Adoption oder Pflegekinder in Österreich

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Beitrag von hannah.25 09.02.11 - 08:02 Uhr

Hallo,

ich weiß nicht, in welche Kategorie diese Frage am besten passt, daher hab ich mich für hier entschieden. Sollte das falsch sein, entschuldige ich mich schon einmal. Ich möchte natürlich niemanden auf den Schlips treten.

Auch wenn es etwas früh ist, möchte ich mich einfach schon mal erkundigen, ob jemand von euch Erfahrungen mit einer Adoption oder einem Pflegekind in Österreich hat?
Wir möchten gern in ca. 2 Jahren ein Geschwisterchen hier für unseren Per haben. Allerdings kommt eine Schwangerschaft nicht in Frage, da mir mein Körper da einfach einen Strich durch die Rechnung macht und ich es nicht verantworten kann, unseren Sohn wochenlang allein zu lassen und er die Mama nicht hat. Und ich möchte es nicht riskieren, dass wir erneut ein Frühchen bekommen.
Deswegen haben wir uns für diese Alternative entschieden. Da aber die Wartezeiten länger sind, ist es eben nicht so schlecht, sich jetzt schon mal zu informieren.

Ich weiß, dass wir für eine Adoption zu jung sind. Aber wie ist das mit der Wartezeit. Könnten wir uns jetzt bewerben? Denn in 2-3 Jahren passt es ja vom Alter wieder. Zählt also die Wartezeit dazu oder können wir uns erst mit dem entsprechenden Alter bewerben?
Und wie würde das mit deinem Pflegekind sein? Gibt es auch die Möglichkeit zu einer lebenslangen Pflege, bis das Kind eben auszieht?

Ich würd mich freuen, wenn sich jemand meldet und mir ein bisschen helfen kann, auch wo ich mich hinwenden muss wegen des Antrages und wo ich noch mehr Informationen bekommen kann.
Danke!

Alles Gute für euch alle!

Liebe Grüße
Hannah mit #stern Niklas und #stern Sarah fest im Herzen und Per ganz fest im Arm (13 Wochen alt, 30+2)

Beitrag von fantimenta 09.02.11 - 08:38 Uhr

huhu,kenne mich damit leider nicht aus aber wieso denkst du jetzt schon an so was wenn dein zwerg grad mal 13 wochen alt ist???

geniess doch erstmal die zeit mit deinem kleinen bevor ihr an weitere kinder denkt und du dich verrückt machst oder?!

lg

Beitrag von hannah.25 09.02.11 - 09:02 Uhr

Hallo,

genau mit der Frage hab ich, ehrlich gesagt, auch schon gerechnet.
Wir genießen es auf jeden Fall, dass wir unseren kleinen Mann haben und da die Wartezeiten aber 2-3 Jahre betragen (wenn wir überhaupt eine Chance hätten), muss man da leider etwas vorausdenken und deswegen würd ich mich jetzt gern einfach nur mal informieren.

Das hat nix mit verrücktmachen oder so zu tun, sondern es geht um reine Information und Interesse, was man alles beachten und was überhaupt alles auf uns zukommen würde.
Es könnte ja gut möglich sein, dass dann diese Option doch nicht mehr in Frage kommt, wenn man mehr Details von dem Prozedere erfährt.

Liebe Grüße
Hannah

Beitrag von stefanielena 09.02.11 - 10:20 Uhr

Hallo Hannah!

Ich kann dir leider auch nicht so richtig helfen, aber ich kann deinen Entschluss total gut verstehen!

Ich kann auf natürlichem Weg nicht schwanger werden, hatte inkl Kryo´s bereits 9 künstliche Befruchtungen.
Vor 2 Jahren war ich schwanger, hab mein Kind nach 2 wöchigen Blutungen hergeben müssen.( kennen uns ja aus dem anderen Forum)
Obwohl ich noch sehr am Anfang war, sitzen die Angst und der Schock noch tief.
Daher haben wir uns jetzt auch für eine Adoption entschieden, allerdings im Ausland.
Im Inland sind wir seit 8 Monaten gemeldet und es gibt leider bei uns kaum Chancen.

Ich bin im Adoptionsclub, da sind soweit ich weiss auch einige aus Österreich. Vielleicht meldest du dich da auch an und stellst deine Frage dort?

Die Adoption dauert meist schon recht lange, ein Pflegekind bekommt man mitunter wohl ziemlich schnell.
Bei uns müsste man zb eine Vereinbarung unterschreiben, das man erstmal 1 Jahr lang nur hier zur Verfügung steht und in der Zeit bekommt man meist auch ein Kind.
Man kann schon sagen, das man sich die Dauerpflege wünscht, aber das das Kind wirklich bleibt, ist eben nicht sicher. Daher haben wir uns auch gegen die Pflege entschieden.
Und auch weil wir das mit dem regelmässigen Elternkontakt schwierig finden.
Für uns wäre es aber ja auch das 1. Kind.

LG Steffi

Beitrag von hannah.25 10.02.11 - 08:16 Uhr

Hallo Steffi,

vielen lieben Dank für deine Nachricht und deine ganzen Infos. Ich weiß natürlich, dass wir uns aus dem anderen Forum kennen #liebdrueck

Wenn ich deine Geschichte lese, bekomme ich eh ein schlechtes Gewissen, dass ich überhaupt nach einem 2. Kind nachfrage. Immerhin wissen wir ja, dass unser Per das größte Geschenk überhaupt ist und es alles andere als selbstverständlich ist, dass wir ihn haben dürfen.
Aber es wäre eben sehr schön, wenn er hier nicht allein aufwachsen müsste. Ich selbst hab es genossen, mit meinem Bruder aufzuwachsen und mein Mann hat auch 2 Geschwister.

Ein Pflegekind kommt wohl dann auch eher nicht in Frage für uns, da ich es nicht wirklich verkraften würde, es wieder abzugeben und loslassen zu müssen.

Ich hab jetzt auf jeden Fall bei der Bezirkshauptmannschaft einen Termin ausgemacht und werd mich da informieren.
Danke auch für den Tipp mit dem Club. Ich denke schon, dass auch da ein bisschen Hilfe kommen kann.

Ich wünsch euch sehr, dass euer Traum in Erfüllung gehen darf und drück euch fest die Daumen!

Liebe Grüße
Hannah

Beitrag von wasnun 09.02.11 - 12:09 Uhr

hallo Hannah
also.... du kannst zwar für eine Adoption einreichen aber dass du ein Kind (zumindest ein Baby bekommst) ist eher gering.
Das Adoptivkind muss immer jünger sein als das "Bestandkind"-also euer Kind. Da euer kleiner Schatz erst 13 Wochen alt ist sieht es da also mehr als gering aus.

Ich weiß zwar nicht wie es bei euch in Österreich läuft aber bei uns in Bayern läuft es so.

Zu einem Pflegekind.....
Dauerpflege gibt es so gesehen gar nicht mehr. Die JÄ sind machtlos gegen die Gerichte. Wenn das Gericht beschließt das Kind kommt in die Familie zurück wird das Kind auch rückgeführt. Auch wenn das JA das in dem moment anders sehen würde.
Wir hatten ein Pflegekind für 14 Tage.....(wir hatten auch auf Dauerpflege eingereicht)
Für und kommt Pflegekind nicht mehr in Frage. So leid mir die Kinder auch tun.

Wir können es einfach nicht uns an ein Kind zu gewöhnen und dann wieder abzugeben. Dafür ist unser Herz zu groß

Kurz um....entweder es klappt noch mit einer Adoption oder Leiblich bei uns...oder unser Kind bleibt eben ein Einzelkind.....

lg wasnun

Beitrag von hannah.25 10.02.11 - 08:21 Uhr

Hallo,

Dankeschön auch für deine Antwort und deine Erfahrung. Also da wir für eine Adoption derzeit eh zu jung sind (ich muss 28 Jahre alt sein, mein Mann 30), was für uns noch 2 Jahre sind und dann noch eine Wartezeit von 2-3 Jahren dazu kommt, wäre unser Sohn ja schon älter als im Babyalter, sodass es laut Aussagen der Bezirkshauptmannschaft schon grundsätzlich möglich wäre.

Ich hab einen Termin bei der BH vereinbart und hoffe, dass sie mir dann genauer weiterhelfen können und sagen können, wie unsere Chancen stehen und was wir alles genau beachten müssen, sodass wir uns mehr überlegen können, ob wir das wirklich machen wollen.

Ein Pflegekind haben wir inzwischen eher vom Gedanken her verdrängt. Der Grund ist der Gleiche wie bei euch. Ich würd es nicht verkraften, ein Kind wieder hergeben zu müssen.

Ich hoffe, dass sich euer Wunsch vom 2. Kind erfüllt und drück euch dafür fest die Daumen!

Liebe Grüße
Hannah

Beitrag von darismama 09.02.11 - 14:36 Uhr

Hallo Hannah,
mit den JÄ in Österreich kenne ich mich auch nicht aus, nur mit den deutschen JÄ. Aber ihr müsstet doch eigentlich gute Chancen haben, ihr seid noch so jung. Wir mussten uns zuerst ca. 1 Jahr bewerben, dann haben wir einen Jungen mit 6,5 Monaten damals bekommen, konnten ihn nach 3 Jahren adoptieren, dann noch ein Mädchen in Dauerpflege mit 9 Monaten angenommen- noch nicht adoptiert- aber wir arbeiten dran.... Dauerpflege ist immer bis 18 Jahre, dann kann sich das Kind zur Not selbst zur Adoption freistellen- falls die leibl. Eltern gar nicht einwilligen möchten. Dauerpflege ist so ähnlich wie Adoption, nur rechtlich gesehen leider nicht, man braucht für OP Unterschriften oder Schulanmeldungen und hat alle paar Monate Besuchskontakte zu den leibl. Eltern.
Finde ich gut, dass ihr später noch einem anderen Kind eine 2 . Chance geben wollt, die Kinder haben es wirklich verdient und danken es einem jeden Tag. Wir lieben sie so sehr, das war das beste, was uns passiert ist. Trotzdem würden wir uns auch noch über ein leibl. Kind als i-Tüpfelchen freuen, mal gucken, ob es irgendwann noch einmal klappt..... (das bestimmt leider jemand anders....)
So, nun alles Liebe, wenn du noch Fragen hast, melde dich noch mal Meike

Beitrag von hannah.25 10.02.11 - 08:54 Uhr

Hallo meike,

vielen, vielen lieben Dank für deine Antwort. Ich bin froh, wenn mir doch ein paar hier Antworten und ihre Erfahrungsberichte erzählen.
Ich hab jetzt bei der Behörde einen Termin gemacht und hoffe, dass sie mir dann helfen können und ich Einiges klarer sehen kann.

Für eine Adoption sind wir im Moment noch zu jung. Da müssten wir warten. Aber ich bin gespannt, ob man die Wartezeit schon jetzt angehen darf. Denn wenn die rum ist, würde das Alter passen.

Eine Dauerpflege bis 18 Jahre wäre ja an sich ok und das würden wir auch machen. Nur wissen wir eben nicht, ob man das uns garantieren kann, dass das geht. Ich würd es nicht ertragen können, noch einmal ein Kind abgeben zu müssen. Und wenn da die Pflege diesbezüglich zu unsicher wäre, würde ich wohl eher auf Adoption schwenken.

Auf jeden Fall wollen wir einem 2. Kind noch eine Chance geben, weil wir erstens denken, dass es viele Kinder verdient haben, dass sie eine bessere KIndheit bekommen und zweitens wollen wir, dass Per nicht allein aufwachsen muss. Geschwister sind was Schönes.

Ich drück euch fest die Daumen, dass es mit einem leiblichen Kind als i-Tüpfelchen noch klappt. Wäre super schön!

Alles Gute!
Hannah