Rechtsfrage zur Selbstständigkeit

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von accent 05.02.11 - 18:34 Uhr

Hallo,

vielleicht weiß jemand in der großen Urbia-Runde Bescheid:

Ein Freund hat einen Handy-Shop, der von einer freien Angestellten allein geführt wird. Das bedeutet, dass die Angestellte ein festes Gehalt bekommt, davon aber ihre Sozialleistungen selbst trägt. Weitere Angestellte gibt es nicht.
Nun hat sie Knall auf Fall gekündigt und macht in der gleichen Stadt und in der gleichen Branche einen Laden auf. Ist das überhaupt so ohne weiteres erlaubt? Ich dachte, es gibt eine gewisse Sperrfrist - bin aber absolut nicht sicher. Es gibt übrigens keinen Vertrag.
Unser Freund fürchtet jetzt natürlich um seine Existenz, da mit großer Wahrscheinlichkeit die Kunden zu ihr wechseln werden.
Es wäre sehr informativ, wenn hier jemand Bescheid wüßte.
Vielen Dank
Linda

Beitrag von amory 05.02.11 - 18:56 Uhr

Hallo,

freie angestellte gibt es nicht und ich würde an stelle deines freundes den ball ganz flach halten, denn das geschäftsmodell klingt nicht so, als wäre es legal.

grüße, amory

Beitrag von cami_79 05.02.11 - 19:05 Uhr

Solange vertraglich keine Sperrfrist besteht (und die ist meines Wissens nach in Deutschland auch nur unter bestimmten Umständen rechtskräftig - da kann nicht jeder Chef mal so ins Blaue Sperrfristen verhängen), gibts da wohl nichts zu machen.

Im übrigen wundere ich mich über "freie Angestellte" ... ob das so korrekt war ...

Beitrag von hinterwaeldlerin09 05.02.11 - 19:13 Uhr

Hallo,

ich kenne solche Sperrfristen aus Arbeitsverträgen. Aber wenn das nicht vertraglich vereinbart ist, gibt es das nicht.

Was soll das sein: eine freie Angestellte, die ein festes Gehalt bekommt und ihre Sozialleistungen selbst zahlt?

Was für einen Vertrag hat dein Bekannter denn mir ihr?

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von ppg 05.02.11 - 19:59 Uhr

Ich würde da auch mal den Ball ganz flach halten, es gibt keine freien Angestellten - das war eine klassische Scheinselbständigkeit und somit Betrug. Wenn dein Freund seiner ehem. "Angestellten" jetzt blöd kommt kann sie anzeigen und er muß die gesammten Sozialabgaben nachzahlen und bekommt ne Geldstrafe obendrauf.

Außerdem warum soll sie sich in gleicher Branche jetzt nicht richtig Selbständig machen dürfen?? Es gibt kein Gesetz das dies verbietet, ob mit oder ohne Arbeitsvertrag. Na klar wird sie die Kunden mitnehmen - Kunden bleiben bei "ihrem" Verkäufer. Dein Freund hat einen Riesenbock geschossen und sollte froh sein, wenn er nur mit Umsatzeinbußen wegkommt.

Ute

Beitrag von harveypet 05.02.11 - 20:37 Uhr

der von einer freien Angestellten allein geführt wird
#
dein Freund sollte sehr schnell seine Klappe zu machen . Scheinselbständigkeit wird hier bestraft!

Beitrag von imzadi 05.02.11 - 22:59 Uhr

Mal ehrlich, wenn sie die Arbeit allein gemacht hat warum sollte dein Freund daran verdienen?

Mich wundert nur das sich noch Menschen finden die einen solchen Laden aufmachen. Die gehen doch reihenweise pleite.

Beitrag von accent 06.02.11 - 00:01 Uhr

Hallo,

danke für die Antworten. Ich gebe das so weiter.

Linda

Beitrag von accent 06.02.11 - 11:12 Uhr

So - ich habe heute unseren Freund angerufen: Die Sache ist einwandfrei, er hat es auch vor Vertragsabschluss über seinen Steuerberater prüfen lassen. Ich hatte aufgrund Eurer Aussagen doch Bedenken, dass ihm die Dame eventuell eins reinwürgen könnte.
LG
Linda

Beitrag von ppg 06.02.11 - 12:17 Uhr

Welchen Vertrag hat der Steuerberater geprüft, wenn doch , nach eigner Aussage, gar kein vertrag existiert?

Entweder verkauft Dich Dein "Freund" für blöd, oder Du uns

Ute

Beitrag von accent 06.02.11 - 12:29 Uhr

Also er hat mir das so erklärt:
Die VK hat neben ihrem Job im Handy-Laden eine eigene Firma (andere Branche) und betreut von daher noch andere Kunden. Um sich abzusichern, hat er das alles vorher mit seinem Steuerberater prüfen lassen. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Unser Freund war halt sehr entsetzt, weil sich die VK, mit der er auch befreundet ist, in der gleichen Branche selbstständig macht und ihm somit das Wasser abgräbt. Ich wollte ihm nur helfen, indem ich hier für ihn - ohne sein Wissen - um Rat gefragt hab.
Linda

Beitrag von harveypet 06.02.11 - 14:37 Uhr

Um sich abzusichern, hat er das alles vorher mit seinem Steuerberater prüfen lassen.

Jaja, die Ernährungswissenschaftler klären auch immer die Situation der Meeresbiologen!!!! Ein STEUERBERATER macht und prüft Steuererklärungen , von Vertragsrecht hat er in der Regel soviel Ahnung wie ein Hafenarbeiter von Kaffee den er verlädt.

Beitrag von manavgat 06.02.11 - 13:55 Uhr

Seit wann sind Steuerberater für Vertragsrecht kompetent?


Da kann ich auch meinen Automechaniker fragen.


Verträge wie dieser sind illegal.


Gruß

Manavgat

Beitrag von manavgat 06.02.11 - 13:53 Uhr

Er hat verdammtes Glück, wenn sie ihn nicht auf Nachzahlung der Sozialabgaben verklagt!


Freie Angestellte gibt es nämlich nicht.


Wer als AG keine Verpflichtungen möchte, der kann sich auch nicht auf Schutz berufen.

Im übrigen hätte das per Vertrag mit Vertragstrafenklausel geklärt werden können.

Gruß

Manavgat