Essensverweigerung unseres Sohnes (2)

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von dehasn 06.02.11 - 20:03 Uhr

Hallo.

Langsam bin ich am Verzweifeln... Unser Sohn verweigert mittlerweile fast alles zu den Essenszeiten. Zum Frühstück trinkt er manchmal noch ne Flasche Folgemilch oder isst ein Viertel Toast. Zum Mittag max. ein halbes Gläschen oder halt ca. 1/4 Teller von dem "normalen" Mittag. Abends ist es noch schlimmer. An Brot nimmt er ein paar Stückchen - wenn er sie nicht ausspuckt... Manchmal hab ich schon nen Milchbrei (aus dem Gläschen) warm gemacht oder Milchreis oder Grießbrei gekocht. Mittlerweile will er das nicht mehr...

Er will kaum mit am Tisch sitzen. Nur rumlaufen. Immer mal nen Happen nehmen - und dann hauptsache weg. Es wird gezickt ohne Ende... Aber Kekse, Obst oder Pudding gehen - allerdings nur als Nachtisch oder Zwischenmahlzeit.

Kennt ihr das? Bessert sich das?! Was kann ich sonst noch machen???

:-( , #hasi

Beitrag von scura 06.02.11 - 20:21 Uhr

Ich würde ganz schnell aufhören mich zum Kasper zu machen! Es wird gegessen was auf den Tisch kommt. Natürlich darf er auch mitentscheiden. Aber wenn entschieden ist, soll er es auch essen. (Meine Tochter isst keine Tomaten, Kartoffeln o.ä. das mache ich ihr dann auch nicht) Es gibt nur Nachtisch wenn sie wenigstens etwas gegessen hat.

Wieso kriegt er noch Gläschen mit zwei Jahren?

Bezieh ihn beim kochen mit ein. Er darf umrühren und abschmecken z.B.

Wenn er rumläuft und aufsteht ist das Essen vorbei!

Zwischendurch gibts nichts. Dann hat er Hunger zu den Hauptmahlzeiten.

Seit meine Tochter wieder Milch nach dem aufwachen haben möchte, isst sie auch nicht mehr so prickelnd zum Frühstück. Aber Milch sättigt auch ungemein.

Beitrag von dehasn 06.02.11 - 20:38 Uhr

Ich hab ja auch schon daran gedacht, rigoroser zu sein - von wegen wenn er nicht will, gibts nichts. Aber ich kann das nicht... Ich denke immer, er isst zu wenig...

Aber er würde sich ja sicher auch melden, wenn er Hunger hat...

Er bekommt Gläschen, weil ich manchmal mittags keine Zeit habe zum Kochen. Das ist relativ selten, weil ich meist vorkoche. Aber das ist doch nicht verwerflich - es gibt ja auch Gläschen für Kinder ab einem Jahr oder diese Menüs von Hipp für Kinder von 1-3 Jahren.

Beitrag von scura 06.02.11 - 20:49 Uhr

Ich habe auch eine ganz schlechte Esserin zu Hause. Manchmal machen die sich vom Kiga schon Sorgen, weil sie wirklich wenig isst. Aber sie holt sich definitiv was sie braucht.

Mach Dich einfach frei von dem Gedanken, das er vom Stängel fällt. Er wird sich definitiv melden wenn er Hunger hat.

Was isst er denn besonders gerne?

Ich gehe mit meiner Tochter nach einer Verweigerungsphase gerne ins Restaurant. Sie liebt das. Dann bekommt sie entweder Spaghetti Aglio/Olio mit Parmesan oder Lammkotletts. Dazu ne Apfelschorle aus nem Glas für feine Damen (Weinglas) und Besteck für Grosse. Und auf einmal fluppts mit dem Essen.

Ich habe oft das Gefühl, das auch das Ritual den Ton angibt. Haben wir lecker gekocht und den Tisch schön gedeckt(sie hilft), zünden eine Kerze an und sagen Piep,Piep... dann klappts gut. Unter Hektik läuft meist gar nichts...

Beitrag von matsel 06.02.11 - 20:24 Uhr

hallo,
also das ist jetzt nicht bös gemeint. aber wenn dein kleiner ein schlechter esser ist solltest du auf kalorienreiche snacks oder desserts wie pudding o kekse komplett verzichten.
morgens ne kleine flasche milch, dazu toast o am besten normaales brot. später 2. frühstück obst oder gemüse je nach geschmack deines sohns mittags normales essen. nachmittags reiskeks, obst, gemüse, natujoghurt mit fruchtpüree untergerührt oä, abends normales abendbrot. überall ne kleine portion, müßte völlig ausreichen. kümmer dich gut beim essen um ihn, zwing ihn nichts rein und nerv ihn nicht. wenn er aufsteht ist das essen beendet, während des rumlaufens gibt es nichts. er wird sich dran gewöhnen müssen. am anfang kann man ja gerade abends etwas nachsichtiger sein. aber wenn dein kleiner seinen kalorienbedarf mit solchen zwischensancks deckt, ist klar das er zu den "regulären" zeiten nix will. wichtig ist auch nicht so ein theater wegen des essens zu machen. eine bekannte macht so ein ziehauf mit ihrer kleinen. du bestimmst was es gibt, dein kind wieviel. das buch: mein kind will nicht essen" von dr. gonzales könnte ich dir dazu empfehen.
lg

Beitrag von dehasn 06.02.11 - 20:40 Uhr

Ja, das ist natürlich richtig. Diese Zwischendurch-Sachen sollte ich vielleicht wirklich weglassen. Aber ich denk mir halt immer: besser das als gar nichts...

Er isst ja vieles - also auch Obst usw. Aber halt immer nur "mal so".

Danke dir für die Antwort.

Beitrag von matsel 06.02.11 - 21:19 Uhr

ich denke wir erwachsenen unterschätzen unsere kinder und das angebotene essen. heißt: kein gesundes kind verhungert am vollen tisch. und ne vietelste schnitte reicht oder eben 3 weintrauben etc pp. ich seh mich immer noch vor den RIESIGEN tellern sitzen und stopfen, weil irgendjemand meint ich müsse aufessen. und die schnitte die im mund immer mehr wurde und die irgendwie nicht runterzu schlucken ging. wie habe ich´s gehaßt. unsere tochter ißt auch mehr schlecht al recht. was solls. sie ist bei uns bei jeder mahlzeit dabei, bekommt was aneboten und ggf brot als alternative. wenn sie es möchte gut, wenn nicht, auch gut. wir leben ja nicht im mangel,sondern in einer überflußgesellschaft. wenn man ungesunde sachen gewohnt ist zu essen, wird das später auch nicht besser. dann läuft es immer unter dem motto: egal was, besser als nichts;-)
einfach keinen streß machen, die kinder holen sich das, was sie brauchen, wenn man ihnn das richtige angebot gibt.
lg

Beitrag von saskia33 06.02.11 - 20:31 Uhr

Kenn ich,uns geht es genauso!

Julian(2) ist ein sau schlechter esser,war er aber schon immer!

Zum Frühstück schafft er ein halbes Toastbrot,zwischendurch grad mal so ein paar Weintrauben,zum Mittag 3 Löffel Mittag(nur mit viel Soße),Nachmittags isst er grad mal 2-3 kekse und zum Abendbrot 2-3 bissen Brot #schwitz

Und alles nur mit Geschrei :-[

Haben schon alles durch,Bücher gelesen usw...hilft alles nix!
Er wiegt auch nicht viel für sein alter,kein Wunder bei dem wenigen Essen!

Habe für Do.einen termin beim Arzt,der soll mal gucken ob alles i.O ist#schwitz

lg

Beitrag von dehasn 06.02.11 - 20:44 Uhr

Mensch, das hört sich wirklich an wie bei uns...

Aber vielleicht haben die Vorposterinnen ein wenig Recht wenn sie sagen, dass man einfach machen lassen soll...

Ob ich die Nerven dazu habe, weiß ich nicht... :-(

Der Arzt ist zufrieden mit ihm. Er ist jetzt 87 cm groß und wiegt knapp 10 kg. Aber er ist munter, zufrieden und aktiv.

Ich hoffe, dass mit deinem Kleinen alles i. O. ist!

Beitrag von matsel 06.02.11 - 21:23 Uhr

#winke
na gugge, wenn der arzt zufrieden ist...
aber ich kenn das auch mit den nerven, gerade in dem alter ist es nicht so leicht und ich mußte mich auch immer zurück nehmen, um nicht in dieses: "noch ein löfel für omi...hier kommt das flugzeug...das wird aber jetzt aufgegessen..."zu verfallen.
es kommen bessere zeiten (zumind. bezgl. essen;-) , besinn dich immer mal wieder, dann wirds scon.
lg

Beitrag von dehasn 07.02.11 - 10:15 Uhr

Ich hoffe ja auch inständig auf bessere Zeiten...

Aber er wird eigentlich nicht gezwungen, zu essen. Er muss nichts aufessen - und es sind schon kleine Portionen auf seinem Tellerchen. (Seitdem ich gelesen habe, das Kinder davor einen Horror haben, das alles aufessen zu "müssen" machen wir nur noch Mini-Portionen.)

Vielleicht wirds ja...

Danke! :-)

Beitrag von bine3002 06.02.11 - 22:31 Uhr

Wir hatten auch so einen Mäkelesser und ich verstehe, dass man alles versucht, damit das Kind wenigstens ein Häppchen isst. Man kann sich nicht damit abfinden... irgendwie.

Aber das musst Du. Führe regelmäßige Mahlzeiten ein: 5 am Tag, davon 3 Hauptmahlzeiten und 2 Snacks (am besten einmal Obst oder Joghurt und durchaus auch einmal Kekse, Kuchen etc.) zu einigermaßen festgelegten Zeiten.

Und dann gibt es was auf dem Tisch steht... keine Diskussion, keine Kasperei. Er sollte natürlich Wünsche äußern dürfen, aber ich würde nicht fragen: "Was möchtest Du essen?" sondern "Möchtest Du Fischstäbchen oder Schnitzel?" (also nur zwei Gerichte zur Auswahl, alles andere überfordert ihn).

Und dann: Versucht ihn so weit zu bekommen, dass er alles mal probiert. Erklärt ihm, dass Probieren wichtig ist, weil man dabei manchmal herausfindet, dass man etwas mag. Vielleicht gab es ja schon mal einen Fall, wo er etwas probiert hat und es auch mochte. Daran könnt Ihr ihn immer wieder erinnern. Bei unserer Tochter sind wir gut damit gefahren, dass sie immer eine Serviette bekam, wo sie das Essen sofort ausspucken konnte, wenn sie es nicht mochte. Nach zwei/drei Eskalationen ("Ich will nicht!" etc.), die wir "gewonnen" haben, hatte es sich erledigt. Seitdem probiert sie alles freiwillig. Klingt zwar nach Zwang, aber ihrerseits war es ja nur ein Rumbocken.

Rumlaufen lassen würde ich ihn noch, das ist einigermaßen altersgemäß. Essen sollte er aber ausschließlich im Sitzen und am Tisch. Nicht mehr im Buggy, nicht mehr beim Laufen, in seinem Zimmer etc. Gibt es nicht mehr, fertig! So wird er sich nach und nach angewöhnen, auch sitzen zu bleiben... das kommt mit dem Alter von ganz alleine.

Nachtisch würde ich nach eigenem Ermessen "ausgeben". Einerseits sollte es keine Belohnung für einen guten Essen sein, andererseits sollte er sich daran nicht satt essen.

Und dann noch einen Tipp: Ein Traubenzucker, etwa 20 Minuten vor der Mahlzeit, macht Appetit! Das ist wirklich wahr, das kannst Du hier nachlesen: http://ernaehrungsstudio.nestle.de/start/wohlfuehlgewicht/GezieltZunehmen/EssenMitAppetit.htm.

Beitrag von kathrincat 07.02.11 - 09:52 Uhr

hör auf solche spielchen zu machen, dein kind sitzt am tisch oder es bekommt nichts, immer mal was holen gibt es nicht, er kann auch sitzten bleiben wenn er nichts will. folgemilch macht satt, würd ich auch nicht geben. lass ihn zicken aber setz dich durch