Frage wegen Betreuungsunterhalt

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von tweety111 07.02.11 - 10:59 Uhr

Hallo,

ich bin zum 1.2. mit meiner Tochter (13 Monate) ausgezogen und mein Ex muss mir Betreuungsunterhalt zahlen (lt. Amt).

Jetzt hat er vom Amt ein Schreiben bekommen dass er sein Einkommen offen legen muss damit eben dieser Betreuungsunterhalt berechnet werden kann.

Können wir das ganze umgehen in dem er mir von sich aus was gibt jeden Monat und wir das schriftlich einreichen beim Amt?

Ich bin nich so eine die jetzt den KV ausnehmen will, er soll für die Kleine zahlen (das läuft eh übers JA) und das was mir zustehen würde das will ich mit ihm klären und nich über Behörden oder gar Anwälte.

Kann ich das im Nachhinein jetzt beim Amt noch einreichen? Also zb. dass er mir monatlich 100 Euro zahlt und das von ihm unterschrieben wird?

Lg

Beitrag von kleines-monster 07.02.11 - 11:08 Uhr

Hi tweety111,

das würde ich mir an Deiner Stelle überlegen. Auch wenn Du mit Deinem Ex was schriftlich machen würdest, Papier ist geduldig. Ich würde so etwas nur übers Amt oder Anwalt etc. laufen lassen. Das hat ja nichts mit ausnehmen zu tun, es steht Dir und Deiner Tochter einfach zu.

LG kleines-monster

Beitrag von tweety111 07.02.11 - 12:02 Uhr

Ok, und wenn ich es mir überleg hab dass wir es so machen ... kann ich das im Nachhinein beim Amt noch angeben?

Beitrag von landmaus 07.02.11 - 11:35 Uhr

Halo,

von was willst Du denn leben, wenn er Dir nur 100,00 € zahlt?

Liebe Grüße

Beitrag von tweety111 07.02.11 - 12:00 Uhr

Es geht ja nich um meinen Lebensunterhalt, sondern und den Unterhalt den mein Ex mir bis zum 3. Lebensjahr unseres Kindes zahlen müsste!

Beitrag von ppg 07.02.11 - 12:10 Uhr

Aber die ARGE wird dir den angemessenen Bereuungsunterhalt anrechenen - d. h. Du bekommst weniger Geld.

Da kannst Du es dir schlicht nicht leisten, mit deinem Ex irgendwas auszuhandeln.

Ute

Beitrag von tweety111 07.02.11 - 13:02 Uhr

Das ist mir schon klar dass die das anrechnen...

Beitrag von ellannajoe 07.02.11 - 15:37 Uhr

Hallo,

ich glaube du hast das nicht ganz verstanden. Das Amt rechnet nicht die von dir ausgehandelten 100,00 Euro an, sondern die Summe die er tatsächliche nach Einkommen zahlen müsste.

Aber wie willst du dann Leben. Alg II ist ja schon nicht viel und du verzichtest trotzdem, oder hast du gespart.

#winke

Beitrag von landmaus 07.02.11 - 13:32 Uhr

Das ist aber ein und das selbe. Der Betreuungsunterhalt soll Deinen Lebensunterhalt in der Zeit der Kinderbetreuung sichern.

Wenn Du keine andere Möglichkeit hast, Deinen Lebensunterhalt zu bestreiten, wirst Du ALG II beziehen müssen. Da wird dann der gesamte Dir zustehende Unterhalt aus- und angerechnet und Dein Ex muss sowieso zahlen.

Beitrag von tweety111 07.02.11 - 13:39 Uhr

Auch wenn wir nicht verheiratet waren?

Beitrag von kruemlschen 07.02.11 - 13:45 Uhr

JA!

Beitrag von landmaus 07.02.11 - 14:00 Uhr

Ja, auch dann. Es hat vor einer Weile eine Neuregelung gegeben, die das gleichstellt.

Beitrag von hedda.gabler 07.02.11 - 16:50 Uhr

Hallo.

Kleine Anmerkung ...

... die Neuerung im Unterhaltsrecht betraf NICHT den Betreuungsunterhalt für unverheiratete Mütter ... der 1615 BGB existiert so schon länger.
Sondern die Gleichstellung betraf verheiratete Mütter. Diese bekommen jetzt nicht mehr Unterhalt bis zum Sanktnimmerleinstag, sondern wurde auch auf 3 Jahre Betreuungsunterhalt beschränkt ... wobei es bei verheirateten Müttern nach wie vor einige Faktoren gibt, die einen längeren Unterhalt vorsehen.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von landmaus 07.02.11 - 17:04 Uhr

Hallo Hedda,

ich weiss, danke.

Ich hab versucht, den Gedankengang der TE mitzugehen und sie nicht weiter zu verwirren. Das war dann nicht ganz korrekt, aber hoffentlich zielführend #schein

Liebe Grüße

Beitrag von manavgat 07.02.11 - 22:52 Uhr

Hedda, ich korrigiere:


es ist völlig wurscht, ob verheiratet oder nicht. Die 3-Jahresgrenze ist ein Wandermärchen. Ist die Mutter bedürftig, die Betreuung des Kindes nicht gewährleistet, dann zahlt er länger, je nach Einzelfall.

Gruß

Manavgat

Beitrag von hedda.gabler 07.02.11 - 23:06 Uhr

Hallo.

Da hast Du grundsätzlich recht, da aber für einen verlängerten (nachehelichen) Unterhalt u. a. auch die Dauer der Ehe eine Rolle spielt, hat eine eheliche Mutter wesentlich mehr Möglichkeiten den Unterhalt über drei Jahre hinaus einzuklagen.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von landmaus 08.02.11 - 09:34 Uhr

Hallo,

das ist so auch noch schief.

Grundsätzlich ist es so, dass Ehepartner sich auch während der Ehe Unterhalt schulden.

Nach einer Trennung besteht dann ein Anspruch auf sogenannten Trennungsunterhalt, dessen Sinn und Zweck es ist die Verhältnisse während der Ehe möglichst aufrecht zu erhalten, um während des Trennungsjahres möglichst wenig neue Fakten und Veränderungen zu schaffen.

Nach der Scheidung gibt es gesetzlich festgelegte Unterhaltstatbestände. Die große Neuuerung lag darin, dass festgelegt wurde, dass nach einer Scheidung jeder ehemalige Ehegatte grundsätzlich selbst für seinen Unterhalt verantwortlich ist. Die Unterhaltstatbestände zeigen die Konstellationen auf, in denen dieser Grundsatz durchbrochen ist. Diese sind abschließend:

Betreuungsunterhalt
Unterhalt wegen Ausbildung
Unterhalt wegen Krankheit und Alter
Unterhalt wegen Arbeitslosigkeit
Aufstockungsunterhalt

Nur hierdurch hat eine eheliche Mutter tatsächlich mehr Unterhaltsmöglichkeiten.

Der Anspruch auf Betreuungsunterhalt kommt auch bei Frauen in Betracht, die mit dem Vater des Kindes nicht verheiratet sind. die Voraussetzungen sind aber bei beiden nahezu gleich. Eine Verlängerung des Unterhaltsanspruches über drei Jahre hinaus, kann bei beiden Konstellationen aus sogenannten Billigkeitsgesichtspunkten möglich sein. Diese liegen insbesondere in den Belangen des Kindes, können sich aber auch aus den Belangen der Mutter/ der Eltern ergeben. Die Erwerbsobliegenheit entsteht zwar nach drei Jahren, ist aber durch die Betreuungsbelange eingeschränkt, so dass ein fliessender Übergang entsteht.

Die Frage der Dauer der Ehe bringt einem "ehelichen Elternteil" hierbei keine Vorteile mehr. Zum einen ist das Kriterium kaum mehr von Belang, zum anderen kann auch ein "nichtehelicher betreuender Elternteil" die Dauer der Beziehung und damit die gemeinsam zugrunde gelegte Lebensplanung in die Waagschale werfen.

Was ich noch ganz wichtig finde und was von vielen vergessen wird, ist, dass der Anspruch auf Betreuungsunterhalt schon bis zu vier Monate vor der Geburt beginnen kann. Und, dass jeder Unterhaltsanspruch erst dann entsteht, wenn er (schriftlich) geltend gemacht wird.

Naja, genug, der Klugscheißerei und der Familienrechts. Wahrscheinlich hab ich Dich jetzt eh gelangweilt ;-)

Einen #sonneigen Tag

Beitrag von hedda.gabler 08.02.11 - 17:06 Uhr

Hallo.

Vielen Dank für die "Klugscheißerei" ... ich hatte einen Artikel gelesen, in dem mit dem Ammenmärchen, dass das neue Unterhaltsrecht in Bezug auf Ehefrauen auch auf alle Fälle "nur 3 Jahre" Unterhalt bedeutet, aufgeräumt wurde ... dort wurden die Möglichkeiten, länger Unterhalt zu beziehen, nur stichpunktartig aufgeführt ... und eben erwähnt, dass die Dauer der Ehe durchaus eine Rolle spielt ...

... Du hast aber natürlich recht (und das ging mir auch durch den Kopf, nachdem ich meinen Beitrag geschrieben hatte), dass natürlich auch uneheliche Mütter diesen Aspekt anbringen können, wenn man von einer Gleichstellung sprechen möchte.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von kruemlschen 07.02.11 - 12:19 Uhr

Hallo,

ICH will nicht dafür zahlen, dass Du den KV nicht "ausnehmen" willst!
Wenn Du das mit dem KV unter Euch regeln möchtest, gut, aber dann darfst Du kein ALGII beantragen.
Warum soll die Allgemeinheit für Dich aufkommen wenn der KV die Mittel dazu hat?

K.

Beitrag von tweety111 07.02.11 - 13:05 Uhr

Ich will auch nich wissen für was IHR sonst noch so zahlen müsst #augen.
Echt ich bin ja dankbar für jede Meinung aber wenn ich das schon les ... ICH will nicht dafür zahlen ...

Wenn ich von Anfang an angeben hätt im Antrag, mein Ex zahlt xy Unterhalt für mich, dann wär das wohl auch so gegangen, ohne Anwalt usw.

Beitrag von kruemlschen 07.02.11 - 13:11 Uhr

Glaub ich Dir, dass Du das nicht wissen willst, Du hältst ja nur die Hand auf ;-)

Nein, wäre es nicht, auch dann hätte "das Amt" Deinen Ex dazu aufgefordert seine Unterlagen offen zu legen um einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt abzuklären damit die arbeitende Bevölkerung (respektive ICH) nicht mehr Kosten zu übernehmen braucht als tatsächlich notwendig.

Eine Alternative um Deinen Ex nicht "auszunehmen" wäre für Dich: such Dir Arbeit
Dann bist Du nicht auf fremdes Geld angewiesen.

K.

Beitrag von tweety111 07.02.11 - 13:21 Uhr

Glaub ich Dir, dass Du das nicht wissen willst, Du hältst ja nur die Hand auf

Aha und du weißt das #kratz ... tz!


Ich such mir Arbeit, wenn ich ne Betreuung für mein Kind hab!

Beitrag von kruemlschen 07.02.11 - 13:43 Uhr

klar weiß ich das, sonst würdest Du ja nichts beantragen wollen/müssen bei dem der Betreuungsunterhalt eine Rolle spielt.

Dafür brauch ich nicht in meine Glaskugel schaun ;-)

Aber lassen wir das, es ist eh sinnlos.

Beitrag von tweety111 07.02.11 - 13:47 Uhr

Man bist du unfreundlich, mitm falschen Fuss aufgestanden oder #augen

Leider gibts heut auch noch Menschen die nicht einfach nur so die Hand aufhalten sondern denen in ner bestimmten Situation nichts anderes übrig bleibt als Hartz4 zu beantragen.


Mehr hab ich dazu nicht mehr zu sagen...

Beitrag von kruemlschen 07.02.11 - 13:55 Uhr

Du stehst vor der Wahl Betreuungsunterhalt von Deinem Ex für die Betreuung EURES Kindes zu erhalten oder ALGII (bzw. damit nur noch ergänzendes ALGII) zu beziehen und entscheidest Dich lieber für Betrug und Ablehnung des Unterhalts.

Ja ich gebe zu, auf Sozialschmarotzer reagiere ich ausgesprochen unfreundlich!

Es sagt hier niemand etwas gegen Menschen die ALGII (Hartz4 ist eine Reform, keine Leistung!) beantragen müssen weil sie UNVERSCHULDET in Not gelangt sind, das trifft auf Dich aber nicht zu wenn Du den Dir zustehenden Unterhalt ablehnen möchtest.

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