Hat er eine Andere ?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von moony1 06.02.11 - 18:52 Uhr

mein Wochenende war super stressig.
mein Mann ist zur Zeit für 4 Monate zur Therapie und kam jetzt für 3 Tage auf Urlaub. Er hat sich sehr seltsam verhalten. Wollte nicht mit mir schlafen und mal in den Arm nehmen gabs auch nicht. Man sollte doch meinen das man sich nach einer langen Zeit auf Streicheleinheiten freut.
Und am Freitag Abend hat er dann den absoluten Vogel abgeschossen.
Sieht das ich beschäftigt bin und meint er würde jetzt mal seine Gruppe anrufen. Ich hinterher und da hör ich doch wie eine Frau am Telefon ein
langezogenes Hiiii mit lieblicher Stimme gagt.
Ich dachte ich flipp aus.
Er meinte auf mein Fragen hin nur, dass sei eine Mitpatientin aus seiner Gruppe die gerade im Krankenhaus liegt und er wollte sich nur mal erkundigen wie es ihr geht, er mache sich schließlich sorgen.

Ich habe das untrügliche Gefühl, da stimmt was nicht. Er hat übrigens sein Handy so lange er da war nicht unbeaufsichtigt rum liegen lassen. Naja wir haben uns jedenfalls mächtig gestritten so das er dann vorzeitig, also Samstag Mittag, die Rückreise angetreten hat. Ist an meinem Verdacht was dran? Oder reagiere ich über . Ich möchte gerne wissen wie ihr reagiert hättet und was ihr von dieser Sache haltet. L.G.

Beitrag von binnurich 06.02.11 - 19:05 Uhr

beantworten kann er das vermutlich nur selbst.
klingt aber schon so

Was macht er denn für eine Therapie?

Beitrag von moony1 06.02.11 - 19:34 Uhr

eine Alkoholentzugstherapie.
Die sollte eigentlich nur 3 Monate gehen und er wäre jetzt schon wieder zu Hause gewesen. Statt dessen hat er freiwillig um einen Monat verlängert, Das allein kam mir schon seltsam vor.
Bevor er wieder gefahren ist bekam ich noch so ein paar nette Drohungen.
Ich sollte mir gut überlegen was ich tu. Er nannte es einen guten Rat.L:G
Tja, was mach ich nun ?Gehen oder bleiben? Warten bis er zurück kommt, dann geht das Theater wieder los.

Beitrag von binnurich 06.02.11 - 19:45 Uhr

weißt du, was mir gerade einfällt...

wennm ich von Dienstreisen komme, bin ich auch immer genervt von allen und jedem.. da ist es auch besser wenn man mir aus dem Weg geht. soweit ich weiß, geht es vielen Leuten so.

Du kommst nach Hause und da sitzen Menschen, die freuen sich auf dich und haben eine Erwartungshaltung (Sex, Freizeit......alles mögliche) und du willst das dann einfach nicht, das ist erst mal alles zuviel.

Gibt bei uns auch immer mal streß.

Die Art Therapie, die dein Mann gemacht hat ist ja eine, die sich auch sehr stark auf seine Psyche beziehen wird. Da wird er dort auf Menschen getroffen sein, die sein Empfinden verstehen... das verbindet. Wenn wieder jemand im KKH ist kann es sein, dass er einen Rückfall hatte oder es sich um Nebenerscheinungen des Alkkonsumes handelte? Das verbindet sicher auch.

Hat er zu Hause jemanden, der in begleitet oder betreut? Einen Therapeuten? Mit dem könntest du vielleicht sprechen.
Oder vielleicht kannst du dir eine Angehörigengruppe suchen, ich denke, dieses Gefühle aufeinanderprallen kommt leider sehr häufig vor.

Beitrag von moony1 06.02.11 - 20:08 Uhr

das ist sicher alles richtig aber vor seiner Abreise hat er auch noch sehr häßliche Dinge zu mir gesagt. Ich kam mir vor wie der letzte Dreck.
Dinge wie z.B. das er ja garnicht heiraten wollte, er hätte es nur getan damit ich ihn nicht mehr mit dem Thema nerve und ich würde ja sowiso keinen mehr abbekommen. Die nächsten Schritte solle ich mir gut überlegen denn wenn ich dann zurück wolle würde er mich nicht wieder nehmen.
Und überhaupt, was hat er während diesen kurzem Heimaturlaub eine Andere anzurufen, das verletzt.
In der ganzen Zeit wo er jetzt weg ist, hat er nicht ein mal gafragt wie es mir geht.
Weiß nicht wie Du darüber denkst aber ich habe ihm für den Rest seiner Therapiezeit untersagt mich anzurufen. Bis jetzt hält er sich auch dran.
War vielleicht nicht unbedingt klug von mir da ich glaube das ich ihn mit solchen Aktionen erst recht in die Arme einer Anderen treiben könnte.
Aber ich bin bis aufs tiefste Innere verletzt. L.G#heul

Beitrag von nick71 06.02.11 - 21:00 Uhr

"vor seiner Abreise hat er auch noch sehr häßliche Dinge zu mir gesagt. Ich kam mir vor wie der letzte Dreck.
Dinge wie z.B. das er ja garnicht heiraten wollte, er hätte es nur getan damit ich ihn nicht mehr mit dem Thema nerve und ich würde ja sowiso keinen mehr abbekommen. Die nächsten Schritte solle ich mir gut überlegen denn wenn ich dann zurück wolle würde er mich nicht wieder nehmen."

Du hast wahrlich gravierendere Probleme als den Anruf... :-(

Beitrag von moony1 06.02.11 - 21:08 Uhr

das so ziemlich alles in Schutt und Asche liegt, weiß ich auch aber welche gravierendere Probleme habe ich als die die ich eh schon habe ?#heul

Beitrag von anke78 07.02.11 - 09:50 Uhr

Dass er dich klein macht bzw. versucht, klein zu halten (von wegen, ein Anderer würde dich sowieso nicht wollen usw.) und du es auch noch zulässt, anstatt ihm die Stirn zu bieten, das sind die gravierenderen Probleme!

Mein Noch - Ehemann ist spielsüchtig, ich kenne diese Wesensveränderungen nur zu gut. Und ich weiß, was es heißt, wie der letzte Dreck behandelt zu werden und sich (anfangs) nicht zu wehren, weil man es gar nicht richtig merkt. Du bist - sagen wir mal - "aufgewacht" und hast gemerkt, wie abwertend er dich behandelt und hast hier geschrieben. Das ist doch schon mal was!

Als ich rausgefunden hab, dass er was mit einer Anderen hatte (angeblich nur Mails und SMS, kein Treffen, kein Sex), hab ich ihn zwar zur Rede gestellt, hab mich aber hingesetzt und geweint und seinen Beteuerungen geglaubt, an unsere Geschichte (fast 10 Jahre Beziehung, großes schönes Haus mit Garten, das "perfekte Paar") gedacht; heute wünsche ich mir, ich hätte ihm die Computertastatur über den Schädel gezogen.#aerger


Du musst dringend etwas für dein Selbstwertgefühl tun und erkennen, dass niemand auf der Welt es verdient hat, so behandelt zu werden, auch DU nicht.
Vielleicht hilft es dir schon, es dir jeden Morgen vor dem Spiegel zu sagen.
Und du könntest dir überlegen, was du schon immer mal gerne machen wolltest oder wieder machen willst.

Etwas nur für dich! (Sauna, Wellness, Sport, Vereinssport, etc.)

Und vor allem, mach nicht den Fehler, den ich ich anfangs gemacht hab, ich hab mich unbewusst von anderen Leuten zurück gezogen, auch von meiner Familie, die finanziell nicht so gut gestellt ist und daher war mir seine Spielsucht (er hat locker mal 1000 € in einer Nacht verspielt :-[) auch noch peinlich und er hat mich so manipuliert, dass ich anfangs keinem was erzählt hab. Irgendwann hab ich's nimmer ausgehalten und hab mich jmd. (meiner besten Freundin und meiner Familie) anvertraut und mir ging's besser. Also: Isolier dich nicht!

Vielleicht suchst du dir eine Angehörigengruppe in deiner Nähe (die Caritas bietet das oft an), ich war damals in Gesprächstherapie, das hat mir sehr weiter geholfen.

Alles Gute für dich und ganz viel Kraft,

Anke #blume

Beitrag von moony1 07.02.11 - 10:18 Uhr

Hallo Anke,
ich danke dir für die Aufmunterung. Habs am Anfang auch immer verheimlicht, das mach ich schon seit Jahren nicht mehr. Ich hatte mich einfach geschämt für seine vielen Entgiftungen im Krankenhaus. Danke nochmal. L.G.

Beitrag von binnurich 06.02.11 - 22:40 Uhr

ich meine es ehrlich, sprich mit seinem Therapeuten oder gehe in eine Angehörigengruppe


das sind Dinge, die da ablaufen, die muss dir entweder jemand erklären oder du braucht jemandenen dem es ähnlich ergangen ist


ein suchtkranker Mensch ist hin und hergerissen zwischen seinen Gefühlen und kann damit nicht so leicht umgehen...deshalb trinkt er vermutlich auch.

Beitrag von mab1972 06.02.11 - 21:29 Uhr

Hallo,

klingt alles nicht so toll. Was mich wundert, bist du nicht irgendwie in die Therapie miteingebezogen. Alkoholkranke Menschen haben oft Beziehungsprobleme bzw -störung. In der Therapie (wenn´s gut läuft) verändert der Mensch sich, deshalb sollte der Partner irgendwie miteinbezogen werden. Bei euch hört es sich an, als ob er einfach weg ist und du vom therapeutischen Verlauf nichts weißt. Soetwas kann eigentlich nicht gut gehen.

Ich will dich jetzt nicht noch mehr beunruhigen, aber es kommt bei Therapien oft vor, das Patienten sich untereinander näher kommen, da sie gleiche oder ähnliche Probleme haben und einander gut verstehen können. Fürs gesundwerden meistens aber nicht gut, vorallem bei Süchigen (wenn einer rückfällig wird zieht er oftmals den Partner dann mit).

Wünsche dir alles gut und bewahre dir dein Selbstwertgefühl.

LG Rocio:-)#klee

Beitrag von moony1 06.02.11 - 21:50 Uhr

klingt wirklich nicht so toll, bestätigt aber das was ich denke.
werde mich jetzt ganz auf mich konzentrieren und mich äußerlich komplett
verändern. Ich brauch das jetzt. Danke noch für deine Meinung. War irgendwie hilfreich.#gruebel

Beitrag von schoene-neue-welt 07.02.11 - 08:50 Uhr

Wieso solltest du Dich jetzt äußerlich komplett verändern? Meine Vorschreiberin hatte geschreiben, das Du dein Selbtswertgefühl aufbauen sollst. Und das macht man nicht, indem man sich komplett verändert. Steh zu Dir. Du bist gut so, wie Du bist! Kannst Dich ja hübsch anziehen oder eine neue Frisur ausprobieren, aber komplett verändern? Würde ich nicht machen.

Zu Deinem Problem: in Anbetracht dessen, was er zu Dir gesagt hat, ist es doch ganz egal, ob er eine andere hat oder nicht. Er liebt Dich nicht und respektiert ich nicht. Das sollte Grund genug sein, die Beziehung zu beenden.

Beitrag von redrose123 07.02.11 - 13:14 Uhr

Schreib Ihm doch einen Brief, und redet miteinander, das er die Therapie ausdehnt kann doch auch sein das er weiss das er noch nicht soweit ist oder? Wenn er dich betrügt müsst ihr das Regeln, nur ob er es tut kann nur er dir wirklich beantworten....

Beitrag von frauke131 07.02.11 - 09:03 Uhr

Tief durchatmen! Mach Dich nicht klein. Nicht DU solltest überlegen, was Du tust, sondern er. Sicher hast Du durch seinen Alkoholismus schon genug durchgemacht.

Raus ins Leben mit Dir. Sieh, ob Du nicht ohne ihn besser dran bist. Konzentrier Dich auf Abeit, Freunde usw. Nicht er sollte entscheiden, wie es weitergeht, sondern Du.

Beitrag von moony1 07.02.11 - 09:30 Uhr

Hallo Frauke,
erst mal danke für deine aufmunternde Antwort.
das ist alles nicht so einfach, ich habe mich von diesem Komiker jahrelang
unterdrücken lassen und mich um alles gekümmert wenn er ganz unten war und heute bin ich es nicht einmal mehr wert, dass man mich mal in den Arm nimmt. Bin erst mal in ein tiefes Loch gefallen aber ich versuche mein Leben neu zu ordnen. Ich meine, 12,5 Jahre lassen sich auch nicht so einfach ausradieren. Ich bin einfach nur traurig. Gehe dann aber erst mal zum Friseur, ich brauch das heute. Und dann die Haarfarbe von blond auf dunkelbraun. Die Härte ist ja, dass ich mich auch noch um seine sch....
Kaninchen kümmern muß. Die Tiere können ja nichts dafür, also muß ich mich kümmern, leider.L.G.#winke

Beitrag von frauke131 07.02.11 - 11:40 Uhr

Nein, einfach ist so etwas nie! Und Du wirst das nicht von heute auf morgen schaffen- es sollte eher ein Ziel sein. Notfalls such Dir Hilfe, es ist keine Schande, Hilfe zu benötigen, sondern zeugt von Größe, diese anzunehmen. Erst wenn er merkt, dass Du Dich nicht mehr kleinmachen lässt, wird er sein Verhalten ändern.

Das wird wieder! Alle Gute

frauke131

Beitrag von starshine 07.02.11 - 11:03 Uhr

normalerweise wird die Familie (Ehepartner, Eltern, Kinder etc.) in eine solche Therapie eingebunden. Ich habe meinen Ex mehrmals die Woche in der Therapie besucht...

Wie kommt es, dass Du da so aussen vor bist und nicht weisst, wer seine Mitpatienten sind etc.? Keine gemeinsamen Therapiegespräche?

Generell schweisst eine Therapie die Menschen der Therapiegruppe sehr zusammen. Sie teilen schliesslich das gleiche Schicksal! Ich wundere mich, dass Du Dir keine Hilfe für Deine Coabhängigkeit suchst.... Die Persönlichkeitsveränderungen die durch die Therapie bei ihm unweigerlich stattfinden betreffen auch Eure Partnerschaft. Das sollte unbedingt mit-therapiert werden.

Du kannst aber auf keinen Fall erwarten, dass der gleiche Mensch zurück kommt aus der Therapie, denn das ist ja nicht das Ziel!

Ich würde um ein gemeinsames Therapiegespräch bitten (auch wenn das ziemlich spät ist)....

...und Ihr habt noch ganz andere Probleme, wenn Ihr Euch so wenig über die Therapie austauscht... und Du gleich eine Andere vermutest...

Beitrag von moony1 07.02.11 - 14:19 Uhr

natürlich hat er über seine Therapie gesprochen,ausschließlich.
Einmal sagte ich ganz spontan, dass ich ihn gern mal besuchen möchte aber darauf hin kamen tausend Ausreden. Ach nee das ist so weit draußen, ja und Taxi fährt da auch keins. Dann hab ich es aufgegeben und mir gedacht, er will halt nicht das ich zu ihm komme. alles irgendwie komisch, oder ?#gruebel