Hilfe: Kind, das keine körperliche Nähe mag???

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von emilia5 09.02.11 - 09:17 Uhr

Hallo, Ihr Lieben!
Ich muss jetzt doch mal hier fragen, denn so langsam beunruhigt mich das: Emilia wird im März 2 und war noch nie ein kuscheliges Mamakind. Schon als Säugling wollte sie lieber "ihre Ruhe" im Kinderwagen oder in der Wiege, als im Tragetuch oder auf dem Arm sein. Später dann war sie immer zu aktiv und beschäftigt, um kuscheln zu kommen. Kitaeingewöhnung kein großes Problem, da sie eben gar nicht "mamafixiert" ist. Ich fand das alles immer sehr schade und habe ein bisschen mehr Anhänglichkeit und Schmuseeinheiten vermisst, habe aber versucht, das Positive daran zu sehen und sie nicht zu bedrängen. D.h. sie bekommt von mir schon Streicheleinheiten, aber nicht gegen ihren Willen und weder ich noch jemand anders verlangt von ihr etwas, wie "gib Küsschen". So, nun ist es aber so, dass sie doch tatsächlich "nein!" und "weg!" sagt, wenn ich ihr mal den Kopf kraulen oder über den Rücken streicheln möchte. Küsschen zum Abschied oder zur Begrüßung (wie alle anderen in der Kita) kann man auch vergessen. Wenn man sie trägt, hält sie sich auch nie fest (Hande um den Hals oder so). Von selbst verlangt sie nie, auf den Arm genommen oder gekuschelt zu werden. Ich habe langsam Angst, dass das "nicht normal" ist und man dem nachgehen müsste?! Was meint Ihr? Kennt das jemand und kann mich beruhigen? Sonst ist sie ein aufgewecktes, fröhliches, aktives Kind. Und versteht mich nicht falsch: es geht mir um SIE, nicht um meine Probleme mit der "Zurückweisung". Danke Euch schonmal! LG Astrid

Beitrag von scura 09.02.11 - 09:35 Uhr

"Nein" und "weg" sagt meine Tochter auch wenn ich sie störe und schmusen will. Auch wenn ich sie in den Schlaf kuscheln möchte sagt sie jetzt immer öfter: "Alleine schlafen" Okay, das kann ich akzeptieren. Aber einen Abschiedskuss fordere ich einfach ein. Das sind halt meine Bedürfnisse und basta:-p

Beitrag von kati543 09.02.11 - 09:45 Uhr

Kommt sie denn ab und an von sich aus zu dir und will getröstet und festgehalten werden? Dass Kinder in dem Alter keine Kuscheleinheiten mehr aufgedrängt haben wollen, ist normal. Aber wenn sie wirklich jeden Körperkontakt vermeidet und nie zu dir oder zu anderen kommt, ist das nicht normal. Was macht sie denn, wenn sie sich weh getan hat?

Beitrag von incredible-baby1979 09.02.11 - 09:48 Uhr

Hallo,

Julian ist auch ein "Anti-Kuschler" :-( - nur wenn er krank ist, genießt er Schmusen, Körperkontakt und das FB, sonst nicht bzw. nur wenn er will.

Man muss dazu sagen, dass ICH als Kind wohl genauso gewesen bin - bloß nicht zuviel angefasst werden. Mittlerweile schmuse und kuschele ich sehr gerne (mein Liebster kann es bestätigten :-)).

Wir haben uns vor einiger Zeit unseren Betriebskindergarten angeguckt (Julian geht ab September dorthin). Dort ließ er meine Hand sofort los, setzte sich zu anderen Kiddies dazu und spielte mit. Die Erzieherin meinte sofort: "Sehen Sie, was der für eine gute Bindung zu ihnen hat. Er weiß, dass er sich auf Sie verlassen kann, Sie ihn nie alleine lassen würden."
Ich denke mal, dass das bei euerer Tochter genauso ist.

Wenn ich mal alleine unterwegs war und nach Hause komme und den Schlüssel ins Schloß stecke, höre ich Julian schon "Mama, Mama" rufen. Ich öffne die Türe, da läuft mir mein Sohnemann freudestrahlend entgegen, will hochgenommen werden und gibt mir (von sich aus #verliebt) ein "Kussi" #huepf. Solche Momente genieße ich sehr.

Ganz ehrlich - ich bin froh, dass unser Julian so ein pflegeleichtes, unkompliziertes und selbstbewusstes Kind ist. Das vereinfacht gewisse Sachen nunmal.
Ich beneide meine beste Freundin echt nicht. Deren Kleine (13 Monate) will/kann nichts ohne Mama machen/nicht ohne Mama sein.

Weißt du, ich erkläre mir Julians Verhalten so: Er hat ein sehr gesundes Urvertrauen, da wir IMMER auf seine Bedürfnisse eingegangen sind, er NIE weinen musste, er schlief die ersten 3 Monate den ganzen Tag auf uns (hat sich so ergeben :-)), wurde einschlafbegleitet solange er das wollte (hatte sich mit ca. 8/9 Monaten erledigt :-().

Fazit: ICH denke, dass mit deiner Tochter alles in Ordnung ist.

LG,
incredible mit Julian (22 Monate)


Beitrag von amadeus08 09.02.11 - 13:45 Uhr

Na ja, ob man das immer aufs Urvertrauen schieben kann???

Mein Kleiner war von Anfang an nicht einfach, aber ich habe ihn niemals schreien lassen, er war immer viel auf dem Arm und in meiner Nähe......wir haben viel gekuschelt, ich schlafe schon lange bei ihm im Zimmer, weil er Probleme mit dem Schlafen hat, oft schläft er auch auf meiner Matratze etc etc etc und trotzdem ist er jetzt mit seinen 20 Monaten gerade total anhänglich und hat voll die Mama-Phase.......
Ich denke nicht, dass er fehlendes Urvertrauen hat! Es gibt einfach Menschen, die sind offener und andere nicht, das ist bei Babys nichts anderes als bei Erwachsenen.............

Beitrag von ea73 09.02.11 - 09:56 Uhr

Hallo,

schließe mich der Meinung meiner Vorrednerin an. Ich denke aus, dass mit Deiner Tochter alles ok ist.

VG, Andrea

Beitrag von emilia5 09.02.11 - 10:11 Uhr

Danke für Eure Antworten!
Leider ist es bei uns nicht ganz so, wie Ihr es beschreibt:
Wenn Emilia sich leicht weh tut, kommt sie zwar zu mir, möchte aber nicht auf den Arm oder getröstet werden, sondern nur einmal Pusten bitte ;-). Wenn sie sich doll weh tut, dann ist sie nur wütend und man darf sie gar nicht berühren.
Wenn sie krank ist, ist sie besonders unnahbar und will erst recht nicht körperlich getröstet werden.
Wenn sie aus irgendeinem anderen Grund weint, wird es immer viel schlimmer, wenn ich versuche, sie in den Arm zu nehmen oder zu streicheln, um sie zu beruhigen.
Wenn ich weg war und wiederkomme, sagt sie zwar auch "Mama, Mama" und kommt ein paar Schritte auf mich zu, läuft dann aber sofort wieder weg.
Sogar wenn sie nachts aufwacht und weint, will sie nicht aus dem Bett und in den Arm genommen werden, sondern nur Gesellschaft am Bett haben, aber bloß nicht streicheln, nur singen.
Ich spreche hier also nicht von Situationen, wo man ein Kind beim Spielen stört mit seinem eigenem Schmusebedürfnis #verliebt, sondern von solchen, wo andere Kinder eigentlich körperliche Nähe wollen #schmoll...
Seht Ihr das trotzdem noch als unproblematisch? Wenn nicht, an wen wendet man sich denn mit so was???

Beitrag von anja.480 09.02.11 - 10:34 Uhr

Hallo Astrid.

ich weiß jetzt nicht, ob ich jetzt einen hilfreichen Hinweis für dich habe oder nicht. Ich spreche nur von mir, wie es mir als Kind erging und auch heute noch.

Ich wollte als Kind nie gestreichelt oder länger berührt werden. Das hat meine Mutter manchmal sehr traurig gemacht. So war ich schon anschmiegsam und benötigte körperliche Nähe, nur halt nicht soviel. Irgendwann hat mich meine Mutter mal gefragt warum das so ist? Und ich habe ihr die Wahrheit gesagt.

Ich habe schlichtweg Schmerzen, wenn mich jemand streichelt. das war schon immer so. Mir tut dann richtig die Haut weh. Ich mag das einfach nicht. Ein kurzes in den Arm nehmen oder Hand auflegen ist o.k, aber nur nicht zu viel über meine Haut rubbeln.

Ich habe das nie abklären lassen, weiß also nicht, ob es wirklich irgendeinen medizinischen oder gar einen psychischen Hintergrund dafür gibt. Im Laufe der Jahre habe ich damit umgehen gelernt, so dass ich jetzt auch mal kurz still halte, wenn mich jemand streichelt.

Vielleicht gehts deiner Tochter ja ähnlich? Gut, das mit dem Kussi passt da jetzt nicht wirklich rein, weil der immer geht. Ein Kussi tut mir auch nicht weh, nur halt das streicheln, komisch oder? Vielleicht solltest du es einfach mal beim Kinderarzt ansprechen. Dann bekommst du vielleicht Gewissheit.

LG Anja mit Emma (die anfangs übrigens auch überhaupt nicht kuschelig war, das nun aber alles nachholt)

Beitrag von emilia5 09.02.11 - 11:11 Uhr

Hallo Anja!
Danke für Deine Antwort #liebdrueck!!!
Ich wusste gar nicht, dass es das gibt mit den Schmerzen beim Streicheln. Ich werde das wirklich mal Ansprechen, nicht beim Kinderarzt (der ist für so was zu pragmatisch) aber beim Osteopaten/Heilpraktiker, zu dem wir manchmal mit Emilia gehen. Vielleicht fällt ihm dazu etwas ein. Auf jeden Fall danke für Deine Offenheit und die neue Sichtweise, die mir das gibt!
Alles Gute für Euch! Astrid

Beitrag von pinky2007 09.02.11 - 10:52 Uhr

Liebe Astrid,
ich kann dich verstehen, dass es dir weh tut, das Gefühl zu habe, zurückgewiesen oder "körperlich nicht gebraucht" zu werden.
Ich finde das Verhalten deiner Kleinen nicht ganz so normal wie die meisten meiner Vorschreiberinnen. Aber das im Detail zu beurteilen geht ja nicht, weil ich euch nicht kenne.
Es geht ja nicht darum, ein Kind zu körperlichen Kontakt zu zwingen. Aber etwas Körperkontakt will doch eigentlich jedes Kind.Und wenn es nur ein Küßchen ist.
Hast du das schonmal mit dem KiA besprochen? Wenn nicht, würde ich das tun, vielleicht kann er dir auch, sollte Bedarf bestehen, eine Adresse nennen, an die du dich richten kannst. Ansonsten gibt es in jeder Stadt auch Elternberatungsstellen, z.T. mit psychologischer Beratung. Das soll nicht heißen, dass hier jemand eine Therapie braucht, nicht dass das falsch verstanden wird. Aber vielleicht kann man es dort mal ansprechen und es klärt sich dann. Immerhin belastet es dich ja. Ich finde, dann solltest du Rat suchen bei jemanden, der sich damit besser auskennt als wir.
Ich hoffe, du findest eine Klärung für dich. Vielleicht können sie dich ja beruhigen und es kommt bei deiner Tochter noch oder es ist doch "normal".
Alles Gute für euch!!!
LG...pinky

Beitrag von emilia5 09.02.11 - 11:18 Uhr

Hallo Pinky!
Vielen Dank für Deine Antwort! Ja, natürlich belastet mich das selber auch #schmoll, aber vor allem habe ich Angst, dass etwas Ernsthaftes dahinter steckt, sei es körperlich oder psychsich, das Emilia evtl. ein Leben lang beeinträchtigen könnte. Ich wollte das die ganze Zeit nicht so thematisieren, weil wir in nur 2 Jahren schon so viele Baustellen hatten, aber ich denke ich muss es doch mal ansprechen beim nächsten Arztbesuch, wobei unser KIA da leider gänzlich ungeeignet ist. Ich werde es unserem Osteopaten/Heilpraktiker erzählen, der unheimlich gut mit Kindern ist. Vielleicht fällt ihm was dazu ein. An Psychologen dachte ich auch schon, aber ich möchte nicht, dass Emilia das Gefühl bekommt, es stimmt was nicht mit ihr. Sie bekommt ja doch alles mit inzwischen... Na ja, mal schaun. Danke Dir jedenfalls für Deine Überlegungen #liebdrueck! Astrid

Beitrag von knutchen 09.02.11 - 14:58 Uhr

Liebe Astrid,
ich denke das ist durchaus normal. Ich habe beide Exemplare zu Hause. Unser Sohn war und ist mit seinen fast 5 Jahren ein absolut schmusebedürftiges und kuscheliges Kind. Er konnte nie ohne uns einschlafen, wurde am liebsten den ganzen Tag getragen....., insgesamt total anhänglich. Unsere Tochter Ende Dez. 2 Jahre alt geworden ist das totale Gegenteil. Sie mochte von Anfang nicht kuscheln. Immer nur mal ganz kurz. Wenn wir in "Kuschelstimmung" waren und dachten heute schläft sie mal bei uns, kam und kommt sie gar nicht zur Ruhe. Sie brauchte von Anfang an ihr Bett/Wiege um zur Ruhe zu kommen. Auch tagsüber zwischendurch ist es ähnlich wie bei Euch. Wenn sie sich weh tut z.b. weint sie nur sehr kurz lässt uns mal pusten, mal kurz trösten und schon ist sie wieder weg. Mir kommt das manchmal vor als hätte sie Angst währenddessen etwas zu verpassen. Wenn ich sie z.B. mal küsse, sie drücke....sagt sie mir manchmal unmissverständlich jetzt nicht. Ich finde das eigentlich ganz süß wie sie ihre Bedürfnisse zum Ausdruck bringt. Bei uns hat sich jedoch ganz von alleine vor ca. 4 Wochen ihr Verhalten geändert, jetzt kommt sie ganz häufig an und sagt Mama kuscheln, möchte manchmal im Tragesack getragen werden, auf den Arm, sagt sie will Baby sein. Ich genieße das total, da ich das bislang auch etwas mager fand. Aber sie zu bedrängen wäre mir nicht in den Sinn gekommen. Ich bin immer der Meinung die Kleinen holen sich was sie brauchen und sind nun mal ganz eigenständige und unterschiedliche Persönlichkeiten. Ich glaube so ein Extremkuschler wie unser Sohn ist eher eine Ausnahme. In unserem Bekanntenkreis sind einige der Kleinen eher wie unsere Tochter. Unser Sohn sticht da eher aus der Menge heraus.

Vielleicht ändert sich das Verhalten Eurer Kleinen ja auch plötzlich von ganz alleine. Bei uns war es so und wie gesagt ich genieße das total.

LG
knutchen

Beitrag von escada87 09.02.11 - 17:46 Uhr

ohhh ja wie ich das kenne irgendwie hat man mir nie geglaubt #kratz

in den ersten Lebenstagen bereits wollte er nicht gestillt werden, später war auch das Tragetuch nicht so interessant stattdessen lieber im Kinderwagen sitzen und das schöne Wetter und die Aussicht betrachten

im Bett lieber alleine liegen und ev. seine Kuschelkatze und seinen Kuschelpolster umarmen statt Mama oder Papa #schwitz und so weiter... ich musste lernen damit umzugehen hoffe aber dennoch dass es beim 2. Kind etwas anders sein wird, ich habe mir immer gewünscht und vorgestellt ein Kuschelkind zu haben

hab ich aber nicht, dennoch ist er der beste Junge den man sich vorstellen kann mit ganz ganz ganz vielen tollen Eigenschaften