Jano, mein 4. Kind!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von willow19 08.02.11 - 21:29 Uhr

Nach 3 Geburten, die nicht wirklich schön waren, hatte ich dieses Mal echt Schiss. Die Schwangerschaft verlief eigentlich ganz gut, bis auf frühzeitige Wehen in der 28. SSW. Allerdings bekam ich diese mit viel Magnesium wieder in den Griff. Da 2 meiner Kinder in der 36+4 SSW zur Welt kamen, machte ich noch Scherze, dass am 22. Januar wohl mein kritischer Tag wäre..........
Am 19. Januar fühlte ich mich schon die ganze Zeit seltsam, ich war dermaßen unbeweglich und fühlte mich eigentlich wie ein gestrandeter Wal. *lol*
Naja, weiter war nichts, an diesem Abend ging ich normal ins Bett. Um ca. 5:15 Uhr ging ich auf Toilette und wie ich da so am pinkeln bin, merke ich doch, dass da was komisch ist. Zieht da etwa etwas? Nö, kann jetzt nicht sein, oder?
Ich schaue auf die Uhr, noch eine Stunde bis Männe von der Arbeit kommt. Hmm, meine Geburten verliefen ja bis auf die erste recht schnell, daher mach ich mir ein wenig Sorgen, ob wir es noch rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen. Aber die Schmerzen sind nicht sehr stark, aber schon in einem kurzen Abstand.
6:15 Uhr, Männe kommt. Noch hat sich mein "Zustand" nicht verändert und ich schicke ihn ins Bett, denn wegen eines Fehlalarms will ich nicht ins KKH. 6:45 Uhr, ich rufe meine Freundin an, sage ihr, sie soll an mich denken, könnte sein, dass es los geht. Immer wenn ich etwas ruhiger werde, guckt sie auf die Uhr und sagt mir, ich solle bitte ins KKH fahren. Ich halte es für Quatsch, da es ja nicht schlimm ist. Mitten in diesem Satz wird es plötzlich etwas nass zwischen meinen Beinen. Ich lege mit den Worten, "ok, könntest Recht haben, mir ist vielleicht die Fruchtblase geplatzt", auf. Ich hole meinen Mann aus Bett, stopfe mir noch schnell ein Handtuch zwischen die Beine und los gehts ins KKH. (Meine Tasche hab ich vorher, als ich auf meinen Mann wartete noch schnell komplett zusammen gepackt).
Es schneit, die Straßen sind sau glatt, es ist Berufsverkehr und wir brauchen natürlich länger, als normal. Dennoch sind wir um ca. 7:40 Uhr dort.
Die Hebamme macht natürlich erstmal CTG, dann guckt sie, ob es Fruchtwasser war, war es aber nicht. Ich bin schon gut am Veratmen und denke mir, als die Hebi sagt, MuMu fingerdurchlässig, "na toll, wärst de doch noch zu Hause geblieben".
Doch innerhalb von Minuten könnte ich schön sämtlich Gegenstände zerquetschen. Ich frage, ob denn der Anästhesist in der Nähe ist, ich will einmal eine Geburt etwas entspannter erleben.
Nach wenigen Minuten kam auch schon der Oberarzt, den ich schon gut kannte, aber leider nicht mochte. "Warum sind sie hier?"
"Schnauf, schnauf....." "Ach, sie wollen entbinden."
Ich denk mir nur, nö, ich tu nur so und koche innerlich.
Dann wollte er noch US machen, aber da konnte ich schon nicht mehr. Also ab in den Kreissaal, Rücken frei, für die PDA.
Ich mag diesen Arzt zwar nicht, aber ich wusste von meiner Hebi, dass er im PDA legen, ein absolutes Ass ist. Eigentlich.
Ich bekam Wehenhemmer, was wirklich gut tat, die Wehen waren zwar noch da, aber die Pausen waren länger und darum ging es mir eigentlich, da ich immer Wehen ohne Pausen hatte.
Der Arzt sticht und sticht und sticht und kommt einfach nicht zwischen den Wirbeln durch. 8, in Worten ACHT Löcher hatte ich am Rücken. Mein Mann hat ja zugeschaut und sagte, er konnte nicht mehr mit zählen, wie oft der versucht hat, die PDA zu legen. In jeden der Löcher war er mehrmals drinnen. Ich sagte ihm, er solle es doch bitte lassen, es bringt nichts mehr. Aber er hörte nicht auf, ließ nochmals Wehenhemmer verabreichen, obwohl ich nicht wollte. Eine andere Ärztin kam, die ihm sagte, er solle mich nicht länger quälen und riss letztendlich das Pflaster von meinen Rücken, damit das alles mal ein Ende hatte. Ich war so froh, denn ich konnte ja nicht einfach aufspringen, wenn der mir im Rücken rum popelt.
Die Wehen waren jetzt richtig heftig, ich wackelte dennoch schnell aufs Klo, ich wollte noch mal ein kleines Geschäft verrichten. Ging aber dann doch nicht mehr und ich spürte, dass es ganz schön drückt.
Also schaute die Hebamme noch mal nach und der MuMu war bei 7cm. "Na toll, immer noch 3" dachte ich mir. Aber die Hebi meinte, es sei ein guter Druck vorhanden, sie holte einen Arzt, zum Glück ein anderer, der außerdem echt hübsch war, der sich in aller Ruhe noch eine Schürze umband. "So, drücken sie mal mit". "Wie, jetzt schon?" Na gut, ich presste also und nach 3 Mal pressen, war unser kleiner Wurm schon da.
Ich nabelte ihn selbst ab und ich war richtig froh, dass es ihm gut ging, da ein Knoten in der Nabelschnur war.
Wir machten ein paar Bilder, ich kam dann in den OP, weil mal wieder die Nachgeburt nicht kommen wollte, aber das war mir egal. Ich blödelte auf dem Weg in den OP noch mit dem gutaussehenden Arzt rum und hätte Bäume ausreißen können.

Im Nachhinein könnte ich mich selbst noch in den Arsch beißen, weil ich diese blöde PDA wollte, wo ich sie doch bei den anderen auch nie hatte. Hätte ich diese nicht verlangt, hätte es wohl höchstens 30 Minuten gedauert und die Geburt wäre vorbei gewesen. Und außerdem tat mir tagelang der Rücken weh wie Sau und ich konnte nicht richtig sitzen. *lol*

Ach, hier noch die Daten:

Jano, geboren am 20.01.2011 (also doch nicht der 22. *gg*) um 9:08 Uhr
Gewicht: 2980g Länge: 49cm KU: 32cm

Liebe Grüße

Beitrag von little2007 09.02.11 - 07:53 Uhr

Das ist mal ein rasanter Start ins Leben!
Alles Gute zur Geburt!

LG