Schwierige Konstellation - kann es ein Happy End geben?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ohje123 07.02.11 - 18:24 Uhr

Hallo zusammen,

ich bitte Euch zu meiner folgenden Situation um Eure ehrliche Meinung bzw. Einschätzungen.

Ich (34 J.) habe ihn (31 J.) vor ca. 4 Monaten Mitte Oktober kennengelernt.

Damals befand er sich noch in der Beziehung mit seiner Ex-Freundin, mit der er gut 5 Jahre zusammen war. Es kriselte damals schon, Mitte November zog sie zunächst probehalber aus, an Weihnachten hat sie sich dann endgültig von ihm getrennt.

Es war wohl nie die große Liebe, sie haben sich aber gut verstanden, er hat nach eigenen Angaben die Trennung provoziert, da er sie vernachlässigt hat.

Anfangs hatten wir lockeren Kontakt, nach der Trennung hat sich der Kontakt intensiviert inkl. einige Male Sex.

Nun zu meinem Problem:
Ich bin schon sehr lange solo und er ist der tollste Mann, den ich seit Ewigkeiten kennengelernt habe: sehr aufrichtig, sensibel, sehr intelligent, sportlich, ähnliche Interessen, Kinderwunsch etc.

Verständlicherweise kann und will er sich noch nicht wieder auf eine feste Beziehung einlassen. Er trauert auch schon noch etwas um seine Ex, weil er mit dem letzten Schritt wohl doch nicht gerechnet hatte.

Zudem leidet er seit seiner Jugend immer wieder zeitweise unter Depressionen, die wohl hauptsächlich von dem Leistungsdruck in seinem Elternhaus (Akademikerfamilie) herrührt.

Wir verbringen nun ab und an Zeit miteinander und verstehen uns sehr gut, ich bin für ihn da und wir reden viel. Ich hätte riesig Lust, mich in ihn zu verlieben (bin wahrscheinlich schon auf dem besten Weg). Ich merke mehr und mehr, wie schwer es mir jedes Mal fällt, mich von ihm zu verabschieden und ich beginne, ihn richtig zu vermissen.

Soll ich mich weiterhin mit ihm treffen, ihm weiter Zeit geben und hoffen, dass sich tiefere Gefühle bei ihm entwickeln?

Irgendwie habe ich Angst, dass ich wirklich nur ein Trostpflaster bin und im Grunde nur meine Zeit mit ihm verschwende.... Wenn er nicht wirklich so toll wäre, hätte ich das schon längst beendet. Ich bin keine Träumerin, sondern Realist, aber er ist es definitiv wert.

Sorry, dass es jetzt so lange geworden ist. Was ist Eure Meinung hierzu? Gerne auch die Männer...

Dankeschön für Eure Antworten
poldi

Beitrag von nick71 07.02.11 - 18:38 Uhr

"Wir verbringen nun ab und an Zeit miteinander und verstehen uns sehr gut"

Wie oft seht ihr euch und wie häufig habt ihr (per Mail, SMS, Telefon) Kontakt? Meldet er sich öfter von selber, oder geht die Kontaktaufnahme meistensvon dir aus? Wer ergreift die Initiative, um Treffen o.Ä. vorzuschlagen?

"Irgendwie habe ich Angst, dass ich wirklich nur ein Trostpflaster bin und im Grunde nur meine Zeit mit ihm verschwende...."

Ich finds sehr schwierig, hier eine Prognose abzugeben. Es kann so oder so ausgehen. Was sagt denn dein Bauchgefühl?

Beitrag von ohje123 07.02.11 - 19:01 Uhr

Wir lassen es insgesamt langsam angehen. Kontakt haben wir so 2x pro Woche (meistens SMS oder Telefon), Treffen so alle 7-10 Tage. Kontaktaufnahme geht von beiden etwa gleich oft aus, vielleicht etwas mehr von mir.

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir sehr gut zusammen passen würden und ich wirklich gut für ihn wäre (bin eher eine starke Person, die so schnell nichts aus der Bahn wirft, er ist manchmal eher labil) und er das auch zunehmend merkt, sich aber nicht wieder so schnell binden will.

Werde ihn sicher nicht unter Druck setzen, weil ich das selber total hasse und es in seiner Situation eher das Gegenteil bewirken würde.

Beitrag von landmaus 07.02.11 - 20:00 Uhr

*und ich wirklich gut für ihn wäre*

Hi,

bis hierhin dachte ich, Du müsstest halt einfach gucken, wohin die Reise geht, aber das stellt mir sofort die Nackenhaare auf. In meinen Augen ist dieser Beweggrund weder für Dich noch für ihn auf Dauer gesund.

Liebe Grüße

Beitrag von dini1976 07.02.11 - 20:15 Uhr

Hallo landmaus,

keine Angst, ich habe kein ausgeprägtes Helfer-Syndrom und bin auch keine Mutter Theresa. Bin zwar durchaus empathisch, habe aber doch auch eine ordentliche Portion Egoismus...

Ich denke, ich wäre gut für ihn, aber er wäre genauso gut für mich.

Er ist zwar wie beschrieben ab und an etwas labil (vor allem bei Veränderungen wie Umzug, neuer Job oder jetzt gerade Trennung), ist aber trotzdem selbstbewusst, überhaupt nicht schüchtern und sagt auch gerne, wo der Hase langläuft.

Beitrag von landmaus 07.02.11 - 21:29 Uhr

Ah, viel besser :-)

Ich denke, dass Du nur abwarten kannst. Vielleicht entwickelt sich etwas daraus, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall macht es Sinn ihm da viel Raum zu geben. Es nutzt Dir ja auchnichts, wenn er sich auf Euch einlässt und dann nach einer Weile merkt, dass er das nur aus Gefälligkeit und Dankbarkeit getan hat.

Beitrag von similia.similibus 07.02.11 - 19:53 Uhr

Schließt du nur Freundschaften, wenn diese irgendwohin (Partnerschaft) führen? Wenn ihr euch beide gut tut, dann genieße doch das, was du da gerade hast und lass alles auf dich zu kommen. Vielleicht bekommst du eine tiefe Freundschaft oder eine Beziehung. Auch ersteres kann sehr viel wert sein. Und wer weiß...wenn er seine Exbeziehung auch gefühlsmäßig abgelegt hat und die Augen wieder nach vorn richtet, vielleicht erkennt er dann, dass er sich schon längst in dich verliebt hat?

Meine jetzige Beziehung hat sich aus so einer Freundschaft entwickelt.