Wie leibl. Vater erziehen und dessen Eltern - Umgang

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von sacoma 08.02.11 - 09:01 Uhr

Hallo,

meine große Tochter (7) geht an jedem zweiten WE zu ihrem leiblichen Vater, sie möchte meistens nicht aber wenn ich mit ihr gesprochen habe, geht sie ohne schimpfen. Ich finde es wichtig, Umgang mit seinen leibl. Vater zu haben. Der Vater kümmert sich Vormittags um Colien und am Nachtmittag gibt er sie zu seinen Eltern - im Prinzip kein Problem, ist seine Sache.

ABER:

Wir geben Biene immer pünktlich ab und eigentlich kann man auch verlangen, dass sie halbwegs pünktlich wieder zuhause ist. Einen kleinen Spielraum läst man ja, da es sich um einen Autobahnfahrt handelt aber jedes mal sind sie bis zu zwei Stunden zu spät. Kein Anruf, dass es später wird, keine Entschuldigungen und und und... Wir haben schon so oft im lieben mit ihnen geredet und jedes mal kommen bloß blöde zickige Kommentare und langsam habe ich keine Lust mehr mir den Mund fusselig zu quatschen, irgendwann wird man grillig.

Diesmal wollten sie Biene unbedingt am Sonntag, da habe ich gefragt ob sie nicht gleich den Tag in Dresden verbringen wollen - Nein - also zwei Stunden auf die Bahn zu ihm nach Hause. Abgemacht war 18 Uhr, am nächsten Tag ist Schule. Sie waren erst 20:30Uhr bei uns!!! Ich habe mir solche Sorgen gemacht, kein Wort der Entschuldigung oder mal ein Anruf.
Oma meinte bloß zickig: Naja, dann macht sie halt Mittagschlaf...

Wie soll man das bloß vernümpftig regeln. Der KV hält sich da raus, er meint, dass seine Eltern dann die Verantwortung haben - so einfach kann er sich da auch nicht aus der Affäre ziehen. Oma und Opa sind Kompromissresistent und zicken mächtig rum.
Auch an Regeln halten sie sich nicht. Sie sollten nicht ins Schwimmbad gehen, sind aber trotzdem gegangen - Biene hatte das Pfeiffersche Drüsenfieber und lag eine Woche im Krankenhaus... Keinen interessiert es. Kommentar: Was sie nicht umbringt macht sie stark!!!

Wie würdet ihr weiter vorgehen, wenn man eigentlich schon alles versucht hat?
LG und danke!

Beitrag von parzifal 08.02.11 - 10:16 Uhr

Weise doch den Vater daraufhin, dass wenn die Zeiten von den Großeltern nicht eingehalten werden Du dich gerichtlich darum kümmern müsstest das dies geschehe.

Dies würde doch aber nur unnötig Ärger und Streß bedeuten, obwohl das Ergebnis (pünktliche(re) Rückbringzeiten feststehe.

Du würdest den Gerichtsweg zwar keinesfalls wollen aber Dir blieb leider keine andere Wahl, da Deine Worte erfolglos blieben.

Er solle daher eine Lösung finden wie er seine Eltern dazu bringen könne die Zeiten einzuhalten oder nur er sei daran schuld, dass sich eventuell das Verhältnis zu den Großeltern verschlechtern würde. Spätestens dann nämlich wenn das Gericht eingeschaltet würde.

Das er als Umgangsberechtigter für das Gerichtsverfahren Ansprechpartner sein wird der das pünktliche Zurückbringen sicherstellen müsse, wäre ihm ja wohl klar.

Gruß
parzifal

Beitrag von ellannajoe 08.02.11 - 10:18 Uhr

Hallo sacoma,

du kannst erwachsene Menschen nicht erziehen, du kannst nur deine Einstellung überdenken und an dir selbst arbeiten.

Sie kommen 2 Stunden zu spät, dann plane diese 2 Stunden gleich mit ein.

War Biene denn noch krank mit Pfeifferschen Drüsenfieber (kenne ich nicht, müsste ich googeln, hab aber kein Bock), oder als gesund entlassen? Wenn sie gesund ist, ist sie gesund und kann alles machen. Wenn sie krank ist, ist sie krank,halten sich die Großeltern nicht dran, muss sie krank zu Hause bleiben.

Wegen der Schule: Wenn es nicht jede Woche 20.30 Uhr wird, kann man doch mal eine Ausnahme machen und sie legt sich wirklich Mittags ein bißchen hin.

Denke dran, du möchtest bestimmt auch nicht von anderen Erwachsenen gemaßregelt und kontrolliert werden.

#winke

Beitrag von sacoma 08.02.11 - 10:44 Uhr

hallo,

sie ist wieder gut auf den beinen aber noch nicht vollkommen gesund! in die schule darf sie noch nicht, da es lange ansteckend ist. ins bad durfte sie nicht, da noch eine mittelohrentzündung dazu gekommen ist. sie ist nur zu ihrem papa gegangen, weil er versprochen hatte, es langsam angehen zu lassen.

ausserdem kann sie ja durch die ansteckungsgefahr, andere kinder damit infizieren. das pfeiffersche drüsenfieber ist eine harte angelegenheit und sehr schmerzhaft.

ausnahmen sind ja okay, aber wenn man eine zeit ausmacht, dann sollte man sich dran halten, wenigstens ein anruf und bescheid geben. als mutter stirbt man ja vor angst.

Beitrag von ellannajoe 08.02.11 - 11:45 Uhr

#winke

oh na mit einer Mittelohrentzündung ins Schwimmbad ist verantwortungslos und wenn es um die Gesundheit geht, wäre ich auch mehr als garstig. Mach dem KV klar, dass wenn du dich in dieser Beziehung nicht auf ihn verlassen kannst, dann muss sie zu hause bleiben.

Die Idee deine Tochter mal 2 Stunden später abzuliefern finde ich auch gut. Schade, dass die Großeltern so verantwortungslos mit deiner Tochter umgehen.

Ich glaub mit der Pünktlichkeit haben es einige nicht so, aber natürlich machst du dir sorgen.

Versuch nochmal mit dem KV darüber zu reden. Ich glaube nicht, dass er möchte das seine Tochter taub wird, kann bei einer verschleppten Mittelohrentzündung durchaus passieren. Meine Mutter ist auf einem Ohr fast taub dadurch.

Viel Glück

Beitrag von sacoma 08.02.11 - 13:22 Uhr

...Eigentlich müsste er das wissen. Seine ganze Familie sind Ärzte aber er ist so ein Typ Mann, der sich von Frauen nichts sagen lässt. Leider ist es deshalb unmöglich mit ihm vernümpftig zu sprechen. Das geht schon seit 7 Jahren so und wird einfach nicht besser.

Naja, wir werden wohl mal andere Seiten aufziehen müssen - dann kommt sie statts neun Uhr einfach mal um elf.

Danke dir für deine Antworten!

Beitrag von cinderella2008 08.02.11 - 15:52 Uhr

"in die schule darf sie noch nicht, "


Versteh ich jetzt nicht. Oben hast Du doch geschrieben, dass am nächsten Tag Schule war und Du es u. a. aus diesem Grund nicht in Ordnung gefunden hast, dass sie so spät zu Hause war.

Beitrag von unilein 08.02.11 - 10:28 Uhr

Bring doch deine Tochter auch mal 2,5h später vorbei?

Wenn er dann anfängt, sich zu beschweren, kannst du ihm den fairen Handel anbieten, dass du gerne bereit bist, deine ursprüngliche Zuverlässigkeit wieder herzustellen, sofern sie auch anfangen, zuverlässig zu sein.

Beitrag von hella10 08.02.11 - 11:57 Uhr

" sie möchte meistens nicht aber wenn ich mit ihr gesprochen habe, geht sie ohne schimpfen. "


Ganz ehrlich? Wenn ich solche Sätze lese, wird mir ganz anders. Wenn meine Kinder ein komisches Gefühl bei Menschen haben, dann werde ich aber ganz sicher erst versuchen herauszufinden, woran das liegt. Und bis dahin wird mein Kind garantiert keinen Kontakt alleine mit diesen Menschen haben. Das haben unsere schon früh gelernt, sie müssen zu niemandem "nett" sein und werden nicht überredet, irgendwo zu sein, wo sie nicht sein möchten. Und ja, unsere Kinder sind hoch sozial und können gut ohne uns wegfahren.
Außerdem glaube ich nicht, dass es ein Umgangsrecht für Ex-Schwiegereltern gibt, die sich nicht benehmen können und die Gesundheit des Kindes gefährden...Also mein Kind bliebe dann einfach bei mir.

Beitrag von ellannajoe 08.02.11 - 12:11 Uhr

Hallo,

wenn das so einfach wäre. Der KV hat ein Umgangsrecht und wenn er sie holt, dann darf er sie auch zu den Großeltern bringen.

Das Verhalten der Großeltern ist aber echt unverantwortlich.

#winke

Beitrag von sacoma 08.02.11 - 13:31 Uhr

... Sie hat immer das Gefühl, dass sie nur eine "Pflicht" ist, deshalb möchte sie nicht hin. Er unternimmt meist nichts mit ihr oder kuschelt nur mit seinen "neunen" Kindern. Sie fühlt sich ausgeschlossen und nicht geliebt.

Gestern hatte sie Geburtstag und keiner hat angerufen. Das kränkt sie sehr und deshalb verweigert sie sich. Ich rede dann ganz in Ruhe mit ihr und erkläre ihr, dass es leider in ihren Leben mit dazu gehört. Wenn sie älter ist, kann sie ganz allein entscheiden. Ich bin auch verpflichtet, den Umgang zu gewährleisten - meistens hat sie dann doch Spaß!

Sie liebt ihren "leiblichen Vater" nicht, er hat sich nie um sie gekümmert. Nie in schlechten Seiten an ihrer Seite gewacht und nur gefordert. Aber einen Umgang einfach so zu verweigern ist sehr schwer, da muss es sehr gute Gründe geben.
Mit 10 Jahren darf sie erst selbst entscheiden, da müssen wir leider erstmal durch oder, wenn es noch schlimmer wird, es gerichtlich regeln...

Beitrag von ellannajoe 08.02.11 - 13:49 Uhr

>>>Gestern hatte sie Geburtstag und keiner hat angerufen. Das kränkt sie sehr und deshalb verweigert sie sich. Ich rede dann ganz in Ruhe mit ihr und erkläre ihr, dass es leider in ihren Leben mit dazu gehört. Wenn sie älter ist, kann sie ganz allein entscheiden. Ich bin auch verpflichtet, den Umgang zu gewährleisten - meistens hat sie dann doch Spaß!<<<

Frag den KV mal, warum er seine Tochter nicht anruft. Mach ihm klar wie sehr es sie verletzt. Auch die Großeltern würde ich mal Fragen, warum?

>>>Sie liebt ihren "leiblichen Vater" nicht, er hat sich nie um sie gekümmert.<<<

Glaub mir, wenn sie keine Gefühle für ihren Vater hätte, dann würde es sie nicht Interessieren, ob er anruft, oder nicht.

Beitrag von hella10 08.02.11 - 14:08 Uhr

" Sie fühlt sich ausgeschlossen und nicht geliebt.
Gestern hatte sie Geburtstag und keiner hat angerufen. Das kränkt sie sehr und deshalb verweigert sie sich. Ich rede dann ganz in Ruhe mit ihr und erkläre ihr, dass es leider in ihren Leben mit dazu gehört. Wenn sie älter ist, kann sie ganz allein entscheiden. "


Also zum Leben meiner Kinder sollte es nicht gehören müssen, nicht geliebt zu werden und trotzdem so viel Zeit mit diesem Menschen verbringen zu müssen. Sie kann doch auch jetzt schon entscheiden?
Wir leben in einer recht ungewöhnlichen Regenbogenfamilie, und es hat bisher immer hervorragend geklappt, dass die Kinder alleine entscheiden, wann sie wo sein möchten. Und sie dürfen sich auch wieder umentscheiden, denn es gibt immer unterschiedliche Lebensphasen. Wir sind da, fangen sie auf, nehmen ihre Wahrnehmungen ernst und unterstützen sie darin. Bisher hatten wir keinerlei Kontakt zu irgendwelchen Ämtern. Es geht prima, wenn man sich erwachsen verhält und kommuniziert.

Beitrag von ellannajoe 08.02.11 - 14:38 Uhr


Was mir noch eingefallen ist, wenn der KV zu dickköpfig ist. Hast du Kontakt zu den Großeltern, wie wäre es mal bei einer Tasse Kaffee# tasse zu reden.

Beitrag von kati543 08.02.11 - 13:36 Uhr

Nein, es gibt kein Umgangsrecht für Ex-Schwiegereltern. Aber es gibt sehr wohl eines für den Vater. Und was er in seiner Zeit macht, ist ihm überlassen.
Das Kind einfach zu Hause zu lassen ist nicht so einfach. Das kann schnell einmal das Sorgerecht kosten. Also vorsicht mit solchen Behauptungen.

Beitrag von hella10 08.02.11 - 14:00 Uhr

So schnell geht das mit dem Sorgerechtsentzug nicht. Und ein Umgangsrecht muss im Zweifesfall gerichtlich geregelt werden. Ich habe ja nicht gesagt, sie solle dem KV das Kind entziehen. Wenn er ohnehin keine Freude an ihr hat und sich nicht kümmert, vielleicht ist er dann ja froh, wenn er das Kind nicht so regelmäßig nehmen "muss". Ich würde mit ihm eine Abspracher treffen, weniger Kontakte beschließen und wenn er da nicht kooperativ ist, den weg über das Jugendamt gehen. Alles offiziell machen, dann kostet es garantiert nicht das Sorgerecht, im Gegenteil.