Dickköpfig mit Mega-Durchhaltevermögen - was tun?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von almura 08.02.11 - 11:29 Uhr

Hallo,

hätte nicht gedacht, daß ich mal so etwas fragen muß.

Unsere 3,5jährige Tochter probt seit etwa 2 Wochen den Zwergenaufstand und zeigt dabei sehr großes Durchhaltevermögen.
Das schafft mich und natürlich kommen einem dann Zweifel, ob man denn nun auch noch auf dem richtigen Pfad ist.

Grundsätzlich ist sie sehr verständig und fällt durch ihre guten 'Manieren' auf. Sie ist ein Strahlekind, immer gute Laune und viel Charme.

Wenn sie sich allerdings etwas in den Kopf gesetzt hat, wird es ernst.

So haben wir neulich eine Dreiviertelstunde über die passende Frühstücksschüssel gerangelt. Die gewünschte war in der Spülmaschine und ich hatte nun schon nein gesagt und wollte diese natürlich nicht abwaschen, wenn 5 andere im Schrank stehen.
Ein Wutanfall war die Folge. Mit Schreien, Keifen und Weinen, Hüpfen vor Wut. NAch einer Dreiviertelstunde, in der ich ihr das erklärt habe, inzwischen selbst schon gefrühstückt habe, war sie dann mit einer anderen Schüssel einverstanden. Und was sagt sie, als sie sich in den Hochstuhl setzt?
Aber eigentlich hätte ich lieber die rosane gehabt
#aerger

Das ist eigentlich ziemlich typisch für sie im Moment. Eine Kleinigkeit wird zum Anlaß genommen und durchgekämpft.
Ich bleibe seeehr konsequent bei meiner ersten Entscheidung.
Aber das ist alles sooo anstrengend - auch abends.


Bin ich auf dem richtigen Weg und meine kleine Zuckermaus hat nur eine Phase, in der sie selbst nicht so richtig weiß?

Gestern Abend nach langem Trara brüllte sie mir entgegen: Ich mache das, was ich will.
Nachdem ich sie kurz über ihre Rechte aufgeklärt habe, bin ich dann doch ziemlich aufgewühlt runter gegangen.

Freue mich über Eure Antworten!

Almura

Beitrag von schnaki1 08.02.11 - 11:41 Uhr

Hallo,

ich kann grad nicht verstehen, wie man sich das eine Dreiviertelstunde antut...
Okay, du kannst die Schüssel nicht haben, weil sie in der Spülmaschine ist.
Du hast die Wahl, entweder die oder die (nicht mehr als 2 anbieten!).
Dann ruhig bleiben und wenn sie ausflippt, ins Zimmer schicken und wenn sie sich ausgetobt hat, kann sie ja zum Frühstücken wieder kommen.
Vielleicht hast du zu lange diskutiert und erklärt? Dadurch schaukeln sich ja viele Situationen erst recht hoch und eskalieren.
Durch die Wahl aus 2 anderen Schüsseln kann sie eben trotzdem noch selbständig entscheiden und wenn sie sich darauf nicht einlassen will, hat das für mich was mit Machtspielchen zu tun. Die solltest du natürlich nicht unterstützen, daher der Tipp mit dem ins Zimmer schicken, bis sie sich beruhigt hat.

LG,
Andrea

Beitrag von almura 08.02.11 - 11:55 Uhr

Hallo
und Danke für Deine Antwort.

Normalerweise schicke ich sie auch in ihr Zimmer bis sie sich wieder beruhigt hat.
Das Diskutieren habe ich ziemlich abgekürzt. Im beschriebenen Fall hat sie einfach solange getobt. Ich habe immer nur wieder auf Nachfragen bestätigt, daß sie sich eine andere Schüssel nehmen soll.

Aber danke für Deinen Tip- das hat sich eigentlich immer ganz gut bewährt.

Gruß
Almura

Beitrag von sanne2209 08.02.11 - 12:16 Uhr

#rofl

tolle Antwort,
das geht vielleicht in den meisten Fällen. Ich habe 4 Kinder und mit 3 kann ich so wie du schreibst verfahren...

Nummer 4 ist eine wahre Hexe und sie konnte schon mit 18 Monaten solche anfälle kriegen, wenn sie nachts ihren Schnuller nicht dort vorgefunden hatte wo sie ihn vermutete. Sie hat dann auch 45 brüllen können (vorzugsweise Nachts) egal was man gemacht hat und auch wenn sie längst den gewünschten Schnuller wieder hatte.

Sie kann auch wegen jedem Scheiß so ausflippen, gerne auch wenn es regnet und sie hat sich vorgenommen, dass die Sonne scheint...

Bei Ihr fruchtet auch nichts.Einzig ablenken geht manchmal - eher selten. Oder sie nachmachen und ihr fällt selbst auf, was sie treibt.

Sanne

Beitrag von johanna1972 08.02.11 - 11:45 Uhr

Hallo Almura,

ich denke und hoffe, dass es nur eine Phase ist - diese machen wir auch im Moment durch.

Wenn unserer den Willen nicht bekommt wird auch gebrüllt, geschrien, getrampelt, geweint, gehauen etc. das komplette Programm. Ich diskutiere aber auch nicht mit ihm großartig - so ist es und so wird es gemacht.

Letztens fragte er mich immer, warum, irgendwann habe ich gesagt, weil ich es sage und weil es so ist und ich die Mama bin.
Gestern schrie er mir entgegen - ich bin nicht mehr Dein Freund und Du bist nicht mehr meine Mama, nur noch der Papa ist mein Freund - es tat total weh - nachdem er sich dann beruhigt hatte habe ich ihm gesagt, dass es nicht schön ist was er da sagt und dass Mama dann ganz, ganz traurig ist. Er hat sich dann entschuldigt und mir gesagt, Du bist wieder meine Mama und ich bin wieder Dein Freund.

Max bekommt aber diese "ausraster" meistens nur wenn er müde ist bzw. morgens wenn er nicht gut geschlafen hat - da müssen wir halt durch.

LG Johanna

Beitrag von thea21 08.02.11 - 12:06 Uhr

Hallo,

ich wiederrum finde, das viele Probleme hausgemacht sind.

Ich breche mir keinen Zacken aus dder Krone und verhätschel auch nicht mein Kind, wenn ich bei einfachsten Sachen wie einer blöden Müslischüssel eben den Spüler aufmach und sie abwasch, damit sie frühstücken kann.

Klar sollen sie lernen, das nicht alles geht und in Ordnung ist, aber doch nciht um jeden Preis und, wie du selbst schon sagtest, bei jedem Furz.

Ne Müslischüssel ist für uns ne Müslischüssel, für solche Zwerge aber halt nicht.

Meine Tochter weinte bittere Tränen als ihr geliebter TEller kaputtging, während der Renovierung.....1 Stunde, kaum zu beruhigen...kein Lockmittel half....

Beitrag von almura 08.02.11 - 12:14 Uhr

Danke für Deine Antwort.

Der 'Vorfall' war zu Beginn didser unsäglichen Phase und hätte ich geahnt, was sich daraus entwickelt, hätte ich die Schüssel gespült.

Nur, ist das der Weg? Diese Ursachen zu vermeiden?
Da es sich manchmal um Nebensächlichkeiten handelt, kann man es ja auch gar nicht voraussehen.
Habe eben das Gefühl, daß es eigentlich gar nicht um diese URsachen geht sondern um etwas Grundsätzliches.

Dieses Verhalten zeigt sie ja auch nur mit gegenüber.

Im Kindergarten versucht sie es mit ihrem Charme, um Ansagen herumzukommen. Die Erzieherin ist aber glücklicherweise genauso konsequent eingestellt wie ich und willens, am gleichen Strang zu ziehen.

Gruß
Almura

Beitrag von thea21 08.02.11 - 12:43 Uhr

Sophia ist ein Kind genau solcher Sorte.

Nebensachen sind Dinge (für mich), die für mich nicht weiter wichtig sind.

Klar soll man die Lütten nicht verhätscheln, ihnen auch beibringen, das sie nicht alles haben können und nicht jeder springt, wenn sie schnippen.

Allerdings sind Müslischüsseln, die Farbe der Socken, passen Hose und Shirt zusammen ect. für mich nicht wichtig.

Grundsätzlich würde ich kein Kalkül unterstellen.

Sie sehen die Schüssel - sie wollen die Schüssel....alles andere ist unwichtig und man versteht nicht, warum diese Schüssel nicht einfach abgewaschen werden kann.....

Beitrag von aggie69 08.02.11 - 13:52 Uhr

Ich denke, die Ursache vermeiden ist kann sehr oft ein Weg sein - aber nicht immer.
Für manche Dinge muß man kämpfen ber nicht für alle.

Du kennst Dein Kind und weißt oft im Vorraus, wie es reagiert. Bei mir würde es keine Streiterei,wegen so einer Schüssel geben. So viel Zeit haben wir morgens nicht. Wenn der Geschirrspüler nicht gerade läuft, dann würde ich ihn aufmachen und die Schüssel wieder rausholen (bzw. stelle ich das Geschirr erst rein, bevor ich den Spüler anmache, weil es sonst da drin schimmelt)
Eine Alternative bei uns wäre immernoch: Er darf aus Papas Schüssel essen!

Ich weiß, daß mein Sohn mit noch nicht mal 2 Jahren die Wut kriegt, wenn man seinen Joghurtbecher öffnet, die Pelle von der Kinderwurst abmacht, ihm einen Löffel gibt, statt ihn sich selbst holen zu lassen... alles so Kleinigkeiten, die er selbst machen kann, wenn man ihn läßt.

Wenn ich ihm das Gefühl gebe, daß er selbst entscheiden kann, dann geht alles viel schneller und friedlicher. Man kann doch viele Dinge so lenken, daß das Kind denkt, es wäre seine Entscheidung und dann gibt es viel weniger Kämpfe. Auch oft - wo gar keine Entscheidung gefragt ist, kann man doch ein Kind vor die Wahl stellen, wenn man die Antwort schon kennt. Z.B. habe ich am Sonnabend gefragt, ob wir zu Hause bleiben wollen oder ob er in den Kindergarten will. Ich habe ja schon vorher gewußt, was er sagt. Aber als er meinte, die Entscheidung zu haben und es dann so gemacht wurde, wie er wollte, war er seine Laune gleich besser und andere Streitereien kamen garnicht erst auf.

Beitrag von bokatis 08.02.11 - 19:33 Uhr

Ich finde, du hast wirklich Recht! Es gibt so viele Dinge, da sind die Kleinen einfach machtlos. Und dann gibt es eben welche, bei denen sie im Grunde selber entscheiden, können. Etwa beim Teller. Mein Sohn ist auch so einer. Wenn kein blauer Teller mehr da ist, spüle ich ihm einen. Und gut is.

Wenn er allerdings einen Aufstand im Laden baut, weil er dies oder jenes (spielzeug) haben will....dann bleib ich auch hart. Das sind Dinge, die nicht eben mal gehen. Wir machen aber zB beim Joghurt dann auch mal nen Kompromiss. Oder wir suchen uns mal nen lustigen Joghurt aus und dafür eben kein Süßigkeiten -Geschrei usw... klappt ganz gut!

Andere Beispiele, wo es keine Diskussion gibt: Helm beim Radfahren, Mütze im Winter usw....

Beitrag von hotandspicy1975 08.02.11 - 21:31 Uhr

Sorry, aber ich kann die Schreiberin echt gut verstehen, ist bei uns auch so: Wenn ich meinem Sohn die Schüssel geholt und sie abgewaschen hätte, käme gleich der nächste Wunsch, nur um zu schauen, wie weit er gehen kann. Ging bei uns wegen meiner Nachgiebigkeit so weit, dass er phasenweise erst mal alles angebotene verweigert hat, weil er was anderes wollte, nur um mal zu sehen, wie weit er gehen kann.

Bei mir gäbs auch keine Schüssel aus der Spülmaschine.

Beitrag von silsil 08.02.11 - 12:14 Uhr

Hallo,

meine kann auch recht lange durchhalten. Wenn sie mal so richtig trotzt geht unter 40 min. nichts.

Ich bleibe dann auch konsequent und stehe es halt durch. (hätte mit der Schüssel ähnlich reagiert) Aber ich war abends oft fertig und habe zu meinem Mann gesagt, dass ich nicht mehr will. Dass ich die kleine Maus so lieb habe und keinen Bock mehr auf diese Trotzerei habe. ;-)

Als kleinen Trost, es wird besser. jedenfalls bei uns. (ob es anhält, weiß ich natürlich nicht)

Meine Tochter ist inzwischen wesentlich zugänglicher und vernüftiger. :-) und die Zeiten in denen sie die Grenzen testet werden kürzer. --- ich hoffe ich verschrei es jetzt nicht. ;-)#cool

lg und gute Nerven
Silvia

Beitrag von almura 08.02.11 - 12:19 Uhr

Danke - ich halte durch #cool.

Heute nachmittag werden wir zwei einfach mal etwas Schönes unternehmen.

Sonnigen Tag!
Almura

Beitrag von kruemlschen 08.02.11 - 12:51 Uhr

Hallo Almura,

ja das kenn ich.

Mein Sohn ist noch nicht mal 3 und auch ein sehr willensstarkes Persönchen ;-)

Wir waren am Freitag beim Arzt (mal wieder) und er wollte unbedingt einen Lutscher haben. Ich habe nein gesagt mit der Erklärung, dass man nicht jedes mal einen Lutscher bekommt wenn man beim Arzt war, sondern nur wenn man besonders tapfer sein musste (er hatte die beiden male zuvor einen Lutscher bekommen, 1x wegen Blutabnehmen und 1x wegen Pricktest), da war bei ihm auch schluss mit lustig.
Er hat so getobt, dass ich mit ihm vor die Tür gegangen bin weil ich nicht die komplette Praxis unterhalten wollte. #zitter
Allerdings hat das Ganze bei uns GsD nur 10 Minuten gedauert und meistens dauert es auch nicht länger.

Zu hause schick ich ihn in sein Zimmer zum austoben, das funktioniert eigentlich immer am besten.

Einfach durchhalten, wenn die Phase vorbei ist, kommt halt eine Andere :-p

LG K

Beitrag von tragemama 08.02.11 - 13:41 Uhr

Das ist normal, haben wir auch täglich. Ich bemühe mich halt immer, nur wirklich indiskutable Sachen (Anschnallen im Auto z.B. oder Zähneputzen) absolut konsequent durchzuziehen. In der beschriebenen Situation hätte ich ihr gesagt, dass sie die Müslischale abwaschen muss, dann kann sie sie haben.

Andrea

Beitrag von clautsches 08.02.11 - 14:23 Uhr

Mein Sohn hat auch sein Lieblingsgeschirr und das versteh und akzeptier ich. Wasch ich die Schüssel halt schnell mit der Hand ab - bzw. er selbst.

Auf einem "nein" beharren um jeden Preis, das mach ich nur bei "lebenswichtigen" Dingen - und da funktioniert´s auch super, weil ich dafür plausible Erklärungen habe, die verstanden werden.

"Ich gebe dir die Schüssel nicht, weil ich schon nein gesagt habe - und fertig!" ist für mich nicht plausibel, sondern eher kindisch. ;-)

LG Claudi