Erbrecht- Schenkung vor dem Tod - Bitte dringend Hilfe!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von mirja 08.02.11 - 20:49 Uhr

Hallo, ich brauche mal wieder Rat:

Angenommen, Frau X besitzt einen Hof mit Austragshaus ( wird nicht mehr betrieben) und hat 3 Kinder. Frau X würde eines Tages einem ihrer Kinder ihr gesamtes Vermögen schenken ( überschreiben) ohne, dass die anderen 2 Kinder davon wissen.
Eines Tages wird Frau X demenzkrank und das Vormundschaftsgericht verwaltet mit 2 ihrer Kinder das Vermögen. Würden die 2, welche das Vermögen zusammen mit dem Vormundschaftsgericht verwalten, von der Schenkung oder Überschreibung erfahren? Es gibt kein Testament, zumindest ist keines bekannt.

Gibt es eine Möglichkeit, vom Finanzamt ( wg. Haus- und Grundsteuern z.B.) zu erfahren, ob das Vermögen noch Frau X gehört oder eigentlich einem der 3 Kinder. Bleibt eine Schenkung im Falle der Krankheit unbekannt bis zum Tod oder würde in diesem Fall das Erbe schon vorher offengelegt?

Ich weiß, das ist ein wenig kompliziert, aber für mich wäre die Antwort äußerst wichtig! Bei Onkel Google finde ich nichts passendes....


Vielen herzlichen Dank!

Beitrag von wasteline 08.02.11 - 21:38 Uhr

Spätestens wenn Frau x so pflegebedürftig ist, dass sie in ein Heim muss und dieses nicht aus Pflegekasse und eigenem Vermögen bezahlt werden kann, dann wird es auffallen. Und wenn die Schenkung dann nicht länger als 10 Jahre zurück liegt, dann kann rückabgewickelt werden oder der Beschenkte darf die Kosten fürs Heim tragen.

Beitrag von bruchetta 08.02.11 - 23:33 Uhr

Grundsätzlich ist es möglich, bei begründetem Interesse, Einblick ins Grundbuch zu werfen. Dort ist natürlich erfasst, wem das Haus gehört und welche Lasten es trägt.
Inwiefern das Anliegen begründet ist, vermag ich nicht zu beurteilen, vielleicht beauftragt Ihr mal einen Anwalt mit der Grundbucheinsicht....

Beitrag von lilly_lilly 09.02.11 - 09:09 Uhr

Hallo!

Vorab - ich bin kein Experte. Du solltest dich von einem guten Steuerberater oder Erbanwalt beraten lassen.

"Frau X würde eines Tages einem ihrer Kinder ihr gesamtes Vermögen schenken ( überschreiben)"
Achtung, es gibt meines Wissens Freibeträge für Schenkungen. Sollte der Wert dieser Schenkung den Freibetrag übersteigen, dann kommt das Finanzamt.

"Würden die 2, welche das Vermögen zusammen mit dem Vormundschaftsgericht verwalten, von der Schenkung oder Überschreibung erfahren"
-Das ist doch wohl anzunehmen. Es wird ja erst einmal geschaut, welche Vermögenswerte noch da sind. Und da fällt es wahrscheinlich auf, wenn der Hof/Haus nicht dabei sind.

"Bleibt eine Schenkung im Falle der Krankheit unbekannt bis zum Tod oder würde in diesem Fall das Erbe schon vorher offengelegt? "
-Wenn genügend "Geld" da ist um eine Betreuung (die ja auch von den Kindern übernommen werden kann) zu gewährleisten, wohl eher kein Problem. Ansonsten kann eine Schenkung bis zu 10 Jahre rückgängig gemacht werden, wenn das Geld gebraucht wird.

"Es gibt kein Testament, zumindest ist keines bekannt."
-Das ist im Todesfall übrigens nicht so relevant. Die beiden anderen Kinder haben trotzdem Anspruch auf den Pflichtteil - auch wenn vorher der ganze Hof/Haus verschenkt wurden und sonst keine weiteren Werte mehr da sind.

Aber - wie schon gesagt, ich bin kein Experte und gebe keine Garantie auf Richtigkeit meiner Aussagen.
Lass dich ordentlich beraten. Kann jede Menge ärger und auch Geld sparen!

Beitrag von cunababy 09.02.11 - 09:50 Uhr

"Es gibt kein Testament, zumindest ist keines bekannt."
-Das ist im Todesfall übrigens nicht so relevant. Die beiden anderen Kinder haben trotzdem Anspruch auf den Pflichtteil - auch wenn vorher der ganze Hof/Haus verschenkt wurden und sonst keine weiteren Werte mehr da sind.


Das stimmt so nicht ganz. Wenn die Schenken länger als 10 Jahre vor dem Tot geschehen ist, so ist diese nicht mehr Erbrelevant. Das ist sonst würde eine Schenkung ja auch keinen Sinn machen.

VG Cunababy

Beitrag von kati543 09.02.11 - 09:58 Uhr

"-Das ist im Todesfall übrigens nicht so relevant. Die beiden anderen Kinder haben trotzdem Anspruch auf den Pflichtteil - auch wenn vorher der ganze Hof/Haus verschenkt wurden und sonst keine weiteren Werte mehr da sind. "
Also mal ganz ehrlich. Es ist schon ein Unterschied, ob ein Testament da ist, oder nicht. Ganz besonders ist es ein Unterschied für denjenigen, der enterbt wurde bis auf den Pflichtteil. Aber abgesehen davon. Da es hioer ja um Schenkung geht - wenn die Schenkung mehr als 10 Jahre zurück liegt, kann niemand mehr etwas machen. Das Haus hat dann den Besitzer unwiderruflich gewechselt. In die Erbmasse fällt es dann nicht mehr.

Beitrag von werner1 09.02.11 - 09:42 Uhr

Hallo,

ist doch ganz einfach:

#und das Vormundschaftsgericht verwaltet mit 2 ihrer Kinder das Vermögen. #

Das heisst doch Einblick in die Kontoauszüge.
Grundsteuer ist entweder jährlch oder vierteljährlich fällig, und ausschliesslich vom Eigentümer zu bezahlen.

Schau nach, ob eine Abbuchung 15.02. - 15.05. - 15.08. - 15.11. stattgefunden hat.
Oder es gibt eine Mahnung.
Oder auch nicht, wenn sie nicht mehr Eigentümerin ist.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von mirja 09.02.11 - 21:34 Uhr

Vielen herzlichen Dank für eure Antworten, ihr habt mich sehr beruhigt. Ich hab schon größte Ängste ausgestanden.....#schwitz

Jetzt hab ich nicht mehr so große Angst, unser geliebtes Häuschen zu verlieren, den Rest will ich ja gar nicht....#cool ( Na ja, dagegen hätte ich zugegeben nichts, aber wir wollen ja nur hier wohnen bleiben können, dann sind wir völlig zufrieden)

Danke und lg von mirja