(chemische) Kastration - gegen "rüdiges" Verhalten?

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von jeroniemo 06.02.11 - 21:19 Uhr

Hallo zusammen!

Mein Hund (weißer Schäferhund, 1,5 Jahre, Rüde, VDH) geht seit er 12 Wochen alt ist zur Hundeschule.
Insgesamt ist er eine Seele von Hund.

Das einzige Problem ist, dass er an der Leine mit Bellen auf andere Hunde reagiert. In der Hundeschule profiliert er sich gegenüber anderen Rüden, indem er das Fell aufstellt und seine Schnauze über den Nacken legt. Er lässt sich aber immer abrufen.
Für mich ist es trotzdem anstrengend und auch peinlich.

Die Hundetrainerin ist ein großer Verfechter der Kastration für alle Hunde, in der Schule sind fast alle Hunde kastriert.
Sie empfielt mir diese auch bei meinem Hund, da er laut ihr "eher unsicher ist" und immer meint, er müsse seine Position klarstellen.

Nun meine Fragen:
1) Ist eine Kastration wirklich nötig, oder nur der einfachste Weg?
Welche Folgen können auftreten - ich habe von Trägheit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, verfilztes Fell, uä. gehört.
2) Wäre die chemische Kastration eine Möglichkeit, zu testen, ob er sich dann wirklich besser benimmt? Ist diese chemische Kastration genauso "stark" wie die "echte?
3) Sollte man Hunde grundsätzlich kastrieren, damit sie friedlicher und entspannter sind und zur Krebsvorsorge und gegen ungewollte Hundevermehrung oder ist es normal, wenn sich Rüden aufspielen?

Ich bin sehr unsicher und hoffe auf eure Erfahrungen und eurer Wissen, was ja oft sehr fundiert und kritisch ist.

Danke!
yvonne

Beitrag von crazycat 06.02.11 - 21:42 Uhr

Mhh das ist eine gute Frage also zu dem wie er sich gegenüber den anderen Rüden benimmt würde ich eher sagen er versucht der Boßß zu sein und guckt ob das auch alle anderen akzeptieren.

Ich hab noch eine Interessante seite zur kastration gefunden vlt hilft dir das ja weiter
http://www.drc.de/gesund/kastratr.html

Also meine Meinung nach kann man alles durch erziehung hin bekommen dafür muss man nicht gleich kastrieren.

Lg crazycat

Beitrag von crazycat 06.02.11 - 21:49 Uhr

Noch ne kleine sache am rande dadurch das du ihn in dieser "In der Hundeschule profiliert er sich gegenüber anderen Rüden, indem er das Fell aufstellt und seine Schnauze über den Nacken legt. Er lässt sich aber immer abrufen. " Situation immer noch abrufen kannst und er ohne probleme kommt sollte dich eigentlich stolz machen den das heisst das DU für ihn der Boß bist und das was du willst wird gemacht. #pro

Beitrag von marta100 07.02.11 - 10:28 Uhr

Hallo Yvonne,

unser Hund ist ebenfalls gut anderthalb und bisher auch nicht kastriert.

Er hat sich zu einem, so finde ich, ausgeglichenen selbstbewussten Rüden entwickelt.
Situationen wie du sie beschreibst gibt es bei uns aber auch ab und an mal. Ich denke, ähnlich wie bei Menschen gehört so ein bißchen "Balzverhalten" ;-) ja auch dazu, solange es kontrollierbar bleibt.

Zu deiner anderen Frage:Wir überlegen im Moment eine Kastration, weil er doch öfter sehr "leidet" (Wir wohnen direkt am Waldrand und es kommen häufig viele läufige Hündinnen vorbei.)
Da ich aber auch sehen möchte, ob und wie er sich verändert, wollen wir zunächst eine chemische Kastration ausprobieren. Der Tierarzt meinte, dann könne man in etwa abschätzen, wie er wäre, wenn man ihn entgültig kastrieren würde.
Ob das stimmt oder nicht - keine Ahnung.
Habe halt schon Sorge, dass er nach der Kastration evtl. ständig besprungen wird o.ä.

Aber vielleicht antworten ja hier noch ein paar, die es bereits ausprobiert haben.
Würde ich für unsere Entscheidung auch sehr interessant finden :-)

nette Grüsse;-)

Beitrag von d4rk_elf 07.02.11 - 12:01 Uhr

Hallo,

ich bin auch der meinung das Hunde die nicht zur Zucht gehalten werden kastriert werden sollten. Vorallem um ungewollte Welpen zu vermeiden. So ´nen Rüde ist schnell mal ausgebüchst.

Wir haben unseren recht früh kastrieren lassen. Da war er 9 mon. alt.
Und bei ihm hat sich nichts zum negativen geändert. Er ist weder träge noch fett geworden, auch sein Fell hat sich nicht verändert. Und er hat sich zu einem imposanten Rüden entwickelt!

Er war nur im Umgang mit anderen Rüden entspannter. Und läufige Hündinnen haben ihn null interessiert. Was ich als extrem angenehm empfunden habe, vorallem beim spazieren gehen.

Aber da dein Hund sich abrufen lässt in solchen Situationen, hast Du ihn doch sehr gut im Griff. Das soll doch schon was heissen.

Aber wie gesagt, alleine schon wegen ungewollter Vermehrung würde ich einen Rüden immer kastrieren lassen.

LG
d4rk_elf

Beitrag von biggi420-1 07.02.11 - 20:04 Uhr

Hallo Yvonne,

als erstes mal, wir haben einen Golden Retriever der jetzt im Mai 3 Jahre jung wird.Anfänglich so mit ca. 1,5 Jahren fing er auch an etwas unruhig und pupertär zu reagieren.Daraufhin haben wir ihm einen Testosteronchip setzen lassen und nach ca. 6 Wochen war alles total in Ordnung.Er war nicht mehr so unruhig und lies sich auch wieder gut abrufen.Das ging bis zum letzten September, da war er 2,5 Jahre jung und da war echt alles zu spät...er konnte nicht mehr fressen, konnte echt keine 2 Minuten im Platz liegen,hat nur gejault und das schlimmste war, er wollte von unserem Grundstück weglaufen. nie brauchten wir das Tor zumachen, er blieb immer hier, aber auf ein mal wäre er fast weg gewesen.Niemals hätte ich auch nur im entferntesten geahnt, wie ein Rüde unter seiner Geilheit LEIDET...........ich habe ihn auf homöopatische Mittel gesetzt, damit er zur Ruhe kommt und sofort einen Termin für die Kastration mit der Tierärztin abgesprochen.Sogar unsere Hundetrainerin, die unseren Hund kennt seid er 9 Wochen jung ist, hat ihn nicht wieder erkannt.
Er ist nun seid dem 20.09. kastriert und so pö a pö ging es alles wieder besser.Nun ist er wieder unser Goldie wie wir ihn seid eh und jeh kennen, gehorsam ohne Ende und auf die Ernährung geben wir halt ein bischen mehr acht, weil er neigt eher dazu etwas dicker zu werden, dass ist aber wirklich auch schon alles.Er wird weiterhin von allen Hunden akzeptiert und er ist wirklich ein Lieber.
Probier es ruhig mit dem Chip aus und stelle es selber fest, wie es deinem Hund geht.
Bei weiteren Fragen, gerne an meine VK
Liebe Grüße

birgit

Beitrag von spatzerl1980 08.02.11 - 10:31 Uhr

'Rüdiges' Verhalten ist doch vollkommen normal und in Ordnung. Unser Rüde ist mittlerweile auch kastriert. Nicht, weil er 'rüdig' war, sondern weil er sehr gelitten hat, wenn eine läufige Hündin in der Nähe war. Richtig Stress, mit Jaulen, Fell'verlust', nichts fressen Unzuverlässigkeit beim Abrufen etc. Ich hätte es auch nicht gemacht, wenn er dieses Verhalten nicht gezeigt hätte.

Es hört sich für mich nicht so an, als 'müsstest' Du ihn kastrieren lassen. Er lässt sich doch abrufen und wird nicht 'gefährlich' sondern behauptet nur seine Position. Klar, unsere Tierärztin rät bei Unentschlossenheit auch dazu, den 'chemischen Chip' zu setzen (Dauer 6 Monate), um zu sehen ob überhaupt und wie sich das Verhalten ändert.... Ist eine Alternative und Du kannst testen, ob eine Kastration in Frage kommt. Dauerhaftes Einsetzen des Chips lehnt sie allerdings ab, da die Langzeitwirkung wohl noch nicht wirklich 'ausgereift' ist - Risiken? Gefahren?

Hör auf Dein Gefühl - Du kennst Deinen Hund am besten.