Thema Frauenquote!Wie wär's erst mal mit vernünftiger Kinderbetreuung?

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Beitrag von benjalina 04.02.11 - 22:26 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich habe gesehen das es schon einen Tread gibt.

Wollte den jetzt aber nicht erst komplett lesen...

Meine Meinung steht ja schon in der Überschrift. Das ist es was mich ander ganzen Sache sehr ärgert....

Die Kinderbetreuung ist in Deutschland meiner meinung nach nicht wirklich Berufstätigenmütterfreundlich...

LG Benjalina

Beitrag von widowwadman 04.02.11 - 22:37 Uhr

Du meinst doch bestimmt "Berufstaetigenelternfreundlich", steht nirgendwo geschrieben, dass Papa nicht stattdessen beruflich zurueckstecken kann. Schliesslich steht es in D frei, wer die Elternzeit nimmt.

Ansonsten, wenn ich von Schliesszeiten und Zwangsferien in deutschen KiTas lese wird mir auch ganz anders, ich koennte da nicht arbeiten. Andererseits zahle ich pro Woche, was andere in D wohl pro Monat zahlen, ist halt nirgendwo perfekt.

Beitrag von benjalina 04.02.11 - 22:42 Uhr

Sorry, hab mich vielleicht doof ausgedrückt. Die Papas sind natürlich auch gemeint!

Aber ich seh schon du verstehst was ich meine :-)

Beitrag von berta.in.schwarz 05.02.11 - 09:49 Uhr

Wenn nur die Mütter ein Betreuungsproblem haben, die Väter aber nicht, liegt das Problem an anderer Stelle.

Beitrag von harveypet 05.02.11 - 10:56 Uhr

Ich bin Vater und hatte definitiv ein Betreuungsproblem denn das ist geschlechtsunabhängig.

Beitrag von berta.in.schwarz 05.02.11 - 11:03 Uhr

Es sollte ein Vater auch so auffassen wie du, scheint aber, du bist da eine Minderheit ;-)


>Die Kinderbetreuung ist in Deutschland meiner meinung nach nicht wirklich Berufstätigenmütterfreundlich... >


Und genau deshalb hat es nichts mit den Müttern zu tun.
Jedenfalls sollte man gar nicht auf die Idee kommen, es immer den Müttern anzuhängen, DA liegt nämlich schon der Fehler in der Gesellschaft.
Muddi darf nur los, wenn SIE die Kinder unterbringt.
Wenn nichtmal zuhause eine berufliche Gleichberechtigung besteht, braucht man auch keine Frauenquote.



Beitrag von yulunga 05.02.11 - 14:06 Uhr

Ich gebe dir Recht, dass die Betreuung beide Elternteile etwas angeht. Aber in der "klassischen" Familie ist es doch letztendlich auch heute noch so, dass in der Regel der Vater mehr verdient als die Mutter und somit meist keine Wahl besteht, wer zu Hause bleibt bzw. beruflich zurückstecken muss, solange die Betreuungsfrage nicht geklärt ist.

Bei uns war es damals anders herum, ich habe mehr verdient und bin auch nur 9 Monate zu Hause geblieben und dann ertsmal halbtags arbeiten gegangen und mein Mann war zu Hause. Ich wäre auch wieder voll eingestiegen, nur ließ sich meine Tochter nicht darauf ein, die Flasche zu nehmen geschweige denn Brei zu essen. Insofern hatten wir keine andere Wahl. Und wenn man als Frau stillen möchte muss man zwangsläufig die ersten Monate zu Hause bleiben. Manchmal entscheidet somit auch das Kind ;-)

Beitrag von berta.in.schwarz 05.02.11 - 14:38 Uhr

>Ich gebe dir Recht, dass die Betreuung beide Elternteile etwas angeht. Aber in der "klassischen" Familie ist es doch letztendlich auch heute noch so, dass in der Regel der Vater mehr verdient als die Mutter und somit meist keine Wahl besteht, wer zu Hause bleibt bzw. beruflich zurückstecken muss, solange die Betreuungsfrage nicht geklärt ist. >

Genau das muß geändert werden, aber ob die Frauenquote da eine Lösung ist, bezweifle ich.
Ich kenne übrigens viele Paare, bei denen die Frau mehr verdient.
Das liegt aber an den Jobs.
Solange manche Frau weniger über ihre Bildung nachdenkt als über das Kinderkriegen, werden sie nie Jobs bekommen, mit denen sie als Alleinverdiener die Familie durchbringen können.
Also selbst schuld.



>Bei uns war es damals anders herum, ich habe mehr verdient und bin auch nur 9 Monate zu Hause geblieben und dann ertsmal halbtags arbeiten gegangen und mein Mann war zu Hause. Ich wäre auch wieder voll eingestiegen, nur ließ sich meine Tochter nicht darauf ein, die Flasche zu nehmen geschweige denn Brei zu essen. Insofern hatten wir keine andere Wahl. Und wenn man als Frau stillen möchte muss man zwangsläufig die ersten Monate zu Hause bleiben. Manchmal entscheidet somit auch das Kind >
So ähnlich habe ich es auch gemacht.
Aber geht es darum, sehr früh voll zu arbeiten oder darum, daß man ünerhaupt wieder einsteigt oder darum, daß Frauen mehr Chancen bei einer Bewerbung zu bekommen?

Beitrag von yulunga 05.02.11 - 20:28 Uhr

Ansich sind die Themen Frauenquote und Kinderbetreuung zwei verschiedene Themen. Ich denke, Frauen in Führungspositionen (ist dieser Begriff schonmal definiert worden?), und darum geht es in der Diskussion um die Frauenquote doch eigentlich, haben sicherlich ganz andere Probleme. Sofern sie überhaupt Kinder haben, haben sie finanziell sicherlich ganz andere Möglichkeiten zur Kinderbetreuung (Tagesmutter, Au-Pair...). Für die "Normalfrau" mit einem Vollzeitjob kann es dagegen schwer sein, wenn die Arbeitszeiten nicht mit den Kita-Öffnungszeiten sich in Einklang bringen lassen.


"Aber geht es darum, sehr früh voll zu arbeiten oder darum, daß man ünerhaupt wieder einsteigt oder darum, daß Frauen mehr Chancen bei einer Bewerbung zu bekommen? "

In Führungspositionen wird es u.a. auch darum gehen, sehr früh und wieder Vollzeit einzusteigen. Da kann man sich sicherlich selten eine längere Auszeit nehmen. Aber als Frau, die in eine Führungsposition möchte (und ich meine damit die richtig hohen Posten), ist es sicherlich eine große Überlegung, ob sie überhaupt Zeit für ein Kind haben wird, da man in diesem Fall nicht von einer 40-Stunden-Woche ausgehen kann.

Die Frauenquote an sich ist meines Erachtens darauf ausgelegt, dass Frauen bei Beförderungen eher berücksichtigt werden. Normalerweise steigt man ja nicht gleich ins oberste Managment in einem Unternehmen auf. Generell sollte da nach den Fähigkeiten gegangen werden, nicht nach Quote. Die Frage ist zudem auch, wieviele Frauen wollen wirklich so einen Job? Ich persönlich habe studiert und mich weiterqualifiziert und möchte dementsprechend arbeiten. Trotzdem stellt sich mir nicht die Frage, ob ich wirklich in die höheren Ebenen aufsteigen möchte, weil es nicht nur mehr Geld und Verantwortung ist, sondern eben auch mehr Zeit, die ich in diese Arbeit investieren müsste. Die verbringe ich lieber mit meiner Familie. Ich denke trotz guter Ausbildung und einem guten Job sind nur wenige Frauen bereit, so viele Opfer zu bringen. Männer haben eher den Karrieregedanken. Ich sehe das an meiner Uni: die Professorinnen, die ich kenne, haben meist keine, oder wenn überhaupt dann nur ein Kind (natürlich gibt es auch da anderswo Ausnahmen), viele Professoren haben dagegen häufig auch 3 Kinder. Es ist bei diesen Jobs eben nicht nur eine Frage der Kinderbetreuungsmöglichkeiten, sondern vielmehr eine Zeitfrage, zum einen bleibe ich eine gewisse Zeit meinem Beruf fern und andererseits muss man eben viel Zeit in den Job investieren.

Sorry, es ist ein bischen lang geworden. Aber wie gesagt, es sind eigentlich auch eher 2 verschieden Diskussionen.

Beitrag von marion2 05.02.11 - 21:24 Uhr

Die durchschnittliche Führungskraft fängt in der Regel in den Nichtführungsetagen eines Unternehmens an zu arbeiten (bei guter Qualifikation evtl. schon in der alleruntersten Managementebene.)

Um sich "hochzuarbeiten" benötigt Frau Normal mit 1,4 Kindern in der Regel 1,4-Vollzeit-mit-Pause-und-Fahrzeit-Betreuungsplätze. Alternativ muss Frau Kariere sich vom Kinderwunsch wohl verabschieden.

Warum die Frau? weil der Durchschnitts-Mann das höhere Einkommen erzielt.

Beitrag von berta.in.schwarz 06.02.11 - 15:58 Uhr

Deshalb soll man Gehälter generell abgleichen, Frau=Mann.
Dann müßte man die Gesellschaft so weit haben, daß die Familienanrbeit eines Vaters ebenso der einer Mutter gleichgesetllt ist und dann erst kann man eine Frauenquote überdenken, jedenfalls würde es dann erst Sinn machen, falls es dann überhaupt noch nötig wäre ;-)

Beitrag von marion2 07.02.11 - 10:56 Uhr

Meine Meinung ;-)

Mein Mann würde das gern mitmachen - aber so lange ich keinen Job finde, in dem ich entsprechend bezahlt werde, hab ich die kleinen Monster am Hals.

Beitrag von leni.pfeiffer 06.02.11 - 03:29 Uhr

"Aber als Frau, die in eine Führungsposition möchte (und ich meine damit die richtig hohen Posten), ist es sicherlich eine große Überlegung, ob sie überhaupt Zeit für ein Kind haben wird, da man in diesem Fall nicht von einer 40-Stunden-Woche ausgehen kann. "

Und haben die Männer die gleichen Überlegungen?

"Generell sollte da nach den Fähigkeiten gegangen werden, nicht nach Quote. "

Wird denn nach den Fähigkeiten entschieden oder sind Frauen benachteiligt, weil sie potentiell ein Kind bekommen könnten? Das würde mich wirklich mal interessieren, denn ich möchte da keine Unterstellungen machen.

"Ich sehe das an meiner Uni: die Professorinnen, die ich kenne, haben meist keine, oder wenn überhaupt dann nur ein Kind (natürlich gibt es auch da anderswo Ausnahmen), viele Professoren haben dagegen häufig auch 3 Kinder. "

Und so lange das als ganz normal angesehen wird, wird sich an der ganzen Situation Frau und Führungsposition nichts ändern.
Ich stimme da Berta voll und ganz zu: Warum soll immer die Mutter für die Betreuung zuständig sein? Ein Kind hat doch Mutter und Vater.

LG, Leni

Beitrag von brynlie 08.02.11 - 16:27 Uhr

Hallo,

ich möchte zu den Professorinnen ergänzen: es kommt auf die Professur an. Ich hätte z. B. eine Juniorprofessur anstreben können - allerdings in einem Laborfach. Ein gleich alter Kommilitone, der als Juniorprof Vater wird, kann weiter selbst forschen. Wenn ich mir als schwangere Juniorprofessorin als Minimum selbst 9 Monate lang Laborverbot erteilen muss (oder auch einfach nur als Postdoc in einem Projekt), dann kann ich mit hoher Wahrscheinlickeit davon ausgehen, dass der Projektplan im Eimer ist. Zeitverzug, Plannichterfüllung: das gibt schlechte Bewertungen und Streß mit dem Controlling. Folge: Ende der Karriere.
Wenn jemand hier in einer ähnlichen Situation weich gefallen ist: schön. Ich wollte das Risiko nicht eingehen. Oder andersherum, nicht das Risiko eingehen, mit dem Kinderkriegen zu warten, bis ich in einer akademisch komfortablen Lage bin. Also keine Frau Prof. Dr. brynlie. Dafür habe ich jetzt 3 Kinder. Der gleich alte Kommilitone könnte jetzt auch drei Kinder haben.
Ein Fall von vielen...

Beitrag von leni.pfeiffer 08.02.11 - 18:17 Uhr

Ich habe auch ein Laborfach studiert. Aussetzen waehrend der Schwangerschaft musste ich allerdings nicht. Das sehe ich gar nicht so als das Problem an.

ABER: Jetzt bin ich als Post-Doc im Ausland, volle Arbeitszeit. Da es fuer uns keine Option ist, die Kinderbetreuung komplett auszugliedern (siehe zeitblom), muss mein Mann und ich beide mitziehen, sonst koennten wir das nicht staemmen. Wir arbeiten beide voll, allerdings versetzt und halten so die Fremdbetreuung aus unserer Sicht im Rahmen (7 bis 8 h am Tag). Dann arbeiten wir beide abends noch, wenn der Kruemel im Bett ist, er von zu Hause, ich mal so und so.
Ganz ehrlich, das geht, weil es zeitlich begrenzt ist. Ein Leben lang wuerde ich das nicht machen wollen. Also wird es auch keine Frau Prof. Pfeiffer geben. Da mein Mann auch was von seiner Familie will, wird es auch keinen Herrn Prof. Pfeiffer geben.

Beitrag von leni.pfeiffer 08.02.11 - 18:22 Uhr

Das Ganze funktioniert auch deshalb, weil unseren beiden Chefs egal ist, wann und wo wir arbeiten, so lange die Arbeit ordentlich gemacht wird. Ansonsten koennten wir uns diese Flexibilitaet nicht leisten!

Beitrag von nele27 08.02.11 - 20:02 Uhr

***Das Ganze funktioniert auch deshalb, weil unseren beiden Chefs egal ist, wann und wo wir arbeiten, so lange die Arbeit ordentlich gemacht wird.***

Zum Glück ist mein Chef genauso - ich habe bis zum zweiten Mutterschutz Vollzeit gearbeitet, wovon mein Sohn aber dank flexibler Arbeitszeiten nicht die volle Ladung abbekommen hat.
Habe 2 Tage die Woche Home Office gemacht, das hat auch dienstliche Vorteile gehabt (mehr Ruhe zH = mehr Kreativität, mal längere Planphasen für Projekte etc.). Erreichbar war ich genauso wie im Büro und mein Kind war selbstverständlich während der Arbeitszeit betreut. Allerdings konnte ich dann mal um 14 Uhr Feierabend machen, Sohn abholen, auf den Spielplatz und um 20 Uhr weiterarbeiten. Mein Diensthandy hatte ich immer dabei, wenn man was ist.
Es gab nie Probleme, obwohl ich die einzige mit dem spezifischen Know-How bei uns bin (bekleide meine Position allein).

Genau solche individuellen Lösungen sollte es in Zukunft viel mehr geben ... und zwar rede ich nicht nur von Top-Positionen, sondern auch von stinknormalen Arbeitsplätzen.

Aber man ist in Deutschland halt mehrheitlich der Meinung, dass Arbeit vor allem mit Dauerpräsenz in einem bestimmten Büro zu tun hat.

LG, Nele

Beitrag von yulunga 09.02.11 - 18:08 Uhr

>Wenn ich mir als schwangere Juniorprofessorin als Minimum selbst 9 Monate lang Laborverbot erteilen muss (oder auch einfach nur als Postdoc in einem Projekt), dann kann ich mit hoher Wahrscheinlickeit davon ausgehen, dass der Projektplan im Eimer ist. Zeitverzug, Plannichterfüllung: das gibt schlechte Bewertungen und Streß mit dem Controlling. Folge: Ende der Karriere.<

Genauso sieht es bei mir auch aus. Ich strebe keine Professur an, habe aber mein Kind am Anfang meiner Promotionszeit bekommen und brauche somit natürlich länger als meine Kollegen, von denen (bzw. deren Frauen) auch viele ein Kind in dieser Zeit bekommen haben. Zumal ich auch nicht mehr am Wochenende arbeiten kann und auch nicht möchte (bis auf wenige Ausnahmen), weil diese Zeit meiner Familie gehört. Ich musste in der Schwangerschaft außerdem im Labor fast komplett aussetzen und so hat sich mein Zeitplan natürlich nach hinten verschoben. Das alles habe ich so gewollt und will mich da auch nicht beschweren, weil Familie für mich im eine höhere Priorität hatte und ich auch nicht erst mit Ende 30 ans Kinderkriegen denken wollte (wenn es dann auch vielleicht schon zu spät ist). Aber mit meinem Lebenslauf und der längeren Promotionszeit könnte ich mich einfach nicht auf einen höhren Posten bewerben.
Und mein Mann hat mich immer unterstützt und auch einen Teil der Elternzeit übernommen, aber für mich in Labor konnte er nunmal nicht gehen...

Beitrag von berta.in.schwarz 06.02.11 - 15:55 Uhr

Du bindest mir die Frau hier zu sehr an all die Pflichten.
Daß man es zu ihrem Problem macht, die Kinder zu versorgen, unterzubringen, den Job zu machen, ist mir geschlechtlich zu einseitig.
Ein Vater sollte doch genau dasselbe Problem haben.
Hat er es denn nie gehabt?
Nein, weil ja Frau zuständig ist.
Das ist einfach der Fehler.


Meiner Meinung nach sollte man nicht nach Geschlecht befördern, sondern nach Kompetenz.
Und wenn viele Frauen sowieso nicht wollen, macht eine Quote keinen Sinn.
Wer genau will denn die Quote?
Diejenigen, die sich ungerecht behandeln fühlen, aufsteigen wollen, aber den Männern nachstehen?
Wie viele sind das?
Wie viele wollen gar nicht?
Wie viele können gar nicht?

Ich weiß nicht, ob das Ganze Sinn macht.
Wenn man generell sagen würde, es gibt nur noch gleiche Gehälter für Mann und Frau, macht das noch Sinn, obwohl ich kein Unternehmen kennenlernen mußte, wo Frauen weniger bekamen.

Und ich frage mich, wie viele Männer denn so weit hoch wollen?
Ich kenne sehr viele, die auch nicht wollen, die an einem Punkt sind, wo sie sagen, es ist wirklich okay so. Genau das, was man Frauen auch immer nachsagt.
Und wenn man realtiv gemütlich ein Jahreseinkommen von 90 000 oder 100 000 Brutto haben kann, giert nicht jeder danach sich komplett den A... aufzureißen um sehr viel mehr zu machen.


Ich habe nicht gegoogelt, ob es Zahlen gibt, die die Bereitschaft deutlich zeigen.

Beitrag von nele27 07.02.11 - 12:51 Uhr

***Du bindest mir die Frau hier zu sehr an all die Pflichten.
Daß man es zu ihrem Problem macht, die Kinder zu versorgen, unterzubringen, den Job zu machen, ist mir geschlechtlich zu einseitig.
Ein Vater sollte doch genau dasselbe Problem haben.
Hat er es denn nie gehabt?
Nein, weil ja Frau zuständig ist.
Das ist einfach der Fehler. ***

Super geschrieben!

Und auf der Arbeitgeberseite siehts ähnlich eindimensional aus. Wenn der Vater im Lebenslauf Kinder hat, wird er nie danach gefragt, wo die denn in der Arbeitszeit bleiben. Bei einem Mann geht man auch nicht davon aus, dass er Kindkrank-Tage nimmt...

Es muss sich noch viel ändern in der Gesellschaft mit ihren alten Rollenmustern.
Ich weiß nicht, ob explizit die Frauenquote dabei hilft. Aber etwas Zwang und Überstülpen muss wohl am Anfang sein, um den ersten Anstoß zu geben.

LG, Nele

Beitrag von .doctor-avalanche. 06.02.11 - 12:58 Uhr

Schönes Beispiel für deine völlig richtige Schlussfolgerung:

Carmen Miosga, die Tagesthemensprecherin, wurde schon mehrfach gefragt, wie sie das denn überhaupt schafft, diesen Job, der sie oft im Monat erst sehr spät nach Hause kommen lässt, mit ihren beiden Kindern zu vereinbaren.....Sie darauf: "Würden Sie das meinen Kollegen Tom Buhrow (Anm.: weiterer Tagesthemensprecher) eigentlich auch fragen?"




Vollzeit arbeitenden Müttern, noch dazu in prominenten bzw. hochkarätigen Jobs, wird häufiger diese Frage gestellt - meist noch mit einem Unterton des Vorwurfs. Einem Mann passiert so etwas nicht.....

Beitrag von berta.in.schwarz 06.02.11 - 15:43 Uhr

Eben, der grundsätzliche Fehler liegt erstmal im gesellschaftlichen Denken. Und den wird auch eine Frauenquote nicht ändern.

Umdenken bei alteinegesessen Punkten dauerte ewige Jahre, das konnte man schon immer sehen, besondes wenn es eben um die Teilung von Frauen und Männern geht.
Heute sind Männer immerhin auch schon für die Kindererziehung zuständig, wickeln Babys, kochen, gehen in Elterzeit etc.
Es ist eine gute Richtung, aber noch sehr dünn.

Beitrag von miau2 05.02.11 - 11:26 Uhr

Hi,
so ist das mal wieder mit den Pauschalisierungen...es mag auf dich zutreffen, bei mir liegt die Sache anders.

ICH (bzw. WIR, meinen Mann mit eingerechnet) haben überhaupt kein Betreuungsproblem. Und auch keine der Familien, die wir kennen.

Was ICH habe ist ein Problem, dass es keine Arbeitgeber gibt, die in meinem Beruf andere Stellen als Vollzeitstellen vergeben.

Was mein Problem ist ist, dass Arbeitgeber keine Vorteile darin sehen, Stellen zu teilen (und das kann durchaus einige Vorteile haben) oder sich auf andere Konzepte als die "von 8:30-17:00 im Büro sein - Variante" einzulassen. Selbst flexible Arbeitszeiten (mit flexibler AZ wäre ich zu mehr Stunden bereit als mit fester) sind die Ausnahme.

Und was dann mein Problem ist, dass ich schlicht und einfach nicht Vollzeit arbeiten WILL.

Die Folge ist, dass ich nicht arbeiten kann. Leider. Trotz super guter, liebevoller, bezahlbarer Betreuung für 45 Stunden pro Woche, vollkommen ausreichend für das, was ich gerne hätte.

Irgend etwas als das pauschale Problem darzustellen hilft halt auch nicht weiter...es gibt soooo viele Bereiche, wo Verbesserungen möglich und nötig wären - aber egal wo und wie, alle Probleme lösen wird keine davon.

Übrigens: HIER haben inzwischen Tagesmütter Probleme, ihre angebotenen Plätze voll zu bekommen, da es mittlerweile immer mehr Krippenplätze gibt. Wer hier wirklich ernsthaft sucht findet auch einen Betreuungsplatz - nur der dazugehörige Arbeitsplatz, DER ist oft das Problem.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von seelenspiegel 05.02.11 - 11:56 Uhr

<<<Und was dann mein Problem ist, dass ich schlicht und einfach nicht Vollzeit arbeiten WILL. >>>

Dann solltest Du die Kirche aber im Dorf lassen und Dich nicht beschweren, denn für nicht WOLLEN habe ich keinerlei Verständnis wenn dann auch noch gemotzt und gemeckert wird.

Beitrag von miau2 05.02.11 - 12:57 Uhr

Wow, warum greifst du mich an?

Wo genau habe ich jetzt gemotzt?

Ich will arbeiten, nur eben nicht Vollzeit.

Wenn du damit ein Problem hast kann ich es auch nicht ändern...mach dich vielleicht mal auf die Suche nach deiner eigenen Kirche, bevor du dir um meine Sorgen machst.