Bin fertig... körperlich und seelisch...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von .sunny. 08.02.11 - 12:20 Uhr

Hallo zusammen,

ich sitze hier und würde am liebsten anfangen mit heulen.:-(

Weiss garnicht recht wo ich anfangen soll:

Es geht um unsere kleine im september 3 Jahre alt geworden.
Sie befindet sich momentan voll in der Trotzphase und ist voll der Dickkopf.

Seit ein paar Wochen ist es extrem, so schlimm, dass es mir damit mittlerweile richtig schlecht geht. Habe jeden Tag kopfschmerzen, die bis zu den Ohren und Wangen ziehen, mit Schwindelanfällen, bin erkältet seit 2 wochen und bekomms nicht weg und bin einfach nur noch schlecht drauf... man könnte schon sagen: depressiv.

Dieser ganze Psycho-Terror der hier mittlerweile wirklich jeden Tag veranstaltet wird, trägt nicht zu einer Besserung bei.

Dazu muss ich noch sagen, dass ich morgens von 8-12.30 arbeite, dann schnell nach hause hetze, das Mittagessen fertig mache, bzw. vorbereite und dann spät. um 13.30 die Kinder im Kiga abhole.

Dort erwartet mich dann die kleine, meistens bin ich ja sowieseo "zu früh" weil sie gerade noch was fertig malen wollten, etc...
ich muss drägeln, weil entweder das essen kalt wird oder im Ofen steht und wir bsp.weise 1 stunde später wieder ins Kinderturnen oder einen anderen Termin haben.

Die Kleine will sich nicht mehr anziehen lasse, das kann sie alles schon alleine, wenn ich aber merke, sie trödelt oder es klappt was nicht , biete ich ihr meine Hilfe an. das wird mit Gebrüll abgelehnt :"Oh Mann, ich kann das alleine!!" Trotzdem macht sie es dann nicht ... So geht es hin und her, bis wir oft 20 min damit verbracht haben...im Auto das selbe Spiel: "ich will mich alleine anschnallen und Türe zu machen!"

Allerdings klappt das nicht die Türe rastet nicht ein. und wegen der Kindersicherung kann sie sie auch nicht mehr öffnen. Ich muss also wieder raus, denn so können wir ja nicht losfahren. Da geht das Gebrüll wieder los, sie aus dem Sitz raus und wieder von vorne.
Meistens endet es dann damit , dass ich sie in den Sitz drücken muss und mit "gewalt" anschnallen muss. Uns so wieder ein berüllendes Kind im Auto hab.

Die grosse sitzt brav daneben und wundert sich über ihre Schwester. Denn sowas kenn ich von der Grossen absolut nicht, auch in der Trotzphase war sie glaub nie #kratz.

Wenn ich Pech hab, geht es beim Mittagessen weiter: ich mach versehentlich die Sosse über die Nudeln, statt neben dran oder füll ihr das "falsche" Getränk ein, dann flippt die aus !

Noch so ein Beispiel gestern mittag, das war übrigens das schlimmste in der öffentlichkeit:

Wir waren mit Freunden auf dem Spielplatz, schönes Wetter, Spielplatz knallvoll. War alles gut, die ersten 1,5 stunden zumindest: Dann musste sie Pipi. Wir also in die ecke hinter einen Baum: irgendwie hat das aber nicht geklappt: sie meinte in einem mords Ton, ich soll mein Bein wegmachen... witzig! wohin denn,kann ja nicht schweben!

Sie fängt an zu strampeln und zappeln, verliert dann ihre Gummistiefel und Matschhose, schmeisst sich in den Dreck und heult dann noch mehr weil ihre Jacke und socken dreckig sind #aerger

Anziehen wollt sie sich auch nicht und helfen durft ich auch nicht. Ich geh jetzt nicht weiter ins Detail, auf jeden fall ging das ca. 15 min so und am liebsten wäre ich im Erdboden versunken. Also ich hab sie geschnappt und heulend an unseren Platz getragen und dort mit der grossen geklärt dass sie mit unserer Freundin noch bleiben kann.

Gummistiefel hatte sie immer noch keine an. Also bin ich so mit ihr nach hause gelaufen (ca. 8 gehminuten).Laufrad durfte sie nicht mitnehmen, da sie keine Schuhe anziehen wollte.

Auf dem heimweg hat sie mich dann noch gebissen, Haare gezogen und ins Gesicht gepfetzt, was man auch heute noch sieht.
Als ich endlich zu hause war, hab ich am ganzen Körper gezittert. Dort ging das Theater noch etwa eine halbe stunde weiter bis dann Gott sei Dank mein mann heim kam.

Leider musste auch er sie beim Abendessen 2x ins Zimmer bringen, weil sie wie immer wegen Kleinigkeiten ausflippte.

Bei ihm bleibt sie übrigens dort, was bei mir nicht klappt.

Sie hat teilweise einen Ton drauf , wo ich mich frage, wo sie diese Wut her hat. Sie ist oft auch richtig frech.

War nur noch am heulen und froh als sie im Bett war.

Warum tickt sie nur immer so aus? Wie reagier ich am besten darauf.
Cool bleiben, wie mein mann immer sagt, kann ich leider mittlerweile in den wenigsten Fällen.

Werde mir wohl Hilfe holen, weiss nur noch nicht wo zu erst: Mein Hausarzt wegen meinen Kopfschmerzen oder bei der Erziehungshilfe .

Danke fürs zuhören.

LG jenni

Beitrag von leiahenny 08.02.11 - 12:53 Uhr

Erst mal zum Hausarzt und dann die Erziehungshilfe.

Aktuell: Kannst Du die kleine Dame nicht länger im Kindergarten lassen ?
und generell mehr Zeit einplanen. Es ist kein Problem wenn das Essen kalt wird :-).

Mach dir klar - sie ist ein Kind und Kinder wissen wo die Mamas ausflippen.
Also Reibungsflächen minimieren und keine Diskussionen führen. Und im übrigen brauchst du niemals wegen dem Trotz im Erdboden versinken - fast alle Kinder bringen solche Aktionen.
Gleichzeitig sind die Kinder halt auch super unglücklich weil eben nicht alles klappt, wie sie wollen.

Lass Sie alle ihr Essen nehmen etc. - keine Hilfe mehr anbieten.
Fallls Kinderturnen etc. - kann sie dies alleine und du gehst in Ruhe
zu einer #tasse.
Einfach gute Nerven.

Beitrag von lisasimpson 08.02.11 - 13:24 Uhr

hol dir hilfe.

so lange das dauert:

setze prioritäten.
Wass ist wichtiger: warmes essen, kinderturnen oder ein harmonisches miteinander
laß sie so viel selsbt machen wie nur irgend möglich-

erst wenn sie nicht weiterkann, bietest du ihr hilfe an.
das dauert (auf dne ersten blick) zwar etwas länger, im allgemeinen geht das aber alles in allem viel schneller.

es vermeidet den streß beim essen (sie nimmt sich was sie will und tut es wohin sie will)
sie steigt als erste ins auto und kann es alleine probieren- du wartest danaben und machst die tür dann eben zu.- was solls.
das essen wird klat- na und.
das läßt sich schnell wärmen und ihr habt nen angenehmen tag
das kinderturnen fällt aus- na und ,dann hüpft ih halt die strasse auf und ab-
sie tut sich schwer mit pipi machen im wald- kann ich verstehen. mach doch du kein dramadrum- kein wunder, daß sie dann ausflippt.

du mußt DRINGEND einen gang runter schalten und dringend ein bißchen gelassener werden

lisasimpson

Beitrag von juniorette 08.02.11 - 13:31 Uhr

Hallo,

"ich muss drägeln, weil entweder das essen kalt wird oder im Ofen steht "

mach das Mittagessen halt erst, wenn du deine Kinder vom Kindergarten abgeholt hast #kratz

"und wir bsp.weise 1 stunde später wieder ins Kinderturnen oder einen anderen Termin haben. "

Hausgemachter Stress. Leg deine Termine so, dass ihr mittags nicht unter Zeitdruck steht.

"Wenn ich Pech hab, geht es beim Mittagessen weiter: ich mach versehentlich die Sosse über die Nudeln, statt neben dran oder füll ihr das "falsche" Getränk ein, dann flippt die aus ! "

Mein Sohn isst bis heute keine Sauce zu Nudeln und würde auch ausflippen, wenn ich mich erdreisten würde, ihm Sauce über Nudeln zu kippen - finde ich jetzt nicht sooo unnormal #gruebel

"Sie fängt an zu strampeln und zappeln, verliert dann ihre Gummistiefel und Matschhose, "

Wie kann man Hose und Gummistiefel denn durch einfaches Strampeln verlieren? #kratz
Sachen zu groß? #gruebel

"Gummistiefel hatte sie immer noch keine an. "

Die kann man als Erwachsener durchaus einem 3jährigen Kind anziehen.

Also ich finde das Verhalten deiner Tochter relativ normal - Trotzphase halt.

Ansonsten kann ich lisasimpson nur zustimmen:
plan einfach mehr Zeit bei Unternehmungen mit deinen Töchtern ein. Natürlich färbt der Stress, den du dir selber machst, auf deine Kinder ab.

Ansonsten:
auch die Trotzphase geht irgendwann vorbei ;-)

LG,
J.

Beitrag von ayshe 08.02.11 - 13:32 Uhr


Hallo,

schwierige Phase, wenn sie vieles selber wollen, aber es noch nicht richtig klappt oder lange dauert.


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Dazu muss ich noch sagen, dass ich morgens von 8-12.30 arbeite, dann schnell nach hause hetze, das Mittagessen fertig mache, bzw. vorbereite und dann spät. um 13.30 die Kinder im Kiga abhole.

Dort erwartet mich dann die kleine, meistens bin ich ja sowieseo "zu früh" weil sie gerade noch was fertig malen wollten, etc...
ich muss drägeln, weil entweder das essen kalt wird oder im Ofen steht und wir bsp.weise 1 stunde später wieder ins Kinderturnen oder einen anderen Termin haben.
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Streß pur, finde ich.
Du hast ein Zeitproblem und da Kinder kein Zeitgefühl haben, ist ihnen das gar nicht klar.
Daß es dauert, bis man vom Kiga wegkommt, kenne ich auch sehr gut.
Aber meine Tochter war sowieso bis 16.00 dort und danach gab es keine Termine, also habe ich sie in Ruhe machen lassen und mich mit anderen Eltern oder den Erzieherin gemütlich unterhalten, kein Streß und deshalb auch kein Terz.
Ehrlich gesagt, würde ich mir das an deiner Stelle nicht antun.
Und dein Streß und das damit verbundene Hetzen der Kinder, macht euch doch alle verrückt.
Dein ganzes Post sprüht schon vor Hektik.

Der Zeitdruck ist echt ein Feind, macht die Eltern unruhig, lässt sie immer die Kinder antreiben und die drehen ab.


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Die Kleine will sich nicht mehr anziehen lasse, das kann sie alles schon alleine, wenn ich aber merke, sie trödelt oder es klappt was nicht , biete ich ihr meine Hilfe an. das wird mit Gebrüll abgelehnt :"Oh Mann, ich kann das alleine!!" Trotzdem macht sie es dann nicht ... So geht es hin und her, bis wir oft 20 min damit verbracht haben...im Auto das selbe Spiel: "ich will mich alleine anschnallen und Türe zu machen!"

Allerdings klappt das nicht die Türe rastet nicht ein. und wegen der Kindersicherung kann sie sie auch nicht mehr öffnen. Ich muss also wieder raus, denn so können wir ja nicht losfahren. Da geht das Gebrüll wieder los, sie aus dem Sitz raus und wieder von vorne.
Meistens endet es dann damit , dass ich sie in den Sitz drücken muss und mit "gewalt" anschnallen muss. Uns so wieder ein berüllendes Kind im Auto hab.
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Ja, sie wollen es eben selbst machen, lernen und üben, groß sein, ein schöner Ehrgeiz an sich, aber du hast eben wegen des ewigen Zeitdruckes keine Geduld dafür.
Man braucht eben auch Geduld und Zeit.
Wenn es zumindest immer mal möglich ist, dass sie es üben können, dann können sie eher Ausnahmen akzeptieren, wenn man sagt, es müsse jetzt echt mal schnell gehen.
So ist zumindest meine Erfahrung mit meiner Tochter.


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Wenn ich Pech hab, geht es beim Mittagessen weiter: ich mach versehentlich die Sosse über die Nudeln, statt neben dran oder füll ihr das "falsche" Getränk ein, dann flippt die aus !
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Laß es sie doch selber machen.


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……Sie fängt an zu strampeln und zappeln, verliert dann ihre Gummistiefel und Matschhose, schmeisst sich in den Dreck und heult dann noch mehr weil ihre Jacke und socken dreckig sind

Anziehen wollt sie sich auch nicht und helfen durft ich auch nicht. Ich geh jetzt nicht weiter ins Detail, auf jeden fall ging das ca. 15 min so und am liebsten wäre ich im Erdboden versunken. Also ich hab sie geschnappt und heulend an unseren Platz getragen und dort mit der grossen geklärt dass sie mit unserer Freundin noch bleiben kann.
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15 Minuten? Ich finde, das geht doch für einen Wutanfall in dem Alter.
Und deshalb verlierst du sofort die Geduld und bringst sie weg?
Mag sein, dass mich jetzt wieder alle als Übermutter bezeichnen, aber du brauchst ein viel dickeres Fell. Man muß sich erst daran gewöhnen, ruhiger bleiben zu können, denn so beruhigt sich auch das Kind besser, wenn man selber durchdreht, eskaliert es eher.
Warte doch einfach die Sache mal ab, bleib ruhig, sage ihr, ihr versucht es eben mit Abhalten noch mal, frag eben ab und zu ruhig, ob du ihr helfen sollst und fertig.
Sie beruhigen sich irgendwann immer, peinlich muß dir das nicht sein, es geht vielen eltern so, dass die Kinder nun einmal Wutanfälle haben.

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Auf dem heimweg hat sie mich dann noch gebissen, Haare gezogen und ins Gesicht gepfetzt, was man auch heute noch sieht.
Als ich endlich zu hause war, hab ich am ganzen Körper gezittert. Dort ging das Theater noch etwa eine halbe stunde weiter bis dann Gott sei Dank mein mann heim kam.
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Du bist ein Nervenbündel und du willst eben jetzt und sofort, dass die Aktion vorbei ist, übst Druck aus und damit dreht sie dann völlig durch, das Gegenteil ist erreicht.
So sehe ich das.
Meine Tochter war auch ein Derwisch, man braucht Ruhe dafür.

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Leider musste auch er sie beim Abendessen 2x ins Zimmer bringen, weil sie wie immer wegen Kleinigkeiten ausflippte.

Bei ihm bleibt sie übrigens dort, was bei mir nicht klappt.
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Okay, ich habe noch nie etwas davon gehalten, ein Kind dann wegzuschicken, aber das ist eure Sache.


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Sie hat teilweise einen Ton drauf , wo ich mich frage, wo sie diese Wut her hat. Sie ist oft auch richtig frech.
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Unzufrieden mit sich und der ganzen Welt eben.
Das vergeht wieder.
Was sagt sie denn, wenn du fragst, worauf sie wütend ist?
Kannst du nicht manches auch verstehen?
Sagst du ihr das?
Tut es dir auch leid, dass ihr ewig nur am rumstressen seid und du sie deshalb nichts allein machen kannst?
Sagst du ihr das, dass es dir leidtut, dass ihr keine Zeit habt?

Ich meine damit, dass man für vieles ja auch Verständnis haben und zeigen kann.
Denn sie möchte etwas, du lässt es nicht zu, aber weil du eben nicht KANNST, nichgt weil du nicht willst. Und das kann man ja sagen.



Also ich kann nur sagen, dass wir das auch ohne Erziehungshilfe überlebt haben, im Grunde hauptsächlich mit Verständnis und dass ich ihr zugestanden habe, wütend zu sein.
Ich habe eben immer erkärt, warum es leider so und so laufen muß.

Beitrag von zahnweh 08.02.11 - 20:04 Uhr

super geschrieben. könnte inhaltlich von mir sein. Nur ausdrücken kann ich mich nicht so gut ;-)

Beitrag von derhimmelmusswarten 08.02.11 - 13:56 Uhr

Meine Tochter ist erst anderthalb, aber sie ist auch extrem trotzig und hat extreme Wutanfälle. Irgendwie kenne ich nur zwei Sorten Eltern: Die, die sich "wehren" und die Kinder ermahnen und ausschimpfen und die, die nichts tun. Ich gehöre da wohl, genau wie du, zur ersten Sorte. Ich rege mich auch jeden Tag auf. Ich schimpfe auch total viel rum. Aber ich bin der Meinung, dass man Kindern das nicht durchgehen lassen kann und habe die Hoffnung, dass es irgendwann fruchtet.

Deine Tochter benimmt sich nicht unterwegs oder wie bei euch beim Spielen? Nach Hause gehen.

Sie meckert übers Essen? Essen weg nehmen. Pech. Dann gibt es eben nichts mehr.

Du machst die Autotür zu und fertig aus. Ich würde es sie gar nicht erst machen lassen, wenn du weißt, dass es nicht klappt. Am Besten lässt man gar keine Diskussion zu. Was die Eltern sagen, wird gemacht und fertig. Ich habe so meine Hoffnung, dass ein kleiner Knirps das irgendwann merkt und aufgibt.

Erkundige dich mal nach einer Mutter-Kind-Kur.

Beitrag von zahnweh 08.02.11 - 20:00 Uhr

Hallo,

auf alles weiß ich keine Antwort.

Vorschläge hätte ich ein paar: (Situation kenne ich, bin seit Oktober Dauererkältet mit schmerzhaften Nasennebenhöhlenentzündnungen und keinem Partner)

also, ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind.

1. auf zum Arzt!! Zur Not lass dich krank schreiben, wenn der Arzt das für nötig hält. Aber geh zum Arzt. Dann weißt du selbst was mit dir los ist und kannst gezielt deine Schmerzen lindern.

- Wenig Zeit/Zeitdruck.
Dafür kann deine Kleine nichts.
+ Plane Zeit zum Bocken mit ein.
+ Verschiebe das Mittagessen auf den Abend. An Tagen mit Terminen gibt es bei uns mittags Brot, abends koche ich dann warm. IN RUHE.

- Anziehen
au wei, das kenne ich auch. Bei uns ist es so inzwischen. Sie hat Zeit, bis ich angezogen bin. Ist sie es nicht, mache ich den Rest, egal wie sie brüllt (cih versuche ihre Gefühle zu achten, nur irgendwann ist genug). Daran rüttle ich aber auch nicht.
D.h. sie hat jeden Tag genau so viel Zeit bis ich angezogen bin. Alles weitere ziehe ich ihr an. Jeden Tag. Inzwischen weiß sie, dass ich da nicht mehr verhandle. Mal meckert sie mehr, mal weniger. Aber sie kann sich auf 2 Dinge verlassen
a) darauf dass ich sie selbst machen lasse!
b) dass sie mit Brüllen nichts daran ändert, dass ich sie jetzt anziehe.
und Verlässlichkeit ist meiner mit am Wichtigsten

im Grunde kann man diese VERLÄSSLICHKEIT auf die meisten Situationen übertragen!
Sie weiß, dass sie sich auf das, was ich sage verlassen kann. Darauf, dass sie sehr vieles selbst machen kann. Dann wenn sie es nicht darf, dass ich dabei bleibe, nicht dran rüttle und dass ich dafür dann auch Gründe habe.

Z.B. Auto anschnallen. Das mache ICH. Sie ist 3,5 Jahre und da geht Sicherheit vor. Gesetzlich ist der Fahrer sowieso verpflichtet zu kontrollieren, ob jeder richtig angeschnallt ist. egal wie alt die Insassen sind.
Selbst wenn sie von jemand anderem angeschnallt wird. ICH kontrolliere.

Zu den Nudeln mit Soße. Das kenne ich nur zu gut....
Solche Kleinigkeiten (für mich) erfrage ich kurz. Sie kann sagen, wie sie es möchte und bei solchen Kleinigkeiten (für mich), was soll's. Ändert sie ihre Meinung BEVOR die Soße drauf ist, ok. Eine Änderung ist möglich. Ändert sie ihre Meinung hinterher, hat sie Pech gehabt.

Auch hier ist für sie Verlässlichkeit sehr wichtig.

Was ich ankündige ziehe ich auch durch (einmal hielt ich mich selbst für zu streng und gab Milderung. Sie stand nachts heulend vor mir, weil ich es nicht voll durchgezogen habe. Die Milderung hat sie irritiert)
und ich kündige - nach Möglichkeit - nur an, was ich auch einhalten kann.


Überlege Dir vorher was du von ihr willst und sage es ganz direkt. Biete zu einem Nein auch ein - das darfst du stattdessen an.

Besprich mit deinem Mann, welche Regeln unumstößlich sind, welche Ausnahmen haben dürfen. Und ganz wichtig: haltet euch selbst daran! (nicht nur als Vorbild, sondern auch nicht: mal hü mal hott mal anders). Letzteres ist besonders schwer, wenn man krank ist.
Zur Zeit bade ich einige Ausnahmen aus, die ich unter Schmerzen gemacht habe "was soll's, dann mach halt"... manches, was nicht als glasklare Ausnahme gekennzeichnet war, weil ich krank war, probiert sie jetzt weiterhin, obwohl ich wieder gesund bin.


So, sind meine Erfahrungen.

und ganz wichtig: geh zum Arzt und lindere deine Schmerzen. Kinder sind oft wie Stress-Seismographen und reagieren sehr auf innere Spannungen. Meine verunsichert das und reagiert entsprechend mit noch mehr "Trotzverhalten" (Unsicherheitsbrüllen. Mama reagiert insgesamt anders. Sind dann wenigstens die mir bekannten Regeln felsenfest oder kann ich mich selbst da nicht mehr auf Mama voll verlassen?)


Gute Besserung.

Beitrag von hotandspicy1975 08.02.11 - 22:05 Uhr

Hallo, also erstmal: das ist normal. ich hab selbst einen 3,5-Jährigen und kenn einiges davon und hier im Forum les ich das auch oft, also scheint das in dem Alter normal zu sein. Aber was dich vielleicht etwas entspannt: Kannst du nicht nach der Arbeit einfach einen Snack (paar Brezeln oder so) besorgen und dann gemeinsam für abends kochen? Stresst sicher wneiger als nach haus zu hetzen, zu kochen und dann beim abholen druck zu haben. einiges stress kannst du sicher vermeiden.

Und sonst hilft nur konsequent sein: Ich droh auch schon mal, ihn dazulassen, wenn er sich nicht in den autositz setzen lässt ("Nein, wenn ich dich nicht anschlanne, kommt die Polizei; das geht nicht, dann muss ich wohl alleine fahren"). Hat bisher immer geholfen.

Beitrag von qayw 09.02.11 - 10:19 Uhr

Hallo,

ich würde folgendes machen:

- im Kindergarten nicht sofort mit wollen bzw. trödeln:
Dann gibt es eben kaltes Essen bzw. Ihr kommt zu spät zum Turnen. Beim Turnen würde ich dann laut und deutlich der Leiterin erzählen, daß Ihr zu spät seid, weil Deine Tochter getrödelt hat. Vielleicht ist ihr das peinlich.

- Autotür
Klare Ansage, Mama macht die Tür zu. Punkt. Es wird erst losgefahren, wenn sie sich angeschnallt hat. Sollte dann das Essen kalt sein oder das Turnen angefangen haben - Pech.

Der Großen kannst Du vielleicht ein Buch oder ein Hörspiel mitnehmen, damit sie sich nicht langweilt, während die Schwester Terror macht. ;-)

Bei der Aktion auf dem Spielplatz hätte ich sie stehen/liegen lassen und gesagt, daß mir so ein Theater zu blöd ist und daß sie weiß, wo sie mich findet, und wäre zu den Freunden gegangen.

Das mit den Gummistiefel/Laufrad hätte ich auch so gemacht.

Beim Hauen, Kratzen, Haare ziehen hätte ich sie zu Hause ins Zimmer befördert bis sie sich entschuldigt. Wenn sie wieder raus gekommen wäre, wären pro mal ein beliebtes Spielzeug/Buch im Keller verschwunden.

Ich denke, sie nimmt Dich nicht ernst und merkt, daß Du unsicher bist, wie Du Dich verhalten sollst.

LG
Heike

Beitrag von blackcelebration 10.02.11 - 13:39 Uhr

Hallo Jenni,

Du brauchst keine Erziehungshilfe. du brauchst ne andere Planung. So wie ich das raushöre, versuchst Du alles perfekt zu machen. Warum?

Warum hetzt Du von der Arbeit nach Hause um Essen zu kochen - täglich? Kein Mensch muss jeden Tag warmes Essen haben. Du könntest auch einfach mal Brot, Brötchen schmieren. Oder einfach nur Pfannkuchen machen... es gibt viele Dinge die keinen grossen Zeitaufwand bedarfen. Manche Dinge kannst Du abends vorbereiten und dann in den Kühlschrank stellen. Oder spann Deine Kinder mit ein. Die haben Spass daran ;-) = Problem gelöst.

Dann geh nach Hause und trinke einen Kaffe, statt zu hetzen. Hol in ruhe Deine Kinder ab, vielleicht paar Minuten früher und lass die Kleine machen. Setz Dich hin und versuch Dir vielleicht in der Zeit den Tag erzählen zu lassen. Das nimmt Spannung. =Problem gelöst.

Wenn Du früher in den KiGa gehst, dann brauchst Du auch nichtmehr zum Sport zu hetzen. Und wenn Du später kommst...so what? Dann hat Deine Tochter nicht genug Zeit dafür....Du brauchst ja nicht turnen. Sage ihr das...ruhig, aber immer wieder. = Problem gelöst

Anschnallen im Auto...wollte mein Sohn auch immer alleine machen. Is doch ok?! Sei froh und ermutige sie ruhig dabei. Finde einen Kompromiss indem Du sie anschnallen lässt, aber zuguckst wie schön sie es macht. Somit kannst (musst) Du ja die Tür zumachen. = ein Problem weniger!

Spielplatzbockereien....kommen doch immer mal wieder vor. Lass sie einfach stehen mit ihrer Bockigkeit. Atme durch und lächel Dir den Stress weg. Es gibt keine Gebrauchsanleitung. Jeder Tag ist anders. Aber: Du musst ein wenig runterfahren und lernen, daß nicht alles sein MUSS. Viele Dinge sind einfach nicht wichtig.

Klingt alles ein wenig altklug und nach total relaxter, toller Mutter, aber es hat auch ein paar Jahre gedauert, bis ich erkannt habe, das nicht alles perfekt sein muss. Den Kindern hilft eine enspannte Mama mehr, als eine Perfekte. Und wenn mir mal wieder alles über den Kopf wächst, dann nehme ich ein Kissen vor den Mund und schreie da rein. Musik laut und den Stress wegtanzen. Ausserdem: mindestens einmal die Woche eine Auszeit (Sport mit meiner Freundin, Kino etc.)

Und nichts, aber auch gar nichts spricht dagegen, wenn Du auch mal einfach nur die Nase voll hast und eine Auszeit brauchst. Dann geh mit Deiner besten Freundin weg und hab einfach mal einen netten Mädelsabend wo Familie und Kinder ein Tabu-thema ist ;-)

alles Gute....

Beitrag von sanara200 14.02.11 - 12:34 Uhr

Es gibt ein Buch von Anna Wahlgren "Das Kinderbuch". Dort sind wertvolle Tipps, die für alle möglichen Situationen zutreffen bei den lieben Heranwachsenden.

Könnte auch hilfreich sein.

Ansonsten wünsche ich dir gute Nerven und dass du das richtige findest!

Sanara#blume

Beitrag von sonnenschein101076 14.02.11 - 21:14 Uhr

Erstmal nen knuddler und nen Tee zur Entspannung..

Ich kenne diese Phase auch.
Kleine Giftzwerge die Testen bis es nimmer geht. Ich habe da auch schon Rotz und Wasser geheult.
Klare Ansagen sind ganz wichtig. Kurz und knapp ohne groß blabla.

Meine Tochter hat das mal im Lidl gemacht. Ich bleib hier stehen, dann hab ich gesagt mach doch und bin weiter. Dann fing sie an und meinte ich schmeiß mich jetzt auf den Boden und schreih, dann hab ich gesagt mach doch wenn das dich berühigt ich geh in der Zeit einkaufen. Und das Spiel ging ne ganze Zeit ich habe das locker genommen mit nem leichten Sakasmus und ner Ignoranz. Das Ergebniss war die Leute hatten was zum lachen, nicht weil sie das etwar gemacht hatte sondern wie ich reagiert habe und an der Kasse meinte sie nur " Mama das war doof das du nicht reagiert hast" Blöd für sie gelaufen würde ich sagen.

Setzt man die Kinder unter drück in dem man sagt zack zack wir haben es eilig kann man damit rechnen das es nach hinten los geht.

Ich kann das alleine die Phase ist normal. Geduld auch wenn es mega schwer manchmal fällt.

Morgens klappt es bei uns mit " wer ist der schnellste beim anziehen" und da sie gerne gewinnt klappt das gut.

Ich gönne mir dann nach so nen Zickenterror meist nen Tee und telefoniere mit meiner Freundin danach gehts mir besser.

Ich ignoriere meine Tochter meistens dann oder stelle meine Ohren auf durchzug wenn die Frage kommt " Mama ich will Süßes oder dieses oder jenes" Ich will ja auch viel und bekomm ja auch nicht alles.

Ich wünsche Dir noch gaanz viel Kraft die Phase geht um.

Beitrag von prettyfly1 16.02.11 - 11:44 Uhr

Hallo,
an deiner Stelle erstmal zum Arzt und dich auskurieren, Nasennebenhöhlenentzündung ist ganz furchtbar (hab das auch ständig, bei mir helfen homöopatische Mittel super). Gönn dir mal ein bißchen Ruhe, denn wenn du Streß und Hektik ausstrahlst, merken das deine Kinder und reagieren genauso. Und beißen und Haare ziehen geht gar nicht, das würd ich meinem Kind sofort erklären und ihm verbieten das nochmal zu machen. In dieser "frechen Phase" versucht sie natürlich ihre Grenzen auszutesten und es liegt an dir, ihr in Ruhe zu erklären dass es so nicht geht und konsequent zu handeln! Weiterhin würde ich bestimmte Handlungen komplett ignorieren. Wenn meine bockt (2,5) dann geh ich da nicht drauf ein und laß sie liegen. Was denkst du wie schnell sie sich wieder fängt. Wenn sie mir wehtut dann erkläre ich ihr, dass ich das nicht möchte, weil es mir wehtut, werd auch mal sauer dabei. Wenn sie freche Sprüche macht, geh ich nicht drauf ein und sag ihr sie kann in normalem ton mit mir sprechen, dann höre ich ihr gerne zu. Ich gehe Vollzeit arbeiten und bin alleinerziehend mit 2 Kindern (2,5 und 5).
Du mußt nicht immer die nette Mutti sein, du mußt einfach deine Grenzen kennen und deinen Kindern vermitteln und konsequent bleiben. Man darf auch mal wütend werden oder rumschreihen und seinem Kind zeigen, dass man enttäuscht, wütend oder sauer ist. Aber danach ist auch wieder gut und man verträgt sich wieder.

Und ja, es gibt furchtbare Phasen, wo alle Ratschläge nix helfen, aber die gehen vorbei #sonne
Viel Erfolg!
prettyfly