Depressionen und Alkohol

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Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von mamma01 05.02.11 - 21:59 Uhr

Hallo,
ich habe seit über 1 Jahr Depressionen. Mal mehr, mal weniger. In letzter Zeit mehr. Nehme jetzt schon 300mg Venlafaxin und abends soll ich wegen Schlaflosigkeit auch noch Seroquel nehmen. Vertrage ich gar nicht. Komme mir am nächsten Tag "doof" vor. Werde gar nicht richtig klar.
Nun trinke ich ab und zu mit meinem Mann abends mal ein Glas Wein. und habe die Erfahrung gemacht, dass es mir damit besser geht. Ich fühle mich leicht beschwingt und habe keine schlechten Gedanken mehr und schlafen kann ich auch.
Möchte narürlich nun nicht auch noch ein Alkoholproblem bekommen. Aber mit Wein geht es mir auf alle Fälle besser.
Aber Tabletten und Alkohol vertragen sich ja nicht besonders.
Ertappe mich auch schon dabei, dass ich mich regelrecht auf den Abend freue, dann geht es mir endlich wieder gut.
Gruß
mamma01

Beitrag von hinterwaeldlerin09 05.02.11 - 22:02 Uhr

Hallo,

ich weiß ja nicht, wie oft du trinkst. Und sicher ist es auch richtig, dass Medikamente und Alkohol nicht gut zusammen gehen. Aber du solltest daran denken, dass bei einer Depression eine Stimmungsaufhellung zum Abend hin/am Abend völlig normal ist!

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von myimmortal1977 06.02.11 - 01:33 Uhr

Also, ich will hier Alkoholkonsum natürlich nicht schön reden.....

Meine Tante hatte recht jung Herzprobleme. Nach Kathederuntersuchung und Blutuntersuchungen fand man als eine Ursache heraus, dass sie chronisch zu niedrigen Blutdruck hat und einen Kaliummangel.

Der behandelnde Arzt riet ihr damals dazu, am Tag 2 Schnapsgläser Rotwein zu konsumieren. Das tut sie bis heute noch und hatte nie wieder Herzprobleme.

Rotwein enthält, neben Alkohol, auch eine hohe Dosis an Kalium. Außerdem bewirkt Rotwein, dass das Blut im Körper mehr zirkuliert. Ich bekommen nach einem Glas Rotwein sofort ganz heiße Füße und Hände.

Alkohol hat eine entspannende Wirkung und macht träge und müde. Wenn man mit Alkohol umzugehen weiß. Manche Menschen sicherlich auch aggressiv.

Inwieweit sich der Alkoholkonsum mit den Medikamenten beißt, solltest Du mit Deinem behandelnden Arzt besprechen.

Du solltest natürlich auch davon Abstand nehmen, den Zustand so angenehm zu finden, dass Du die Alkoholmenge erhöhst und täglich wiederholst und somit in eine Abhängigkeit reinrauschst.

Nun bleibt ja auch die Frage, was ist gesünder oder ungesünder. Sich mit Tablettendrogen vollzustopfen und somit auf einen guten Schlaf hoffen oder sich ein Gläschen zu genehmigen........

Ich würde das Gläschen vorziehen, sofern es bei EINEM Gläschen bleibt!

LG Janette

Beitrag von polarsternchen 06.02.11 - 09:16 Uhr

Hallo mamma01,

ich finde es im Gegensatz zu meinen Vorrednerinnen riskant, bei einer Depression Alkohol zu trinken, damit man sich besser fühlt und insgeheim spürst Du das wohl auch, sonst hättest Du Deine Bedenken nicht hier gepostet! Es kann sich ein Teufelskreis entwickeln, denn die "beschwingende" Wirkung wird nach einiger Zeit nicht schon nach dem ersten Glas, sondern erst nach dem Zweiten auftreten, usw.usw.! Deptessionen haben immer eine Ursache im seelischen Bereich! Es ist wichtig, dass Du die Ursache findest, denn nur so kannst Du dauerhaft stabil werden! Zusätzlich haben Hormone einen nicht minderen Einfluss auf unser Befinden! Gerade in den Wintermonaten, wenn wenig Sonne vorhanden ist, bildet der Körper z.B. nicht genügend Serotonin, welches ein Stimmungsaufheller ist! Am Nachmittag verstärkt sich oftmals das negative Empfinden, da es im Winter so früh dunkel wird! Auch Alkohol lässt den Serotoninspiegel im Blut kurze Zeit ansteigen, weshalb wir uns dann besser fühlen! Folgender link erklärt dies ganz verständlich:

http://www.depression-therapie-forschung.de/horm-sero-mela.html

Und unter dem nachstehenden link wird ganz gut vermittelt, warum Alkohol bei Depressionen so gefährlich sein kann:

http://www.alkoholismus-hilfe.de/alkoholismus-depressionen.html

Bitte verstehe mich nicht falsch, ich möchte Dir nicht Dein Glas Wein abspenstig machen, aber es ist wirklich ein schmaler Grad! Viel wichtiger ist es, in sich hinein zu hören, was die Seele einem sagen möchte und versuchen, die eigenen Belange und Ängste, die vielleicht tief im Inneren versteckt sind, wahr zu nehmen und zu verarbeiten!

LG und alles Gute!

Beitrag von schwilis1 06.02.11 - 11:23 Uhr

ich hab ein paar jahre seroquel genommen und frage mich warum die als schlafmittel eingesetzt werden? es sind neuroleptika und stellen ruhig...

wie polarsternchen sehe ich alkoholkonsum im zusammenhang mit depression eher als schwierig bzw negativ. denn man erinnert sich schnell daran dass esmit alkohol sich soviel besser anfühlt und was abends 1 gläschen ist, ist nächste woche am späten nachmittag noch eins...

zumal du da dem eigentlichen problem der depressionen auch nicht näher kommst. im gegenteil. psychotherapie und viel frische luft (ernsthaft... man sollte körperliche Betätigung an der luft nicht unterschätzen) wird hilfreicher sein als alkohol oder tabletten

Beitrag von hexe3113 06.02.11 - 21:12 Uhr

Hallo,

ich würde jetzt ein Gläschen Wein am Abend nicht all zu sehr überbewerten...normalerweise.

In Deinem Fall betrachte ich den Alkoholkonsum allerdings eher kritisch...
Du trinkst ihn ja nicht des Genusses wegen, sondern nimmst ihn als "Lockermacher" und Einschlafhilfe...und irgendwann reicht dann ein Glas nicht mehr, um in die entsprechende Stimmung zu kommen, dann werden es zwei Gläser, drei...

Ich will Dir Dein Glas Wein echt nicht vermiesen, aber bitte halte die Augen offen...wenn Du es wirklich kontrollieren kannst, spricht nichts dagegen. Allerdings merken viele erst zu spät, wenn sie die Kontrolle verloren haben...

Alles Gute.

Andrea