Muss mich einfach mal ausheulen :(

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von lilly7686 06.02.11 - 18:56 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Ich muss mich einfach ausheulen.
Gestern hatte ich eine Tupperparty. Ich war Gastgeberin. War das erste Mal und vermutlich auch das letzte Mal. Ist nix für mich sowas ;-)

Nun bekomm ich heute eine SMS von meiner Stiefschwester. Sie ist sauer, weil ich sie nicht eingeladen hab. Aber meine Mutter und die Freundin meines Bruders waren eingeladen.

Nun, ich hab sie dann angerufen und zu hören bekommen, dass ich ne miese Schwester sei. "Alle" seien eingeladen, nur sie "als meine Schwester" nicht.

Ich hab ihr dann einen Brief geschrieben, weil ich meine Klappe bei sowas einfach nicht aufbekomme. Ich kann mich in Konfliksituationen einfach total schlecht verbal ausdrücken.

Ich habe zugegeben, dass ich einfach nicht dran gedacht habe, sie ein zu laden. Warum? Weil ich nicht dachte, dass sie sich dafür interessieren würde.
Gut, es wäre höflicher gewesen, sie ein zu laden. Tja. Kann ich nun mal nicht mehr ändern. Ich habe mich entschuldigt.

Was ich aber noch geschrieben habe, waren einige Dinge, die ich einfach loswerden möchte.

Wisst ihr, meine Eltern ließen sich scheiden, da war ich 12. Mein Vater hat sofort neu geheiratet (er hatte meine Mutter 1 Jahr lang mit meiner Stiefmutter betrogen). Meine Stiefmama hat zwei Töchter, die 2 und 4 Jahre älter sind als ich.

Es ist so, dass ich schon immer vorallem von besagter Schwester, D., beleidigt wurde. Meine andere Schwester, N., ist wohl auch nciht anders, aber die seh ich seltener. Vermutlich fällts da weniger auf.
Einige Beispiele: D. und meine Stiefmutter, Ch., weisen mich regelmäßig darauf hin, dass ich fett bin. Ich bin 168cm groß und wiege 86kg. Vor der ersten SS hatte ich 56kg. Vor der zweiten 82kg.
Immer, wenn meine Große, 7 Jahre alt, irgendwelche negativen Verhaltensmuster zeigt, dann wird mir erklärt, dass ich genauso schlecht war.
D. holte meine Große kürzlich zum Eislaufen ab. Als sie gingen, bekam ich zu hören "jetzt haste endlich Zeit, mal wieder den Haushalt ordentlich zu machen", in einem extrem abfälligen Ton.
Regelmäßig bekomm ich zu hören, was ich nicht alles falsch mache. Ich stille meine Kleine, 8 Monate alt, immernoch, sie schläft bei mir im Bett (wie die Große auch, bis sie 6 Jahre alt war); sie bekommt Fingerfood zu essen (verweigert Brei); sie wird getragen, weil sie anfangs den KiWa nicht wollte und ich mich mittlerweile mit Tragetuch / Manduca wohler fühle als mit KiWa.
Das alles ist natürlich negativ.

N. heiratet im Mai. Vor einigen Wochen brachte sie die Einladung zu meiner Stiefmutter und meinem Vater. Ich war dort und sie meinte, sie hätte meine drüben liegen lassen (wohnen neben einander). Sie würde sie mir beim nächsten Mal mitbringen. Wir waren seither ständig dort. Sie ebenfalls. Bis heute haben wir keine Einladung bekommen.
Anfang dieser Woche erzählte meine Stiefmutter, was für ein Stress die Vorbereitungen wären. D. hätte sich ein neues Kleid gekauft, da sie "als Schwester" ja selbstverständlich Trauzeugin sei. Und eine Woche vor der Hochzeit, müssten "alle" zur Kirche zur Probe. Ch. sah mich dann etwas komisch an und meinte dann "na, eh nur die Hauptpersonen", da müsse ich ja nicht hin.
Ich fragte, was man denn zu ner Hochzeit anziehen würde? Ich war ja noch nie auf einer. Sie meinte, "na, was hübsches halt, aber bei dir ist es eh egal, weil du stehst ja eh nicht, du sitzt ja nur" (weil ich ja keine wichtige Rolle bei der Hochzeit habe).
Gut, mir ist es im Grunde egal. N. muss selbst entscheiden, wer Trauzeugin ist. Aber wisst ihr, diese abfällige Art, diese Dinge aus zu drücken. Meine Stiefmutter kann es gut, mich fertig machen.
Nun, mein Vater müsse ja mit meiner Schwester "einziehen" in die Kirche. Er übernimmt immerhin die Rolle des Brautvaters (zum "echten" Vater besteht seit deren Scheidung kein Kontakt mehr, er ist gelinde gesagt ein Arsch).
Ich freue mich, dass meine Schwestern so einen guten Kontakt zu meinem Vater haben und ihn so lieb als ihren Vatern aufgenommen haben.
Aber ich gehöre doch auch dazu oder?

Zu den Einladungen:
Nun, ich wurde noch nie eingeladen. D. hat eine Hotelfachschule gemacht. Da hatten die mehrmals so Abendessen, wo sie Familie einladen sollten. Quasi zum Vorführen der Koch- und Kellnerkünste der Schüler.
N. und auch mein Vater und Ch. wurden immer eingeladen. Ich nie.

Meine Stiefmutter lädt ständig ihre Töchter zum Mittagessen ein. An den Weihnachtsfeiertagen, an Silvester, Ostern, Geburtstage, oder einfach so zwischendurch.
Ich hab zwar schon öfter mal gehört "jetzt seid ihr mal dran, euch muss ich auch mal einladen". Aber getan hat sie es noch nie.

Mein Vater hatte schon ein paar Mal Urlaub, um am Haus was zu machen. Ich hab ihm immer wieder angeboten, und manchmal hat er es auch angenommen, bei uns Mittag zu essen. Meine Stiefmutter war kürzlich krank, auch ihr hab ich angeboten, für sie mit zu kochen und was rüber zu bringen. Sie hat es nicht angenommen. Gut, muss sie auch nicht. Aber mir wurde sowas noch nie angeboten. In der SS, als ich gekotzt hab und nicht wusste, wo mein Kopf steht. Da wurde meinem Mann angeboten, dass er und meine Große zum Essen kommen können, wenn ich nicht kochen kann. Als ich nach der Geburt der Kleinen mit Kaiserschnittnarbe, kaum gehen könnend, heim kam. Für mich hat niemand gekocht (na, außer meinem Mann ;-)).

Alle haben laut geschrien, als ich mit 17 schwanger wurde. Jetzt sind alle total vernarrt in meine Große. Dennoch hör ich ständig "gell, wenn du dich nochmal entscheiden könntest, würdest du so früh kein Kind bekommen" Doch, verdammt! Würde ich!

Als ich voriges Jahr (mit 23) ein zweites Mal schwanger wurde hat sich niemand gefreut. Keiner hat sich zu einem "Herzlichen Glückwunsch" durchgerungen, obwohl alle wussten, dass die SS geplant und gewollt war.

Immer, wenn ich ohne Kind zu meinen Eltern komme, fühle ich mich sowas von unwillkommen! Meine Kinder dagegen sind immer willkommen. Nur ich nicht.

Meine Eltern fahren jedes Jahr mit meiner Großen im Sommer auf Urlaub für zwei Wochen. Schon Anfang Dezember hab ich nach den Preislisten gefragt, weil ich überlegt hatte, vielleicht auch mal für ein paar Tage mit zu kommen. Meine Große will ja immer, dass ich auch mit komme!
Mittlerweile hab ich mehrmals danach gefragt. Ich warte immernoch...

Meine Kinder werden regelmäßig eingeladen. Ich bin das Anhängsel meiner Kinder. Ich werde akzeptiert.

Meine Große wird regelmäßig abgeholt, man unternimmt vieles mit ihr. Man tut das, weil meine Große es gern hat, und weil man meine Große gern um sich hat. Aber man stellt es so dar, als würde man mich damit entlasten wollen.

Das sind alles Dinge, die mir so sehr weh tun! Ich wurde schon als Kind nie akzeptiert. Man hat immer nur das Negative gesehen an mir. Ebenso bei meinem Bruder. Auch er wird kaum mit eingebunden. Er hat aber noch keine Kinder. Somit sieht er meine Eltern noch viel seltener als ich. Er wird allerdings, sehr sehr selten aber doch, manchmal zum Essen eingeladen. Zumindest von meiner Stiefmutter. Von meinen Schwestern ebenso wenig wie ich.

Verdammt, warum macht mir das so sehr zu schaffen? Warum will ich dieser "Familie" gefallen? Warum macht es mich so traurig?
Warum kann ich nicht einfach sagen "Leckt mich doch alle mal am Ar***"??? Warum kann ich nicht einfach mein Leben leben und diese Leute ignorieren?
Weil meine Kinder, vorallem meine Große, so guten Kontakt zu ihnen hat?
Meine Güte, ich würde so verdammt gerne weit weit weg ziehen, um diese Leute nur noch zu Feiertagen sehen zu müssen.

Ach, ist doch eigentlich egal.

Danke fürs Ausheulen :-)

Beitrag von liebelain 06.02.11 - 19:07 Uhr

Du bist Aschenbrödel!

Dein Vater ist unfähig, sonst würde er darauf bestehen, dass seine Kinder mit einbezogen werden.

Trenn Dich von diesen Leuten. Mach einen rigorosen Schnitt, auch wenn es Deiner Großen zunächst weh tut. Wer weiß, wie weit diese Leute gehen, wenn das Mädchen alt genug ist, gegen Dich womöglich aufgehetzt werden zu können. SO wirst Du nie Deinen Frieden haben.

Schlussstrich!

LG, liebelain

Beitrag von lilly7686 06.02.11 - 19:22 Uhr

Danke erst mal für deine Antwort.

Es ist sehr schwer, mich von ihnen zu trennen. Sie wohnen nur 2 Gehminuten von uns entfernt. Bei jedem Spatziergang zum Spielplatz gehen wir bei ihnen vorbei.

Ich würde gerne weg ziehen. Aber mein Mann hat eine super Arbeit hier und auch auf mich wartet wieder ein tolles Team, wenn meine Kleine erst mal 2,5 Jahre alt ist.
Außerdem baue ich hier gerade meine erste Stillgruppe auf, was mir sehr wichtig ist (noch ein Punkt, den keiner verstehen will: ich hab die Ausbildung zur Stillberaterin gemacht und mache das ehrenamtlich, ohne Geld zu verdienen...).

Ja, Schlussstrich. Ich hab einfach zu wenig Mumm dafür :-(

Beitrag von liebelain 06.02.11 - 19:45 Uhr

Dafür musst Du nicht umziehen. Im Gegenteil: wenn Du die Funkstille strikt einhältst, OBWOHL Ihr so nah beieinander wohnt, ist es für die Anderen umso deutlicher.

Wenn Ihr beim Spaziergang dort vorbei kommt, dann seid Ihr künftig immer besonders fröhlich und ausgelassen. Du musst diesen Leuten demonstrieren, dass Du auf sie und ihre ständige Herabwertung Deiner Person locker verzichten kannst.

Mensch Mädel, Du musst doch so etwas wie ein klein bisschen Selbstwertgefühl haben, das da von innen an die Stirn klopft und sagt "Lass Dir das nicht gefallen!"

Auch Deine Kinder: bevor Dir da "fremde" Leute noch in die Erziehung hinein pfuschen, solltest Du den Kontakt unterbinden. Nur Mut!

Gruß, liebelain

Beitrag von ellannajoe 06.02.11 - 19:15 Uhr

Hallo,

puh ich hab mich durchgeackert. ;-)

Ernsthaft, deine Familie benutzt nicht als Punchingball, innerlich fühlen sie sich wahrscheinlich als die Tollsten überhaupt, denn sie haben ja jemanden, den sie so richtig fertigmachen können.

Du hast keine Einladung zur Hochzeit bekommen, alle anderen Ja, ich würde nicht erscheinen.

Ich würde den Kontakt so gering wie möglich halten und mich lieber auf meine kleine Familie beschränken. So behandelt zu werden, hat niemand verdient.

Was geht es deine Stiefmutter, oder deine Stiefschwester an wieviel du wiegst? Sag ihnen beim nächsten Mal, dein Mann und du arbeitet auf 120 kg hin, denn erst ab da wirds chick. ;-)

Deine Tochter kann ja abgeholt werden, ich würde aber sehr auf Distanz gehen. Du scheinst ein sehr lieber Mensch zu sein, aber lass dich nicht ausnutzen und fertigmachen.

#winke #liebdrueck

Beitrag von ellannajoe 06.02.11 - 19:20 Uhr

Nochwas, hab dich gerade auf deiner Homepage besucht und NEIN du bist nicht dick und sehr hübsch, anscheindend ist deine Stieffamilie neidisch auf dich.

#winke

Beitrag von lilly7686 06.02.11 - 19:23 Uhr

#liebdrueck danke dir :-)


Naja, ich hab schon recht zugenommen seit der Geburt der Kleinen. Aber ich hab meine Ernährung umgestellt und mache etwas Sport (Kangatraining). Die Kilos gehen schon etwas runter. Aber halt nicht so schnell. Schnell abnehmen ist ja nicht gerade gesund...

Du hast schon Recht, sie sollen meine Große abholen und mich in Ruhe lassen. Ist halt leider nicht so leicht :-(

Beitrag von berta.in.schwarz 06.02.11 - 19:20 Uhr

Ihr solltet euch einmal zusammensetzen und wirklich klipp und klar sagen, was los ist.
Es besteht aber sicher die Gefahr, daß einige nicht sachlich bleiben.
Du solltest sagen können, was sich bedrückt, aber es sollten keine Vorwürfe sein.

Beitrag von lilly7686 06.02.11 - 19:26 Uhr

Ich habe meiner Schwester einen Brief geschrieben, mit all dem, was mir so weh tut.
Leider kann ich mich verbal nur sehr schlecht ausdrücken. Aufm Papier geht das besser.
Meine Schwester und meine Stiefmutter haben die Angewohnheit, mich ständig zu unterbrechen und mir das Wort im Mund um zu drehen. Wahrscheinlich kann ich auch deshalb nicht wirklich mit ihnen sprechen.

Ich mach niemandem Vorwürfe. Immerhin machen die das schon so lange, denen fällt wahrscheinlich gar nicht mehr auf, dass sie mir weh tun.

Wie gesagt, sprechen ist schwer für mich. Aber schreiben geht. Ich hoffe, dass sie mal darüber nachdenken, wie es mir gehen könnte. Aber vermutlich ignorieren sie den Brief sowieso :-(

Beitrag von berta.in.schwarz 07.02.11 - 07:54 Uhr

Wenn sie ihn ignorieren, kannst du die ganze Sache wohl vergessen und mußt dich innerlich distanzieren.:-(

Beitrag von alpenbaby711 06.02.11 - 19:36 Uhr

Also das du diesen leuten hinterher rennst versteh ich auch nicht. Die treten dich ständig mit Füßen, machen dich nieder wer weiß was sie möglicherweise deiner Großen erzählen. Egal haben wollen sie dich nicht, dann zieh doch endlich mal Konsequenzen, das kannst nämlich nur du selbst. Wenn dein Vater so ne Memme ist dann setz du dich wenigstens durch. Das solltest du dir selbst wert sein. Wenn nicht dann kann man dir auch nicht helfen.
Ela

Beitrag von lilly7686 06.02.11 - 19:45 Uhr

Du hast Recht. Sie wollten mich auch nie.

Weißt du, mein Selbstbewusstsein ist so winzig.
Ich habe in den letzten 8 Monaten einiges gelernt. Ich habe gelernt, mein Ding durch zu ziehen, und mir nicht mehr von ihnen rein reden zu lassen.

So habe ich gelernt, dass Stillen, Tragen, Familienbett, BLW, die richtige Wahl für uns sind. Und ich habe gelernt, diese Dinge durch zu setzen. Seit einigen Wochen hör ich keine Vorwürfe deswegen mehr. Naja, kaum. Manchmal kommt noch was. Aber sie haben gemerkt, dass ich meine Kleine so erziehe, wie ich es für richtig halte. Bei meiner Großen hab ich mir da verdammt viel einreden lassen.

Und dass ich so weit bin, daran musste ich lange und hart arbeiten.

Ich werde langsam selbstbewusster. Nur leider bin ich für gewisse Schritte einfach noch nicht stark genug :-(

Beitrag von alpenbaby711 06.02.11 - 19:53 Uhr

Also das du noch nicht stark genug bist finde ich nicht, denn du hast schon wichtige Schritte geschafft die andere vielleicht noch nicht können. Du hast mehr Grenzen gesetzt als früher und merkst es kommt es zurück. Nämlich es wird weniger mit den Sticheleien. Von heute auf morgen geht das nicht das ist klar aber du bist auf dem richtigen WEg. Und das ist doch schon mal viel wert oder nicht? Also tätschel dir mal feste die SChulter das du das geschafft hast. Meine Eltenr waren früher auch nicht ohne. Daher hab ich vor einigen Jahren die Konsequenzen darauf gezogen. Danach hatten sie zwar Probleme damit und geben mir heute noch die Schuld, aber wir haben keinen Kontakt mehr. gut damit kann ich leben weil mir das mehr Ruhe in meinem Leben gebracht hat. Und letztendlich auf gut Deutsch:
Scheiß drauf was sie denken es ist dein Leben und wenn du Familienbett willst mach es. Ich gebe zu für mich wäre es auch nichts oder nur in Maßen. Aber es ist dein Leben, deine Kinder und wenn ihr das für euch wollt und es euch gut geht damit dann macht es. Da hat euch keiner reinzureden. Und wenn du stillen willst bis du schwarz wirst, deine Sache. Gut mit 3 Jahren würde ich mich auch wundern, ganz ehrlich aber mit 8 Monaten doch nicht! Wieso denn auch. Es ist dein Körper und schaden tuts einem Kind schließlich auch nicht.
Klar ist es ein harter Weg gewesen bis dahin ich weiß bei mir war es auch nicht einfach und das wird es auch weiterhin für dich nicht sein. Aber du bist auf dem richtigen Weg bleib weiter dabei.
Ela

Beitrag von lilly7686 06.02.11 - 20:07 Uhr

:-) Es stimmt, ich habe auch hart gearbeitet daran, dass ich so weit gekommen bin.
Und das ironische daran ist ja, dass meine Stiefmutter mich noch bestärkt hat. Immerhin hat meine Mutter ja auch immer massiv rein geredet (tut sie immernoch aber weniger). Und meine Stiefmutter hat immer gesagt, ich soll mir von ihr nichts sagen lassen und mich durchsetzen ;-)
Ich glaube, es hat sie schon überrascht, dass ich diese von ihr unterstützte "Technik" auch auf sie anwende.

Ich werde natürlich weiter dran arbeiten.
Aber manchmal möchte ich einfach nur raus. Am liebsten würde ich auf der Stelle, jetzt sofort umziehen. Weit weg. Aber das ist nur ein Traum.
Und sind wir mal ehrlich, ich glaub es würde das Grundproblem nicht lösen. Ich würde dadurch nur wieder weg laufen vor den Problemen. Es wäre nur die einfachere "Lösung":

Naja, ich werde auf jeden Fall weiter an mir arbeiten. :-) Danke für den virtuellen Arschtritt :-)

Beitrag von alpenbaby711 07.02.11 - 19:44 Uhr

Na siehste du hast doch Mut bewiesen also lass den Kopf nicht hängen. Virtuelle Arschtritte können manchmal helfen aber die ARbeit an sich mußt du alleine machen.
Ela

Beitrag von kuschelweich23 06.02.11 - 20:10 Uhr

Hallo

Also wenn du nicht irgendwann die Hand hebst, dann wird das immer so weiter gehen.

Was hälst du denn davon dir in deiner Stadt mal einen Kurs zu suchen der das Selbstvertrauen aufbaut ? Sowas gibt es wirklich oft und wenn man so keinen findet, kann man bei der VHS oder Caritas etc pp fragen.

Meine Tante hat so einen mal mit gemacht und war danach einen VÖLLIG anderer Mensch. Jetzt noch 10 Jahre später schwärmt sie von dem Kurs.

Jammern und heulen bringt nichts. Sie sehen doch das sie es mit dir machen können und lachen sich danach wahrscheinlich noch schlapp.

Wenn du dir wirklich selber helfen willst, dann tue etwas dagegen.
Ich denke hier wird dir niemand helfen können, solange dein Selbstvertrauen nicht da ist.

Aber was meinst du was die aufeinmal schauen würden wenn du denen deine Meinung geigst ? :) Denk mal drüber nach.

Schade das ich nicht deine Freundin bin. Würde ich sowas mit bekommen würde ich mein Satanskostüm anlegen und dann würd es los gehen *lach

LG

Kuschel

P.S: Isch habe kein Satanskostüm :) Aber schön wäre es hihi

Beitrag von lilly7686 06.02.11 - 20:31 Uhr

>>Schade das ich nicht deine Freundin bin. Würde ich sowas mit bekommen würde ich mein Satanskostüm anlegen und dann würd es los gehen *lach <<

Und das bei deinem Nickname #nanana ;-)

Wie ich deiner Vorschreiberin schon geantwortet habe, ich arbeite dran. Ich habe die letzten 8 Monate sehr viel Selbstbewusstsein aufgebaut.
Aber ganz reicht es noch nicht :-(

Beitrag von schullek 06.02.11 - 21:27 Uhr

hallo,

ich kann mir sehr gut vorstellen, wie du dich fühlst. du hast es alles sehr deutlich geschrieben und zwischen den zeilen liest man die traurigkeit.
deine familie zu ignorieren wäre ein einfacher rat. doch mir ist klar, dass es so simpel nicht ist. es ist immerhin dein vater und noch in jungen jahren hast du ihn mit einer neuen familie teilen müssen. als kind muss es dir wie ein verrat vorgekommen sein, dass er nun zwei 'neue ' töchter hat, mit denen er lebt. oder hast du auch bei ihnen gelebt? denn in dem ganzen text schreibst du nichts von deiner eigenen mutter und welche rolle sie in deinem leben spielt.
was wahr ist, aber schwer zu akzeptieren: wir spielen im leben genau die rolle, die wir für uns selber annehmen. dir wurde in der familie eine rolle zugeteilt und du hast sie angenommen. aus welchen verständlichen gründen auch immer. nun werden dir mehr und mehr die grenzen dieser rolle schmerzlich bewusst und du willst mehr, etwas besseres. zuerst musst du dir bewusst machen, dass du etwas besseres verdienst. solange du das nicht kannst werden es auch die anderen nicht tun.

ein weiterer wahrer spruch: nicht die anderen enttäuschen uns,. sondern die erwartungen die wir an diese haben. so traurig das ist, aber pass deine erwartungen an! sie werden sich aller wahrscheinlichkeit nach nicht ändern. aber du deine einstellung zu ihnen. erwarte nicht mehr große nähe, zuwendung und beteilligung, denn im inneren weißt du, dass du es nicht bekommen wirst. distanziere dich davon, mach dich frei. dann kannst du auf einem anderen level mit den diversen episoden in eurem zusammenleben umgehen.
kommen dann situationen, wie der anruf deiner stiefschwester, kannst du sagen: ja, das tut mir leid. aber glaub mir, ioch hab dir nen gefallen getan, denn es war ein absoluter reinfall. wie gehts dir sonst? was machen dir hochzeotsvorbereitungen? magst du der N. mal ausrichten, dass ich noch die einladung bräuchte um ort und zeit genau zu wissen?;-)
sowas nennt sich feuer mit feuer bekämpfen aber unter einem deckmantel.

dass sie deine kinder so lieben soll dich freuen. setz dich nicht in den vergleich dazu, denn das macht dich nur traurig. sie ihr verhältnis zu den kindern als unabhängig von dir, was es ja auch ist.
und so schwer es auch ist zu akzeptieren, aber wollten sie dich im urlaub dabei haben, würden sie dich fragen. wobei ich in diesem punkt die großeltern schon verstehen kann. oder fahren die anderen töchter regelmäßig mit?

zuletzt: wenn man etwas möchte oder braucht, muss man danach fragen. oft sind menschen einfach blind für die bedürfnisse anderer. also wenn du hilfe brauchst, dann schluck deinen stolz herunter und frag nach hilfe. vielleicht wärst du ja überrascht ob der reaktion.

zu deinem vater: du sagst zwar, dass du dich für die zwei stiefschwestern freust, dass sie deinen vater so lieb und angenommen haben, aber so ganz nehm ich dir das nicht ab. denn nach allem was du geschrieben hast, wie sie mit dir umgehen, würde das wohl keinem so gehen. vielleicht möchtest du gerne so nobel denken, aber den meisten in deiner situation würde es wohl nicht so gehen. bist du nicht eher eifersüchtig und wünscht dir innerlich, dass dein vater mehr für dich da ist oder zumindest gleichwertig? bzw. dass er sich für dich einsetzt?

natürlich könntest du versuchen mit ihnen zu reden und ich würde das sicherlich auch meist empfehlen. aber du musst überlegen, was das beste ist. die ratschläge, die ich dir bis jetzt genannt habe oder eben ein offenes gespräch. oder beides. du kennst alle am besten und weißt was die beste herangehensweise ist, mit der DU am besten leben kannst.

lg

Beitrag von lilly7686 06.02.11 - 22:26 Uhr

>>oder hast du auch bei ihnen gelebt? denn in dem ganzen text schreibst du nichts von deiner eigenen mutter und welche rolle sie in deinem leben spielt. <<

Nein, ich habe nie bei meinem Vater gelebt. Meine Mutter ist ein eigenes Kapitel. Aber mit ihr habe ich meinen Frieden geschlossen. Bzw. mit unserer Vergangenheit. Ich habe mich gegen sie durchsetzen können. Wir haben mittlerweile ein annehmbares Verhältnis. Es ist nicht gut, es ist aber auch nicht mehr so mies, wie es mal war.

>>nicht die anderen enttäuschen uns,. sondern die erwartungen die wir an diese haben. so traurig das ist, aber pass deine erwartungen an! sie werden sich aller wahrscheinlichkeit nach nicht ändern. aber du deine einstellung zu ihnen. erwarte nicht mehr große nähe, zuwendung und beteilligung, denn im inneren weißt du, dass du es nicht bekommen wirst. distanziere dich davon, mach dich frei. dann kannst du auf einem anderen level mit den diversen episoden in eurem zusammenleben umgehen. <<

Das habe ich versucht. Weißt du, die letzten 3 Jahre, seit ich wieder hier in der Nähe meiner Familie wohne, habe ich viel ignoriert. Ich habe viele der Anspielungen und der negativen Kommentare überhört und nicht darauf reagiert.
Es hat auch recht gut geklappt. Weil ich keine "Fehler" gemacht habe. Aber dass ich D. nicht zur Tupperparty eingeladen habe, war offenbar ein riesen "Fehler" aus ihrer Sicht. Und durch ihre Anschuldigungen ist das alles wieder hoch gekommen. Ich habe so geheult, als ich hier den Thread eröffnet habe. Weil alles wieder hoch gekommen ist. So vieles, was ich eigentlich überhört, übersehen und überlesen habe. Was ich immer versucht habe, zu ignorieren.

>>oder fahren die anderen töchter regelmäßig mit? <<

D. fährt jedes Jahr mit, ja. N. nicht, die möchte das auch nicht.
Ich muss ja nicht mitfahren. Aber meine Große fragt jedes Jahr, ob ich nicht auch mit komme. Und ich dachte, ich könnte mal übers Wochenende mitkommen. Also nicht die ganzen zwei Wochen, aber mal 2-3 Tage. Zusammen was machen.
Nun, wir werden wohl mal was als "eigene kleine Familie" machen. Mal für ein Wochenende wohin fahren oder so.
Aber es tut weh, wenn man sieht, wie die jedes Jahr so auf Happy Family machen, meine Stiefschwester mitnehmen, und ich daheim sitze und nur am Telefon mitbekomme, wie toll es ist.

Ich habe weniger Probleme damit, wenn meine Große mit Oma und Opa in den Skiurlaub gefahren ist (mittlerweile nicht mehr, weil die immer unterm Jahr gefahren sind, jetzt wo die Große zur Schule geht, können sie im März nicht mehr mit ihr fahren, weil sie ja nicht einfach frei nehmen kann).
Ich hatte auch weniger Probleme damit, dass meine Große mit ihnen nach Ägypten geflogen ist.
Und ich hab kein Problem damit, dass meine Große heute Mittag mit meiner Mutter in die Therme gefahren ist für ein paar Tage.

Meine Mutter hätte übrigens nichts dagegen, wenn ich mitkommen würde. Allerdings muss ich meine Mutter in homöopathischen Dosen genießen, da unser Verhältnis unter zu viel Kontakt wieder leidet ;-)

>>bist du nicht eher eifersüchtig und wünscht dir innerlich, dass dein vater mehr für dich da ist oder zumindest gleichwertig? bzw. dass er sich für dich einsetzt? <<

Ja, ich bin eifersüchtig. Aber es stimmt auch, was ich geschrieben habe. Ich freu mich, dass sie meinen Vater als Vater angenommen haben. Ich weiß, dass ihr leiblicher Vater nie für seine Töchter da war. Und dass er mittlerweile ein Wrack (sowohl körperlich als auch psychisch) ist und seine Töchter nur runter ziehen würde.
Ich bin eifersüchtig darauf, dass er in ihr Leben mit eingebunden wird. Es tut weh, zu sehen, dass er für sie so wichtig ist. Ich als seine Tochter aber so wenig akzeptiert werde.
Er steht sehr unter der "Fuchtel" seiner Frau.
Kleines Beispiel: meine Kleine mag keinen Brei. Wir machen BLW. Sie wird davon satt und isst eigentlich verdammt viel :-) Von meiner Stiefmutter kommt regelmäßig, mein Kind bräuchte doch endlich mal Brei usw. Mein Vater redet da nie wirklich mit.
Diese Woche war er mal allein daheim, als ich meine Große rüber gebracht hab. Da haben wir uns unterhalten und er meinte, es wär doch egal, was die Kleine isst. Hauptsache, es geht ihr gut!
Sowas traut er sich aber offenbar nicht vor ihr zu sagen :-(
Aber wenn ich da etwas dazu sagen würde, dann wär ich noch mehr die doofe als ich schon bin. Also halt ich die Klappe. Ehrlichgesagt, ich will mich in ihre Ehe auch gar nicht einmischen. Hat mich nicht zu interessieren, denn es geht mich nichts an.

>>also wenn du hilfe brauchst, dann schluck deinen stolz herunter und frag nach hilfe. vielleicht wärst du ja überrascht ob der reaktion. <<

Ach, ich kann um Hilfe bitten. Wenn ich sie wirklich brauche.
Nur wähle ich in letzter Zeit sehr genau aus, WEN ich um Hilfe bitte. Meine Mutter, meine Freundin, meine Nachbarin, meine Kangatrainerin ;-)
Ich möchte, dass mein Vater und meine Stiefmutter merken, dass ich sie nicht brauche. Denn weißt du, es läuft genau darauf hinaus! Dass irgendwann, wenn ich wieder mal einen "Fehler" mache, mir vorgehalten wird, sie würden mich ja immer soooo sehr unterstützen und ich wäre ja sooo undankbar.
Klar, ich bin ihnen dankbar für ihre "Hilfe".
Aber ich will nicht mehr ständig hören, wie viel sie für mich getan haben. Ich habe es satt, immer dankbar sein zu müssen.

Ich versuche immer mehr, so viele Dinge wie möglich allein oder mit Hilfe von Freunden zu schaffen. Ich knüpfe Kontakte. Ich weiß, wen ich bei Problemen anrufen kann.
Meine Stiefmutter ist nicht mehr die, die ich bei Erziehungsproblemen meiner Großen anrufe. Sie ist es nicht mehr, die ich bei Still-Unsicherheiten um Rat frage. Sie ist es nicht mehr, bei der ich mich ausheule, wenn die Kleine nachts nur an der Brust hing und geheult hat, sobald ich sie weg nehmen wollte.
Und vorallem: ich erzähle ihr nicht mehr alles. Ich erzähle ihr nicht, dass ich den KiA wechsle, weil unsere KiÄ impfwütig ist und ich das nicht möchte. Ich erzähle ihr nicht, dass ich im April nach Köln zum Stillkongress fliege. Ich erzähle ihr nicht, dass ich nächste Woche zu einer Freundin für ein paar Tage fahre (mit dem Zug!!! #nanana ).

Ach, das alles zu schreiben tut so gut... :-)

Sorry fürs zutexten, aber danke fürs Lesen :-)

Ich bin froh, dass es Urbia gibt. Auch wenn es manchmal echt heiß her geht bei gewissen Themen. Es ist immer wieder schön, wenn man sich ausheulen kann und ein paar aufmunternde Worte bekommt :-)