Ich habe Angst meine eigene kleine Welt zu verlassen...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von höhlenfrau 08.02.11 - 00:01 Uhr

Guten Abend,

ich hoffe, ihr seht mir das nach, dass ich hier schreibe, obwohl mein Thema rein gar nichts mit Partnerschaft zu tun hat. Ich möchte gerne anonym schreiben.

Kurz zur Vorgeschichte:

Letztes Jahr im November habe ich meinen Job verloren. Danach habe ich beschlossen mir selber ein bißchen Zeit zu nehmen, um mich beruflich neu zu orientieren. Ich hatte kurz vorher von einem entfernten Verwandten eine beträchtliche Summe Geld geerbt, so dass ich mir diese Auszeit auch finanziell leisten konnte/kann ohne staatliche Bezüge in Anspruch zu nehmen.

Nun bin ich seit November fast aussschließlich zuhause. War die ersten 2 Wochen echt entspannend, aber danach fing es schon langsam an mich zu nerven. Ich versuchte alles, um so bald wie möglich wieder beruflich Fuß zu fassen, auch wenn das bedeutet hätte meinen Plan nach einer neuen beruflichen Orientierung kaputt gemacht hätte. Ohne Erfolg!

Mein Freund arbeitet Vollzeit und Schichtarbeit. Ich bin oft alleine zuhause und am Anfang war es echt so,dass mir die Decke auf den Kopf gefallen ist. Jetzt allerdings hat sich das Blatt komplett gewendet. Wollte ich vorher immer aus meiner Wohnung raus, so möchte ich sie jetzt am Liebsten nicht mehr verlassen.

Ich war noch nie mit einem Überschuss an Selbstbewusstsein ausgestattet,aber momentan fühle ich mich als wäre es völlig abhanden gekommen. Ich fühle mich komplett unnütz und überflüssig.
Langsam bekomme ich nicht mehr auf die Reihe und ziehe mich völlig zurück. Meine Freunde erreichen mich nicht mehr bzw ich antworte nicht, ich gehe nicht mehr raus und wenn dann fühle ich mich so unglaublich unsicher, dass ich es gar nicht beschreiben kann.

Vielleicht erzähle ich kurz von 2 Beispielen...
Da ich zur Zeit zuhause bin, dachte ich, ich könnte die zeit sinnvoll nutzen und meinen Führerschein machen. Wir (mein Freund und ich) sind extra zu einer Fahrschule hingefahren und ich wollte mich anmelden bzw erstmal kundig machen.
Tja, was soll ich sagen..ich konnte nicht reingehen. Ich habe mich nicht getraut..fast wäre ich in Tränen ausgebrochen als mein Freund mir sagt ich solle da jetzt gefälligst reingehen. Es ging nicht.

Dann waren wir am So im Zoo, weil mein Freund meinte, ich müsste mal wieder raus aus der Bude. Kaum im Zoo angekommen bekam ich Panik bzw so ein ganz beklemmendes Gefühl...einfach zu viele Menschen. Ich wollte nur noch raus..Meinem Freund zuliebe habe ich nichts gesagt und bin geblieben, aber das ungute Gefühl blieb auch.

Das ist doch nicht normal,oder? Ich weiß nicht wie ich das wieder in den Griff kriegen kann...Ich schaffe es ja noch nicht mal einfache Alltagssituationen zu meistern..Telefonieren zum Beispiel. Oder wenn es an der Tür klingelt mache ich grundsätzlich nicht auf.

Wie schafft man es denn das eigene Selbstbewusstsein wieder aufzubauen? Ich fühle mich so klein und unwichtig und habe Angst vor der realen Welt da draussen. Ich traue mir nichts zu...gar nichts! Ich sitze im Zug und überlege schon bei Fahrtbeginn "Hoffentlich bekomme ich die Tür später auf...." Ich bin einfach so unsicher in Allem was ich tue..

Tut mir leid, dass ich euch damit zugetextet habe, aber wem soll ich das denn erzählen?! Da hat doch keiner Verständnis für...:-(

Beitrag von sophielogie 08.02.11 - 00:19 Uhr

hallo,

ich empfehle Dir einen Arzt, der dir eine Überweisung zum psychologen ausstellt- scheint mir das Du Depressionen und Angstzustände entwickelt hast!

Alles gute
heike

Beitrag von phoeby1980 08.02.11 - 01:20 Uhr

geh zu einer psychotherapie! zu einem psychiater! lass dich richtig untersuchen! und dich behandeln!
das ist ja echt schlimm, was dir passiert ist. red mit deinem partner darüber. er wird es nicht verstehen können. wer kann das schon, wenn man selbst nicht davon betroffen ist.p
erklär ihm deine ängste. mach ihm deutlich was es heißt, das haus nicht verlassen zu können.
und bitte ihm um verständis. dann geht zusammen zum arzt.

wenn du die "blicke" der leute nicht aushalten kannst, dann schau auf den boden und lass dich von deinem partner führen!


ich wünsche dir ganz ganz viel kraft und alles alles gute für dich! lass dich nicht unterkriegen! du bist stark!!

Beitrag von keine Angst 08.02.11 - 02:42 Uhr

Ich habe Verständnis für dich.
Du sitzt in einem tiefen Loch und kommst nicht allein raus. Deine Arbeitslosigkeit mag der Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Ich rate dir, einen Neurologen und einen Allgemeinarzt aufzusuchen, der Neurologe kann dir Adressen von Psychologen nennen und vor einer Therapie muss ausgeschlossen werden, dass deine Beschwerden körperlicher Art sind.
Wenn du das abgehakt hast, steht einem Besuch beom Psychologen nichts im Weg.
Wenn du dich lieber direkt an einen Psychologen wenden möchtest, steht dem nichts im Weg, du brauchst keine Überweisung, aber der wird dich, bevor die Krankenkasse ene Therapie genehmigt, auch erst zum Allgemeinarzt schicken.
Fünf Stunden beim Psychologen bezahlt die Krankenkasse in jedem Fall, auch ohne Antrag.
Schieb das nicht auf die lange Bank. Je länger du wartest, umso länger dauert es, da wieder rauszukommen.

Beitrag von aberalleachtung 08.02.11 - 07:58 Uhr

fühl dich mal ganz lieb #liebdrueck

...und dann fasse mut und nimm dir ärztliche hilfe...du bist auf dem besten weg ( wenn du es nicht schon bist) in eine depression.
das ist nichts schlimmes, jeder hat mal situationen im leben, wo man einfach mal hilfe braucht.

ich hab was ähnliches durch, vor 3 jahren ist meine mama gestorben. ich war damals selbstständig und habe den ganzen tag allein zuhause vor der nähmaschine gesessen und gearbeitet. meine gedanken sidn immer düsterer und schlimmer geworden, mein hals war wie zugeschnürt, ich bin nur noch mit dem hund raus- bin stundenlang gelaufen und habe mich dann auf eine einsame wiese gestellt und geschrien wie eine irre.
das gefühl keine luft zu bekommen wurde immer schlimmer.
irgendwann habe ich mir hilfe geholt. ich konnte einfach nicht mit dem tod meiner mama umgehen und die einsamkeit zuhause hat mich krank gemacht- ich war so unglücklich.
heute geht es mir mehr als gut, ich arbeite normal wieder. nicht mehr selbstständig sondern den ganzen tag unter leuten. meine mama vermisse ich immernoch, aber ich habe gelernt damit zu leben.
tue etwas für dich, hol dir hilfe, das ist kein grund zum schämen, liebe grüsse andrea #winke

Beitrag von luka22 08.02.11 - 09:18 Uhr

Schade, dass dein Freund so gar kein Verständnis für dich hat! Du schreibst selber, dass du schon immer schüchtern gewesen bist. Durch deinen Beruf musstest du jedoch Tag für Tag diese Schüchternheit überwinden. Das fehlt dir jetzt und vielleicht ist deine Schüchternheit in eine soziale Phobie umgeschlagen? Wichtig ist, dass du handelst solange du es noch kannst. D.h. versuche wirklich dich jeden Tag unter Menschen zu begeben. Geh einfach nur raus, zum Einkaufen, treffe dich mit Freunden, zwinge dich dazu. Dann kommt auch wieder die Selbstsicherheit. Am besten wäre es natürlich, wenn du stundenweise irgendwo arbeiten könntest. Wenn du dir all das inzwischen nicht zutraust, dann solltest du dich deinem HAusarzt anvertrauen.

http://www.psychic.de/soziale-phobie.php

Grüße
Luka