Wegen Sprachentwicklung zum Osteopathen?????? Habt Ihr erfahrung???

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Beitrag von salzstange1 07.02.11 - 21:59 Uhr

Hallo

Meine Frage steht ja schon oben!!

Mein Sohn ist drei und in seiner Sprachentwicklung schon sehr zurück!

Heute habe ich Ihn mal von meiner Chirotherapeutin anschauen lassen, und sie sagte das er eine Schädelplattenverschiebung hätte!!

Sie meint ca drei Sitzungen und man könnte schon Fortschritte erleben, die sie mir aber natürlich nicht versprechen kann!!!

Habt Ihr damit vieleicht auch schon mal Erfahrungen gemacht??

Was haltet Ihr allgemein von Osteophatie???

Danke für eure Tipps

Beitrag von xyz74 07.02.11 - 22:16 Uhr

Was haltet Ihr allgemein von Osteophatie???
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Fürs uns war es ein Segen!
Meine Tochter war ein Schreikind.
Es war die Hölle.
Nach ein paar Behandlungen hatten wir ein "neues" Kind.

Für meinen Rücken war sie ebenfalls die Rettung #huepf

Beitrag von salzstange1 07.02.11 - 22:22 Uhr

Also sie hat mir jetzt auch schon sehr geholfen da ich leider immer tierische Kopfschmerzen hatte!!

Sie hat mir Blokaden gelöst im Rücken und nun geht es mir besser!!

Es ist mir nur schwer vorstellbar das es mir der Sprache dann besser klappen soll!!!!

Beitrag von fussel_35 08.02.11 - 10:44 Uhr

wir waren vor 2,5 jahren wegen des sprechens bei einer osteopathin aber es hat leider nichts gebracht (bei uns jedenfalls nicht) .

wegen kopfschmerzen wollte ich auch mal hin da es bei mir vom nacken kommt. wie oft musstest du hin ?

Beitrag von xyz74 08.02.11 - 11:04 Uhr


Es ist mir nur schwer vorstellbar das es mir der Sprache dann besser klappen soll!!!!
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Ich selber hab damit keine Erfahrung.
Allerdings hat mir eine Shiatsu-Praktikerin davon erzählt.
Sie meinte auch, dass die Osteopathie den Kindern reht gut helfen kann.

Beitrag von fascia 08.02.11 - 11:11 Uhr

Hallo salzstange,

es ist auch nicht leicht, sich das vorzustellen.


Ein Beispiel
Gastritis, sagt man, sei eine typische "Managerkrankheit".
Das stimmt.
Über einen workoholic mit Gastritis wundert sich kein Mensch.
Aber trotzdem kann man sich noch nicht vorstellen, wie diese Entzündung denn nun zu Stande kommt.


Hast du eine Vorstellung davon, über welche Mechanismen dein Kopfschmerz mit deinem Rücken verknüpft war?
Zumindest fällt das etwas leichter. "Verspannungen", "Blockierungen" haben so etwas schön Mechanisches an sich.
Und doch ist diese Mechanik nur Kettenglied. Eine Kette, die auch ganz anders aussehen könnte.

Ein Mensch - du z.B. - hat auf Ebene eines oder mehrerer Wirbel seiner mittleren Brustwirbelsäule eine deutliche Einschränkung. Wodurch auch immer. Sie ist hier nicht gut beweglich.
Das kann sich am Entstehen/Fortbestehen von Kopfschmerz beteiligen.
Es kann auch zu Magenproblemen führen.
Oder zu beidem zugleich.

Mechanik alleine reicht dafür nicht.
Wir sind auch anderweitig vernetzt.
Wirbel bewegen sich schlecht, weil die Gewebe, die den Wirbelgelenken Halt und mobile Führung gewährleisten (Gelenkkapseln, Bänder und Muskeln mit ihren Hüllen) "verspannt" sind. (Dafür kann es wiederum eine Reihe von Ursachen geben.)
Die Knochen selbst und ihre Gelenkflächen und -kontakte sind dabei völlig in Ordnung.
Das Drumherum ist nicht in Ordnung.
Neben den Wirbeln (im "verspannten" Gewebe) liegen Nervenknoten, Verschaltungszentren. Auf Höhe der mittleren BWS finden sich Zentren, die ihre Informationen weiterleiten. U.a. zum Magen. U.a. zum Schädel.
Wenn diese Zentren in der Muskulatur unter Dauerdruck geraten (und dabei außerdem schlechter versorgt werden, weil natürlich auch kleine Gefäße und die Zwischenzellflüssigkeit behindert wird) - dann "spinnen" diese Nervenknoten.
So wird aus einer Fehlspannung an einer bestimmten Stelle eine Fehlinformation an ganz anderer Stelle.

Diese Nervenzentren gehören einem bestimmten Nervensystem an. Es ist das selbe System, das auch der workoholic mit seinem Verhalten überlastet.
Diese Mägen sind beide zwar "krank" - aber nicht ursächlich magenkrank.
Sie haben eine Funktionsstörung, deren Ursache anderswo liegt.
Wenn diese Ursache binnen einer bestimmten Frist behoben wird, werden diese Mägen sehr schnell wieder "gesund" - die Funktionsstörung und alle ihre scheußlichen Symptome lösen sich auf.


Anderes Beispiel: Ich hatte früher (bis zu meiner ersten Schwangerschaft) Migräne. Alle paar Monate kurz vor der Regelblutung. Die Anfälle begannen stets mit einem Sichtfeldausfall, dazu gesellte sich dann eine Wortfindungsstörung. (Beides blieb immer für etwa eine halbe Stunde. Dann kam eine "normale" halbe Stunde und dann der Schmerz.)
Sehstörung, Sprachstörung und Schmerz waren eine Funktionsstörung meines Gehirns und meiner Hirnhaut. Der Auslöser war eine Durchblutungsstörung bestimmter Arterienäste im Schädelinneren. Und was hat die Durchblutungsstörung ausgelöst? Hormone, also Botenstoffe!

Wenn ich eine Sprachstörung durch Hormone bekommen kann, kann man sich die Möglichkeit einer anderen Sprachfunktionsstörung durch eine Gewebefehlspannung an und in einem kindlichen Schädel leichter "vorstellen", oder?


Das Schwierige ist, dass sich viele Ursachen jeder Messtechnik entziehen.
Eine einfache Muskelverspannung fühlen wir selbst sehr deutlich. Auch der Arzt fühlt sie, wenn er zufasst. Im Labor und im MRT entzieht sie sich aber jeder Messung.
Trotzdem ist sie da. Und die Kopfschmerzen sind es auch.


Wenn dein Sohn eine Sprach-Entwicklungs-Verzögerung hat, deren Ursache in Gewebefehlspannung und -fehlinformation liegt, dann kann und sollte die Osteopathie das beheben können. Und das sollte auch versucht werden.
Es sollte auch deshalb versucht werden, weil es sonst (bisher) keinen Hinweis auf eine andere Ursache gibt. Keine, die irgendwie sichtbar gemacht wurde/werden kann und keine, die (bisher) anderweitig bearbeitet wird/werden kann.
Parallel zur osteopathischen Behandlung sollten natürlich alle anderen Maßnahmen der Diagnostik und Therapie weiterverfolgt werden, falls Solches geplant ist.

Die "Schädelplatten" können eine Rolle spielen. Ihre Umhüllung steht in Verbindung mit unseren Hirnhäuten. Und diese wieder umhüllen sehr viele Strukturen im Schädelinneren. Die Hirnhäute sind nicht dehnbar, sind nahezu unnachgiebig. Daher setzt sich eine Kraft, die an einem Ende dieser Haut ansetzt unmittelbar und ungepuffert über diverse Wege im Inneren fort. Es kann so zu leichten Engpässen kommen. Je nach Ort und Stärke der Kraft (oder auch Fehlen der Kraft) entstehen diese Engpässe an bestimmten Stellen. Die Symptome, die entstehen können, sind vielfältig. Und natürlich können sie sehr auffällig und stark sein, oder eher unauffällig.


Jedes Gewebe - besonders unser Gehirn - braucht Energie (Nährstoffe u.a.) für zwei Grundfunktionen: 1. Energie , um sich selbst zu ernähren - 2. Energie, um seine Aufgaben zu bewerkstelligen.
Wenn es knapp ist mit der Energieversorgung, dann wird die Funktion natürlich zuerst heruntergefahren. Erst wenn ein erheblicher Mangel entsteht, geht es dem Organ selbst an den Kragen. Zwischen diesen Beiden liegt eine große Spanne von Kompensationsmöglichkeiten.
Die Aufgabe der Osteopathie an deinem Sohn ist also zu gewährleisten , dass er genug "Funktionsenergie" für seine Sprachzentren bekommt.
Es geht dabei nicht um irgendwelche kosmischen Energien. Es geht um Anatomie und Stoffwechselgeschehen.


Ist es jetzt etwas, etwas leichter vorstellbar?


Viel Glück euch,
f.

Beitrag von salzstange1 09.02.11 - 11:50 Uhr

Ganz lieben dank für deinen ausfühlichen beitrag!!!

Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren mit meinem Sohn !
Man möchte ja alles probiert haben was es verbessern könnte!!!

Danke Danke!!!

Beitrag von ylenja 07.02.11 - 23:29 Uhr

Ich kann Osteopathie nur empfehlen.
Es ist immer wieder verblüffend, welche Erfolge damit erzielt werden können.
Wenn die Schädeldecken verschoben sind (was im übrigen sehr oft vorkommt) ist es genau das richtige.

Eigentlich sollten alle Neugeborenen einem Osteopathen vorgestellt werden. Damit könnte so manches Problem gleich gelöst oder vermieden werden.
Je jünger der Patient, umso besser schlägt eine Behandlung an.
Ich würde es probieren.
Der Nachteil ist, dass die Krankenkasse nicht zahlt und Du somit selbst zahlen musst.

LG

Ylenja