Mein will zurück in die USA -Familie zerbricht??

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ichweißwedereinnochaus 08.02.11 - 10:38 Uhr


Hallo an alle !

Das ist also meine Premiere.
Ich hab noch nie eine Anfrage gestellt, sondern war immer nur am lesen, aber meine Situation benötigt neutralen Rat und Zuspruch ?

Ich bin Deutsche und mit einem Amerikaner ,seit fast 11 Jahren verheiratet. Wir haben die Hälfte unserer Ehe in der USA gelebt, unsere beiden Kinder sind auch dort geboren.

Es war seine Entscheidung nach D zu ziehen- einen Neuanfang zu starten.

Er wollte schon immer sein eigener Herr sein und haben uns dann hier selbstständig gemacht.
Wir haben unser ganzes Geld, Zeit und Herzblut investiert, aber leider lief es nicht gut.

Nachdem wir dann den Laden schliessen mussten versuchten wir so gut es geht die Schulden abzubezahlen,aber unser ehemaliger Vermieter zog uns / mich in die Insolvenz. Die Bezahlung ging Ihnen nicht schnell genug.
Alles lief in meinenm Namen,daher betraff es nur mich.

Ich hab mich damit abgefunden und bin nun auch fast im 3. Jahr.
Ich habe kurz danach auch wieder Arbeit gefunden und bin dort auch noch und recht zufrieden.

Mein Mannn allerdings hatte nur einige Deutschkurse und Praktiken, aber keine Arbeit.
Er hat sich querbeet für alles möglich beworben und war auch offen für alles, aber... .

Na ja und seit gut einem Jahr geht alles nur noch bergab.
Alles ist nur negativ was in D ist.
Er ist zuhause und meint es fühlt sich an wie eingesperrt zu sein -ohne Ausweg-ausser zurück in die USA.

Er trinkt viel ( wenn man bedenkt, das er vorher in unserer Beziehung nie getrunken hat ) , ist nur noch depri und sauer.

Seit November spricht er nun davon zurück in die USA zu gehen-so bald wie möglich ( sein Ziel ist Juni / Juli -für mich zu schnell -Insolvenz, kein Geld zum umziehen etc. ) .

Er würde am liebsten alles zerhacken und jedem 2 Koffer in die Hand drücken und abhauen.
Ich seh das aber anders. Wir können unsere Kinder nicht so einfach von allem wegziehen-von heute auf morgen.

Die Situation zuhause ist sehr gedrückt und einfach nur beschi....en. Ich versuch es von den Kindern fernzuhalten, aber das ist schwer.

Er meinte nur entweder komm ich mit oder er geht allein ohne uns- er hätte damit keine Probleme.

Was mach ich denn nur ? Mit Ihm gehen und hoffen das alles besser wird oder hier allein mit den kids zurück bleiben ?
Ich hab mich doch damals für das alles entschieden und will die Kinder doch nicht ohne Vater aufwachsen sehen.

Ich bin so hin und hergerissen.
Ich war noch nie so verzweifelt in meinem Leben.

Was ist wenn ich nach hause komme und er ist weg -was dann ?


Ich habe auch schon einen Termin mit der Eheberatung gemacht, aber er will dort nicht hin.

Ich hatte auch schon mal daran gedacht einen Anwalt zu kontaktieren, zwecks Beratung, aber mein Geld sitz nicht so locker und ich weiß nicht,ob mir das hilft ?
Wo könnt ich mich denn noch hinwenden ?

Ich würde mich wirklich über Ratschläge, Meinungen von Euch freuen.

Ich hab sonst niemanden dem ich mich anvertrauen kann und fühle nur noch wie meine Kraft abnimmt und ich nicht mehr weiter weiß.

Mein Leben zerbröckelt / ist an einem Wendepunkt und ich weiß nicht in welche Richtung ich gehen soll.

Sorry, das es soviel Text gerworden ist,aber etwas background ist wichtig-glaube ich.

LG
NB

Beitrag von thea21 08.02.11 - 10:49 Uhr

Das schlimmste was dir passieren kann, wenn du mit ihm gehst (unabhängig von seinem eigenen Zustand), ist das alles so richtig kaputt geht, du ohne alles da stehst und deinen Kindern jegliche vernünftige Lebensgrundlage geraubt hast.

Beitrag von hezna 08.02.11 - 11:00 Uhr

Nüchtern betrachtet ist dein Mann an einem Punkt seines Lebens angelangt, in dem er glaubt, nur seine alte Heimat könne ihm wieder helfen, festen Boden unter den Füßen zu haben.

Wenn du mich fragst, stimmt mich sein: er habe keine Bedenken, euch allein zu lassen, recht nachdenklich.
Immerhin hat auch er einmal "ja" zu euch allen gesagt.
Und um seiner wackligen Zukunft willen ist er bereit, euch alle einer noch unsichereren Zukunft auszusetzen.

Ich würde:

ihn ziehen lassen. Ihm sagen, das er versuchen kann, sich in den USA wieder ein Standbein aufzubauen und wenn es eure partnerschaftliche Lage dann noch zuläßt, mit den Kindern nachzukommen.

Du bleibst mit den Kindern in Deutschland und feilst an deinem Leben, wie du es bisher ja machst.

Sollte eure Beziehung in dieser Zeit scheitern, hast du aber hier wenigstens dein Leben im Griff.

Hält das Ganze eure Beziehung aus, kannst du immer noch überlegen, wieder in die USA zu ziehen.

Wie gesagt: nüchtern betrachtet.

In meinen Augen ist bis auf die desolate Situation zu deinem Mann deine Stellung gar nicht so schlecht.

Deine Kinder werden sich daran gewöhnen, ohne Vater zu sein. Denn wenn ihr es so hinbekommen könntet, wäre er ja (noch) nicht verloren für euch.

Alles Gute

Hezna #klee

Beitrag von seelenspiegel 08.02.11 - 11:00 Uhr

<<<Er meinte nur entweder komm ich mit oder er geht allein ohne uns- er hätte damit keine Probleme. >>>

Das sagt ja wohl leider alles aus.


<<<Was ist wenn ich nach hause komme und er ist weg -was dann ? >>>

Dann geht für ein paar Tage die Welt unter und dann geht es wieder langsam aufwärts. Klingt blöd, aber ist so.

Einen Partner der das Schiff auf Grund setzt, und dann als erster von Bord springt......das braucht niemand !


Alles Gute.
TJ

Beitrag von ronjaerika 08.02.11 - 12:22 Uhr

Sorry, für mich klingt es danach, als wollte dein Mann die Biege machen.

Ihr habt gemeinsam Schulden gemacht, du zahlst sie ab, bist insolvent und er will zurück, auch ohne euch?

Wenn du sogar schon Angst hast, dass er eines Tages einfach weg sein könnte, sagt das alles über eure derzeitige Ehe aus.

Lass ihn gehen, allein und schaut, was die Zukunft bringt. Entweder es festigt sich und du kannst irgendwann wieder zu ihm in die USA oder du hast dir hier ein eigenständiges Leben aufgebaut. Oder er kneift die A***backen zusammen und ihr zahlt erst hier gemeinsam eure Schulden ab und versucht dann in den USA einen Neuanfang.

Beitrag von bemmchen 08.02.11 - 13:07 Uhr

geh mal auf dein amtsgericht, da gibt er sogenannte beratungsgutscheine für anwälte etc.

du musts einen antrag ausfüllen, deine situation kurz schildern und gehst dann mit diesem gutschein zu einem fachanwalt dort zahlst du lediglich 10 € der rest macht des amt

Beitrag von reethi 08.02.11 - 15:05 Uhr

Hallo!

Das ist natürlich eine schwierige Situation...
Für Dich, und für Deinen Mann. Ich kann schon verstehen, dass Dein Mann zurück möchte. Da anscheinend für ihn hier alles ohne Perspektive ist. Es ist ja nicht so, als hätte er sich nicht bemüht etwas zu erreichen. Wenn dass dann nicht klappt, und die Selbstständigkeit auch nicht geklappt hat-ich kann verstehen, dass das sehr an ihm nagt und Deinen Mann so verändert hat.
Dass er dann sagt er würde auch ohne Euch gehen schreibe ich jetzt einfach mal seiner Verzweiflung der Situation gegenüber zu. Wie ist denn Deine Ehe sonst so? Habt Ihr noch eine gemeinsame Basis? Sind da noch Gefühle von seiner Seite und von Deiner?

Das einzige was wohl hilft ist sich zusammensetzen und reden. Alles andere wird Euch nicht helfen. Wie sieht es denn bei Dir aus? Bist Du grundsätzlich dagegen zurück in die USA zu gehen? Oder geht es Dir nur einfach zu schnell?
Vielleicht könnt Ihr Euch ja so einigen, dass Dein Mann schon mal geht und dort erstmal schaut nach Arbeit, Wohnung etc und Du dann mit den Kindern nachkommst, wenn alles angelaufen ist. Das kannst Du ihm ja auch plausibel erklären. Man muss es ja nicht überstürzen.

Es hängt halt von der Frage ab, ob Du bereit bist den Schritt in die USA zu gehen.

Alles Gute!
Neddie

Beitrag von chili81 08.02.11 - 17:07 Uhr

Hallo Du,

ich bin auch mit einem Amerikaner verheiratet und kenne aehnliche Situationen von anderen Paaren.
Ich weiss der Spruch deines Mannes 'er geht im Notfall auch ohne euch' ist hart, aber vielleicht versucht er dich damit auch nur dazu zu bewegen mit ihm zu gehen.
In meinen Ohren hoert es sich an als haette dein Mann ein absolutes Tief. Ist ja auch irgendwie klar, er sitzt hier in einem Land fest und kann seine Familie weder ernaehren noch wirklich unterstuetzen.
Redet miteinander und trefft dann eine gemeinsame Entscheidung. Aber denk dran, wenn du erstmal in der USA bist, kannst du falls es dann dort schief geht nicht mehr so ohne Weiteres mit den Kindern zurueck.
Wenn du magst melde dich per PN.

LG
chili81

Beitrag von ichweißwedereinnochaus 14.02.11 - 13:13 Uhr


Hallo an alle die geantwortet haben,


vielen Dank an Euch.

Ich bin weiterhin am grübeln, bin aber über euren neutralen input dankbar.

Die Situation ist im Moment einfach verfahren.
Sicher sind von meiner Seite noch Gefühle da, obwohl diese aber abgenommen haben, aufgrund der Situation gerade im letzten Jahr.

Mal schauen wie sich alles entwickeln wird.

Ich werde allein zu einem Beratungsgespräche gehen- vielleicht hilft das auch etwas Klarheit für mich zu schaffen.

LG
NB

Beitrag von dankeaneuch. 14.02.11 - 13:20 Uhr

Hallo an alle die geantwortet haben,


Danke für Euren input.

Ich hab noch viel zu überlegen und abzuwägen.

Sicher sind von mir noch Gefühle da, obwohl ich eingestehen muss, das über das letzte Jahr hinweg viel kaputt gegangen ist.

Ich werde allein zu einem Beratungsgespräch gehen, vielleicht hilft es mir etwas klarer zu sehen.

Nochmals Danke.

LG
NB