Hochzeit nach 13 Jahren und ich krieg kalte Füße

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von brautdiesichnichttraut 05.02.11 - 12:39 Uhr

Hallo
mein Lebensgefährte/Partner/Freund und ich sind seit 13 Jahren glücklich zusammen, haben 2 Kinder im Alter von 9 und 6 Jahren. Nun hat er, obwohl das zwischen uns nie Thema war, um meine Hand angehalten und ich habe spontan ja gesagt.... Seitdem gehen mir viele Dinge im Kopf herum.

Er ist der Mann, mit dem ich mir vorstellen könnte, alt zu werden. Ich möchte auch keinen anderen. Wir sind wirklich glücklich, und trotzdem: Der Gedanke an eine Ehe ist für mich so bürokratisch, unerträglich unverbindlich. Klar hat es auch finanzielle Vorteile, aber da wir beide als Akademiker gleich gut verdienen, ist das nicht der Grund und sollte es nicht sein.

Ich wollte nie heiraten! Ich hatte immer ein tiefliegendes Misstrauen gegen die Ehe und nie Lust auf eine große Feier. Er hat mir versprochen, dass wir im kleinen Rahmen feiern, wenn überhaupt, bleibt noch der Punkt mit dem Verheiratetsein. Ich bin dann die Ehefrau von jemandem und habe dadurch das Gefühl, ein Stück meiner Identität zu verlieren!

Am liebsten würde ich mein Ja-Wort wieder rückgängig machen, aber ich habe gar keinen bestimmten Grund und möchte ihn auch nicht vor den Kopf stossen... Kann mich hier jemand verstehen?

Beitrag von brautdiesichnichttraut 05.02.11 - 12:40 Uhr

Es sollte natürlich unerträglich UND verbindlich heißen....

Beitrag von gh1954 05.02.11 - 12:48 Uhr

Dann lass es doch.

Schade, dass du so wenig vertrauen kannst.

Beitrag von ippilala 05.02.11 - 12:52 Uhr

Und wenn er stirbt und du bekommst keine Witwenrente, dann hab ihr keine 2 Akademikergehälter mehr. Hast du nur die kurzfristigen Steuervoteile bedacht?

Wenn es dir wirklich so stark widerstrebt, dann sag ihm das. Nach 13 Jahren sollte er dich und deine Ansichten ja eigentlich kennen.

Woher kommen denn deine negativen Ansichten über die Ehe. Hast du mal schlechte Erfahrungen im Verwandten- oder Freundeskreis erlebt? Toefes Misstrauen entsteht schließlich nicht einfach so.

Warum genau möchte er heiraten?

Beitrag von brautdiesichnichttraut 05.02.11 - 12:57 Uhr

Ich heirate doch nicht, um auf eine Witwenrente zu spekulieren. Ich lege mein Geld lieber anders an. Aber genau das meinte ich mit bürokratisch! Das passt einfach nicht zu mir!
Er hat mich als Freigeist kennen und lieben gelernt und bisher dachte ich er würde gerade das an mir schätzen. Ich weiß nicht, weshalb er plötzlich auf das Thema Heiraten kommt.

Beitrag von ippilala 05.02.11 - 13:02 Uhr

Na dann frag ihn doch einfach, warum er plötzlich heiraten möchte.

Da es ohne deine Einwilligung eh nicht funktioniert, wird er dann wohl einfach damit leben müssen, dich nie heiraten zu können.

Und sag ihm das lieber jetzt, bevor er noch plant und kauft.

Beitrag von anyca 05.02.11 - 14:04 Uhr

Ob Du es willst oder nicht, Du bist kein "Freigeist" mehr, sondern Familienmutter! Und somit würden - im Fall der Fälle - auch Deine Kinder unter der fehlenden Witwenrente leiden, nicht nur Du.

Durch die Kinder seid ihr doch eh schon mehr verbunden, als es der Trauschein kann, wovor hast Du denn da noch Angst? Meinst Du, einen Tag nach der Hochzeit findest Du Dich in Blümchenschürze und Petticoat am 50ger-Jahre-Kochherd wieder? ;-)

Jedenfalls solltest Du mit ihm über Deine Ängste reden.

Beitrag von gh1954 05.02.11 - 14:21 Uhr

>>>auch Deine Kinder unter der fehlenden Witwenrente leiden<<<

Ich weiß gar nicht, was hier für Vorstellungen über die Höhe einer Witwenrente kursieren.
Wenn ein Mann relativ "jung" stirbt, also auch noch junge Kinder da sind, ist die Rente meist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Beitrag von anyca 05.02.11 - 14:23 Uhr

... und wenn die Kinder älter sind, sind sie nicht billiger ...

Beitrag von gh1954 05.02.11 - 14:32 Uhr

.. aber deswegen ist die Rente nicht entsprechend höher.

Du hast, glaube ich, meinen Beitrag nicht verstanden.

Für eine Frau, die beruflich (finanziell) auf eigenen Füßen steht, kann eine etwaige Witwenrente keinen Ausschlag FÜR eine Heirat sein, denn (die Zahlen sind jetzt drei Jahre alt) ab einem "Zu-Verdienst" von 800 Euro (wenn minderjährige Kinder da sind), wird die Rente entsprechend gemindert.

Beitrag von anyca 05.02.11 - 15:46 Uhr

Naja, wenn der Mann erst stirbt, wenn die Kinder älter sind, hat er doch länger gearbeitet und die Rente ist höher, oder? #kratz

Und wenn die Frau so gut verdient, daß die Rente dann gekürzt wird, o.k. - aber wer garantiert einem das heutzutage? Kann ja auch sein, daß sie inzwischen arbeitslos ist, nicht mehr gesund ist, als Alleinerziehende nicht unbedingt Vollzeit arbeiten will / kann ...

Jedenfalls sehe ich in einer stabilen Beziehung mit Kindern keinen vernünftigen Grund, auf diese Absicherung zu verzichten.

Beitrag von manavgat 05.02.11 - 13:04 Uhr

Mach einen vernünftigen notariellen Ehevertrag. Dann kannst Du sicher und beruhigt ja sagen.

Schöne Zeit.

Manavgat

Beitrag von witch71 05.02.11 - 13:48 Uhr

Das kommt mir bekannt vor.

Man einigte sich dann darauf, zunächst eine Familienfeier zu organisieren, ohne Brautkleid und Anzug, ohne Standesbeamten und ohne Pfarrer, bei der man sich offiziell im Kreise der Familien "ja" sagte. Es gab ein Familienmitglied, welches eine Art Zeremonie abhielt und die beiden Partner sozusagen verbandelte.
Ohne Trauschein, ohne Kirche, dafür mit viel Sonne, Grillgut und Spass.

Nach einiger Zeit (Jahre später) gingen die Beiden dann auch mal aufs Standesamt, allerdings dann ohne jegliche Begleitung, sondern nur für sich alleine. Die Kinder waren dabei, sonst niemand, nicht einmal die Eltern.
War auch kein Thema für die Familien, da die Feier ja eben bereits stattgefunden hatte und man das schon als genügend ansah.

Wäre so eine Familienfeier vielleicht auch etwas für Dich? Dann schlag ihm doch erstmal das vor. Reden müsst ihr aber auf jeden Fall, wenn Du nämlich noch nicht einmal weisst, warum er auf einmal heiraten will, dann ist das Thema auf keinen Fall ausreichend geklärt.

Beitrag von bruchetta 05.02.11 - 17:03 Uhr

Sag ihm doch, dass Dich sein Antrag sehr gerührt und auch gefreut hat, so dass Du aus diesem Grund JA gesagt hast, Du aber mittlerweile große Bedenken hast.

Das sollte in einer glücklichen Beziehung doch möglich sein.

Grundsätzlich wirst Du Dich nach der Hochzeit nicht anders fühlen als jetzt.
Was sagst Du, wenn Du jemandem Deinen Partner vorstellst?
Mein Freund, mein Mann, mein Lebensgefährte?