Tochter testet aus und ich weiß nicht mehr weiter!

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von millamaus 05.02.11 - 14:06 Uhr

Hallo,

ich habe hier schon mal gepostet als es um dieses Thema ging.
Unsere Tochter, 2,5 Jahre alt, testet aus wo sie nur kann.
Von Zähne putzen über Hände waschen, alles kann für uns alle zu einem Kampf werden..
Vorhin ging es nur um Hände waschen, aber ich musste mir dennoch den Mund fusselig reden...sie setzte sich unter den Wäschestände, holte Bücher usw...Mama wird dabei ignoriert. Ich gebe ihr mehrere Chancen selber auf ihren Hocker zu steigen, aber wenn das nicht klappt schnappe ich sie mir und stelle sie hin. dann geht das geheule los, die Beine werden nicht durchgedrückt, es wird sich auf den Boden gelegt und geheult...
ich bin mitlerweile so schnell auf 180, was mich selber sehr erschreckt und im Nachhinein traurig macht..komme mir als schlechte Mutter vor weil ich in diesen Momenten nicht mehr inne halten kann und laut werde..also ein Adrenalinpegel von 1000.... :-(
Gestern habe ich eine Smilyliste erstellt. nach jedem Zähne putzen, Hände waschen usq..gibt es einen Smily und bei dreien eine behlohnung. Gestern war noch alles toll für sie, aber heute war es nebensächlich..

Nun weiß ich mir keinen Rat mehr, weiß nicht mehr wie ich in den Momenten besser an sie ran komme, und was ganz wichtig ist, wie ich ruhiger bleibe...
Übrigens klappt bei der tagesmutter alles super..
Aber anders macht sie nix.. Meine Kleine läuft wohl gleich ins Bad wenn es heißt Zähne putzen ect., und dieses wird dann auch durchgeführt..

Lg Milla

Beitrag von no-limit 05.02.11 - 14:26 Uhr

hallo,

also ich denke die phase hat jeder durch und in dem alter sind sie extrem anstrengend. ich persönlich finde es nicht gut, sie zu packen und dann dieses *müssen*

ich bin immer damit gut gefahren, wenn ich es positiv formuliert habe .... wir putzen jetzt die zähne und dann gibt es die gute nacht geschichte. wollte meiner nicht, hat es gereicht, wenn ich geantwortet habe .... gut dann gibt es keine geschichte.

eigentlich sind kinder *immer* bestechlich und aufregen bringt gar nichts. aonsten wird die ganze nacht im bad gewartet bis madame fertig ist. grob anpacken finde ich nicht gut ....


alles liebe

Beitrag von snowwhite1974 05.02.11 - 21:51 Uhr

Das Ganze Leben unserer Kinder ist eine PHASE! Von Trotzalter bis Dauerpubertät - bis ca. 25 Jahre (Männer 30 Jahre) wird abgelöst von SINNKRISE!

Es ist net leicht heut Kind zu sein, aber als Eltern hat man defintiv die Arschkarte.

Gruß von snowwhite

die heut Kindergeburtstag hatte

Beitrag von harveypet 05.02.11 - 14:50 Uhr

Denk an das Mantra!!! es ist Alles nur eine Phase! Und dann denk in 10-12 Jahren an die Pubertät!! DAS ist erst richtig ein Spaß!

Beitrag von bine3002 05.02.11 - 21:58 Uhr

Ich rate dir folgendes:

Überleg dir genau, WAS Du verlangst und ob das nun wirklich sooooo wahnsinnig wichtig ist. Zähne putzen ist es, keine Frage. Hände waschen... naja... muss schon mal sein, aber lange nicht so häufig wie es oft verlangt wird. Selbst wenn man Tiere angefasst hat, hat Hände waschen lange nicht die Bedeutung, die es hierzulande in der Regel hat. Man bedenke: Bauernhofkinder sind meist die gesündesten... warum denn wohl?

Gut, letztlich auch egal. Wenn DIR Hände waschen so wichtig ist, dann ist es eben so und dann musst Du das durchsetzen. Ich empfehle dir, deine Tochter mit ins Bad zu nehmen, die Tür zu schließen, dir selbst die Hände zu waschen und sie dann davon abzuhalten irgendwas anderes zu tun. Du nervst sie so lange bis es gemacht hat und zwar freiwillig. Wenn sie sich weigert, dann bleib cool und sage ihr auch direkt: "Ich hab Zeit, aber Du wolltest doch noch gerne spielen oder?" Sobald sie auch nur die kleinsten Anstalten macht, freiwillig auf den Hocker zu steigen, solltest Du alles tun, damit sie möglichst problemlos Hände waschen kann. D.h. keine weiteren Forderungen bezüglich Selbstständigkeit (Seife nehmen, auf den Hocker steigen etc. "Das kannst Du doch selbst") Lobe sie dann dafür, dass sie sich überwunden hat, obwohl sie es nicht wollte. Meiner Erfahrung nach führt das am ehesten in die "richtige" Richtung.

Beitrag von raena 06.02.11 - 16:24 Uhr

Hallo Milla,

deine Tochter versucht ihre Grenzen kennen zu lernen und dabei ist es sehr wichtig, dass du ihr klare für sie wahrnehmbare und fühlbare Grenzen setzt. Dazu gehört auch, das die Grenze immer die gleich bleibt, also heute gilt und morgen und übermorgen auch noch.

1. Wenn du also eine Regel (Grenze) aufstellst, dann mußt du auch dabei bleiben (erstmal, ..... in einem haben Jahr kann man ja nochmal darüber reden ;-))

2. Hör auf ihr "Chancen" zu geben! Das Konzept der "Chance" können Kinder in dem Alter überhaupt noch nicht verstehen! Das einzige was sie verstehen ist, dass Mama gerade gelogen hat, weil die angesagte Konsequenz eben NICHT eintritt! Je mehr Chancen du ihr gibst, desto öfter lügst du sie quasi an, und desto heftiger ist dann auch die Frustreaktion wenn du dann auf einmal dein Verhalten änderst und konsequent bist.=======> Eine Ansage und dann die Konsequenz! Du wirst sehn wie einfach auf einmal vieles geht und wie "dankbar" dein Kind sein wird wenn du für sie "berechenbarer" wirst.

3. Nicht diskutieren! Du bist die Mama, du bestimmst! Wir als aufgeklärte Erwachsene wollen immer eine Konsenzentscheidung, also das sie einsieht das es so richtig ist. Das kann sie aber noch überhaupt nicht können! Wenn du also mit ihr diskutierst (dass kannst du noch ganz lange genug machen wenn sie mal älter ist und spätestens in der Pupertät kaut sie dir dann ein Ohr ab), dann überträgst du ihr die Verantwortung für die Situation und damit ist sie natürlich überfordert. ================> Eine Ansage und dann die Situation beenden.

4. Drohe nie Konsequenzen an die du nicht bereit bist umzusetzten! Damit bringst du dich nur selbst in Bedrängnis.

5. Wenn immer wieder die gleichen Situationen kommen, dann führe dein Kind dorthin. Bei uns hat immer geholfen, dass ich immer wieder wiederholt habe was denn jetzt wann passiert. Wir stehen auf, Frühstücken, Zähnputzen, waschen, anziehen und dann können wir spielen. Dann haben sie einen roten Faden zum entlanghangeln der ihnen Orientierung gibt.

Ansonsten tief durchatmen und ohmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm!

LG
Tanja

Beitrag von fbl772 07.02.11 - 14:27 Uhr

Hallo Milla,

ich fahre sehr gut damit, dass ich nicht alles zu eng sehe, was es nicht wirklich wert ist ....

Bsp: Morgens Zähne putzen, Theo mag natürlich nicht und geht weg oder will erst unbedingt noch spielen - dann spiele ich halt einfach die Zahnbürstenfee die auf der Suche nach schmutzigen Zähnen ist und zuerst zur Puppe geht und dann jage ich ihn ein wenig durch die Wohnung ... irgendwann hat ihn die Zahnbürstenfee eingeholt und wir lachen uns ein wenig und dann putze ich - ganz freiwillig.

Will er abends die Hände nicht waschen oder Zähne putzen oder sich nicht ausziehen ... dann bearbeitet ihn vielleicht erstmal der "Kitzeltiger" oder der Grüffelo, bis er sich freiwillig ergibt und Abendtoilette macht.

Ich finde, man sollte sich "Strenge" für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens aufheben - für alles andere ist eine Portion Humor und Geduld viel hilfreicher.

Smiley-Listen sind vielleicht in dem Alter noch nicht so geeignet - aber vielleicht für die Mama :-)

Dass sie bei der TaMu anders ist, ist ganz normal - so ist das bei allen Kindern in Betreuung - bei uns auch :-)

VG
B