Beitrag von fraggle07 06.02.11 - 21:04 Uhr

Hallo rosa,
ich kann Dich sehr gut verstehen.

Wie eine andere Mitschreiberin schon sagte, scheint das bei sehr willensstarken Kindern häufiger vorzukommen.

Ich kann das nur bestätigen. Justus ist zudem sehr schreckhaft was Geräusche betrifft.

Wenn wir an einer Straße entlang laufen und ein LKW fährt an uns vorbei, zuckt er regelrecht zusammen.

Vielleicht solltest Du Dich noch mal an Dritte wenden.

Auch wenn immer alles gut geht, hat es auch keinen Sinn wenn Du Dir solche Sorgen machst. Denn das spühren die Kleinen auch und werden auch unsicher!

Alles was ich dazu sagen kann ist Ruhe zu bewahren.

Das wird Dir nur nicht wirklich weiter helfen.

Wünsche Dir alles Gute und wenn Du magst, halte mich auf dem Laufenden.

Gute Nacht und Grüße milo