gerade im Kopf überfordert - meine Familie meldet sich nach 5 Jahren

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von nds 08.02.11 - 00:15 Uhr

Hallo,

ich (31, VK stimmt nicht) habe seit etwa 5 Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter und meinen Geschwistern. Meine Mutter war früher alkoholabhängig und hat einfach vieles kaputt gemacht. Mit 26 Jahren konnt mich mich endlich von ihr loseisen.

Nun hat sich heute meine kleine Schwester (14) über Facebook bei mir gemeldet. Sie vermißt mich, sie liebt mich noch immer. :-(
Vorher kam eine Freundschaftsanfrage von ihrem Stiefvater, den ich gar nicht kenne. Diese habe ich noch immer offen und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.

Meine Mutter hat damals meinen Mann aufs übelste beleidigt und mit ihrer Art sich einfach immer nur unbeliebt gemacht. Als mein Mann heute sah, daß ich diese Anfrage von ihm habe, kam schon ein saures "das bestätigst du aber nicht, oder?"

Habe dann kurz mit meiner Schwester gechattet (mußte die Freundschaft einfach annehmen) und sie berichtete mir, daß meine Mutter sich geändert habe. Meine Schwester möchte mich soo gerne wieder sehen. (uns trennen über 200km)

Nun sitz ich hier, mitten in der Nacht, und überlege noch immer, wie das weiter gehen soll.
Darf der neue Mann meiner Mutter mich kennen lernen?
Wie weit lasse ich meine Schwester in mein, inzwischen heiles, Leben?
Was erzähle ich meinem Mann, für den meine Mutter "gestorben" ist?

Könnt ihr erahnen, was in meinem Kopf los ist?


LG nds

Beitrag von maletera 08.02.11 - 00:55 Uhr

Hallo nds,

erstmal tut es mir Leid, was du durchmachen musstest....ABER:

was kann deine Schwester dafür, dass deine Mutter alkoholabhängig ist/war und dich und deinen Mann schlecht behandelt hat?
Sie war vor 5 Jahren gerademal 9 Jahre alt und bestimmt nicht in der Lage, eine solche Situation richtig einschätzen zu können.
Gab es einen bestimmten Grund, warum du auch zu ihr den Kontakt komplett abgebrochen hast? Hast du sie nie vermisst? Nie an sie gedacht?
Nie ein schlechtes Gewissen gehabt, dass du sie mit deiner Mutter alleine gelassen hast?
Also ich kann es verstehen, wenn dein Mann und du nicht bereit seid, den Kontakt mit deiner Mutter wieder aufzubauen, aber vielleicht könnt ihr das auch einfach entscheiden, nachdem du dich erst einmal mit deiner Schwester ausgesprochen hast?
Vielleicht erfahrt ihr über sie Dinge, die euch nochmal mit anderer Sicht auf deine Mutter blicken lassen.

Lg maletera

Beitrag von ellannajoe 08.02.11 - 08:13 Uhr

Guten Morgen,

deine Schwester kann nichts dafür.

Hört sich für mich so an, als würden sie versuchen, sich langsam dir anzunähern. Gib ihnen eine Chance, vielleicht wirst du überrascht. Menschen können sich ändern, gerade wenn es einen riesen Knall gab, oder ein neuer Partner auftaucht, der alles entwirrt.

Aufjedenfall aber würde ich mit meiner Schwester Kontakt halten und vielleicht solltest du dich auch mal mit ihr treffen, denn sie kann gar nichts dafür.



#winke

Beitrag von pupsismum 08.02.11 - 08:41 Uhr

>>Nun sitz ich hier, mitten in der Nacht, und überlege noch immer, wie das weiter gehen soll.
Darf der neue Mann meiner Mutter mich kennen lernen?
Wie weit lasse ich meine Schwester in mein, inzwischen heiles, Leben?
Was erzähle ich meinem Mann, für den meine Mutter "gestorben" ist? <<

Was möchtest du denn? Möchtest du gerne Kontakt mit deiner Schwester haben? Hat sie dir in den letzten Jahren gefehlt? Dann lass dich darauf ein.

Möchtest du den neuen Mann deiner Mutter kennen lernen oder lieber nicht? Horche tief in die hinein und fälle nur auf Grund dieses Gefühls deine Entscheidung.

Und was du deinem Mann erzählst? Wenn du es probieren möchtest, dann ganz einfach:

Ja Schatz, ich weiß, wir haben viel Mist mit ihnen erlebt, hatten viel Stress und Ärger deswegen. Aber es sind 5 Jahre seitdem vergangen und es ist und bleibt meine Familie und sie fehlt mir (teilweise?). Ich erwarte keine Jubelschreie von dir, aber lass mich zumindest schauen, ob sich etwas verändert hat. Und dann sehen wir weiter.

Alles Gute #klee
p

Beitrag von cinderella2008 08.02.11 - 09:03 Uhr

Hallo,

den Kontakt zur Schwester würde ich auf jeden Fall wieder aufleben lassen. Sie ist gehört zu Deinem engsten Familienkreis und kann nichts für das, was geschehen ist. Sie war damals noch ein Kind. Vermutlich hat sie unter dem Kontaktabbruch zu Dir gelitten. Sei dankbar dafür, dass sie Kontakt mit Dir möchte.

An Deiner Stelle würde ich auch vorsichtig wieder auf die Mutter zugehen. Vielleicht hat sie sich wirklich geändert. So etwas soll es geben.

Deinen Mann kannst Du ja erst einmal raushalten, wenn er zu verletzt sein sollte.

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung nur raten, einen Schritt auf Deine Familie zuzugehen.

In meinem Familienkreis gab es auch eine zerrüttete Familie. Die Geschwister haben sich erst mit der Mutter verkracht, dann untereinander. Irgendwann hat ein Bruder dann den Anfang gemacht und ist auf seine Geschwister zugegangen. Es stellte sich heraus, dass alle unter der Trennung gelitten haben und dass im Prinzip eine Missverständnis Auslöser für den Familienkrach war. Die Mutter war zu diesem Zeitpunkt leider schon verstorben. Eine Schwester hat heute noch psychische Probleme damit. Sie ist in Therapie, weil sie nicht damit klarkommt, dass sie jahrelang keinen Kontakt mehr zur Mutter hatte und die Gelegenheit, es wieder gut zumachen, vertan ist.

Denk mal drüber nach. Von Deinem Mann würde ich das nicht abhängig machen. Männer kommen und gehen. Und man muss auch mal verzeihen können.

LG, Cinderella

Beitrag von rufinchen 08.02.11 - 09:51 Uhr

Hallo,

ich würde mit offenen Karten spielen und an deiner Stelle meinem Mann sagen, was Sache ist. Denn er gibt dir ja wohl ein stabiles Umfeld und ist deine Familie. Aber auch er wird einsehen, dass deine kleine Schwester nicht deine Mutter ist, sondern dass es sich um 2 verschiedene Individuen handelt und man die eine nicht um der anderen willen bestraft. Das macht keinen Sinn. Wie stehst du denn zu deiner Schwester? Würdest du sie gerne wieder sehen?
Ich würde mich zunächst nur mit deiner Schwester treffen und sehen, was das ergibt. Man muss nicht sofort alles über das Knie brechen. Bis man einen Kontakt innerhalb der Familie abbricht, muss ja schon viel passiert sein und die Verletzungen sind tief. Ich denke, es ist erst einmal ausreichend, wenn du mit deiner Schwester Kontakt hast...alles weitere ergibt sich dann.

Alles Gute
Rufinchen

Beitrag von clautsches 08.02.11 - 14:53 Uhr

Meine Mutter war auch jahrelang alkoholkrank und hat sehr vieles kaputt gemacht. Das war allerdings für mich niemals ein Grund, sie fallenzulassen. Ich habe jahrelang vergeblich um sie gekämpft, bin schließlich für einige Zeit weggezogen, weil ich selbst psychisch am Ende war.
Sie hat den Absprung schließlich geschafft und jetzt stehen wir einander näher als je zuvor.

Hätte mein Partner dafür kein Verständnis, würde ich mich ernsthaft fragen, ob er der Richtige sein kann. Ich stehe zu meiner Familie - umso mehr, wenn einer davon ernstlich krank ist.

Was deine Schwester jetzt mit der ganzen Sache zu tun hat, erschließt sich mir nicht wirklich..

Gruß
Claudi

Beitrag von lotta12 08.02.11 - 19:51 Uhr


Hallo, deinen Mann kann ich verstehen. Er möchte keinen Kontakt mehr zu deiner Mutter. Das ist für dich eine schwere Entscheidung.
Doch halte lieber zu deinem Mann.

Auf jeden Fall würde ich deine kleine Schwester mal einladen. Vielleicht kann sie schon alleine mit dem Zug zu dir fahren in den Ferien.

Sie hat sicher auch schon schlimmere Zeiten mit deiner Mutter erlebt und möchte einfach eine intakte Familie und hat dich noch in sehr guter Erinnerung.Sie wäre die erste, mit der ich an deiner Stelle den Kontakt wieder aufleben lassen würde.

Viele Grüsse! Lotta + viel Glück! #winke

Beitrag von summersunny280 10.02.11 - 12:04 Uhr

also ich kann dir sehr gut nachempfinden wie du dich gerade fühlst.
ich selbst hab auch so einiges durchgemacht . Meine mutter ist zwar auch alkoholabhänig aber viel mehr hatte ich 8 jahre keinen kontakt zu meinem vater.
ich bin mit 16 ausgezogen und ich hinterließ meine kleine schwester damals so zwei, drei jahre.
mit meinem vater hatte ich anfangs sporadisch kontakt . ausgezogen bin ich weil meine stiefmutter mir und meinem bruder das leben zur hölle gemacht hat .
ich wurde damals auch psychisch krank ....bekam mirgräneanfälle. es war schlimm.
8 jahre herrschte eiszeit.
auch meine schwester durfte ich nicht sehen.
durch zufall bekamen wir letzten jahres im februar kontakt ....anfangs wars sehr merkwürdig , dieses ahus zu betreten , mit meinem vater wusste ich gar nciht was ich reden sollte.
Und meine stiefmutter die an allem schuld war , ja mit der red ich heute als wäre nie was gewesen.

das alles tu ich aber nur meiner schwester zu liebe . sie war für mich völlig fremd . sie wird schon 12 ....und ich hab einiges verpasst.
ich bin froh diesen schweren weg des verzeihens gegangen zu sein.

mein partner stand mir zwar nie im weg aber er versteht bis heute nicht wie ich das verzeihen kann. er respektiert es hat aber gemischte gefühle.

näher dich deiner schwester an , sie kann dafür nichts ..... nach und nach ergibt sich das was richtig ist.


lg