Oma gestorben, wie am besten sagen?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von perserkater 05.02.11 - 11:05 Uhr

Hallo

Die Mutter meines Mannes ist letzte Nacht verstorben. Es war sehr überraschend für uns da sie im Großen und Ganzen noch recht gesund war.

Mein Sohn (4J.) hat sie sehr gemocht, besonders da sie seine einzige Oma war. Wie können wir ihm das am besten sagen, dass Oma nun tot ist? Welche Literatur zum Thema ist empfehlenswert?

Traurige Grüße

Beitrag von sillysilly 05.02.11 - 11:24 Uhr

Hallo

meine Mama ist im erst im Dez gestorben.
Meine Kinder haben es sofort mitbekommen, weil sie im Raum anwesend waren als ich den Anruf bekommen habe....... #heul


Ich würde ihn vorsichtig an das Gespräch heran führen.
Ihm aber ehrlich sagen, daß ihr ihm was trauriges erzählen müßt .....
dann sagen, daß die Oma leider gestorben ist .... das auch ihr sehr traurig und überrascht seid .....
der Rest ergibt sich von selbst.

Mein "Lieblingsbuch" dazu ist, : Was kommt nach tausend


wenn du noch Fragen hast, meld dich

Grüße Silly

Beitrag von tokessaw 05.02.11 - 13:38 Uhr

hallo,
erst mal mein beileid.
also als meine muter im mai 09 starb,haben die kinder sie vorher schon krank gesehen.wir haben ihnen dann gesagt,das sie keine kraft mehr hatte,alt und krank war,und das der liebe gott sie nun in den himmel geholt hat.
unsere große hat dann abends immer am fenster gestanden und mit oma gesprochen.
nikolaus ist mein papa gestorben,trotz das er krank war,kam es plötzlich.aber auch hier haben wir schlicht und einfach gesagt,das er alt und krank war,und das der liebe gott ihn in den himmel geholt hat.
dann haben sie gefragt,ob opa nun wieder bei oma ist,was sie dort machen usw usf.sie reden beide mit oma und opa,winken ihnen zu.
wir sind sehr gut ohne bücher klar gekommen.
lg

Beitrag von kleiner-gruener-hase 05.02.11 - 14:59 Uhr

Der Opa meines Mannes ist vor 2 Tagen gestorben, es war zwar abzusehen, dennoch waren wir natürlich sehr traurig als der Anruf kam.

Und die Große (im April 6) fragte sofort was denn los wäre. Mein Mann wollte es ihr erst nicht sagen, gab mir dann aber Recht als sie immer wieder nachhakte.

Ich habe ihr dann gesagt, dass der Papa und ich sehr traurig wären weil der Opa W. gestorben wäre. Sie fing direkt an zu weinen und hat den Papa geknuddelt und gefragt ob denn der Opa W. jetzt im Himmel wäre. (muss dazu sagen, dass wir selbst nicht gläubig sind, sie aber in den evgl. KiGa hier im Ort geht)
Wir haben ihr gesagt, dass ganz egal wo er jetzt ist, es ihm dort auf jeden Fall besser geht.

Kinder verkraften das meist besser als wir es ihnen zutrauen.

LG und mein aufrichtiges Beileid für deine Familie... #kerze

Beitrag von liasmama 05.02.11 - 21:55 Uhr

Ich kann dir nur raten, damit so offen wie möglich umzugehen.
Mein Vater starb überraschend als Elias 2-1/2 war, trotzdem kann er sich noch gut an den Opa erinnern und er ist auch immer noch ein Thema für meinen Sohn, obwohl wir so eigentlich nicht über ihn sprechen in ELias' Anwesenheit.
Dementsprechend ist das Thema Tod ihm auch recht geläufig.
Letztens als wir eine Burg besucht haben, hat er gefragt wo denn der König, die Königin, die Prinzessin usw seien, und als ich ihm sagte, die wohnten schon lange nicht mehr hier, meinte er ganz trocken "Ah so. Die sind im Himmel.".

Am Montag verstarb während unseres Besuchs bei den Urgroßeltern der Bruder von Elias' Uroma. Er kannte den Onkel und mochte ihn sehr, ich habe ihm gleich erzählt was los ist, und im Gegensatz zu der Zeit als mein Vater starb, auch Details, dass der Körper beerdigt wird und die Seele (das was bei ihm und Mama und Papa und allen anderem im Kopf denkt und im Bauch Angst und Freude spürt und so) in den Himmel kommt.
Er hat das sehr gut und verständig aufgenommen.
Ich hatte allerdings Mühe, meine Oma dazu zu bringen, Worte wie "Beerdigung", "tot" usw auszusprechen und nicht nur lautlos mit den Lippen zu formen. ;-), habe ihr immer wieder sagen müssen dass Elias Bescheid weiß darüber und sie keine Scheu haben soll, darüber zu reden wenn er anwesend ist.

Ich finde, der Grund warum wir alle uns solche Gedanken machen, was und wieviel wir unseren Kindern zum Thema Tod zutrauen können, liegt darin dass das Thema in den letzten Jahrzehnten so tabuisiert wurde.
Und das finde ich grundfalsch. Vor gar nicht allzu langer Zeit wurden Tote noch in der Wohnung ihrer Angehörigen aufgebahrt und die Familie kam um Abschied zu nehmen und zu beten - damals haben sich solche Fragen gar nicht gestellt.
Der Tod gehört zum Leben wie auch die Geburt, JA, es IST traurig, aber die Kinder dürfen ja auch traurig sein und sie dürfen auch wissen und erfahren, dass auch die Erwachsenen traurig sind.

Alles Gute für euch in dieser schweren Zeit!
LG.